Ascherode (Schwalmstadt)
Ascherode Stadt Schwalmstadt
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(646)&title=Ascherode 50° 54′ N, 9° 13′ O
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dim=10000 | globe= | name=Ascherode | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 217 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 2,61 km²<ref name="DF">Daten-Zahlen-Fakten. In: Webauftritt. Stadt Schwalmstadt, abgerufen im August 2020.</ref> | |||||
| Einwohner: | 646 (31. Dez. 2024) HW<ref name="EZ">Einwohnerzahlen 31.12.2024. In: Webauftritt. Stadt Schwalmstadt, abgerufen im Mai 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 248 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1970 | |||||
| Postleitzahl: | 34613 | |||||
| Vorwahl: | 06691 | |||||
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Ascherode ist ein Stadtteil von Schwalmstadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Geographische Lage
Ascherode liegt in der Landschaft Schwalm am Eder-Zufluss Schwalm, an der zum Hochwasserschutz nördlich des Dorfs das Hochwasserrückhaltebecken Treysa-Ziegenhain angelegt wurde. Es befindet sich zwischen Ziegenhain im Nordosten und Treysa im Westnordwesten. Die Hauptstraße im Ortskern, einem ehemaligen Haufendorf, folgt mit doppeltem Knick einem alten Bachlauf.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Ascherode erfolgte unter dem Namen Eskenenroderen im Güterverzeichnis des Reichklosters Hersfeld und wird in die Zeit 1072–1090 datiert.<ref name="lagis" /> Ab 1259 trugen die Herren von Leimsfeld den Grafen von Ziegenhain als Ersatz für den Zehnten zu Rengershausen das Allodialgut in Ascherode zu Lehen auf. 1262 erhielt das Kloster Haina von denen von Goßfelden deren Güter in Ascherode. Ab 1306 wird Ascherode als Dorf erwähnt. 1306 erwarb das Kloster Haina von den Herren von Heimbach die Hälfte deren Güter, 1308 die zweite Hälfte. Das Kloster Hersfeld verzichtete 1343 auf die Lehnsrechte im Ort zu Gunsten des Klosters Haina. Im Jahr 1349 bekundeten die von Riedesel gegenüber den Grafen von Ziegenhain, dass die Verpfändung des Zehnten zu Ascherode durch Ruprecht Baroch mit ihrem Einverständnis erfolgt sei. Im 1350 vertauschten die Grafen von Ziegenhain ihren Hof mit dem Kloster Haina. Bereits um 1365 war ein Teil des Zehnten ziegenhainisches Lehen derer von Rückershausen und derer von Linsingen. Graf Gottfried VII. von Ziegenhain erwarb vor 1367 ein Haus mit Garten und Acker in Ascherode. 1384 verkaufte das Kloster Haina sein Vorwerk an den Treysaer Bürger Henne Floyder für 60 Mark.
Die älteste Gemarkungskarte stammt aus dem Jahr 1720. Aus einer baulichen Erneuerung im 19. Jahrhundert stammen die heutigen Häuser im Ortskern.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1970 die beiden Städte Treysa und Ziegenhain mit den umliegenden bis dahin selbständigen Gemeinden Ascherode, Florshain, Frankenhain, Niedergrenzebach, Rommershausen und Trutzhain auf freiwilliger Basis zur neuen Stadt Schwalmstadt.<ref>Zusammenschluss von Gemeinden zur Stadt „Schwalmstadt“ Landkreis Ziegenhein vom 7. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 139, Punkt 158 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref> Dadurch wurde Ascherode ein Stadtteil von Schwalmstadt. Für die ehemals eigenständigen Städte und Gemeinden von Schwalmstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (DOCX; 30 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadtverwaltung Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2022.</ref> Der Verwaltungssitz der Stadt Schwalmstadt teilt sich zwischen den Rathäusern von Treysa und Ziegenhain auf.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Ascherode angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain
- ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Ziegenhain
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Ziegenhain<ref name="Amt">
Die Zugehörigkeit des Amtes Ziegenhain anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>
- 1623–1636: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Pfandschaft), Amt Ziegenhain
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte löste sich das Heilige Römische Reich auf.</ref> Amt Ziegenhain, Grafschaft Ziegenhain, Amt Ziegenhain
- 1807–1813: Königreich Westphalen,<ref group="Anm.">Infolge der Napoleonischen Kriege.</ref> Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Treysa
- ab 1814: Kurfürstentum Hessen,<ref group="Anm.">Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses.</ref> Amt Ziegenhain<ref name="KHK1818" />
- ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74 f.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Justizamt Ziegenhain) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau,<ref group="Anm.">Infolge des Deutschen Krieges.</ref> Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Ziegenhain
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain, Stadt Schwalmstadt
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Stadt Schwalmstadt
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Ascherode 693 Einwohner. Darunter waren 12 (1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 144 Einwohner unter 18 Jahren, 300 zwischen 18 und 49, 123 zwischen 50 und 64 und 123 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 276 Haushalten. Davon waren 66 Singlehaushalte, 78 Paare ohne Kinder und 102 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 186 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1502: | 12 Männer. |
| • 1585: | 16 Hausgesesse |
| • 1639: | 6 Bauern, 3 Einzelne, 1 Witwe |
| • 1681: | 10 Hausgesesse |
| • 1747: | 17 Feuerstellen, 131 Einwohner |
| Ascherode: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 200 | |||
| 1840 | 193 | |||
| 1846 | 192 | |||
| 1852 | 197 | |||
| 1858 | 178 | |||
| 1864 | 193 | |||
| 1871 | 200 | |||
| 1875 | 203 | |||
| 1885 | 196 | |||
| 1895 | 194 | |||
| 1905 | 215 | |||
| 1910 | 257 | |||
| 1925 | 315 | |||
| 1939 | 410 | |||
| 1946 | 582 | |||
| 1950 | 583 | |||
| 1956 | 546 | |||
| 1961 | 557 | |||
| 1967 | 603 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 693 | |||
| 2016 | 651 | |||
| 2021 | 647 | |||
| 2024 | 646 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Schwalmstadt<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Erwerbstätigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1747: | 2 Leineweber, 1 Fuhrmann |
| • 1838: | Familien: 13 Ackerbau, 9 Gewerbe, 5 Tagelöhner |
| • 1961: | Erwerbspersonen: 6 Land- und Forstwirtschaft, 125 produzierendes Gewerbe, 31 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges |
Historische Religionszugehörigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1861: | 190 evangelisch-reformierte Einwohner |
| • 1885: | 193 evangelische (= 98,47 %), 3 katholische (= 1,53 %) Einwohner |
| • 1961: | 529 evangelische (= 94,97 %), 24 katholische (= 4,31 %) Einwohner |
Kirche
Die seit der Reformation von der evangelischen Gemeinde genutzte Dorfkirche ist ein spätgotischer Saalbau mit eingewölbtem Rechteckchor aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts; eine spätmittelalterliche Sakramentsnische gehört diesem ersten Bau an. Der Haubendachreiter und die Kanzel stammen aus dem 18. Jahrhundert. 1896/97 wurden das Gebäude, besonders mit neuen Fenstern, und die Ausstattung durch den Marburger Architekten Wilhelm Spahr erneuert, dabei wurde auch die 1897 datierte Orgel von Heinrich Möller hergestellt.
Politik
Für Ascherode besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Ascherode) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,90 %. Es erhielten die SPD mit 46,13 % der Stimmen drei Sitze und die „Freien Wähler“ mit 53,87 % vier Sitze.<ref>Ortsbeiratswahl Ascherode. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Michael Knoche zum Ortsvorsteher.<ref>OrtsvorsteherInnen. In: Webauftritt. Stadt Schwalmstadt, abgerufen im März 2023.</ref>
Kulturdenkmäler
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Ascherode, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 81 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 8,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 96, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="EW">Einwohnerzahlen. Stadtverwaltung Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2022. </ref> </references>
Weblinks
- Stadtteil Ascherode. In: Webauftritt der Stadt Schwalmstadt.
- Ascherode, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib