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Dittershausen (Schwalmstadt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dittershausen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(230)&title=Dittershausen 50° 56′ N, 9° 12′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(230) 50° 56′ 3″ N, 9° 11′ 36″ O
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Höhe: 210 m ü. NHN
Fläche: 6,72 km²<ref name="DF">Zahlen / Daten / Fakten. In: Webauftritt. Stadt Schwalmstadt, abgerufen im August 2020.</ref>
Einwohner: 230 (31. Dez. 2024) HW<ref name="EZ">Einwohnerzahlen 31.12.2024. In: Webauftritt. Stadt Schwalmstadt, abgerufen im Mai 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34613
Vorwahl: 06691
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Dittershausen ist ein Stadtteil von Schwalmstadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geographische Lage

Der Ort ist über die Landesstraße 3145 zu erreichen. Er liegt zwischen Rommershausen und Allendorf. Dittershausen ist ein geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss, an der Schwalm, am Fuße eines Bergsporns gelegen.

Dittershausen hat keine Kirche. Im Ortskern befindet sich dafür die Alte Dorfschule, ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1846, das auch als Bürgermeisteramt und Betsaal genutzt wurde. Nördlich davon entstanden im 18. Jahrhundert zahlreiche stattliche Bauernhöfe, freistehende Scheunen und Speicher.

Im Südosten des Ortes liegt das 11,67 Hektar große Naturschutzgebiet „Flachsrasen bei Dittershausen“.<ref>Protected Planet | Flachsrasen Bei Dittershausen. Abgerufen am 16. November 2020.</ref>

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Dittershausen erfolgte unter dem Namen Dithardeshusen im Jahr 1248 in einer Urkunde der Grafschaft Ziegenhain.<ref name="lagis" /><ref>Ziegenhainer Regesten online Nr. 700. Regesten der Grafen von Ziegenhain. (Stand: 31. Januar 2022). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> Namensgeber war das auf einem Rittergut ansässige Adelsgeschlecht. In späteren Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Dithershusen (1292), Dittershusen (1393) und Dietherßhausen (1527).

Berta, Witwe des Ritters Konrad Krug, teilte 1300 ihre Güter im Dorf Dittershausen (beim Kirchhof gelegen) unter ihren Söhnen Rudolf und Ortwin auf; dazu gehörten die Wiesen und Äcker in der Gemarkung des Dorfes und in Blumenau, die Hälfte ihrer Fischerei und der Wald bei Blumenau sowie der Hain Schelmenrod. 1368 verpfändete Graf Gottfried VII. von Ziegenhain den Ort an die von Urff. Dieses Pfand löste Landgraf Ludwig I. von Hessen im Jahr 1448 ein. Ein Eckbrecht Krengel verkaufte 1525 seinen Freihof in Dittershausen mit dem zugehörigen Zehnten und sein Fischgewässer für 900 rheinische Goldgulden an Johann Schenck zu Schweinsberg. Landgraf Philipp von Hessen belehnte 1527 die Schenck zu Schweinsberg mit dem Zehnten zu Dittershausen, und 1528 kauften die Schenck zu Schweinsberg vom Landgrafen die Dörfer Dittershausen und Rommershausen mit dem Freihof zu Dittershausen und der Schäferei an beiden Orten für 1800 Gulden. Zahlreiche dieser Güter wurden in der Folgezeit durch Johann Schenck zu Schweinsbergs gleichnamigen Enkel an die von Berlepsch verpfändet, 1587 auch der Freihof.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Ort fast vollständig zerstört. 1725 lösten die von Löwenstein das Pfand derer von Berlepsch ein. Um 1759 bestand das Löwensteinsche Gut aus 399 Acker Land und Wiesen zu 40 Fuder Heu. Die von Löwenstein ließen 1747 in Dittershausen eine Mühle bauen, die über zwei unterschlächtige Mahlgänge und einen Schlaggang verfügte. Sie dient noch heute der Stromerzeugung. Nach 1768 wurde der gesamte Löwensteinische Lehnsbesitz in Dittershausen an die von Dörnberg in Hausen veräußert. 1895 umfasste das Rittergut Dittershausen ca. 68 Hektar Ackerland, ca. 30 Hektar Wiesen und ca. 1 Hektar Hutung.

1928 wurde ein Teil des aufgelösten „Gutbezirks Rittergut Dittershausen“ zu Dittershausen eingemeindet.

Ehemalige Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung waren der Hof Krey sowie die Wüstungen Blumenau und Diemerode.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Dittershausen im Zuge der hessischen Gebietsreform auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Schwalmstadt eingegliedert.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen in Hessen vom 14. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 01, S. 5, Punkt 8; Abs. 43. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,9 MB]).</ref><ref></ref> Für die ehemals eigenständigen Städte und Gemeinden von Schwalmstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (DOCX; 30 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadtverwaltung Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2022.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Dittershausen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Dittershausen 255 Einwohner. Darunter waren 3 (1,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 144 Einwohner unter 18 Jahren, 300 zwischen 18 und 49, 123 zwischen 50 und 64 und 123 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 276 Haushalten. Davon waren 66 Singlehaushalte, 78 Paare ohne Kinder und 102 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 186 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1502: 10 Männer.
• 1585: 21 Hausgesesse
• 1639: 5 Bauern, 10 Einzelne
• 1681: 14 Hausgesesse, 1 Ausschuss
• 1747: 20 Wohnhäuser, 110 Einwohner
Dittershausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2024
Jahr  Einwohner
1834
  
227
1840
  
232
1846
  
216
1852
  
239
1858
  
254
1864
  
254
1871
  
245
1875
  
243
1885
  
213
1895
  
234
1905
  
200
1910
  
188
1925
  
237
1939
  
199
1946
  
306
1950
  
320
1956
  
253
1961
  
237
1967
  
219
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
255
2016
  
235
2021
  
242
2024
  
230
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Schwalmstadt<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1747: 1 Schmied, 2 Schneider, 1 Wagner, 2 Leineweber, 3 Tagelöhner, 10 Ackerleute.
• 1838 Familien: 20 Ackerbau, 4 Gewerbe, 7 Tagelöhner
• 1961 Erwerbspersonen: 72 Land- und Forstwirtschaft, 37 produzierendes Gewerbe, 9 Handel und Verkehr, 7 Dienstleistungen und Sonstiges

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1861: 256 evangelisch-reformierte Einwohner
• 1885: 201 evangelische (= 100 %) Einwohner
• 1961: 529 evangelische (= 94,97 %), 24 katholische (= 4,31 %) Einwohner

Politik

Für Dittershausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Dittershausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 72,36 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Dittershausen“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Dittershausen. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Alexander George zum Ortsvorsteher.<ref>OrtsvorsteherInnen. In: Webauftritt. Stadt Schwalmstadt, abgerufen im März 2023.</ref>

Kulturdenkmäler

Literatur

  • Die von Loewenstein. Geschichte einer hessischen Familie. Bd. 2: Regesten und Urkunden 1160–1539. Bearbeitet von Friedrich Schunder. Lübecker Nachrichten, Lübeck 1955, S. 101 f.
  • Historisches Ortslexikon Ziegenhain: ehemaliger Landkreis. Bearbeitet von Ulrich Reuling. Elwert, Marburg 1991, S. 28 f.
  • Vorlage:HessBib
  • Dorfbuch Dittershausen, Geschichte und Geschichten. Herausgegeben von den Verfassern anläßlich der 750-Jahr-Feier in Dittershausen. Satz und Gestaltung: Zebra Graphikservice, Druck: Plag gGmbH, Schwalmstadt 1998 (ohne ISBN).
  • Denkmaltopopgraphie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Hessen, Schwalm-Eder-Kreis I. Bearbeitet von Brigitte Warlich-Schenk, Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig und Wiesbaden 1985, ISBN 978-3-528-06233-0, S. 317–322. (Digitalisat auf digi.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 12. Januar 2025)

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Dittershausen, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 9. Juli 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 81 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 8,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 96, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="EW">Einwohnerzahlen. Stadtverwaltung Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2022. </ref> </references>

Weblinks

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