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Aminoxide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Amine Oxides General Formulae.png
Allgemeine Struktur der Aminoxide. Die funktionelle Gruppe ist blau markiert. R1 bis R3 sind gleiche oder verschiedene Organyl-Reste.

Aminoxide, genauer Amin-N-oxide, sind eine Stoffgruppe der organischen Chemie, deren Vertreter die funktionelle Gruppe R3N+–O – manchmal auch als R3N→O (früher auch, allerdings falsch, R3N=O) geschrieben – enthalten. Aminoxide existieren als Derivate tertiärer aliphatischer Amine und aromatischer Stickstoffverbindungen wie z. B. Pyridin.

Eigenschaften

Aminoxide sind sehr polar und daher häufig Feststoffe. Aminoxide mit kleiner molarer Masse sind sehr gut in Wasser und schlecht in unpolaren organischen Lösungsmitteln löslich.

Aminoxide sind schwache Basen mit einem pKa-Wert von etwa 4,5. Die korrespondierende Säure ist R3N+–OH.

Aminoxide mit drei unterschiedlichen Alkylresten sind optisch aktiv, da bei ihnen im Gegensatz zu den zugrundeliegenden Aminen keine Inversion (Umkehrung der Konfiguration) möglich ist.

Vorkommen

Aminoxide finden sich als Osmolyt und als Oxidationsprodukte tertiärer Amine in der Natur. So enthält z. B. Fleisch von Seefischen pro kg 40 bis 120 mg Trimethylamin-N-oxid (TMAO). Nach dem Tod der Tiere wird es bakteriell zu Trimethylamin abgebaut, das den typischen unangenehmen Fischgeruch verursacht.<ref name="A">Eintrag zu Trimethylamin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum{{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}}||{{#ifeq: 0 | 0 | }} }}</ref>

Herstellung

Aminoxide werden durch Oxidation der entsprechenden Amine mit Wasserstoffperoxid<ref>Vorlage:OrgSynth</ref> oder Persäuren (wie meta-Chlorperbenzoesäure, Peressigsäure, Peroxomonoschwefelsäure) hergestellt.<ref>Shaker Youssif: In Recent trends in the chemistry of pyridine N-oxides 2001 Link.</ref>

Verwendung

Amin-N-oxide finden als Schutzgruppe für Amine, als Syntheseintermediat, als Oxidationsmittel (z. B. N-Methylmorpholin-N-oxid) oder zur Modulation der Elektronenverteilung aromatischer stickstoffhaltiger Verbindungen in der elektrophilen Substitution Anwendung. Aminoxide mit einer lang- und zwei kurzkettigen Alkylgruppen, wie etwa N-Dodecyl-N,N-dimethylaminoxid C12H25(CH3)2NO werden als Tenside eingesetzt.<ref>Eintrag zu nichtionische Tenside. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum{{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}}||{{#ifeq: 0 | 0 | }} }}</ref>

Aminoxide können zur Titration von Kohlenstoff-Bor-Bindungen<ref>Christoph Elschenbroich: Organometallchemie. 5. Auflage, Teubner Wiesbaden 2005, ISBN 3-519-53501-7.</ref> und zur Aufarbeitung von Hydroborierungen und L-Selektrid-Reduktionen<ref>K. Oesterreich, D Spitzner: In Short total synthesis of the spiro[4.5]decane sesquiterpene (–)-gleenol Tetrahedron 2002, 58, 4331–4334.</ref> verwendet werden.

Reaktionen

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Hans Beyer und Wolfgang Walter: Lehrbuch der Organischen Chemie, 19. Auflage, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1981, ISBN 3-7776-0356-2.
  • Reinhard Brückner: Reaktionsmechanismen. 3. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, München 2004, ISBN 3-8274-1579-9.