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Cadmiumselenid

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Kristallstruktur
Struktur von Cadmiumselenid
Vorlage:Farbe Cd2+ 0 Vorlage:Farbe Se2−
Allgemeines
Name Cadmiumselenid
Andere Namen
Verhältnisformel CdSe
Kurzbeschreibung

weißer bis brauner Feststoff<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 215-148-3
ECHA-InfoCard 100.013.772
PubChem 14784
ChemSpider 14101
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 191,36 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

5,81 g·cm−3 (25 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

>1350 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.773">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter die Gruppeneinträge zu Vorlage:Linktext-Check und Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301+331​‐​312​‐​373​‐​410
P: 201​‐​261​‐​273​‐​301+310+330​‐​308+313​‐​403+233<ref name="GESTIS" />
MAK

aufgehoben, da cancerogen<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Cadmiumselenid, CdSe, ist das Cadmiumsalz des Selenwasserstoffs. Der rote Feststoff kristallisiert in einer hexagonalen Wurtzitstruktur<ref>Duck-Tae Kim u. a.: Composition and temperature dependence of band gap and lattice constants of Mgx Cd1-x Se single crystals. In: physica status solidi, 2006, 3, 8, S. 2665–2668. doi:10.1002/pssc.200669624</ref>, unter hohem Druck ist auch eine metastabile Form in Natriumchlorid-Struktur bekannt. Die Verbindung wird wegen ihrer Verwendung als Rotpigment auch als Cadmiumrot bezeichnet. Cadmiumselenid ist ein Halbleiter, genauer gesagt ein II-VI-Verbindungshalbleiter. Aufgrund der Giftigkeit der Verbindung findet es als Halbleitermaterial in der Elektronik kaum Verwendung. Cadmiumselenid ist für Infrarot-Licht transparent, weshalb es gelegentlich als Fenstermaterial in IR-Anwendungen benutzt wird. Cadmiumselenid weist bei einer Wellenlänge von 730 nm die maximale Empfindlichkeit auf.

In der Natur ist Cadmiumselenid als sehr selten vorkommendes Mineral Cadmoselit zu finden.<ref>Handbook of Minerals: Cadmoselite (englisch, PDF 56,6 kB)</ref>

Nanokristalle

In der Forschung sind Nanopartikel aus Cadmiumselenid im Fokus vieler Forschungsgruppen. Cadmiumselenid ist eines der meistuntersuchten Systeme aus Nanokristallen. Cadmiumselenid-Nanokristalle können in makroskopischen Mengen mit sehr geringer Dispersionsgröße hergestellt werden.

Die dreidimensionale räumliche Begrenzung der Ladungsträger führt zu einer Diskretisierung der elektronischen Energieniveaus, was als Größenquantisierungseffekt bezeichnet wird. Solche quasi nulldimensionalen Festkörperstrukturen werden Quantenpunkte genannt. Das Besondere an diesen Nanokristallen ist, dass in diesen Dimensionen die Größe des Kristalls und nicht die physikalische Zusammensetzung die Bandlückenenergie dieses Halbleiters bestimmt. Schon durch eine geringe Größenänderung von 10 zu 100 Å verändert sich die Energiedifferenz so, dass durch UV-induzierte Fluoreszenz die Wellenlänge des emittierten Lichts von blau nach rot verschoben wird. Je kleiner das Partikel ist, desto kleiner ist auch die ausgestrahlte Wellenlänge. Diese Größenquantisierungseffekte treten besonders stark auf, weil diese Dimensionen die Größe eines gebundenen Elektron-Loch-Paares (Exziton) unterschreiten.

Allerdings treten bei diesen Dimensionen zusätzlich Effekte an der Oberfläche des Kristalls auf, da sich schon etwa ein Drittel der Atome an der Oberfläche und somit nicht mehr in einem regelmäßigen Gitterverband befindet. Wenn man an der Oberfläche andere Halbleiter aufwächst, lassen sich Oberflächenfehlstellen gezielt manipulieren. Dadurch lässt sich z. B. die Quantenausbeute erhöhen und die Photostabilität verbessern. Durch Stabilisatormoleküle, wie z. B. TOPO, lassen sich diese Nanokristalle auch an verschiedene (polare und unpolare) Lösungsmittel anpassen.

Insbesondere die über die Partikelgröße einstellbare Fluoreszenzfarbe lassen Cadmiumselenid-Nanopartikel für eine Reihe von Applikationen, wie beispielsweise als Biomarker für In-vitro-Anwendungen oder als Lichtumwandler in Solarzellen,<ref name="solar"> Quantum-Dot Leap – Tapping tiny crystals' inexplicable light-harvesting talent. In: Science News. 169(22)/2006, S. 344.</ref> recht vielversprechend aussehen.

Anwendungen

Datei:Kadmiumrot.JPG
Cadmiumrot-Pigment

Cadmiumrot wird trotz erheblicher toxikologischer und ökologischer Bedenken nach wie vor in Künstlerfarben verwendet.<ref name="Kremer">Kremer Pigmente GmbH & Co. KG: 21010 – 21540 Cadmiumfarben. In: kremer-pigmente.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. Oktober 2014; abgerufen am 1. Mai 2023.</ref> Reines Cadmiumrot hat wegen seiner braun-schwarzen Farbe keine Bedeutung als Pigment. In der Praxis vermischt man es mit Cadmiumsulfid (Cadmiumgelb). Mit steigendem Anteil an Cadmiumselenid verändert das Pigmentgemisch seine Farbe von Orange über Rot zu Dunkelrot.<ref name="Kremer" /> Fabrikatorisch wurde es erstmals 1910 hergestellt und konnte den nicht ganz so beständigen Cinnabarit (Zinnober), also Quecksilbersulfid, ersetzen, den es an Farbreinheit übertrifft.<ref name="Kremer" />

Weitere Anwendungen waren unter anderem die Verwendung als Farbstoffkomponente für Tätowierungen<ref name="tattoo">Ärzte Zeitung: Ötzi und die Geschichte der Tätowierung. 2. Januar 2017.</ref> oder als helligkeitsempfindliche Beschichtung in elektrischen Fotowiderständen, bis dieses im Rahmen der RoHS-Richtlinien im Handel verboten wurde. Im Juni 1991 wurde die EG-Richtlinie 91/338/EWG verabschiedet, die ein Cadmiumverbot für Stabilisatoren, Pigmente und galvanische Beschichtungen für bestimmte Anwendungen vorsieht.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Oxide: Zinkoxid | Cadmiumoxid | Quecksilber(I)-oxid • Quecksilber(II)-oxid

Sulfide: Zinksulfid | Cadmiumsulfid | Quecksilbersulfid

Selenide: Zinkselenid | Cadmiumselenid | Quecksilberselenid

Telluride: Zinktellurid | Cadmiumtellurid | Quecksilbertellurid Vorlage:Klappleiste/Ende