6-Diazo-5-oxo-L-norleucin
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Strukturformel von 6-Diazo-5-oxo-L-norleucin | ||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Name | 6-Diazo-5-oxo-L-norleucin | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C6H9N3O3 | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
gelblicher Feststoff<ref name="Dion HW" /> | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 171,15 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten |
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
6-Diazo-5-oxo-L-norleucin (L-DON) ist eine nicht-proteinogene Aminosäure, die als Analogon von Glutamin fungiert. Es gehört zu den Diazoverbindungen. L-DON wurde 1956 aus Bakterien der Gattung Streptomyces isoliert und erstmals beschrieben sowie als mögliches Chemotherapeutikum zur Behandlung von Krebs vorgeschlagen.<ref name="Dion HW">H. W. Dion et al.: 6-diazo-5-oxo-L-norleucine, A new tumor inhibitory substance. II: Isolation and Characterization. In: Antibiotics and Chemotherapy, Vol 78, 1954, 3075–3077.</ref> In verschiedenen Tierversuchen wurde eine antitumorale Wirkung bestätigt.<ref name="Yoshioka">K. Yoshioka et al.: Glutamine antagonist with diet deficient in glutamine and aspartate reduce tumor growth. In: Tokushima J Exp Med. 39 (1-2), Jun 1992, S. 69–76. PMID 1412455.</ref> In klinischen Studien wurde DON als Chemotherapeutikum gegen Krebs getestet, aber nie zugelassen. Die bisher letzte klinische Studie zu DON wurde 2008 veröffentlicht, hier wurde es in Kombination mit einer Glutaminase verabreicht.<ref name="Mueller">C. Mueller, S. Al-Batran, E. Jaeger, B. Schmidt, M. Bausch, C. Unger, N. Sethuraman: A phase IIa study of PEGylated glutaminase (PEG-PGA) plus 6-diazo-5-oxo-L-norleucine (DON) in patients with advanced refractory solid tumors. In: Journal of Clinical Oncology. 26, 2008, S. 2533, doi:10.1200/jco.2008.26.15_suppl.2533.</ref> Im Jahr 2021 wurde der Biosyntheseweg von DON aufgeklärt und es wurde festgestellt, dass DON durch drei Enzyme aus L-Lysin biosynthetisiert wird. In dieser Studie wurde auch die heterologe Produktion der acetylierten Form von DON erfolgreich erreicht.<ref>Seiji Kawai, Yuko Sugaya, Ryota Hagihara, Hiroya Tomita, Yohei Katsuyama: Complete biosynthetic pathway of alazopeptin, a tripeptide con-sisting of two molecules of 6-diazo-5-oxo-L-norleucine and one molecule of alanine. In: Angewandte Chemie International Edition. Band 60, 2021, S. 10319, doi:10.1002/anie.202100462.</ref>
Chemie
DON ist ein gelbliches Pulver, das gut wasserlöslich ist, es löst sich aber auch in wässrigen Lösungen von Methanol, Aceton oder Ethanol, allerdings nur schlecht in absoluten Alkoholen. Lösungen von mindestens 50 µM DON in 0,9 % Kochsalzlösung erscheinen leicht gelblich. In kristalliner Form bilden sich gelblich grüne Nadeln. Die spezifische Rotation ist [α]D26= +21° (c = 5,4 % in H2O). In Phosphatpuffer bei pH 7 liegen die ultravioletten Absorptionsmaxima bei 274 nm (E1%1 cm. 683) und 244 nm (E1%1 cm 376).<ref name="Dion HW" /><ref name="DeWald">H. A. DeWald und A. M. Moore: 6-Diazo-5-oxo-L-norleucine, a new tumor-inhibitory substance. Preparation of L (D and L)-forms, in Am. Chem. Soc. Meeting, Dallas, 1956, S. 13.</ref>
Biochemie
DON findet eine breite Verwendung als Inhibitor verschiedener Glutamin umsetzender Enzyme. Aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Glutamin findet es Zugang zu den katalytischen Zentren dieser Enzyme und blockiert es durch kovalente Bindung bzw. Alkylierung.<ref name="Pinkus" /><ref name="Ortlund">E. Ortlund et al.: Reactions of Pseudomonas 7A glutaminase-asparaginase with diazo analogues of glutamine and asparagine result in unexpected covalent inhibitions and suggests an unusual catalytic triad Thr-Tyr-Glu. In: Biochem (2000) 39: 1199–1104. doi:10.1021/bi991797d</ref> In der folgenden Tabelle sind einige Enzyme aufgeführt, die durch DON inhibiert werden.
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Wirkmechanismus
DON wirkt als Zellgift inhibierend auf viele Schlüsselenzyme der Nukleotid-Synthese. Unter Zugabe von DON wurde in verschiedenen Krebszelllinien Apoptose (programmierter Zelltod) ausgelöst. Verschiedene Gründe wurden untersucht, der genaue Mechanismus jedoch nicht endgültig geklärt. Zum einen wurde die innere mitochondriale Membran durch DON-Gabe beschädigt,<ref name="Wu">F. Wu et al.: A mechanism behind the antitumor effect of 6-diazo-5-oxo-L-norleucine (DON): disruption of mitochondria. European Journal of Cancer. 35(7), Jul 1999, S. 1155–1161. doi:10.1016/S0959-8049(99)00099-4.</ref> des Weiteren konnten Einzelstrangbrüche in der DNA nachgewiesen werden.<ref name="Hiramoto">K. Hiramoto et al.: DNA strand cleavage by tumor-inhibiting antibiotic 6-diazo-5-oxo-L-norleucine. Mutat Res. 360(2), 10. Jun 1996, S. 95–100. doi:10.1016/0165-1161(95)00073-9.</ref>
Pharmakologie
DON ist nicht als Arzneimittel zugelassen, wird aber in klinischen Studien in Kombination mit einer Glutaminase für den Einsatz als Chemotherapeutikum gegen Krebs getestet.<ref name="Mueller" />
Einzelnachweise
<references />
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- Giftiger Stoff bei Hautkontakt
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- Alpha-Aminosäure
- Diazoverbindung
- Zytostatikum
- Keton