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meta-Chlorperbenzoesäure

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Strukturformel
Strukturformel von meta-Chlorperbenzoesäure
Allgemeines
Name meta-Chlorperbenzoesäure
Andere Namen
  • 3-Chlorperbenzoesäure
  • mCPBA
Summenformel C7H5ClO3
Kurzbeschreibung

weißes, feuchtes Pulver<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 213-322-3
ECHA-InfoCard 100.012.111
PubChem 70297
ChemSpider 63480
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 172,57 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,56 g·cm−3<ref name="Thermofisher">Vorlage:Thermofisher</ref>

Schmelzpunkt

69–71 °C<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Siedepunkt

88 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS"/>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 242​‐​314​‐​317​‐​410
P: 210​‐​260​‐​280​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​370+378<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

meta-Chlorperbenzoesäure, oft kurz als mCPBA ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) oder MCPBA bezeichnet, ist eine Peroxycarbonsäure.

Gewinnung und Darstellung

meta-Chlorperbenzoesäure kann durch Umsetzung von 3-Chlorbenzoylchlorid (m-Chlorbenzoylchlorid) mit Wasserstoffperoxid in Gegenwart von Magnesiumsulfat und wässriger Natronlauge in Dioxan sowie anschließendes Ansäuern mit verdünnter Schwefelsäure hergestellt werden.<ref>R. N. McDonald, R. N. Steppel, J. E. Dorsey: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 50, 1970, S. 15, doi:10.15227/orgsyn.050.0015; Coll. Vol. 6, 1988, S. 276 (PDF).</ref>

Synthese von meta-Chlorperbenzoesäure
Synthese von meta-Chlorperbenzoesäure

Eigenschaften

Wie alle Peroxycarbonsäuren wirkt sie stark oxidierend. Die Verbindung ist thermisch instabil. Eine DSC-Messung zeigt ab 91 °C stark exotherme Zersetzung mit einer Wärmetönung von −1975 J·g−1 bzw. −340,8 kJ·mol−1.<ref name="Morisaki">T. Ando, Y. Fujimoto, S. Morisaki: Analysis of differential scanning calorimetric data for reactive chemicals in J. Hazard. Mat. 28 (1991) 251–280, doi:10.1016/0304-3894(91)87079-H.</ref>

mCPBA mit einem Gehalt von etwa 75 % ist als Gemisch mit Wasser und 3-Chlorbenzoesäure kommerziell erhältlich. In dieser Mischung hat sich mCPBA als ungefährlich erwiesen, während die reine Persäure explosiv ist und empfindlich auf Schlag und größere Drücke oder Scherkräfte reagiert. Die Persäure kann aus diesem Gemisch durch Waschen mit einem leicht basischen Puffer und anschließendes Trocknen gereinigt werden.<ref>Purifiction of Laboratory Chemicals, 4th Ed., Oxford Butterworth-Heinemann. 145, ISBN 0-7506-3761-7.</ref> Persäuren sind weit weniger sauer als die eigentliche Carbonsäure, sodass Letztere bei dem Waschprozess entfernt werden. Die so aufgereinigte Persäure muss bei niedriger Temperatur in einem Kunststoffgefäß aufbewahrt werden.

Verwendung

mCPBA wird in der organischen Chemie für Oxidationsreaktionen benutzt. Das Hauptanwendungsgebiet liegt bei Reaktionen wie der Baeyer-Villiger-Oxidation, der Epoxidierung von Alkenen (Prileschajew-Reaktion), der Oxidation von Sulfiden zu Sulfoxiden oder Sulfonen sowie von Aminen zu Amin-N-oxiden. Die sichere und einfache Handhabung macht mCPBA häufig zum Reagenz der Wahl.

mCPBA ist sehr gut in Dichlormethan löslich. Epoxidierungen von Alkenen werden vorzugsweise bei Raumtemperatur in diesem Lösungsmittel ausgeführt, die freiwerdende m-Chlorbenzoesäure ist unlöslich in Dichlormethan.

Das Addukt von meta-Chlorperbenzoesäure und Kaliumfluorid wird als Camps-Reagenz bezeichnet und kann im Gegensatz zu reinem mCPBA verwendet werden, um in Pyranringen die Positionen 2 und 3 überbrückende Epoxide herzustellen.<ref>Hélène G. Bazin, Michael W. Wolff, Robert J. Linhardt: Regio- and Stereoselective Synthesis of β-D-Gluco-, α-L-Ido-, and α-L-Altropyranosiduronic Acids from Δ4-Uronates. In: The Journal of Organic Chemistry. Band 64, Nr. 1, 1999, S. 144–152, doi:10.1021/jo981477k.</ref> F. Camps beschrieb dieses Reagenz erstmals 1982.<ref>F. Camps, J. Coll, A. Messeguer, F. Pujol: m-Chloroperoxybenzoic acid-potassium fluoride system: study of its stability and reaction with α-methylstyrene. In: The Journal of Organic Chemistry. Band 47, Nr. 27, Dezember 1982, S. 5402–5404, doi:10.1021/jo00148a037.</ref>

Einzelnachweise

<references />