Zum Inhalt springen

Murg (Aare)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. Februar 2026 um 04:50 Uhr durch imported>Anarabert (KARTE-BESCHREIBUNG).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Murg
Datei:Murg (Aro) 029.jpg
Die Murg unterhalb der Brücke zwischen Murgenthal und Wynau

Die Murg unterhalb der Brücke zwischen Murgenthal und Wynau

Daten
Gewässerkennzahl CH: 497
Lage Mittelland

SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Aare → Rhein → Nordsee
Ursprung Zusammenfluss von Rot und Langete
47° 15′ 4″ N, 7° 49′ 35″ O
 {{#coordinates:47,25123|7,82647|
dim=500 globe= name=Ursprung Murg region=CH-BE/CH-AG type=waterbody
  }} 
Quellhöhe 420 m<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref>
Mündung bei Murgenthal in die AareKoordinaten: 47° 15′ 55″ N, 7° 49′ 31″ O; CH1903: 629267 / 234988
 {{#coordinates:47,26515|7,82535|primary
dim= globe= name=Mündung Murg region=CH-BE/CH-AG type=waterbody
  }}
47° 15′ 55″ N, 7° 49′ 31″ O {{#coordinates:47,26515|7,82535|
dim= globe= name=Mündung Murg region=CH-BE/CH-AG type=waterbody
  }} 
Mündungshöhe 400 m<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref>
Höhenunterschied 20 m
Sohlgefälle 8,3 ‰
Länge 2,4 km<ref name="CH-BE_Gewässernetz">Gewässernetz des Kantons Bern (Hinweise)</ref> 
34 km (mit Langete)
Einzugsgebiet 186 km²<ref name="bafu2">Mündung der Murg auf map.geo.admin.ch. Abgerufen am 5. November 2024.</ref>
Abfluss am Pegel Murgenthal, Walliswil<ref name="bafu">Abflussdaten: Messstelle: Murg - Murgenthal, Walliswil (2471). (PDF) 1981–2020. In: BAFU Hydrodaten. BAFU, abgerufen am 5. November 2024 (Stationsseite).</ref>
AEo: 183 km²
Lage: 2,2 km oberhalb der Mündung
NNQ (2019)
MNQ 1981–2020
MQ 1981–2020
Mq 1981–2020
MHQ 1981–2020
HHQ (2007)
830 l/s
2,28 m³/s
3,41 m³/s
18,6 l/(s km²)
4,95 m³/s
57,3 m³/s
Abfluss<ref name="bafu2" />
AEo: 185 km²
an der Mündung
MQ
Mq
3,47 m³/s
18,8 l/(s km²)

Vorlage:Maplink

Die Murg ist ein rechter und südlicher Nebenfluss der Aare. Zusammen mit ihrem grösseren Quellfluss Langete hat sie eine Länge von etwa 34 Kilometer. Dem Flusslauf folgt auf seiner ganzen Länge von 2,4 Kilometern die Grenze zwischen den Kantonen Bern und Aargau.

Der Fluss liegt im nordöstlichen Abschnitt der schützenswerten Landschaft «Smaragdgebiet Oberaargau».

Geographie

Quellflüsse

Die Murg entsteht südöstlich von Wynau auf dem Gemeindegebiet von Roggwil auf der Höhe von 420 m ü. M. aus dem Zusammenfluss der Langete mit der Rot.

Langete

Die 31 km lange Langete ist der linke, südwestliche Quellfluss der Murg.

Sie hat ein Einzugsgebiet von 131,43 km² und einen mittleren Abfluss (MQ) von 2,55 m³/s.

Rot

Die 17 km lange Rot ist der rechte und südöstliche Quellfluss der Murg.

Sie hat ein Einzugsgebiet von 46,07 km² und einen mittleren Abfluss (MQ) von 0,79 m³/s.

Verlauf

Nach dem Zusammenfluss der Langete mit der Rot zwischen Roggwil und Walliswil fliesst die Murg zunächst nach Nordwesten und mäandriert in den Naturwiesen, wo sie von links den Brunnbach und südlich vom Guegiloch eine Abzweigung des Mürlibachs aufnimmt. Etwa 150 m flussabwärts mündet von rechts der Stampfibach in die Murg ein. Direkt danach zweigt bei einer hohen Staustufe nach rechts der Rotkanal ab. Die Murg fliesst weiter nach Norden und mäandriert, von Gehölz im Uferstreifen begleitet, durch die Flussniederung zwischen Wynau und dem Trottenhubel. Der Rotkanal liegt auf der rechten Seite hoch über dem Fluss, die Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist führt auf einem hohen Viadukt über das Flusstal, und die Bahnstrecke Olten–Langenthal verläuft links durch das Tal und überquert den Fluss kurz von dem Bahnhof Murgenthal. Die Murg verläuft danach an extensiv genutzten Wiesen und Weiden sowie an Hochstamm-Feldobstbäumen vorbei und erreicht dann den Wynauer Ortsteil Obermurgenthal und die Aargauer Gemeinde Murgenthal. Auf der rechten Seite wird dort Obst angebaut.

Die Murg unterquert die alte Steinbrücke der ehemaligen Landstrasse Bern-Lenzburg und die Hauptstrasse 1, läuft dann links an Heimweiden und rechts an Hecken-, Feld- und Ufergehölzen mit Krautsaum vorbei und mündet schliesslich östlich einer Abwasserreinigungsanlage (ARA) auf einer Höhe von 400 m ü. M. von rechts und Süden in die aus den Westen heranziehende Aare. Die bei der Murgmündung liegende Landschaft «Aareknie Wolfwil-Wynau» ist im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgeführt und seit 1996 durch das Bundesgesetz geschützt.

Einzugsgebiet

Das 184,82 km² grosse Einzugsgebiet der Murg liegt im Schweizer Mittelland und wird über die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es besteht zu 27,1 % aus bestockter Fläche, zu 63,3 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 9,4 % aus Siedlungsfläche und zu 0,2 % aus Gewässerfläche.

Flächenverteilung <timeline> ImageSize = width:500 height:100 PlotArea = width:90% height:66% bottom:20% left:5% DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:2 columnwidth:205 left:30 top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:10 start:0 ScaleMinor = unit:year increment:5 start:0

  1. The formatting blanks in the Colors-section are in fact figure spaces (U+2007)

Colors =

 id:Wald   value:teal         legend:27,1_%_Bestockte_Fläche
 id:Acker  value:yelloworange legend:63,3_%_Landwirtschaftsflächen
 id:Orte   value:red          legend:9,4_%_Siedlungsfläche
 id:Wasser value:blue         legend:0,2_%_Gewässeroberfläche

PlotData =

from:00.0 till:27.1  color:Wald
from:27.1 till:90.4  color:Acker
from:90.4 till:99.8  color:Orte
from:99.8 till:100.0 color:Wasser

</timeline>

Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 651 m ü. M., die minimale Höhe liegt bei 403 m ü. M. und die maximale Höhe bei 1085 m ü. M.<ref name="bafu3">Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Murg. Abgerufen am 5. November 2024.</ref>

Zuflüsse und Abzweigungen

  • Langete (linker Quellfluss), 31,0 km, 131,00 km², 2,55 m³/s
  • Rot (rechter Quellfluss), 17,0 km, 46,07 km², 0,79 m³/s
  • Brunnbach (links)
  • Stampfibach (rechts)
  • Rothbachkanal<ref>Mündet in die Aare</ref> (rechte Abzweigung), 8,5 km
  • Mürlibach (links)
  • Mülikanal<ref>Linke Abzweigung, fliesst wieder in die Murg zurück</ref> (links)

Rotkanal

Datei:Rotkanal mit Murg.JPG
Rotkanal (rechts) bei Murgenthal. Links Uferbäume der Murg.

Kurz nach dem Zusammenfluss der Rot mit der Langete zweigt der 8,5 km lange Rotkanal ab, der parallel zur Aare nach Rothrist führt. Er wurde um 1640 zwecks Bewässerung der sogenannten «Hungerzelg» angelegt und von da bis 1999 von der «Rothbachwässerungsgenossenschaft» unterhalten.

Seit 1856 dient der Kanal auch zur Gewinnung von Wasserkraft, zunächst für Industriebetriebe, seit 1943 für ein Kleinkraftwerk.<ref>W. Jäggi: Der Rothkanal. Ein Gewässer in der Westecke des Kantons Aargau. In: Jahrbuch des Oberaargaus Nr. 31, 1988, S. 107–114.</ref>

Hydrologie

An der Mündung der Murg in die Aare beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 3,47 m³/s. Ihr Abflussregimetyp ist pluvial inférieur<ref> Abrufbar unter Gesamtes HyWa Heft 3, 2006.</ref>, und ihre Abflussvariabilität<ref>Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.</ref> beträgt 25.

Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) der Murg in m³/s<ref>Mittlere Abflüsse (m³/s) und Abflussregimetyp für das Gewässernetz der Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU), abgerufen am 5. November 2024.</ref>

<timeline> Colors=

 id:lightgrey value:gray(0.8)
 id:darkgrey  value:gray(0.3)
 id:sfondo value:rgb(1,1,1)

ImageSize = width:650 height:300 PlotArea = left:30 bottom:50 top:20 right:20 DateFormat = x.y Period = from:0 till:4.5 TimeAxis = orientation:vertical AlignBars = justify ScaleMajor = gridcolor:lightgrey increment:2 start:0 ScaleMinor = gridcolor:lightgrey increment:1 start:0 BackgroundColors = canvas:sfondo

LineData =

 layer:front                            # all lines in front of bars unless stated otherwise
 at:3.47        color:blue  width:2     # perpendicular to time axis full length

TextData =

 pos:(30,245) textcolor:black fontsize:S
 text: 3,47
 pos:(20,16) textcolor:blue fontsize:35
 text: ─
 pos:(73,24) textcolor:black fontsize:S
 text: Mittlerer Jahresabfluss
 pos:(200,0) textcolor:skyblue fontsize:35
 text: ▬ 
 pos:(242,24) textcolor:black fontsize:S
 text: Mittlerer monatlicher Abfluss

BarData=

 bar:Jan text:Januar
 bar:Feb text:Februar
 bar:Mar text:März
 bar:Apr text:April
 bar:Mai text:Mai
 bar:Jun text:Juni
 bar:Jul text:Juli
 bar:Agu text:August
 bar:Sep text:September
 bar:Okt text:Oktober
 bar:Nov text:November
 bar:Dez text:Dezember

PlotData=

 color:skyblue width:30 align:left
 bar:Jan from:0 till: 3.70
 bar:Feb from:0 till: 4.50
 bar:Mar from:0 till: 4.47
 bar:Apr from:0 till: 4.12
 bar:Mai from:0 till: 3.59
 bar:Jun from:0 till: 3.67
 bar:Jul from:0 till: 2.89
 bar:Agu from:0 till: 2.49
 bar:Sep from:0 till: 2.58
 bar:Okt from:0 till: 2.53
 bar:Nov from:0 till: 3.22
 bar:Dez from:0 till: 3.97

PlotData=

 bar:Jan at: 3.70 fontsize:S text: 3,70 shift:(-10,5)
 bar:Feb at: 4.50 fontsize:S text: 4,50 shift:(-10,5)
 bar:Mar at: 4.47 fontsize:S text: 4,47 shift:(-10,5)
 bar:Apr at: 4.12 fontsize:S text: 4,12 shift:(-10,5)
 bar:Mai at: 3.59 fontsize:S text: 3,59 shift:(-10,5)
 bar:Jun at: 3.67 fontsize:S text: 3,67 shift:(-10,5)
 bar:Jul at: 2.89 fontsize:S text: 2,89 shift:(-10,5)
 bar:Agu at: 2.49 fontsize:S text: 2,49 shift:(-10,5)
 bar:Sep at: 2.58 fontsize:S text: 2,58 shift:(-10,5)
 bar:Okt at: 2.53 fontsize:S text: 2,53 shift:(-10,5)
 bar:Nov at: 3.22 fontsize:S text: 3,22 shift:(-10,5)
 bar:Dez at: 3.97 fontsize:S text: 3,97 shift:(-10,5)
</timeline>

Brücken

Datei:Murgbrücke über die Murg, Wynau BE – Murgenthal AG 20220909-jag9889.jpg
Schützenswerte Steinbogenbrücke von 1818, Wynau BE – Murgenthal AG


Sieben Brücken überqueren die Murg.

Namensgeber

Die Gemeinde Murgenthal hat ihren Namen von dem Fluss.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Murg (Aare) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />