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Cem Özdemir

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Cem Özdemir (2020)

Cem Özdemir (Aussprache [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˌʤɛm ˈœzdɛmiɾ̝]; * 21. Dezember 1965 in Urach) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er war von Dezember 2021 bis Mai 2025 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Von November 2024 bis Mai 2025 war er zusätzlich Bundesminister für Bildung und Forschung. Özdemir war der erste Bundesminister Deutschlands mit türkischen Vorfahren.

Von November 2008 bis Januar 2018 war er einer von zwei Bundesvorsitzenden seiner Partei. Bei der Bundestagswahl 1994 zog er erstmals in den Bundestag ein und war damit zusammen mit der Sozialdemokratin Leyla Onur einer der ersten beiden Bundestagsabgeordneten mit türkischer Abstammung. Von 2004 bis 2009 war Özdemir Mitglied des Europäischen Parlaments und ab 2013 erneut Mitglied des Deutschen Bundestages, bei der Bundestagswahl 2017 traten Özdemir und Katrin Göring-Eckardt gemeinsam als Spitzenkandidaten der Grünen an.

Bei der Bundestagswahl 2021 errang er für die Grünen erstmals das Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart I mit 40,0 % der Stimmen und erreichte damit das beste Erststimmenergebnis unter den Abgeordneten seiner Partei. Er nahm nach der Wahl an den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP teil.

Bei der Bundestagswahl 2025 verzichtete Özdemir auf eine erneute Kandidatur, um stattdessen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten anzutreten. Die Wahl am 8. März 2026 gewannen Özdemir und seine Partei schließlich knapp; er selbst erzielte mit seinen persönlichen Erststimmen im Landtagswahlkreis Stuttgart II das beste Ergebnis aller Politiker Baden-Württembergs.

Leben

Privates, Ausbildung und Beruf

Özdemirs Vater Abdullah (verstorben 2015) stammte aus der Kleinstadt Pazar<ref>Robert Klages: Türkische Stadt entzieht Özdemir die Ehrenbürgerschaft. In: tagesspiegel.de, 10. Juni 2016.</ref> in der türkischen Provinz Tokat und war Angehöriger der tscherkessischen Minderheit.<ref name="FAZ">Ralph Bollmann, Rainer Hank: Cem Özdemir. „Die ersten Kopftücher sah ich in Schwaben“. In: FAZ.net, 25. Juli 2011.</ref> Er wanderte im Jahr 1963 als Gastarbeiter nach Deutschland aus und arbeitete in einer Textilfabrik im Schwarzwald, später bei einem Hersteller von Feuerlöschern. Die Mutter, die 1964 nach Deutschland gekommen war, betrieb eine eigene Änderungsschneiderei.<ref>Interview der Woche. In: deutschlandfunk.de. 28. November 2021, abgerufen am 28. November 2021.</ref><ref>Mark Spörrle: Zwischenstopp eines Überfliegers. In: Die Zeit. 11. Oktober 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. April 2012; abgerufen am 26. April 2012.</ref><ref>Cem Özdemir: „Ich war ein Gastarbeiter-Kind“. In: Der Spiegel, 28. Juni 2010.</ref> Sie starb im August 2021 im Alter von 88 Jahren.<ref>Traueranzeigen von Nihal Özdemir | Südwest Presse Trauer. Abgerufen am 27. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Özdemir wuchs als Einzelkind auf und absolvierte nach der Mittleren Reife an der Realschule in Urach<ref>Hannelore Crolly, Andrea Seibel: „Europa macht Spaß“. Die Europa-Abgeordneten Cem Özdemir und Alexander Graf Lambsdorff über ihre Erfahrungen und Erfolgserlebnisse in Brüssel. In: Die Welt, 24. März 2007.</ref> bis 1987 in Reutlingen eine Ausbildung zum Erzieher.<ref name="Munzinger" /> Anschließend erwarb er die Fachhochschulreife an der Fachoberschule in Nürtingen und absolvierte ein Studium der Sozialpädagogik an der staatlich anerkannten Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen Reutlingen (heute Evangelische Hochschule Ludwigsburg). Sein Studium schloss er 1994 als Diplom-Sozialpädagoge (FH) ab.<ref name="Munzinger">Cem Özdemir Internationales Biographisches Archiv 47/2008 vom 18. November 2008 (ff) Ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 04/2013, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Studienbegleitend war Özdemir ab 1987 als Erzieher in einem Jugendzentrum in Reutlingen und als freier Journalist für den Reutlinger General-Anzeiger und ein Lokalradio tätig.<ref>Alexandra Werdes: Risikonatur. In: Die Zeit, 18. Oktober 2001.</ref> Als Jugendlicher spielte er als Handball-Torwart beim TSV Urach.<ref>Cem Özdemir soll Grünen die Macht sichern, Hitradio Antenne 1, abgerufen am 27. Mai 2025</ref>

Özdemir bezeichnete sich als „anatolischen Schwaben“<ref>Rüdiger Soldt, Spitzenkandidat Özdemir: Der anatolische Schwabe, faz.net vom 18. Januar 2017.</ref> und im Jahr 2008 in einem in englischer Sprache geführten Interview als „säkularen Muslim“.<ref>A Turk at the Top. In: Spiegel online, 15. Oktober 2008 (englisch).</ref> Er ist seit seiner Jugend Vegetarier.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Vegetarierbund Deutschland, abgerufen am 29. August 2013.</ref> Der Fan des VfB Stuttgart ist Mitglied des 2015 gegründeten VfB-Fanclubs für Mitglieder des Bundestags.<ref>VfB Stuttgart-Fanclub im Deutschen Bundestag gegründet. Abgerufen am 1. Juli 2020.</ref>

Der Politiker heiratete 2003 die aus Argentinien stammende Journalistin Pia María Castro, mit der er eine Tochter und einen Sohn (* 2009) hat.<ref>Nachwuchs: Cem Özdemir zum zweiten Mal Vater. In: Der Spiegel. 5. Dezember 2009, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. April 2026]).</ref> Im November 2023 gab das Paar bekannt, seit längerem getrennt zu leben.<ref>"Kümmern uns gemeinsam um unsere Kinder": Cem Özdemir trennt sich von seiner Frau. 13. November 2023, abgerufen am 13. November 2023.</ref> Seit 2024 ist Özdemir mit der kanadischen, auf Umwelt- und Menschenrechtsfragen spezialisierten Juristin Flavia Zaka liiert.<ref>Uwe Bogen: Landwirtschaftsminister mit neuer Liebe: Kanadierin hat das Herz von Cem Özdemir erobert. In: Stuttgarter Zeitung. 20. August 2024, abgerufen am 20. August 2024.</ref> Sie heirateten am 14. Februar 2026 in Tübingen. Standesbeamter bei der Trauung war der mit Özdemir befreundete Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer.<ref>Ja-Wort nach Mitternacht – Özdemir und Zaka feiern Hochzeit. In: n-tv.de. 14. Februar 2026, abgerufen am 14. Februar 2026.</ref>

Parteilaufbahn

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Cem Özdemir (2010)
Datei:Claudia Roth & Cem Özdemir.jpg
Die Parteivorsitzenden Cem Özdemir und Claudia Roth (2012)

1981 wurde Özdemir Mitglied der Grünen. Er hat seine politische Heimat im Grünen-Kreisverband Ludwigsburg.<ref>Aus dem Album von … Cem Özdemir: Der „Spätzles-Türke“ blickt zurück.</ref><ref name="gayweb"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gayweb-Newsticker: Cem Özdemir: Schirmherr des CSD Stuttgart 2007 (Memento vom 9. August 2009 im Internet Archive)</ref> Im selben Jahr beantragte er die deutsche Staatsangehörigkeit, die er nach dem Erreichen der Volljährigkeit im Alter von 18 Jahren erhielt. Von 1989 bis 1994 war er im Grünen-Landesvorstand von Baden-Württemberg. Sein politisches Hauptthema fand er in der eigenen Biografie: „Migranten in Deutschland“. 1992 zählte er zu den Mitbegründern von Immi-Grün – Bündnis der neuen InländerInnen. Annette Treibel weist darauf hin, dass sich Cem Özdemir von den Multikulturalisten, die besonders stark auf nationalen und ethnischen Kategorien beharrten, distanziert habe, und zitiert in dem Zusammenhang aus Özdemirs Biografie Ich bin Inländer:

„Ich bin deutscher Staatsbürger türkischer Herkunft. Das Schwäbische ist mir noch näher als das Deutsche, und mit der türkischen Herkunft ist es ebenfalls so einfach nicht. Auch ‚Einwanderer‘ […] trifft den Kern nicht. Ich bin zwar gut zu Fuß, aber ich bin nie eingewandert, sondern hier geboren.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Cem Özdemir, 1997<ref>zitiert in: Annette Treibel: Migration in modernen Gesellschaften, Juventa, 2003, ISBN 978-3-7799-0399-4, S. 67.</ref>

Am 2. Juni 2008 kündigte Özdemir seine Kandidatur für den Bundesvorsitz seiner Partei als Nachfolger von Reinhard Bütikofer an.<ref>vgl. Özdemir kündigt Kandidatur als Parteichef an. In: Spiegel Online, abgerufen am 2. Juni 2008.</ref> Gegenkandidat Özdemirs für die im November angesetzte Wahl war Volker Ratzmann, Grünen-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus von Berlin,<ref>vgl. Volker Ratzmann kandidiert für Grünen-Vorsitz. In: welt.de, 15. Juni 2008, abgerufen am 15. Juni 2008.</ref> der jedoch nach eigenen Angaben aus privaten Gründen seine Kandidatur am 4. September 2008 aufgab.

Vor der Wahl zum Bundesvorsitzenden bewarb sich Özdemir auf dem Landesparteitag der Grünen Baden-Württemberg um einen sicheren Listenplatz für die Bundestagswahl 2009, scheiterte allerdings in zwei Kampfkandidaturen gegen parteiinterne Gegenkandidaten und verpasste den Einzug in den Bundestag (siehe Abschnitt unten).<ref>Ferda Ataman: Özdemir gescheitert: Grüne demütigen designierten Vorsitzenden. In: Der Spiegel. 12. Oktober 2008, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. April 2026]).</ref><ref>Wahlergebnis Bundestagswahl 2009 Erststimmen. Landeshauptstadt Stuttgart, Statistisches Amt, abgerufen am 16. April 2018.</ref> Trotz der Niederlage bei der Vergabe der Listenplätze für die Bundestagswahl hielt Özdemir an seiner Kandidatur für den Parteivorsitz fest.<ref>Trotz Demütigung: Özdemir kandidiert für Grünen-Vorsitz. In: Der Spiegel. 13. Oktober 2008, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. April 2026]).</ref> Am 15. November 2008 wurde Özdemir mit 79,2 Prozent der Delegiertenstimmen als einer von zwei Bundesvorsitzenden der Partei gewählt<ref>Özdemir und Roth neue Doppelspitze der Grünen. In: Die Welt, 15. November 2008.</ref> (Mitvorsitzende Claudia Roth). 2010 wurde Özdemir mit 88,5 Prozent in diesem Amt bestätigt, 2012 mit 83,29 Prozent<ref>Roth und Özdemir bleiben Parteivorsitzende. In: Der Tagesspiegel, 17. November 2012. Abgerufen am 18. November 2012.</ref> und 2013 mit 71,4 Prozent.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Parteigremien neu gewählt. (Memento vom 16. Februar 2015 im Internet Archive) In: gruene.de, 19. Oktober 2013. Abgerufen am 20. Oktober 2013.</ref>

Anfang Januar 2018 teilte Özdemir mit, nicht erneut für den Parteivorsitz zu kandidieren und auch nicht für den Vorsitz der Bundestagsfraktion.<ref>Rainer Hank: Grünen-Chef Özdemir kandidiert nicht für Fraktionsvorsitz. In: FAZ.net, 6. Januar 2018, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref>

Abgeordnetentätigkeit

Bundestag (1994 bis 2002)

Datei:2019-04-11 Cem Özdemir MdB by Olaf Kosinsky-8048.jpg
Cem Özdemir im Deutschen Bundestag (2019)

Bei der Bundestagswahl 1994 sowie erneut bei der Bundestagswahl 1998 wurde Özdemir über die Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag gewählt. 1994 wollte er ursprünglich zusätzlich im Bundestagswahlkreis Tübingen kandidieren, unterlag jedoch bei der innerparteilichen Abstimmung um die Wahlkreiskandidatur Walter Schwenninger.<ref>Tübinger Grüne: Wie Özdemir in Tübingen scheiterte. In: swp.de. 13. März 2026, abgerufen am 16. März 2026.</ref> Als Mitglied des Deutschen Bundestages war Özdemir ab 1998 innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Dieses Amt legte er am 26. Juli 2002 nieder, nachdem die Annahme eines Privatkredites über 80.000 DM vom PR-Berater Moritz Hunzinger im Jahr 1999 und die private Verwendung dienstlich erworbener Bonus-Meilen bekannt geworden waren. Özdemir bedauerte die Annahme des Kredits, der der Begleichung einer Steuerschuld gedient hatte, öffentlich und zahlte den Betrag umgehend zurück. Da der damalige Zinssatz von 5,5 Prozent unter den üblichen Marktkonditionen lag, spendete er die Differenz von 5200 Euro an ein Zentrum für Folteropfer.<ref>Der Skandal um die PR-Honorare. In: Manager-Magazin, 22. Juli 2002.</ref><ref>Marvin Oppong (Hrsg.): Migranten in der deutschen Politik, VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011, ISBN 978-3-531-17057-2, S. 68.</ref><ref>Özdemirs Miles-and-Moritz-Affäre In: Der Spiegel, 26. Juni 2002.</ref> Özdemir trat in der Folge als innenpolitischer Sprecher seiner Bundestagsfraktion zurück und erklärte den Verzicht auf ein Mandat im nächsten Bundestag. Die Kandidatur für die Bundestagswahl 2002 konnte er wegen einer bereits erteilten Zustimmung nicht mehr zurückziehen, nach seiner Wiederwahl nahm er das Bundestagsmandat jedoch nicht an.

Europäisches Parlament (2004 bis 2009)

Bei der Europawahl 2004 wurde Özdemir in das Europäische Parlament gewählt. Als Mitglied des Europäischen Parlaments gehörte er der Fraktion Die Grünen/EFA an. Er war Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Zudem war er stellvertretender Vorsitzender des nichtständigen Ausschusses zur behaupteten Nutzung europäischer Staaten durch die CIA für die Beförderung und das rechtswidrige Festhalten von Gefangenen (CIA-Ausschuss)<ref name="gayweb" /> sowie Mitglied der hochrangigen Kontaktgruppe Nordzypern, der interparlamentarischen Delegation EU-Türkei und der Anti-Racism and Diversity Intergroup.<ref name="gayweb" /> Als Europaabgeordneter setzte er sich unter anderem für den Eintritt der Türkei in die EU ein.<ref>EU-Beitritt der Türkei – Grünen-Chef Cem Özdemir: „CSU unsäglich“. In: abendblatt.de.</ref>

Als Europaabgeordneter übernahm Özdemir 2007 die Schirmherrschaft über den Christopher Street Day Stuttgart.<ref name="gayweb" />

Zur Europawahl 2009 trat Özdemir nicht wieder an.

Erfolglose Kandidatur für den Bundestag (2009)

Für die Bundestagswahl 2009 bewarb sich Özdemir auf dem Landesparteitag der Grünen Baden-Württemberg um einen sicheren Listenplatz. Er unterlag dabei jedoch in zwei Kampfkandidaturen seinen parteiinternen Gegenkandidaten.<ref>Ferda Ataman: Özdemir gescheitert: Grüne demütigen designierten Vorsitzenden. In: Spiegel Online, 12. Oktober 2008.</ref> Ohne sicheren Listenplatz gelang ihm der Einzug in den 17. Deutschen Bundestag nicht: Bei seiner Bewerbung um ein Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart I holte er 29,9 % der Erststimmen und verlor gegen den Gegenkandidaten Stefan Kaufmann (CDU), der 34,4 % erreichte.<ref>Wahlergebnis Bundestagswahl 2009 Erststimmen. Landeshauptstadt Stuttgart, Statistisches Amt, abgerufen am 16. April 2018.</ref> Trotz der Niederlage bei der Vergabe der Listenplätze für die Bundestagswahl hielt Özdemir an seiner parallel erklärten Kandidatur für den Parteivorsitz fest (siehe obiger Abschnitt).<ref>Trotz Demütigung: Özdemir kandidiert für Grünen-Vorsitz. In: Spiegel Online, 13. Oktober 2008.</ref>

Bundestag (2013–2025) und Spitzenkandidatur (2017)

Datei:Cem Özdemir Wahlkampfhöhepunkt 2017.jpg
Cem Özdemir auf dem Schlossplatz in Stuttgart beim Wahlkampfhöhepunkt zur Bundestagswahl 2017

Auf der Landesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen am 1. Dezember 2012 wurde Cem Özdemir auf den zweiten Platz der Landesliste Baden-Württemberg für die Bundestagswahl 2013 gewählt. Özdemir trat außerdem zum zweiten Mal im Bundestagswahlkreis Stuttgart I zur Wahl für das Direktmandat an; er zog über die Landesliste ins Parlament ein.

2017 wurde Özdemir von der grünen Parteibasis gemeinsam mit Katrin Göring-Eckardt zum Spitzenkandidatenduo für die Bundestagswahl 2017 gewählt. Wie bei der vorherigen Bundestagswahl trat er erneut im Wahlkreis Stuttgart I an.<ref>Zwei starke Kandidat*innen für eine Regierungsbeteiligung in Berlin. (gruene-stuttgart.de [abgerufen am 8. März 2017]).</ref> Auf der Landesliste der Grünen Baden-Württemberg stand er auf dem 2. Platz.<ref>Landesliste für den Bundestag. In: gruene-bw.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. September 2017; abgerufen am 3. Juni 2017.</ref> Über die Landesliste zog er in den 19. Deutschen Bundestag ein.<ref>Deutscher Bundestag – Cem Özdemir. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 18. Februar 2018]).</ref>

Nach Scheitern der Verhandlungen zur Bildung einer Jamaika-Koalition, in der Özdemir als potenzieller Außenminister gehandelt wurde, zog sich Özdemir Ende 2017 vorerst aus der ersten Reihe der Spitzenpolitik zurück. 2018 übernahm er den Vorsitz des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur.<ref>Deutscher Bundestag – Cem Özdemir leitet den Verkehrsausschuss. Abgerufen am 27. November 2021.</ref>

Erfolglose Kandidatur für den Fraktionsvorsitz (2019)

Im Herbst 2019 erklärte Özdemir, bei der Neuwahl des Fraktionsvorstands zusammen mit der Bremer Bundestagsabgeordneten Kirsten Kappert-Gonther für das Amt des Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion zu kandidieren und damit die bisherigen Vorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter ablösen zu wollen. Er sei überzeugt, dass ein fairer Wettbewerb der Fraktion nach außen wie nach innen gut tue und notwendig sei, um die Grünen als Fraktion bis zur nächsten Bundestagswahl mit neuem Schwung als glaubwürdigen Gegenpol der Regierung zu positionieren, begründete Özdemir zusammen mit Kappert-Gonther die Kampfkandidatur. Eine Spitzenkandidatur für den nächsten Wahlkampf im Bund strebte das Duo nach eigenen Angaben jedoch nicht an.<ref>Süddeutsche Zeitung: Grüne im Bundestag – Özdemir will Fraktionschef werden, abgerufen am 7. September 2019.</ref><ref>Spiegel Online: Machtkampf bei den Grünen – Cem Özdemir will Fraktionschef werden, abgerufen am 7. September 2019.</ref> Bei der Wahl am 24. September 2019 unterlag Özdemir dem bisherigen Fraktionsvorsitzenden Hofreiter, der mit 58,21 Prozent der Stimmen von den Grünen-Abgeordneten in seinem Amt bestätigt wurde. Auch seine Mitstreiterin Kappert-Gonther konnte sich nicht gegen die Amtsinhaberin Göring-Eckardt durchsetzen, die mit 61,2 Prozent ebenfalls im Amt bestätigt wurde.<ref>Fraktionsvorsitz bei den Grünen – Özdemir scheitert, bisheriges Team bleibt, tagesschau.de, abgerufen am 24. September 2019.</ref>

Bundestagswahl 2021

Bei der Bundestagswahl 2021 gewann Özdemir erstmals das Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart I mit 40,0 % der Erststimmen, vor Stefan Kaufmann (CDU), auf den 23,4 % der Erststimmen entfielen.<ref>Bundestagswahl in Stuttgart: Direktmandate gehen an die Grünen und die CDU. In: stuttgart.de. 26. September 2021, abgerufen am 29. September 2021.</ref> Damit hatte Özdemir den größten Erststimmenanteil in Baden-Württemberg und erzielte auch das beste Erststimmenergebnis der Grünen.<ref>Direktkandidat Cem Özdemir ist Stimmenkönig im Südwesten. In: Zeit Online. Abgerufen am 14. März 2022.</ref>

Bundesminister für Landwirtschaft und Bundesminister für Bildung und Forschung

Cem Özdemir spricht mit zwei Mikrofonen in der linken Hand. In der rechten Hand hält er einen Porree und einen Notizzettel. Im Hintergrund sind einige Personen und ein Plakat an einem Traktor zu sehen.
Cem Özdemir als Landwirtschaftsminister spricht bei einer Protestaktion von „Wir haben es satt!“ (2022).
Datei:Cem Özdemir speaking at Wir haben es satt protest at GFFA in Berlin 2023-01-21 14.jpg
Cem Özdemir als Landwirtschaftsminister spricht bei einer Protestaktion von „Wir haben es satt!“ (2023).

Nach Auseinandersetzungen im Parteirat setzte der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Özdemir gegen den Mitbewerber Anton Hofreiter für die Position des Landwirtschaftsministers der Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP der 20. Legislaturperiode durch.<ref>faz.net / Helene Bubrowski: Für den Marktplatz geboren.</ref><ref>Sabine am Orde: Grüne und Ministerämter: Die Linken sind sauer. In: Die Tageszeitung: taz. 26. November 2021, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 29. November 2021]).</ref> Das Kabinett Scholz wurde mit Özdemir als Landwirtschaftsminister am 8. Dezember 2021 ernannt. Özdemir war der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund.<ref>Ampelregierung: Das sind die Ministerinnen und Minister im Kabinett von Olaf Scholz. In: Der Spiegel. 6. Dezember 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 6. Dezember 2021]).</ref>

Zur Ernennung zum Landwirtschaftsminister durch den Bundespräsidenten radelte Cem Özdemir im Dezember 2021 medienwirksam mit dem Pedelec.<ref>Traffic Cem. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Dezember 2021, abgerufen am 18. Dezember 2021.</ref> In seiner Zeit als Landwirtschaftsminister setzte er sich für eine bessere Tierhaltung und weniger Pestizide ein.<ref>Oda Lambrecht: Agrarminister Özdemir: Welche Ziele konnte er bisher erreichen? Abgerufen am 12. März 2026.</ref> Die Abschaffung der Vergünstigung für Agrardiesel nahm das Kabinett nach umfangreichen Bauernprotesten zurück.<ref>Regierung nimmt einige Agrar-Kürzungen zurück. In: tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk, abgerufen am 6. Januar 2024.</ref>

Am 7. November 2024 übernahm Özdemir im Zuge des Bruchs der Ampelkoalition zunächst kommissarisch das Amt des Bundesministers für Bildung und Forschung. Am 25. November 2024 wurde er offiziell von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannt.<ref>Ernennung von Cem Özdemir zum Bundesminister für Bildung und Forschung. In: bundespraesident.de. Abgerufen am 25. November 2024.</ref> Sein Amt als Landwirtschaftsminister behielt er.<ref>Das ist die neue Bundesregierung nach dem Austritt der FDP. In: tagesschau.de. 7. November 2024, abgerufen am 7. November 2024.</ref> Mit dem Amtsantritt des Kabinetts Merz am 7. Mai 2025 schied er aus seinen Ministerämtern aus.

Kandidatur als Ministerpräsident von Baden-Württemberg

Am 25. Oktober 2024 verkündete Özdemir, bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 als Spitzenkandidat der Grünen antreten und als Nachfolger von Winfried Kretschmann der nächste Ministerpräsident des Landes werden zu wollen,<ref>tagesschau.de: Özdemir will Spitzenkandidat bei Landtagswahl in Baden-Württemberg werden. In: tagesschau.de. 25. Oktober 2024, abgerufen am 25. Oktober 2024.</ref> obwohl seine Partei Bündnis 90/Die Grünen zu diesem Zeitpunkt in Umfragen 11–14 Prozentpunkte hinter der CDU lag. Bei der Bundestagswahl 2025 verzichtete er daher auf eine erneute Kandidatur.<ref>mdr.de: Diese Politiker sind nicht mehr im Bundestag vertreten | MDR.DE. Abgerufen am 12. Mai 2025.</ref> Am 24. Mai 2025 wurde er vom Landesparteitag mit 97 Prozent der Stimmen zum Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt gewählt. Er kandidierte auf Platz 2 der Landesliste, da laut Parteiregularien der Grünen immer eine Frau den ersten Listenplatz besetzen muss (in diesem Fall Thekla Walker).<ref>Christine Keck: Özdemir setzt auf ein grünes Wunder. In: Der Spiegel. 24. Mai 2025, abgerufen am 24. Mai 2025.</ref> Außerdem kandidierte Özdemir als Direktkandidat im Landtagswahlkreis Stuttgart II. Bis zur Wahl am 8. März 2026 holten Özdemir und seine Partei den großen Rückstand auf und gewannen die Wahl schließlich knapp. Landesweit lag er mit den Grünen am Ende des Wahlabends um über 27.000 Zweitstimmen sowie entsprechende 0,5 Prozentpunkte vor der CDU. Özdemir selbst erzielte bei dieser Wahl mit seinen persönlichen Erststimmen im Landtagswahlkreis Stuttgart II (47,9 Prozent) das beste Ergebnis aller Politiker Baden-Württembergs.

Sonstiges Engagement

1995 übernahm Özdemir mit Ignatz Bubis die Schirmherrschaft für das Projekt Schule ohne Rassismus.<ref>25 Jahre Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, online, abgerufen am 20. Februar 2025.</ref> Im Jahre 2001 absolvierte Özdemir das sogenannte Young Leader-Programm des mit dem deutsch-amerikanischen Netzwerk Atlantik-Brücke affiliierten American Council on Germany.<ref>American Council On Germany. Abgerufen am 27. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2002 wirkte er an der Theaterproduktion Tötet Möllemann! des Regisseurs Christoph Schlingensief im Theater Duisburg mit. Schlingensief spielte darin auf die antisemitischen Äußerungen des FDP-Politikers Jürgen Möllemann an. Schlingensief rief in der Produktion mehrfach den Satz „Tötet Jürgen Möllemann!“. Özdemir hatte die Aufgabe, in einem fiktiven „Polit-Quiz“ Fragen an das Publikum zu stellen.<ref>ad: Özdemir spielt in Skandalstück "Tötet Möllemann!" mit. In: Die Welt. 24. Juni 2002 (welt.de [abgerufen am 11. Februar 2020]).</ref> Möllemann warf Özdemir daraufhin vor, Schlingensiefs Entgleisungen „völlig ohne jedes demokratische und menschliche Gewissen“ hingenommen zu haben.<ref>unterm strich. In: Die Tageszeitung: taz. 26. Juni 2002, ISSN 0931-9085, S. 16 (taz.de [abgerufen am 11. Februar 2020]).</ref> Özdemir distanzierte sich in einer Erklärung von Schlingensiefs Äußerungen während des Abends. In einer Bundestagsdebatte entschuldigte er sich, bekräftigte jedoch, dass er Möllemann es nicht gestatten wolle, eine Opferrolle einzunehmen.<ref>Verhandlungen des Deutschen Bundestages. 14. Wahlperiode, Stenographische Berichte, Band 213 Plenarprotokolle 14/244 -14/253, 245. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 27. Juni 2002, S. 24763.</ref>

Nach dem Rücktritt als innenpolitischer Sprecher seiner Bundestagsfraktion und seinem Rückzug als Bundestagsabgeordneter zog sich Özdemir eine Zeitlang aus der deutschen Öffentlichkeit zurück. 2003 trat er einen Auslandsaufenthalt in den USA als Transatlantic Fellow des German Marshall Fund of the United States an.<ref name="gmf">German Mashall Funds of the United States: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Annual Report 2003 (Memento vom 17. November 2012 im Internet Archive) (PDF). Seite 16, rechte Spalte.</ref> In dieser Zeit hielt er neben anderen Vorträgen Brownbag-Lesungen an der University of Wisconsin zur Rolle der Türkei in Europa.<ref name="brownbaglectures">University of Wisconsin: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Center for European Studies Spring 2003 Events (Memento vom 20. August 2008 im Internet Archive)</ref>

Özdemir war kurzzeitig Mitglied der Atlantik-Brücke, trat aber wegen des Vorsitzenden Friedrich Merz aus und sprach in dem Kontext von „CDU-nahen Machenschaften“; er ist Mitglied des Beirats der Atlantischen Initiative.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitglieder & Beirat » atlantische-initiative.org (Memento vom 9. November 2014 im Internet Archive)</ref> 2007 war er an der Gründung der europäischen Denkfabrik European Council on Foreign Relations beteiligt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Übersicht über die Mitglieder auf der ECFR-Website (Memento vom 16. November 2006 im Internet Archive)</ref>

Er ist offizieller Unterstützer des Bündnisses Freiheit statt Angst für Datenschutz und gegen staatliche Überwachung.<ref>Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! - Unterstützer - Einzelpersonen. Abgerufen am 27. November 2021.</ref> Außerdem ist er Gründungskurator der Amadeu Antonio Stiftung.<ref>Unterstützer*innen der Amadeu Antonio Stiftung, abgerufen am 13. Februar 2024.</ref>

Seit September 2018 ist Özdemir Mitglied im Vereinsbeirat des FC PlayFair!, einem Verein, der sich vereinsübergreifend für die Fan- und Vereinsinteressen im Fußball einsetzt.<ref>Prominente Neuzugänge beim FC PlayFair! Cem Özdemir, Markus Hörwick und Urs Meier als Beiräte an Bord. In: Presseportal.de. 18. Oktober 2018, abgerufen am 1. Juli 2020.</ref>

2018 war er Mitbegründer der Initiative säkularer Islam.<ref>Initiative Säkularer Islam. In: ffgi.net. Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam, abgerufen am 6. August 2023.</ref>

Im Dezember 2021 wurde Özdemir zum stellvertretenden Vorstand von Gegen Vergessen – Für Demokratie gewählt.<ref>Vereinsspitze in einer Nachwahl erweitert. In: Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. Abgerufen am 15. Dezember 2021.</ref>

Trivia

In den Videoclips zu den Songs Scheiß Wessis bzw. Scheiß Ossis der deutschen Punk-Rock-Band Die Toten Hosen und dem deutschen Rapper Marteria, die am 25. März 2022 im Internet ihre Premiere feierten, spielt Cem Özdemir eine Gastrolle als Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe in der Turnhalle einer Nervenklinik.<ref>Die Toten Hosen – 'Scheiss Wessis'-Video veröffentlicht von Alexandra Michels in den News auf www.rockhard.de (Rock Hard), 25. März 2022.</ref>

Politische Positionen

Landwirtschaft und Ernährung

Özdemir setzt sich für eine Verschärfung der Pestizidverordnung auf der EU-Ebene ein und setzt sich hier für europäische Mehrheitsbildungen in Brüssel ein.<ref>Patrick Pehl: Pflanzenschutz: Özdemir will Planänderung bei Pestiziden. In: agrarzeitung. Deutscher Fachverlag, abgerufen am 3. Oktober 2023.</ref> Er setzt sich für ökologische Landwirtschaft ein und bringt politisch eine andere Tierhaltung in Deutschland auf die Tagesordnung.<ref>Agrar-Budget: Ambitionierter Haushaltsentwurf. Abgerufen am 3. Oktober 2023.</ref><ref>Patrick Pehl: agrarzeitung. Nr. 36. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 8. September 2023, S. 3–4.</ref><ref>Patrick Pehl: AMK setzt auf Öko und Digitales. (ePaper) ePaper. In: agrarzeitung. Deutscher Fachverlag, 29. September 2023, S. 4, abgerufen am 3. Oktober 2023.</ref> Als Bundeslandwirtschaftsminister hat Özdemir mit dem Förderprogramm „Umbau der Tierhaltung“ eine Milliarde Euro für Schweinehalter für einen tiergerechten Stallumbau mobilisiert.<ref>Eine Milliarde Euro vom Bund: Mehr Tierwohl für Schweine. 29. Februar 2024, abgerufen am 7. Februar 2026.</ref> Als Ernährungsminister stellte Özdemir im Februar 2023 Pläne für eine strengere Regulierung von an Kinder gerichteter Werbung vor, mit einem Fokus auf Lebensmittel mit einem zu hohen Zucker- und Salzgehalt.<ref>Hans-Jürgen Deglow: Özdemir plant massive Werbebeschränkungen für Süßes und Salziges. In: Lebensmittel Zeitung. Deutscher Fachverlag, abgerufen am 7. März 2026.</ref> In der Ampel-Regierung scheiterte der Gesetzentwurf des Ministeriums wegen starken Widerstands der FDP.<ref>Hans-Jürgen Deglow: FDP wendet sich im Bundestag gegen Werbeverbote. In: Lebensmittel Zeitung. Deutscher Fachverlag, abgerufen am 7. März 2026.</ref>

Innere Sicherheit und Migrationspolitik

Angesichts der mutmaßlichen Verwicklungen des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) und der untergeordneten Landesbehörden in die rechtsterroristische Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) äußerte sich Özdemir im April 2013 kritisch zu den Strukturen der Verfassungsschutzbehörden: „Am Ende brauchen wir eine neue Sicherheitsarchitektur, denn mit diesem Verfassungsschutz ist die Verfassung nicht zu schützen. Die dortigen Beamten sind bestenfalls überfordert, schlimmstenfalls haben sie selbst Ansichten, die es unmöglich machen, Rechtsradikalismus wirksam zu bekämpfen. Im Prinzip brauchen wir eine institutionelle Neugründung mit neuem Personal.“<ref>Schlagzeile Özdemir will Reform des Verfassungsschutzes. In: Reutlinger Generalanzeiger, 13. April 2013; Wiedergabe des ganzen Interviews <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Manche wollen auch missverstehen“. (Memento vom 11. April 2014 im Internet Archive) Website von Cem Özdemir, abgerufen am 11. Juni 2013.</ref>

Im September 2024 erklärte Özdemir in einem Gastbeitrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass seine Tochter in Berlin ständig mit sexuellen Belästigungen durch Migranten konfrontiert sei. Diese Erfahrungen nähmen ihn als Vater und Politiker gleichermaßen mit und veranlassten ihn, eine dringende Reform der Migrationspolitik zu fordern. Er kritisierte, die deutsche Asylpraxis habe sich im vergangenen Jahrzehnt „immer mehr zu einem Recht des Stärkeren entwickelt. Es kommen eben gerade nicht nur die Verletzlichsten und Schutzbedürftigsten aus den Krisengebieten der Welt, sondern in ganz überwiegender Zahl die Stärkeren, das heißt junge Männer.“ Özdemir plädiert für eine klare Trennung zwischen Asyl und Arbeitsmigration, eine bessere Integration durch Sprache und Arbeit, strengere Regelungen für Straftäter und eine Überarbeitung der Abschieberegeln, die er als „absurd“ kritisiert. In diesem Zusammenhang forderte er: „Wir müssen wissen, wer im Land ist. Wir müssen dafür sorgen, dass nur die im Land sind, die hier sein dürfen.“<ref>Cem Özdemir: Cem Özdemir: Was wir Migranten geben wollen und was wir fordern müssen. In: faz.net. FAZ, 26. September 2024, abgerufen am 28. September 2024.</ref><ref>Özdemir fordert Kehrtwende bei Migration. Abgerufen am 25. Oktober 2024.</ref>

Im Zusammenhang mit der Einführung der umstrittenen Analysesoftware „Palantir“ kündigte Özdemir eine Initiative an, um mit baden-württembergischen Unternehmen eine europäische, alternative Ermittlungssoftware zu entwickeln.<ref>Dietmar Neuerer, Julian Olk: Software: Özdemir will Einsatz von Palantir-Software stoppen. 12. Dezember 2025, abgerufen am 7. Februar 2026.</ref>

Die von Merz ausgelöste „Stadtbild-Debatte“ kritisierte Özdemir als zu „holzschnittartig“.<ref name=":1">Özdemir hält Stadtbild-Debatte für "holzschnittartig". 6. November 2025, abgerufen am 7. Februar 2026.</ref> Er warnte davor, Menschen mit Migrationshintergrund pauschal für städtische Probleme verantwortlich zu machen. Zugleich räumte er ein, dass es in bestimmten migrantisch geprägten Milieus strukturelle Herausforderungen wie patriarchale oder frauenfeindliche Muster gebe. Er forderte deshalb parteiübergreifend mehr Einsatz für Sicherheit im öffentlichen Raum, um Kriminalität und Missbrauch klar entgegenzutreten.<ref name=":1" />

Bildungspolitik

Im Rahmen der Diskussionen über Verbesserungen in der Bildungspolitik schlug Özdemir 2010 vor, neben dem Erlernen der deutschen Sprache auch Türkischunterricht in deutschen Schulen einzuführen, und begründete dies damit, dass Kinder mit Migrationshintergrund „ihre Mehrsprachigkeit entfalten sollten“, betonte aber, dass die deutsche Sprache für Kinder, die in Deutschland leben und aufwachsen, „immer die wichtigste Sprache“ sein müsse.<ref>Die Grünen: Cem Özdemir für Türkisch-Unterricht an Schulen. In: t-online.de</ref> Seit den 2000er Jahren verwendete er das vom türkischstämmigen Kabarettisten Muhsin Omurca geprägte Wort „Biodeutsche“ als scherzhafte Bezeichnung für deutsche Staatsangehörige ohne Migrationshintergrund und trug so zur Verbreitung des Worts maßgeblich bei.<ref>Türkisch für Fortgeschrittene. Abgerufen am 18. April 2020.</ref><ref>Unwort des Jahres 2025, ZEIT online. Abgerufen am 14. Januar 2025.</ref>

Er lehnt eine Beteiligung der Ditib an der Gestaltung deutschen Schulunterrichtes klar ab, da diese durch die türkische Regierung kontrolliert werde.<ref>„Land gibt Erdogan Zugang zu Schulen“. In: Rheinische Post. 23. Mai 2021, abgerufen am 3. Juni 2021.</ref>

Im August 2025 forderte Özdemir ein Verbot der Nutzung sozialer Medien wie TikTok oder Instagram für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Er begründet dies damit, dass junge Menschen schrittweise und begleitet an digitale Medien herangeführt werden müssten, da viele mit der Dynamik und den Risiken sozialer Plattformen überfordert seien. Aus seiner Sicht sollte der Zugang zu sozialen Medien erst ab 16 erlaubt sein, um eine ausreichende Medienkompetenz zu gewährleisten und Jugendliche besser vor schädlichen Inhalten sowie problematischen Kommunikationsformen zu schützen.<ref>S. W. R. Aktuell: TikTok und Co für Kinder und Jugendliche verbieten? Spitzenpolitiker der Grünen sagt Ja. 12. August 2025, abgerufen am 7. Februar 2026.</ref>

Finanz- und Steuerpolitik

Cem Özdemir sprach sich 2011 für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 49 Prozent aus. Er hielt dies für zumutbar.<ref>Özdemir: Spitzensteuersatz von 49 Prozent zumutbar. In: merkur-online, 25. November 2011.</ref> Er ist auch ein Befürworter von Eurobonds.<ref>Grünen-Chef Cem Özdemir: „Jeder weiß, dass Euro-Bonds kommen werden“. In: WiWo, 22. August 2011.</ref>

Wirtschafts- und Sozialpolitik

Özdemir sieht die Aufgabe der Sozialpolitik vor allem darin, Arbeitssuchende durch Förderung wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren (aktive Arbeitsmarktpolitik). Hierzu soll mehr Geld in Institutionen wie Kindertagesstätten, Schulen oder Jobcenter investiert werden; Auszahlungen in Form von Transferleistungen sollen jedoch begrenzt werden.<ref>Cem Özdemir: Gastbeitrag zur Hartz-IV-Debatte: Die gute Nachricht: Der Mensch ist besser. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 19. Februar 2010, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 27. Januar 2017]).</ref><ref>Streit über Sozialpolitik: Grüne wehren sich gegen Pläne von Parteichef Özdemir. In: Spiegel Online. Abgerufen am 27. Januar 2017.</ref>

Bei der Diskussion um die Zukunft des Automobils setzte sich Özdemir immer für einen gemeinsamen Weg mit der Automobilindustrie ein. 2016 lud er Dieter Zetsche als Gastredner auf den Bundesparteitag der Bündnis 90/Die Grünen 2016 ein unter Verweis darauf, dass der Umstieg auf abgasfreie Fahrzeuge nur gemeinsam mit der Autoindustrie gelingen könne.<ref>Dieter Zetsche: Grüne streiten über Einladung von Daimler-Chef. In: Der Spiegel. 9. Oktober 2016, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 7. Februar 2026]).</ref> Zur Verschiebung des Verbrenner-Aus 2025 zeigte sich Özdemir offen für mehr Flexibilität und forderte, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam Rahmenbedingungen schaffen, die Investitionssicherheit bieten und Arbeitsplätze in der Automobilindustrie sichern.<ref>Severin Weiland: (S+) Verbrenner-Aus: Cem Özdemir offen für mehr Flexibilität. In: Der Spiegel. 8. Oktober 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 7. Februar 2026]).</ref>

Özdemir grenzt sich bewusst von der Parteilinken der Grünen im Bund ab.<ref>„Konzepte aus dem Wolkenkuckucksheim“: Wie sich Cem Özdemir von der Grünen-Spitze abgrenzt. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 7. Februar 2026]).</ref> Gegenüber der Zeit erklärte er, „eine Sensibilität für das Wohlergehen der Wirtschaft ist bei uns Teil der DNA“, und fügte hinzu: „Dies hat vielleicht auch mit meinem baden-württembergischen Hintergrund zu tun.“<ref>Georg Löwisch: Cem Özdemir: Was geht eigentlich mit Cem? In: Die Zeit. 23. November 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. Februar 2026]).</ref>

Infrastrukturpolitik

Gegen das Verkehrsprojekt Stuttgart 21 sprach er sich 2012 mit folgenden Worten aus: „Es macht keinen Sinn für Bahn und Bund, nach dem Vogel-Strauß-Prinzip einfach weiterzuwurschteln“.<ref>dpa: Özdemir will Bahnprojekt stoppen. In: Stuttgarter Zeitung, 28. Dezember 2012.</ref> Nach einem rechtswidrigen Polizeieinsatz im Stuttgarter Schlossgarten äußerte er 2010 über den damaligen Ministerpräsidenten: „Mappus wollte Blut sehen“.<ref>Grünen-Chef Özdemir – „Mappus wollte Blut sehen“. In: Die Welt, 1. Oktober 2010.</ref>

Außenpolitik

Russland

Im September 2004 war Cem Özdemir unter den Unterzeichnern eines von der neokonservativen US-amerikanischen Denkfabrik Project for the New American Century (PNAC) veröffentlichten Offenen Briefes an die Staatsoberhäupter und Regierungschefs von NATO und EU gegen die Politik des russischen Präsidenten.<ref>Project for the New American Century: An Open Letter to the Heads of State and Government Of the European Union and NATO. 28. September 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. September 2004; abgerufen am 21. August 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Juli 2011 trat Özdemir aus dem Vergabe-Komitee des Quadriga-Preises aus, um gegen die geplante (und danach ausgesetzte)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kein Quadriga-Preis – auch nicht für Putin (Memento vom 17. Juli 2011 auf WebCite) In: Tagesschau.de, 16. Juli 2011, abgerufen am 6. August 2011.</ref> Verleihung des Preises an Wladimir Putin zu protestieren.<ref>Özdemir verlässt Quadriga-Kuratorium. – Grünen-Chef Özdemir hat den Verein Werkstatt Deutschland wegen der Quadriga-Verleihung an Regierungschef Putin verlassen. Die Ehrung stößt international auf Kritik. In: Die Zeit.</ref> Im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien und dem dortigen russischen Militäreinsatz forderte er 2016 eine Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland und warf Putin Skrupellosigkeit vor.<ref name=":0">Grünen-Chef Özdemir: Assad und Putin bomben Syrien zurück in die Steinzeit. In: Spiegel Online. Abgerufen am 22. Oktober 2016.</ref> Im Juli 2021 erklärte er, dass viele Menschen in Deutschland ein naives Bild von Wladimir Putin hätten, der „auf Eskalation und Grenzverschiebung“ setze.<ref>n-tv Nachrichten: "Putin setzt auf Eskalation". Abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> Als Landwirtschaftsminister verurteilte er zudem die russischen Angriffe auf die ukrainische Agrarinfrastruktur sowie die Einflussnahme auf die Ernteerträge in den besetzten Gebieten.<ref>dpa: Cem Özdemir wirft Russland „Erpressung und Diebstahl“ vor. 8. Mai 2022, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref>

Türkei, Aleviten und Armenier

Özdemir setzte sich in der Vergangenheit für türkische Kriegsdienstverweigerer und die alevitische Minderheit in der Türkei ein. Dafür wurde er von der türkischen Tageszeitung Hürriyet scharf attackiert. Die Zeitung schrieb u. a.: „Özdemir ist nur noch dem Namen nach einer von uns“.<ref>Katrin Elger, Isabell Hülsen: Kein Tag ohne Flammen. In: Der Spiegel, 7. April 2008.</ref>

Özdemir fordert eine Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern. Er vertritt die These, dass diese auch im türkischen Interesse sei, und regte an, das Thema in Lehrpläne und Schulbücher in Deutschland aufzunehmen. Eine fast 100 Jahre andauernde Geschichtsfälschung sei zu beenden. Die Frage sei auch für die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union von Bedeutung. Özdemirs Forderung wurde 2011 vom Zentralrat der Armenier in Deutschland durch Veröffentlichung seiner Thesen unterstützt.<ref>Zentralrat der Armenier in Deutschland: Anerkennung des Völkermords im türkischen Interesse.</ref>

Im Jahr 2007 rief Özdemir gemeinsam mit anderen türkeistämmigen deutschen Politikern die Regierung der Republik Türkei in einer Petition auf, den Artikel 301, der die Beleidigung des türkischen Staates und der Institutionen und Organe des Staates unter Strafe stellt, ersatzlos aus dem türkischen Strafgesetzbuch zu streichen.<ref>Aufruf: Paragraph 301 im türkischen Strafgesetzbuch streichen! In: Spiegel Online, 7. Februar 2007.</ref><ref>Jörg Lau: Türkischstämmige Abgeordnete protestieren gegen Nationalismus. In: Zeit Online. 8. Februar 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 27. Februar 2015 (Erschienen im Blog des Autors).</ref>

Im Juni 2013 kritisierte er gemeinsam mit Claudia Roth, Memet Kılıç und anderen grünen Politikern in einem offenen Brief an den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan dessen Vorgehen gegen die Proteste in der Türkei auf dem Taksim-Platz. Er forderte Erdoğan auf, das gewaltsame Vorgehen der Polizei sofort beenden zu lassen und Demonstrationsrecht und Meinungsfreiheit in der Türkei zuzulassen.<ref>https://www.facebook.com/Cem/posts/10151514632002881/</ref> Am Bosporus machte er sich dann selbst ein Bild von der Lage.<ref>Knut Krohn: „Das ist wirklich etwas Neues“. In: Stuttgarter Zeitung, 11. Juni 2013.</ref> Mit Hans-Christian Ströbele demonstrierte er dann in Berlin-Kreuzberg gegen Erdoğans Politik.<ref>Der Aufstand erreicht Berlin. In: taz, 3. Juni 2013.</ref>

In einer Rede im Mai 2014 in Köln bezeichnete Erdoğan ihn als „angeblichen Türken“. Daraufhin wurde der türkische Botschafter in Berlin ins Auswärtige Amt bestellt.<ref>Türkei: Berlin bestellt Botschafter wegen Erdoğans Kritik an Özdemir ein. In: Zeit Online. 30. Mai 2014, abgerufen am 27. Februar 2015.</ref>

Belarus

Am 16. Dezember 2020 übernahm er die Patenschaft für Kazjaryna Baryssewitsch, belarussische politische Gefangene.<ref name="Libereco">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig 100 Paten für politische Gefangene in Belarus: Cem Özdemir wird Pate der Journalistin Katsiaryna Barysevich.] Libereco – Partnership for Human Rights, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. Februar 2021.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Am 31. Mai 2021 übernahm er die Patenschaft für Raman Pratassewitsch, belarussischer politischer Gefangener.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Cem Özdemir is committed to the release of Raman Pratasevich.] Libereco – Partnership for Human Rights, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 31. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Один из лидеров “зеленых” Германии взял шефство над Романом Протасевичем.] Deutsche Welle, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 1. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Verteidigungspolitik

Özdemir befürwortet den Aufbau einer gesamteuropäischen Armee.<ref>Stefan Braun: Verteidigungspolitik: Grüne werben für europäische Armee. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 22. Oktober 2016.</ref>

In einem Interview mit Spiegel Online im Oktober 2016 kritisierte er die Enthaltung Deutschlands bei dem Internationalen Militäreinsatz in Libyen 2011 und forderte den Westen zum Eingreifen in den Syrienkonflikt auf.<ref name=":0" />

Im Juni 2019 nahmen Cem Özdemir und Tobias Lindner an der Dienstlichen Veranstaltung zur Information für zivile Führungskräfte der Bundeswehr am Ausbildungszentrum Munster teil und trugen für eine Woche den Dienstgrad Oberleutnant.<ref>Johann R. Fritsch: „Tolles Programm, sehr positive Eindrücke“ – Die Abgeordneten Lindner und Özdemir üben in Munster. In: DeutschesHeer.de. 19. Juni 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Juni 2019; abgerufen am 22. Juni 2019.</ref><ref>Ulrich Schulte, Tobias Schulze: Grüne und Bundeswehr: „Herr Oberleutnant? Özdemir reicht“. Ex-Parteichef Cem Özdemir hat ein Praktikum bei der Bundeswehr absolviert. Ein Gespräch über Bürger in Uniform und Krieg als Mittel der Politik. In: taz.de. 20. Juni 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Juni 2019; abgerufen am 22. Juni 2019.</ref> Anfang April 2023 nahm Özdemir an einer viertägigen Wehrübung bei der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in Hannover teil.<ref>Oberleutnant für vier Tage: Cem Özdemir nimmt an Wehrübung teil. In: Merkur.de. 5. April 2023, abgerufen am 6. April 2023.</ref>

Drogenpolitik

Im August 2014 veröffentlichte Özdemir für die Ice Bucket Challenge ein Video auf YouTube, in dem neben ihm auf einem Balkon eine Hanfpflanze zu sehen ist. Özdemir widersprach der Vermutung, dass die Pflanze versehentlich ins Bild geraten sei, es handele sich vielmehr um ein „sanftes, politisches Statement“. Zugleich bekräftigte Özdemir die Forderung seiner Partei, Cannabis zu legalisieren.<ref>Oliver Das Gupta: Kaltes Wasser, grüner Hanf. In: sueddeutsche.de, 27. August 2014, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref> Die Berliner Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz auf, die Anfang Februar 2015 wegen geringer Schuld eingestellt wurden.<ref>Hanfbesitz bleibt für Özdemir straffrei. In: Zeit Online. Abgerufen am 22. November 2015.</ref>

Im Dezember 2021, zu Beginn seiner Amtszeit als Bundeslandwirtschaftsminister, kündigte er den großflächigen Anbau von Hanf in der deutschen Landwirtschaft an, sobald die vom Kabinett Scholz vereinbarte Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken umgesetzt sei. Er plädierte für einen staatlich lizenzierten Markt mit zugelassenen Läden, die nur Personen ab 18 betreten dürften.<ref>Cannabis-Legalisierung : Landwirtschaftsminister kündigt großflächigen Hanfanbau an. In: Zeit Online. 26. Dezember 2021, abgerufen am 30. Dezember 2021.</ref>

Audio

Veröffentlichungen

Monografien

  • Ich bin Inländer. dtv, München 1997, ISBN 3-423-24109-8. (aufgezeichnet von Hans Engels; aktualisierte Neuausgabe 1999)
  • Currywurst und Döner. Integration in Deutschland. Lübbe, Bergisch Gladbach 1999, ISBN 3-7857-0946-3. (in Zusammenarbeit mit Bernd Knopf und Jürgen Gottschlich)
  • Deutsch oder nicht sein? Integration in der Bundesrepublik Deutschland. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2000, ISBN 3-404-60482-2.
  • Die Türkei – Politik, Religion, Kultur. Beltz, Weinheim 2008, ISBN 978-3-407-75343-4.

Herausgeberschaften

  • Abenteuer Vorlesen. Ein Wegweiser für Initiativen. Ed. Körber-Stiftung, Hamburg 2002, ISBN 3-89684-036-3.
  • Mitten in Deutschland. Deutsch-türkische Erfolgsgeschichten. Herder, Freiburg [u. a.] 2011, ISBN 978-3-451-30469-9. (mit Wolfgang Schuster)

Beiträge in Sammelbänden

  • Die Armee gehört in die Kaserne. Über das Verhältnis von Militär und Politik in der Türkei. In: Lydia Haustein, Joachim Sartorius, Christoph Bertrams (Hrsg.): Modell Türkei? Ein Land im Spannungsfeld zwischen Religion, Militär und Demokratie. Wallstein Verlag, 2006, ISBN 978-3-8353-0067-5, S. 73 ff.
  • Griechenland und Türkei. Können Falken Tauben werden? In: Apostolos Katsikaris (Hrsg.): Türkei – Europa. Magnus-Verlag, Essen 2006, ISBN 3-88400-506-5, S. 58 ff.

Ehrungen und Auszeichnungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

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Wilhelm Niklas (CSU, 1949–1953) | Heinrich Lübke (CDU, 1953–1959) | Werner Schwarz (CDU, 1959–1965) | Hermann Höcherl (CSU, 1965–1969) | Josef Ertl (FDP, 1969–1982) | Björn Engholm (SPD, 1982) | Josef Ertl (FDP, 1982–1983) | Ignaz Kiechle (CSU, 1983–1993) | Jochen Borchert (CDU, 1993–1998) | Karl-Heinz Funke (SPD, 1998–2001) | Renate Künast (B90/Grüne, 2001–2005) | Jürgen Trittin (B90/Grüne, komm. 2005) | Horst Seehofer (CSU, 2005–2008) | Ilse Aigner (CSU, 2008–2013) | Hans-Peter Friedrich (CSU, 2013–2014) | Christian Schmidt (CSU, 2014–2018) | Julia Klöckner (CDU, 2018-2021) | Cem Özdemir (B90/Grüne, 2021-2025) | Alois Rainer (CSU, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Hans Leussink (parteilos, 1969–1972) | Klaus von Dohnanyi (SPD, 1972–1974) | Helmut Rohde (SPD, 1974–1978) | Jürgen Schmude (SPD, 1978–1981) | Björn Engholm (SPD, 1981–1982) | Dorothee Wilms (CDU, 1982–1987) | Jürgen Möllemann (FDP, 1987–1991) | Rainer Ortleb (FDP, 1991–1994) | Karl-Hans Laermann (FDP, 1994) | Jürgen Rüttgers (CDU, 1994–1998) | Edelgard Bulmahn (SPD, 1998–2005) | Annette Schavan (CDU, 2005–2013) | Johanna Wanka (CDU, 2013–2018) | Anja Karliczek (CDU, 2018–2021) | Bettina Stark-Watzinger (FDP, 2021–2024) | Cem Özdemir (Grüne, 2024–205) | Karin Prien (CDU, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Franz Josef Strauß (CSU, 1955–1956) | Siegfried Balke (CSU, 1956–1962) | Hans Lenz (FDP, 1962–1965) | Gerhard Stoltenberg (CDU, 1965–1969) | Horst Ehmke (SPD, 1972–1974) | Hans Matthöfer (SPD, 1974–1978) | Volker Hauff (SPD, 1978–1980) | Andreas von Bülow (SPD, 1980–1982) | Heinz Riesenhuber (CDU, 1982–1993) | Matthias Wissmann (CDU, 1993) | Paul Krüger (CDU, 1993–1994) | Jürgen Rüttgers (CDU, 1994–1998) | Edelgard Bulmahn (SPD, 1998–2005) | Annette Schavan (CDU, 2005–2013) | Johanna Wanka (CDU, 2013–2018) | Anja Karliczek (CDU, 2018–2021) | Bettina Stark-Watzinger (FDP, 2021–2024) | Cem Özdemir (Grüne, 2024–2025) | Dorothee Bär (CSU, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

1980–1993:
Die Grünen:

August Haußleiter | Petra Kelly | Norbert Mann | Dieter Burgmann | Manon Maren-Grisebach | Wilhelm Knabe | Rainer Trampert | Rebekka Schmidt | Jutta Ditfurth | Lukas Beckmann | Christian Schmidt | Regina Michalik | Verena Krieger | Ralf Fücks | Ruth Hammerbacher | Renate Damus | Hans-Christian Ströbele | Heide Rühle | Ludger Volmer | Christine Weiske

ab 1993:
Bündnis 90/Die Grünen:

Marianne Birthler | Ludger Volmer | Krista Sager | Jürgen Trittin | Gunda Röstel | Antje Radcke | Renate Künast | Fritz Kuhn | Claudia Roth | Angelika Beer | Reinhard Bütikofer | Cem Özdemir | Simone Peter | Annalena Baerbock | Robert Habeck | Ricarda Lang | Omid Nouripour | Felix Banaszak | Franziska Brantner

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