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Alkansäuren

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(Weitergeleitet von Alkansäure)

Alkansäuren (Alkancarbonsäuren) sind gesättigte aliphatische Carbonsäuren mit der allgemeinen Formel R–COOH, wobei R für ein Wasserstoffatom oder eine lineare oder verzweigte Alkylgruppe steht.<ref name="Ullmann1">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Unsubstituierte Alkansäuren mit einer Carboxygruppe (Monocarbonsäuren) haben die allgemeine Summenformel CnH2n+1COOH (n = 0, 1, 2, 3, …).<ref name="HBeyer">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Alkansäuren mit einer Carboxygruppe zählen zu den Monocarbonsäuren. Alkansäuren mit zwei Carboxygruppen bezeichnet man als Alkandisäuren und zählen zu den Dicarbonsäuren. Die einfachste Alkansäure ist die Methansäure (R = H), die unter dem Trivialnamen Ameisensäure bekannt ist. Längerkettige Alkansäuren mit sechs oder mehr Kohlenstoffatomen werden auch als gesättigte Fettsäuren bezeichnet.<ref name="Ullmann2">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Die Alkansäuren und ihre Derivate – insbesondere die Salze und Ester – sind von großem kommerziellen Wert, da sie in vielen verschiedenen industriellen Anwendungsbereichen als Lebensmittelzusatzstoffe, Emulgatoren, Aroma- und Duftstoffe bis hin zu Hochleistungsschmierstoffen eingesetzt werden.<ref name="Ullmann1" />

Aufbau von Alkansäuren

Die Bezeichnung der Alkansäuren nach IUPAC ergibt sich aus der längstmöglichen Kohlenstoffkette einschließlich der Carboxygruppe. An die Bezeichnung des entsprechenden Alkans wird die Endung -säure hinzugefügt.<ref name="EBreitmaier">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Alternativ wird das Suffix -carbonsäure mit dem Namen des Kohlenwasserstoffs verknüpft, an den die Carboxygruppe gebunden ist. Grundsätzlich wird für lineare Strukturen mit weniger als drei Carboxylgruppen die erste Variante bevorzugt.<ref name="DHellwinkel">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Für viele Alkansäuren sind Trivialbezeichnungen üblich, die sich von ihrer natürlichen Herkunft ableiten.

Einige lineare und verzweigte Alkansäuren
Strukturformel Datei:Acetic acid 200.svg Datei:Capronsäure.svg Datei:Isobutyric acid Formula V.1.svg Datei:Pivalic Acid Structural Formulae V.1.svg
IUPAC-Bezeichnung Ethansäure Hexansäure 2-Methylpropansäure 2,2-Dimethylpropansäure
Alternativbezeichnung Methancarbonsäure Pentancarbonsäure 1-Methylethancarbonsäure 1,1-Dimethylethancarbonsäure
Trivialname Essigsäure Capronsäure Isobuttersäure Pivalinsäure

Bei substituierten Alkansäuren sind ein oder mehrere H-Atome im Alkylrest durch andere Atome oder Atomgruppen ersetzt. Beispiele sind die Halogencarbonsäuren, Hydroxycarbonsäuren und die Aminosäuren.<ref name="HBeyer2">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Als Lokanten der funktionellen Gruppen oder Seitenketten werden arabische Ziffern verwendet, wobei die Carboxygruppe Vorrang erhält. Bei der Verwendung von Trivialnamen wird die Position durch griechische Buchstaben gekennzeichnet. Das der Carboxygruppe benachbarte Kohlenstoffatom erhält dabei die α-Position.<ref name="EBreitmaier" />

Substituierte Alkansäuren (Beispiele)
Strukturformel Datei:2-chloroacetic acid 200.svg Datei:Glycolsäure.svg Datei:2-aminoacetic acid 200.svg Datei:2-Bromo-3-methylhexanedioic acid.svg
IUPAC-Bezeichnung 2-Chlorethansäure 2-Hydroxyethansäure 2-Aminoethansäure 2-Brom-3-methylhexandisäure
Trivialname Chloressigsäure Glycolsäure Glycin α-Brom-β-methyladipinsäure

Darstellung

Für die Darstellung von Alkansäuren gibt es verschiedene Methoden:<ref name="HBeyer" />

Eigenschaften

Die kürzerkettigen Alkansäuren, insbesondere Butansäure, sind stark übelriechende Flüssigkeiten und reagieren in Wasser sauer.

Längerkettige Alkansäuren sind bei Zimmertemperatur weiße Feststoffe. Aufgrund des polaren Charakters der Carboxygruppe sind die Alkansäuren in der Lage, Wasserstoffbrückenbindungen auszubilden, weswegen sie eine erhöhte Siedetemperatur aufweisen. Die Säurestärke sowie die Fähigkeit, Wasserstoffbrücken auszubilden, nehmen mit ansteigender Kettenlänge ab, da dann der Einfluss der Carboxygruppe auf das Gesamtmolekül abnimmt.

Reaktionen

Dissoziation

In Wasser dissoziieren kürzerkettige Alkansäuren (hier: Essigsäure):

<math>\mathrm {H_3C{-}COOH + H_2O \ \rightleftharpoons \ H_3C{-}COO^- + H_3O^+}</math>.

Das entstehende Säurerest-Ion wird benannt nach dem am Aufbau der Säure beteiligten Alkan und -oat angehängt (teilweise findet sich auch die Endung -at), also beispielsweise:

Ethan + -oatEthanoat-Ion (auch: Acetat-Ion)

Allerdings dissoziieren Alkansäuren nicht vollständig, das heißt, nur ein Teil der Alkansäuremoleküle geben ein Wasserstoffion ab. In der Regel sind Alkansäuren also schwache Säuren, was sich in der Säurestärke ausdrückt.

Veresterung

Erwärmt man ein Gemisch aus einer Alkansäure und einem Alkohol in einem Wasserbad, so findet eine Veresterung statt. Dies geschieht in Anwesenheit einer anorganischen Säure als Katalysator, meist konzentrierte Schwefelsäure. Dabei reagiert die OH-Gruppe des Alkohols mit der COOH-Gruppe der Alkansäure und es wird unter Abspaltung von Wasser ein Ester gebildet:

<math>\mathrm {H_3C{-}COOH + HO{-}H_2C{-}CH_3 \longrightarrow H_3C{-}COO{-}H_2C{-}CH_3 + H_2O}</math>.
Ethansäure (Essigsäure) und Ethanol reagieren zu Ethylethanoat (Essigsäureethylester).

Vollständige Oxidation

Alkansäuren werden bei der Verbrennung zu Kohlenstoffdioxid und Wasser oxidiert:

<math>\mathrm{H_3C{-}COOH + 2\,O_2 \longrightarrow 2\,CO_2 + 2\,H_2O}</math>.
Ethansäure wird durch Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid und Wasser oxidiert.

Ist das Sauerstoff-Angebot in der Luft nicht ausreichend, entstehen statt Kohlenstoffdioxid Kohlenstoffmonoxid oder Kohlenstoff (in Form von Ruß).

Homologe Reihe der linearen Alkansäuren

Trivialname Chemische
Bezeichnung
C-Atome Summenformel Strukturformel Schmelzpunkt
in °C<ref name="CRC90_3_1_523">Vorlage:CRC Handbook</ref>
Siedepunkt
in °C<ref name="CRC90_3_1_523" />
pKs-Wert<ref name="CRC90_8_42_51">Vorlage:CRC Handbook</ref>
Ameisensäure Methansäure 1 CH2O2 Datei:Ameisensäure Skelett.svg −08,3 101 3,75 (25 °C)
Essigsäure Ethansäure 2 C2H4O2 Datei:Acetic acid 200.svg 16,64 117,9 4,756 (25 °C)
Propionsäure Propansäure 3 C3H6O2 Datei:Propionic acid 200.svg −20,5 141,15 4,87 (25 °C)
Buttersäure Butansäure 4 C4H8O2 Datei:Butyric acid 200.svg 0−5,1 163,75 4,83 (25 °C)
Valeriansäure Pentansäure 5 C5H10O2 Datei:Pentanoic acid 200.svg −33,6 186,1 4,83 (20 °C)
Capronsäure Hexansäure 6 C6H12O2 Datei:Hexanoic acid 200.svg 0−4 205,2 4,85 (25 °C)
Önanthsäure Heptansäure 7 C7H14O2 Datei:Heptanoic acid 200.svg 0−7,2–7,5 222,2 4,89 (25 °C)
Caprylsäure Octansäure 8 C8H16O2 Datei:Octanoic acid 200.svg 16,5 239 4,89 (25 °C)
Pelargonsäure Nonansäure 9 C9H18O2 Datei:Nonanoic acid 200.svg 12,4 254,5 4,96 (25 °C)
Caprinsäure Decansäure 10 C10H20O2 Datei:Decanoic acid 200.svg 31,4 268,7

Weitere Fettsäuren sind die Palmitinsäure (Hexadecansäure, C15H31COOH) und die Stearinsäure (Octadecansäure, C17H35COOH).

Quellen

Weblinks

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Einzelnachweise

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