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Meisenheimer-Umlagerung

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Die Meisenheimer-Umlagerung ist eine Umlagerungs- und Namensreaktion und nach dem Entdecker, dem deutschen Chemiker Jakob Meisenheimer (1876–1934) benannt. Bei der Reaktion wird ein Aminoxid in das entsprechende Alkoxyamin umgewandelt.<ref>J. Meisenheimer: Über eine eigenartige Umlagerung des Methyl-allyl-anilin-N-oxyds, Chem. Ber. 52, 1667 (1919) doi:10.1002/cber.19190520830.</ref><ref>March's Advanced Organic Chemistry: Reactions, Mechanisms, and Structure Michael B. Smith, Jerry March Wiley-Interscience, 5th edition, 2001, ISBN 0-471-58589-0.</ref> Die Reaktion kann über eine [1,2]- oder eine [2,3]-Umlagerung ablaufen.<ref>László Kürti und Barbara Czakó.: Strategic Applications of Named Reactions in Organic Synthesis: Background and Detailed Mechanisms, Elsevier Academic Press, 2005, S. 282–283, ISBN 978-0-12-429785-2.</ref>


[1,2]-Umlagerung:

Datei:Übersicht Meisenheimer-Rearrangement 1,2 Umlagerung V1.svg

[2,3]-Umlagerung:

Datei:Übersicht Meisenheimer-Rearrangement 2,3Umlagerung V1.svg

Mechanismus

[1,2]-Umlagerung

Die Meisenheimer-Umlagerung erfolgt über eine [1,2]-Umlagerung, wenn einer der Substituenten des tertiären Aminoxids in der Lage ist das entstehende Radikal zu stabilisieren. Dabei verläuft diese Umlagerung über einen homolytischen Mechanismus aus Dissoziation und anschließender Rekombination.

Datei:Mechanismus 1,2-Umlagerung Meisenheimer-Rearrangement V1.svg

Meist sind die Reste R1 und R2 Alkyl- oder Arylgruppen und R3 Benzyl- oder Diphenylmethylgruppen (radikalstabilisierend). Die (C)R-N-Bindung wird homonymisch gespalten, sodass zwei Radikale vorliegen, die durch ESR oder CIDNP nachgewiesen werden können.

[2,3]-Umlagerung

Die Meisenheimer-Umlagerung erfolgt über eine [2,3]-Umlagerung, wenn es sich bei einem der Substituenten des tertiären Aminoxids um eine Allylgruppe handelt. Diese Umlagerung verläuft über einen fünfgliedrigen Übergangszustand.

Datei:Mechanismus 2,3 Umlagerung Meisenheimer-Rearrangement V1.svg

Häufige Reste sind: R5 = H, Alkyl- oder Arylgruppen und R3 und R4 = Alkyl- oder Arylgruppen.

Einzelnachweise

<references/>

Literatur

  • Michael.B Smith, Jerry March: Advanced Organic Chemistry. 4. Auflage, John Willey & Sons, S. 1102
  • Jie Jack: Name Reactions. 1. Auflage, Springer-Verlag, S. 230