Bahnstrecke Oberhausen–Wesel
Die Bahnstrecke Oberhausen – Wesel, auch Walsumbahn genannt, wurde 1912 in Betrieb genommen, der Baubeginn war 1908. Die Strecke wurde als Nord-Süd-Entlastung der Hauptstrecke Wesel – Dinslaken – Oberhausen gebaut. Wegen ihrer Nähe zum Rhein wurde die Bahnstrecke als Hochbahn ausgeführt, wobei unter anderem der Erdaushub des im Bau befindlichen Rhein-Herne-Kanals eingesetzt wurde.
Geschichte
Im Juni 1906 beauftragte das preußische Ministerium der öffentlichen Arbeiten die Königliche Eisenbahn-Direktion Essen bis zum 1. September 1906 mit der Ausarbeitung eines Plans für die Strecke Oberhausen – Hamborn – Walsum – Wesel. Die Strecke sollte als eingleisige Hauptbahn angelegt werden, der zweigleisige Ausbau sollte aber bereits berücksichtigt werden. Die Strecke sollte die Versorgung der Garnisonstadt Wesel verbessern, die im Wachstum begriffene Stadt Hamborn an das Eisenbahnnetz anschließen und die neu entstehenden Steinkohlezechen erschließen. Zudem war eine Entlastung der Hauptstrecke Oberhausen – Dinslaken – Wesel vorgesehen. Die Strecke sollte ursprünglich bei Möllen in die Hauptstrecke einfädeln, wurde auf Betreiben des Spellener Pfarrers Spies über Spellen geführt.<ref name="Wuwer 7-9" /> Am 29. Mai 1907 wurde das Gesetz zum Bau der Strecke bekannt gegeben.<ref name="Wuwer 9-11" /> In Wesel konnte die Strecke aus Platzgründen nicht in den bestehenden Bahnhof eingeführt werden und erhielt daher einen separaten vorgelagerten Bahnsteig mit Empfangsgebäude, den sogenannten Hamborner Bahnhof.<ref name="Wuwer 75-77" /><ref name="Swoboda 99-105" />
Da die Bahn aus Gründen des Hochwasserschutzes als Hochbahn ausgeführt wurde, mussten insgesamt etwa drei Millionen Tonnen an Erdmasse bewegt werden. Die Hälfte davon konnte aus dem Aushub des im Bau befindlichen Rhein-Herne-Kanals bezogen werden, die Bauzeit konnte dadurch um zwei Jahre reduziert werden. Weiteres Material kam unter anderem von der Zeche Osterfeld und der Gutehoffnungshütte in Sterkrade. Die Verwendung von Waschbergen hatte zur Folge, dass der Bahndamm durch Entzündungen des Materials beschädigt wurde. Beim Bau wurden überwiegend Fremdarbeiter eingesetzt.<ref name="Wuwer 9-11" /> Die landespolizeiliche Abnahme wurde am 3. Oktober 1912 vollzogen, am 14. Oktober 1912 fand die feierliche Eröffnung mit einer Sonderfahrt von Oberhausen nach Wesel und zurück statt. Der fahrplanmäßige Betrieb wurde am Folgetag aufgenommen.<ref name="Wuwer 15-21" /> Das dritte Streckengleis zwischen der Abzweigstelle Obn<ref group="Anm.">heute Bft Oberhausen Hbf Obn</ref> und Oberhausen Hauptbahnhof ging am 1. November 1913 in Betrieb.<ref name="Archiv 2271" />
Nach Ende des Ersten Weltkriegs war der Verkehr auf der Walsumbahn mehrmals unterbrochen. Zwischen dem 5. November und 16. November 1919 war der Personenverkehr eingestellt, um die vorhandenen Kapazitäten für Kohle- und Kartoffeltransporte zu nutzen. Im Frühjahr 1920 war die Strecke Schauplatz des Ruhrkampfs, der Verkehr war daher in der Zeit zwischen dem 19. März und 3. April 1920 stark eingeschränkt und in der Folgewoche bis zum 10. April 1920 gänzlich eingestellt. In der ersten Zeit nach der Wiederinbetriebnahme wurden Fahrkarten nur in dringenden Fällen ausgegeben. Am 11. Januar 1923 besetzten belgische Truppen das Ruhrgebiet und übernahmen nach passivem Widerstand der deutschen Eisenbahner den Betrieb auf der Strecke bis kurz vor Wesel in Eigenregie. 1924 wurde der Regiebetrieb eingestellt und die Betriebsführung wieder an die 1920 gegründete Deutsche Reichsbahn übergeben.<ref name="Wuwer 11-14" /> Am 15. Juli 1926 wurde der Bahnhof Möllen in einen Haltepunkt umgewandelt, die beiden Stellwerke nahm die Reichsbahndirektion Essen außer Betrieb.<ref name="Wuwer 61-69" />
Im Jahr 1930 wurde nördlich von Spellen die Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal errichtet. Die Brücke wurde am 24. März 1945 von deutschen Pionieren gesprengt. Bis in die 1960er Jahre war ein Wiederaufbau vorgesehen, die Bundesbahndirektion Essen legte den Abschnitt Spellen – Wesel erst zum 19. März 1969 still.<ref name="Wuwer 15-21" /> Ebenfalls im März 1945 wurde außerdem die Eisenbahnbrücke über die heutige Kleine Emscher gesprengt und damit die Strecke zwischen Walsum und Hamborn unterbrochen.<ref name="Wuwer 11-14" /> Während der Bahnhof Hamborn weiterhin aus Richtung Oberhausen erreichbar war, wurde der Abschnitt Walsum – Spellen über ein Privatanschlussgleis und das Werkbahnnetz der Gutehoffnungshütte an den Bahnhof Sterkrade<ref group="Anm.">seit 1949: Oberhausen-Sterkrade</ref> angeschlossen. Ab dem 5. Mai 1948 befuhren wieder Güterzüge den Abschnitt Hamborn – Walsum, Personenzüge ab dem 9. Mai 1948.<ref name="Wuwer 27-30" />
Zum 14. Mai 1950 stufte die Deutsche Bundesbahn den Streckenabschnitt Walsum – Spellen zu einer Nebenbahn herunter und führte auf dem Abschnitt Zugleitbetrieb ein. Der Fahrdienstleiter in Walsum nahm gleichzeitig die Aufgabe des Zugleiters auf der Strecke wahr. Das Stellwerk Sp in Spellen ging gleichzeitig außer Betrieb.<ref name="Wuwer 70-75" /> Der Hauptbahnabschnitt Oberhausen – Walsum wurde etwa zeitgleich mit Indusi ausgerüstet. Am 13. Dezember 1957 wurde der Stückgutverkehr in Möllen und Spellen eingestellt.<ref name="Wuwer 15-21" />
Am 29. Mai 1959 begann der Bau der Kreisbahn Dinslaken, die als Industriestammgleis die am Südufer des Wesel-Datteln-Kanals gelegenen Betriebe an die Eisenbahn anschließen sollte. Nach einjähriger Bauzeit konnte die Strecke am 30. Mai 1960 eröffnet werden. Für den Bau wurde das 1945 abgebaute Streckengleis zwischen Kilometer 24,0 und Kilometer 25,0 als Nebenbahn wiederaufgebaut, im Kilometer 25,0 ging die Strecke in das Anschlussgleis über.<ref name="Wuwer 70-75" /> Ausschlaggebend für den Bau des Stammgleises war der Bau der BP-Raffinerie Hünxe.<ref name="Wuwer 78" /> Am 25. Mai 1963 stellte die Deutsche Bundesbahn den Personen-, Eilgut- und Güterverkehr auf dem Abschnitt Walsum – Spellen ein. Die Haltestelle Möllen war damit die nächsten fünf Jahre funktionslos.<ref name="Wuwer 61-69" /> Anstelle der Personenzüge kamen wie schon seit 1945 zwischen Wesel und Spellen Bahnbusse zum Einsatz. Zum 1. Oktober 1968 stellte die Bundesbahn den Eilgutverkehr auf der Strecke ein.<ref name="Wuwer 15-21" />
Mit dem 1968 gefällten Beschluss zum Bau des Kraftwerks Voerde wurde die Betriebsstelle Möllen von der STEAG zur Ausweichanschlussstelle für die Lieferung von Steinkohlen ausgebaut. Der erste Zug traf am 18. August 1970 ein. 1985 ging ein zweiter Tiefbunker zur Entladung in Betrieb. Gleichzeitig ging das Relaisstellwerk Moe in Betrieb, es ersetzte das bis dahin bestehende Schlüsselwerk.<ref name="Wuwer 61-69" /> Der verbliebene Personenverkehr zwischen Oberhausen Hbf und Walsum wurde am 28. Mai 1983 eingestellt.<ref name="Archiv 2271" /><ref name="Wuwer 22-23" /> Im gleichen Jahr wurden die mechanischen Stellwerke in Oberhausen-Buschhausen außer Betrieb genommen und der Bahnhof als Fernstellbereich an das Relaisstellwerk Ohf in Oberhausen Hauptbahnhof angeschlossen.<ref name="Archiv EOBU" /> Etwa zur gleichen Zeit legte BP die Raffinerie in Hünxe still.<ref name="Wuwer 79-84" />
Der verbliebene Güterverkehr konzentrierte sich auf die Bedienung mehrerer Anschlüsse, unter anderem die Grillo-Werke (Duisburg-Hamborn), Zeche Walsum, Kraftwerk Duisburg-Walsum, Haindl Papier (Walsum), Kraftwerk Voerde (Möllen) und die Anschließer der Kreisbahn Dinslaken<ref group="Anm.">seit 1995: Kreisbahn und Hafenbahn Emmelsum</ref> und des Hafens Emmelsum (Spellen).<ref name="Wuwer 61-69" /><ref name="Wuwer 34-44" /><ref name="Wuwer 45-60" /><ref name="Wuwer 84-87" /><ref name="Wuwer 87-94" /> Nach der Stilllegung der Zeche Walsum im Jahr 2008 und des Kraftwerks Voerde im März 2017 ist das tägliche Zugaufkommen auf unter 20 Fahrten zurückgegangen. Im Jahr 2010 gab es Überlegungen seitens der Deutschen Bahn, als Alternative zum Ausbau der Hauptstrecke die Walsumbahn zwischen Oberhausen und Wesel zu nutzen.<ref name="WAZ 2010-10-24" /> Dieses Projekt wurde nicht verwirklicht. Die Stadt Dinslaken lehnte das Vorhaben mit Verweis auf den ansteigenden Schienenlärm entschieden ab.<ref name="Dinslaken" /> Anfang Dezember 2017 wurde die Strecke zwischen Oberhausen-Buschhausen (ausschließlich) und Spellen an ein elektronisches Stellwerk angeschlossen. Die Bedieneinrichtungen befinden sich im Bahnhof Oberhausen West. Die noch bestehenden mechanischen Stellwerke in Duisburg-Hamborn und Walsum gingen mit der Aufschaltung des ESTW außer Betrieb.
Die seit 1912 bestehenden Bahnhöfe Oberhausen-Buschhausen<ref group="Anm.">bis 1949: Sterkrade-Buschhausen</ref>, Duisburg-Hamborn<ref group="Anm.">bis 1949: Hamborn</ref>, Walsum, Möllen und Spellen sind nach Aufgabe des Personenverkehrs 1963 und 1983 weiterhin in Betrieb.<ref name="Archiv EOBU" /><ref name="Archiv EDHB" /><ref name="Archiv EWLS" /><ref name="Archiv EMOE" /> Der Bahnhof Spellen wurde 1985 in eine Anschlussstelle umgewandelt.<ref name="Wuwer 70-75" /><ref name="Archiv ESPN" /> Seit der Aufschaltung des ESTW wird die Betriebsstelle wieder als Bahnhof geführt. Die Empfangsgebäude sind noch vorhanden und werden überwiegend privat genutzt.<ref name="Wuwer 101-103" /> Das imposante Empfangsgebäude des Bahnhofs Duisburg-Hamborn beherbergt unter anderem ein Café, die Empfangshalle wird für Hochzeitsfeiern genutzt.<ref name="WAZ 2013-11-08" /><ref name="Lokalkompass 2015-10-05" />
Hochwasserschäden 2023
In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 2023 sackte infolge von Starkregenereignissen und folgendem Hochwasser der Emscherdeich in Dinslaken zwischen der Heerstraße und der Brücke der Bahnstrecke Oberhausen–Wesel auf einer Länge von 300 Metern ab. Ebenso sackten die Fundamente der genannten Eisenbahnbrücke ab, die abgerissen werden musste. Die DB Netz stellte daraufhin den Verkehr nördlich von Walsum ein. Die Industrieanschlüsse am Rhein, am Wesel-Datteln-Kanal und am Hafen Emmelsum konnten nicht bedient werden. 650.000 Tonnen Güter wurden 2022 alleine für den Hafen Emmelsum transportiert.<ref>Abgesackte Emscher Bahnbrücke in Dinslaken muss abgerissen werden. Westdeutscher Rundfunk Köln, 27. Juni 2023, abgerufen am 17. August 2023.</ref><ref>Marc Wolko, Jasmin Ohneszeit, Anja Hasenjürgen: Emscherdeich Dinslaken: Auch Behelfsbrücke ist abgesackt. In: NRZ. 25. Juni 2023, abgerufen am 17. August 2023.</ref><ref>Abgesackte Emscher Bahnbrücke in Dinslaken muss abgerissen werden. WDR, 27. Juni 2023, abgerufen am 17. August 2023.</ref>
Neue Lager mit einer Bohrpfahl-Gründung und eine Behelfsbrücke aus dem Bestand des Bundes im Brückenlager Konz mit einer Spannweite von 60 Metern (vorher 33 Meter) wurden gebaut. Die Brücke ist ohne Strompfeiler, die den Hochwasserabfluss behindern könnten, gebaut. Ab Mitte April 2025 wurde die Brücke wieder befahren. Die Behelfsbrücke soll 10 bis 20 Jahre an diesem Standort benutzt werden, bis eine geplante komplette Neugestaltung der Strecke erfolgt.<ref>Philipp Nagl: Emscher Brücke an der Walsumbahn wieder befahrbar. In: Drehscheibe online. 17. April 2025, abgerufen am 24. April 2025.</ref><ref>Sarah Kuhn: Nach Brückensperrung fährt erster Zug in DeltaPort Häfen ein. In: Schifffahrt und Technik. Tecvia, 22. April 2025, abgerufen am 24. April 2025.</ref>
Zukunft
Am 17. Januar 2020 unterzeichneten Vertreter der Städte Duisburg und Oberhausen sowie des Kreises Wesel und des VRR eine Absichtserklärung, die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Strecke zu prüfen.<ref>Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR, Sachstandsbericht, TOP 4: Machbarkeitsstudie Walsum-Bahn, 15. Mai 2020</ref> Ebenso forderten am 31. Juli 2020 die Bürgermeister der Kommunen Wesel und Voerde gemeinsam mit Vertretern von Pro Bahn die Reaktivierung der Strecke.<ref>Reaktivierung ist das Ziel: Region macht Dampf für die Walsum-Bahn. Rheinische Post, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 1. August 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Nachdem die Machbarkeitsstudie zu einem positiven Ergebnis gekommen war<ref>Walsumbahn machbar und förderfähig, Artikel in der Ruhrschiene, Mitgliederzeitschrift des Pro Bahn Regionalverbands Ruhr, Ausgabe #1|2023, Seite 11 (abrufen am 9. Juli 2023)</ref>, stimmte der Verwaltungsrat des VRR am 22. März 2023 für die Reaktivierung der Walsumbahn. Eine Inbetriebnahme könnte Anfang der 2030er Jahre erfolgen<ref>Walsumbahn soll kommen. Radio K.W, 22. März 2023, abgerufen am 27. März 2023.</ref>, da zunächst noch die Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal neu gebaut werden muss.
Verkehr
Personenverkehr
Nach dem letzten Friedensfahrplan vom Mai 1914 fuhren auf der Strecke täglich acht Personenzugpaare zwischen Oberhausen Hbf und Wesel, acht weitere Zugpaare pendelten zwischen Oberhausen Hbf und Hamborn.<ref name="Kursbuch 1914" /> Infolge des Nachkriegswirren ging das Angebot 1920 bis auf drei Zugpaare zwischen Oberhausen und Wesel und fünf Zugpaare zwischen Oberhausen und Hamborn zurück.<ref name="Wuwer 15-21" /> Am 3. Oktober 1937 wurde die Strecke in den Ruhrschnellverkehr einbezogen und das Angebot auf 34 Züge zwischen Oberhausen und Wesel und weitere 18 Züge zwischen Oberhausen und Hamborn ausgeweitet.<ref name="Wuwer 27-30" /> Es sollen ausschließlich Verbrennungstriebwagen zum Einsatz gekommen sein.<ref name="Wuwer 96-99" /> Im Sommer 1939 fuhren jeweils 17 Zugpaare auf der gesamten Strecke und die gleiche Anzahl an Zugpaaren bis Hamborn.<ref name="Kursbuch 1939" />
Nach dem Zweiten Weltkrieg endeten die Personenzüge in Spellen, da die Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal gesprengt worden war. Es gingen die Haltepunkte Voerde (Nrh)-Löhnen (1947),<ref name="Wuwer 69" /><ref name="Archiv EVDL" /> Duisburg-Hamborn Provinzialstraße (1948)<ref name="Wuwer 45" /><ref name="Archiv EDPR" /> und Duisburg-Marxloh (1967)<ref name="Wuwer 44" /><ref name="Archiv EDMX" /> in Betrieb. Gleichzeitig setzte die Deutsche Bundesbahn Verbrennungstriebwagen der Baureihe VT 95 anstelle von Dampfzügen ein, ab den 1960er Jahren kamen Akkumulatortriebwagen der Baureihe ETA 150 zum Einsatz.<ref name="Wuwer 96-99" /> Das Zugangebot war nach der Ausweitung des Kohleverkehrs nach Möllen ab 1976 auf zwei Zugpaare zurückgegangen.<ref name="Wuwer 27-30" /> Außer gelegentlichen Sonderfahrten wird kein Personenverkehr mehr durchgeführt.<ref>Sonderfahrt 2017. Abgerufen am 20. November 2019.</ref>
Im Jahr 2004 gab es ein Gutachten des Fahrgastverbandes Pro Bahn zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einer Reaktivierung des Personenverkehrs.<ref>Gutachten Walsumbahn (Kurzfassung, Vorlage Stadt Duisburg … In: yumpu.com. 24. Oktober 2012, abgerufen am 20. November 2019.</ref> Als Hauptgründe wurden die äußerst schlechte Anbindung des Duisburger Nordens an den SPNV und die daraus resultierenden nicht akzeptablen Fahrzeiten aufgeführt. Die bautechnische Machbarkeit sei durch die vorhandene Nutzung des Güterverkehrs gegeben, lediglich Bahnsteige müssten neu errichtet werden. Die Investitionskosten würden, verglichen zu anderen Reaktivierungen, im Rahmen bleiben. Jedoch sei das Fahrgastpotenzial nicht ausreichend. Deshalb wurde von einer Reaktivierung abgeraten.<ref name="Pro Bahn" />
Im Oktober 2019 wurde der Startschuss für die Erstellung einer weiteren Machbarkeitsstudie bezüglich einer Reaktivierung des SPNV seitens des VRR gegeben, sodass bis 2025 auf der Strecke wieder Personenzüge verkehren könnten.<ref>Machbarkeitsstudie Reaktivierung. Abgerufen am 20. November 2019.</ref> Dieser Vorstoß trifft in der Bevölkerung sowie bei den Städten entlang der Strecke bisher auf überwiegend positive Resonanz.<ref>Resonanz Stadt Voerde. Abgerufen am 20. November 2019.</ref>
Güterverkehr
Hauptsächlich verkehren Kohletransporte zum Kraftwerk Walsum und über die Kreisbahn und Hafenbahn Emmelsum zum Hafen in Emmelsum, wo mehrere Industrieanschlüsse am Rhein und am Wesel-Datteln-Kanal bestehen. Für den Papierhersteller Sappi werden täglich ein bis zwei Zugpaare zwischen Hafen Emmelsum und der Papierfabrik im österreichischen Gratkorn gefahren. In Duisburg-Hamborn beziehen die Grillo-Werke ihre Gefahrgüter über die Schiene. Der Anschluss zur Zellstofffabrik der Norske Skog (zuvor Haindl Papier) wurde im April 2016 geschlossen. Bis zur Schließung Ende März 2017 wurde das Kraftwerk Voerde über die Strecke mit Importkohle bedient, die Zugfahrten machten etwa drei Viertel des gesamten Güteraufkommens auf der Strecke aus.
Literatur
- Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013.
Weblinks
Anmerkungen
<references group="Anm." />
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name="Archiv 2271">André Joost: Streckenarchiv 2271 – Oberhausen – Spellen – Wesel. In: NRWvbahnarchiv. Abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Archiv EDHB">André Joost: BetriebsstellenArchiv Duisburg-Hamborn. In: NRWvbahnarchiv. Abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Archiv EDMX">André Joost: BetriebsstellenArchiv Duisburg-Marxloh. In: NRWvbahnarchiv. Abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Archiv EDPR">André Joost: BetriebsstellenArchiv Duisburg-Hamborn Provinzialstraße. In: NRWvbahnarchiv. Abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Archiv EMOE">André Joost: BetriebsstellenArchiv Möllen (Niederrhein). In: NRWvbahnarchiv. Abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Archiv EOBU">André Joost: BetriebsstellenArchiv Oberhausen-Buschhausen. In: NRWvbahnarchiv. Abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Archiv ESPN">André Joost: BetriebsstellenArchiv Spellen (Niederrhein). In: NRWvbahnarchiv. Abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Archiv EVDL">André Joost: BetriebsstellenArchiv Voerde (Nrh)-Löhnen. In: NRWvbahnarchiv. Abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Archiv EWLS">André Joost: BetriebsstellenArchiv Walsum. In: NRWvbahnarchiv. Abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Dinslaken"> Stadt Dinslaken (Hrsg.): Stellungnahme der Stadt Dinslaken zum Planfeststellungsverfahren nach § 18 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) für die ABS 46/2 Grenze D / NL – Emmerich – Oberhausen betreffend den dreigleisigen Ausbau und die Bahnübergangsbeseitigungen auf der Strecke 2270 im Planfeststellungsabschnitt 1.3 Dinslaken. S. 12–13 (dinslaken.de [PDF]). </ref> <ref name="Pro Bahn"> Lothar Ebbers: Personenverkehr auf der Walsumbahn – so nicht. In: Pro Bahn (Hrsg.): Ruhrschiene. Nr. 3, 2004, S. 4–5 (Online [PDF; abgerufen am 1. August 2017]). </ref> <ref name="Kursbuch 1914"> Hendschels Telegraph. Tabelle 1312. Mai 1914 (Online [abgerufen am 1. August 2017]). </ref> <ref name="Kursbuch 1939"> Deutsche Reichsbahn (Hrsg.): Kursbuch. Tabelle 211a. 15. Mai 1939 (Online [abgerufen am 1. August 2017]). </ref> <ref name="Lokalkompass 2015-10-05">Jörg Weißmann: “Bahnhof Hamborn” und der Tag des offenen Denkmals 2015. In: lokalkompass.de. 5. Oktober 2015, abgerufen am 30. Juli 2017. </ref> <ref name="Swoboda 99-105"> Rolf Swoboda: Venloer Bahn. Haltern – Wesel – Venlo. VBN Verlag B. Neddermeyer, Berlin 2010, ISBN 978-3-941712-04-1, S. 99–105. </ref> <ref name="WAZ 2010-10-24">Markus Peters: Mehr Güterzüge auf zweigleisiger Betuwe-Linie. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 24. Oktober 2010, abgerufen am 25. Oktober 2010.</ref> <ref name="WAZ 2013-11-08">Willi Mohrs: Am Bahnhof Hamborn hält schon lange kein Zug mehr. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 8. November 2013, abgerufen am 30. Juli 2017.</ref> <ref name="Wuwer 7-9"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 7–9. </ref> <ref name="Wuwer 9-11"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 9–11. </ref> <ref name="Wuwer 11-14"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 11–14. </ref> <ref name="Wuwer 15-21"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 15–21. </ref> <ref name="Wuwer 22-23"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 22–23. </ref> <ref name="Wuwer 27-30"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 27–30. </ref> <ref name="Wuwer 34-44"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 34–44. </ref> <ref name="Wuwer 44"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 44. </ref> <ref name="Wuwer 45"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 45. </ref> <ref name="Wuwer 45-60"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 45–60. </ref> <ref name="Wuwer 61-69"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 61–69. </ref> <ref name="Wuwer 69"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 69. </ref> <ref name="Wuwer 70-75"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 70–75. </ref> <ref name="Wuwer 75-77"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 75–77. </ref> <ref name="Wuwer 78"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 78. </ref> <ref name="Wuwer 79-84"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 79–84. </ref> <ref name="Wuwer 84-87"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 84–87. </ref> <ref name="Wuwer 87-94"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 87–94. </ref> <ref name="Wuwer 96-99"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 96–99. </ref> <ref name="Wuwer 101-103"> Heinrich Wuwer: 100 Jahre Hochbahn. Die Eisenbahnlinie Oberhausen – Hamborn – Walsum – Möllen – Spellen – Wesel. Hrsg.: Heimatverein Voerde. Voerde 2013, S. 101–103. </ref> </references>