Rot (Murg)
Die Rot (früher auch Roth geschrieben) ist ein etwa 17 Kilometer langer Bach im Grenzgebiet der drei Kantone Bern, Luzern und Aargau. Sie ist der rechte und südsüdöstliche Quellfluss der Murg.
Geographie
Verlauf
Die Rot entspringt in einem Tal im Osten der Berner Gemeinde Gondiswil auf Vorlage:Höhe und bezeichnet fast von der Quelle an die Kantonsgrenze zwischen Bern und Luzern. An ihrem rechten Ufer liegt zuerst die Luzerner Gemeinde Fischbach. Der Bach fliesst gegen Norden nach Grossdietwil (im Kanton Luzern), wo sie von rechts den Fischbach aufnimmt, und danach mäandrierend nach Altbüron und nach St. Urban (Vorlage:Höhe) im Gebiet von Pfaffnau. Die grosszügige barocke Anlage des ehemaligen Klosters St. Urban steht auf der Anhöhe rechts vom Bach, aus welchem weiter oben im Tal ein Kanal zur Bewässerung der Klostersiedlung abgeleitet ist. In den flacheren Abschnitten des Tales diente das Wasser der Rot früher, wohl dank der Initiative der Zisterziensermönche von St. Urban, zur Wiesenbewässerung,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> weshalb der Talboden zwischen Grossdietwil und St. Urban als Teil des dezentralen Landschaftsschutzgebiets «Wässermatten in den Tälern der Langete, der Rot und der Önz» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung verzeichnet ist.<ref>Objektblatt «Wässermatten in den Tälern der Langete, der Rot und der Önz» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.</ref>
St. Urban liegt an der äussersten nordwestlichen Ecke des Luzerner Kantonsgebiets, und so befindet sich, nur 200 Meter unterhalb des Klosters, am Ufer der Rot, oberhalb der Zofingerstrasse, ein Treffpunkt der drei Kantonsgrenzen zwischen Aargau, Bern und Luzern.<ref name="BRPfaffnau2008" /> Von St. Urban aus verläuft ein weiterer Kanal rechts vom Fluss, im Kanton Aargau, zur alten Säge von Walliswil, einem geschützten Kulturgut, das rechts von der Rot steht. Diese fliesst weiter gegen Norden durch das Tal östlich von Roggwil und vereinigt sich auf Vorlage:Höhe bei Walliswil, einem Weiler in der Aargauer Gemeinde Murgenthal, mit der Langete; von dieser Stelle an und bis zur Mündung in die Aare wird das Gewässer Murg genannt und bildet auf der ganzen Länge die Grenze zwischen den Kantonen Aargau und Bern.
Einzugsgebiet
Das Einzugsgebiet hat eine Fläche von 46,1 km²; es wird zu 66 % landwirtschaftlich genutzt; 27 % sind von Wald und Gehölz bedeckt, 7 % sind überbaut.<ref name="bafu" /> Es stösst
- im Westen an das Einzugsgebiet der Langete
- im Süden an jenes der Luthern
- im Osten an jenes der Wigger und
- im Nordosten an jenes der Pfaffneren.
Zuflüsse
- Schwändibach (links)
- Brüggeweidbächli (links)
- Mülibach (rechts)
- Fischbächli (links)
- Haldenbach (rechts)
- Wässerbach (rechte Abzweigung)
- Dorfbach (links)
- Schwarzebach (links)
- Rickebach (links)
- Ziegelwaldgräbli (links)
- Stäckholzergräbli (links)
- Seijumattbächli (links)
- Buechwaldbächli (links)
- Stampfibach (rechte Abzweigung)
Hydrologie
Der Abfluss der Rot bei der Messstation Roggwil beträgt im langjährigen Mittel 0,89 m³/s. Die mittleren Monatsabflüsse schwanken zwischen 0,6 m³/s im August und 1,16 m³/s im März. Bei Hochwasser wurden über 40 m³/s gemessen.
Der Bach mäandriert in den flachen Talabschnitten stark und bildet zusammen mit den künstlichen Wassergräben ein verzweigtes Gewässernetz.
Natur und Umwelt
Abwasserreinigung
Die Gemeinden im Einzugsgebiet der Rot sind durch einen Sammelkanal an die ARA Murg bei Wynau angeschlossen, welche die Aare als starken Vorfluter nutzt. Die Abwasserreinigungsanlage wird von einem Zweckverband aus 12 Gemeinden getragen und steht seit 1979 in Betrieb.
Wässermatten
Die Tallandschaft der Rot wird durch die Wässermatten geprägt, die ihr ein dauerhaft grünes und reich gegliedertes Aussehen verleihen. Die durch Wiesenbewässerung entstandene Kulturlandschaft wurde 1983 als Objekt-Nr. 1312 ins Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen.
Schutz und Erhalt der Wässermatten-Tradition sind im Rottal ähnlich wie an der Langete geregelt: Die Bewirtschafter haben sich gegenüber der Wässermatten-Stiftung (an der seit 1994 auch der Kanton Luzern beteiligt ist) zu reinem Grasanbau mit Bewässerung sowie zur Erneuerung und zum Erhalt ihrer Wässeranlagen verpflichtet; im Gegenzug werden sie von der Stiftung für Mehraufwand und Minderertrag entschädigt.<ref>V. Binggeli, M. Ischi: Das Wässermatten-Schutzgebiet von Altbüron. In: Jahrbuch des Oberaargaus. Nr. 38, 1995, S. 123–146.</ref>
Biologie
Die Rot ist über weite Strecken von Ufergehölz gesäumt. Zusammen mit den Wässermatten bildet sie einen naturnahen Lebensraum, der sich durch eine hohe Artenvielfalt auszeichnet. So sind im Rottal insgesamt 21 Heuschreckenarten verzeichnet worden; darunter die stark vom Aussterben bedrohte Sumpfschrecke.<ref>Pascal Barrière: Ökologische Untersuchungen an Heuschrecken des Rottals. In: Jahrbuch des Oberaargaus. Nr. 38, 1995, S. 93–122.</ref>
Der Fischbestand in der Rot besteht vorwiegend aus Bachforellen; es kommen aber auch Groppen und seltenere Arten wie das Bachneunauge vor. Der einst verbreitete Fischotter ist aus dem Rottal verschwunden, Biber kommen wieder vor. Auch Dohlenkrebse, Gras- und Wasserfrösche kehren allmählich zurück; ihr Fang wurde noch im 19. Jahrhundert gewerbsmässig betrieben.
Der Verein «Lebendiges Rottal» lässt die von den Zisterziensern des Klosters St. Urban begründete Tradition der Karpfenzucht im Rottal wieder aufleben. Auf seine Initiative hin entstand im Jahr 2004 der «Äschweiher», ein Karpfenteich bei Ludligen an der Rot. Neben dem Teich wurden auch mehrere kleine Gewässer für Amphibien angelegt.
Weblinks
- Vorlage:HLS
- [[[:Vorlage:GeoQuelle]] Verlauf der Rot (und der Langete)] auf dem Geoportal des Kantons Bern
- Verlauf der Rot auf dem Geoportal des Kantons Luzern
- Website des Vereins lebendiges Rottal
- Projekt Karpfen pur Natur
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name="BRPfaffnau2008"> Vorlage:Literatur </ref> </references>