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Eritrea

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 6. April 2026 um 12:09 Uhr durch imported>Martin Bahmann (Ackerbau: linklfix nach LD Hülsengemüse).
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Eritrea ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʔeʁiˈtʁeːa]; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Erətra oder Ertəra,<ref>Meyers Enzyklopädisches Lexikon Bd. 8 (1973), S. 119</ref> arabisch إرتريا {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist ein Staat im nordöstlichen Afrika. Er grenzt im Nordwesten an den Sudan, im Süden an Äthiopien, im Südosten an Dschibuti und im Nordosten an das Rote Meer. Ein Viertel der knapp vier Millionen Einwohner zählenden Bevölkerung Eritreas konzentriert sich auf die Hauptstadtregion von Asmara, die weiteren Städte sind deutlich kleiner.

Früher lag im Hochland von Eritrea das Königreich Medri Bahri mit der Hauptstadt Debarwa, in welchem der Baher Negash herrschte; das Tiefland von Eritrea war mehr als 300 Jahre eine osmanische und ägyptische Kolonie, Hauptstadt war Massaua. 1890 wurde Eritrea zur italienischen Kolonie. Ab 1941 stand das Land unter britischer Verwaltung und war seit 1952 föderativ mit dem damaligen Kaiserreich Abessinien in Personalunion verbunden, ehe es 1961 als Provinz Eritrea dem Äthiopischen Kaiserreich von Haile Selassie zentralistisch eingegliedert wurde. Nach dreißigjährigem Unabhängigkeitskrieg wurde Eritrea 1993 von Äthiopien unabhängig.

Seit die Eritreische Volksbefreiungsfront die Eigenstaatlichkeit erkämpft hat, regiert Präsident Isaias Afewerki autoritär in einem Ein-Parteien-System der aus der Unabhängigkeitsbewegung hervorgegangenen Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit (PFDJ) das Land. Andere Parteien als die PFDJ sind verboten, die Meinungs- und Pressefreiheit ist stark eingeschränkt. In Eritrea existieren weder ein Parlament noch unabhängige Gerichte. In den letzten 33 Jahren gab es daher keine nationalen Wahlen. Das Land ist das weltweit einzige ohne Staatsverfassung.<ref>Why Eritreans are at war with each other around the world. In: BBC News. 24. Mai 2024, abgerufen am 24. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es herrscht ein strenges Wehrdienst- und Zwangsarbeitssystem. Regelmäßig kommt es zu schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte. Häufig wird Eritrea als „das Nordkorea Afrikas“ bezeichnet. Vor dem Regime flohen in der Vergangenheit und anhaltend viele Menschen ins Ausland.

Etymologie

Der Landesname leitet sich von seinem griechischen Namen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ab, der auf die Bezeichnung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), zurückgeht und früher als Erythräa eingedeutscht wurde. Die Eigenbezeichnung Ertra (aus Altäthiopisch bahïrä ertra, „Rotes Meer“) bezieht sich ebenfalls auf diese alte griechische Bezeichnung des Roten Meeres.

Geographie

Physische Geographie

Im Hochland des Landesinneren, das Teil des Hochlandes von Abessinien ist, fallen jährlich bis zu 600 Millimeter Regen, vor allem in der Zeit von Juni bis September. Die meisten größeren Städte Eritreas finden sich im Hochland, auf über 1.600 Metern über dem Meer. Im südlichen Hochland befinden sich die wenigen fruchtbaren Regionen des Landes, wie die Gegend von Mendefera, das Umland von Badme und das Grenzdreieck mit Äthiopien und dem Sudan in der Region Gash-Barka. Auch die höchste Erhebung des Landes, der Dega mit 3.047 Metern, südöstlich von Asmara, liegt im Hochland von Abessinien.

Im Westen des Landes hat Eritrea auch Anteil an der Sahara: westlich des Flusses Barka und nördlich des Flusses Gash setzt sich die östliche Sahara vom Sudan her fort und endet mit dem Anstieg zum Hochland von Abessinien.

Die beinahe wüstenartige Trockensavanne am Roten Meer ist sehr heiß und trocken. Der Bereich der Küstenebene zwischen Massaua und der Grenze zum Sudan im Norden wird teilweise noch mit zur Sahara gerechnet.

Der gesamte Südosten Eritreas dagegen ist Teil der Danakil-Wüste, einer der heißesten und trockensten Wüsten der Welt. Im Afar-Dreieck liegt die Danakil-Senke, in der sich mit 110 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt des Landes befindet. Die Landesfläche von Eritrea beträgt 117.600 km², was etwa einem Drittel der Fläche Deutschlands entspricht.

Humangeographie

Städte

Die größten Städte sind (Berechnung 2012): Asmara (665.000 Einwohner), Assab (99.000 Einwohner), Keren (80.000 Einwohner), Massaua (52.000 Einwohner), Mendefera (25.000 Einwohner) und Barentu (19.000 Einwohner).<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deBevölkerungsstatistik (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2024. Suche im Internet Archive )</ref>

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Verwaltungsgliederung

<imagemap> Bild:Eritrea, administrative divisions - de - colored.svg|mini|Karte der Verwaltungsregionen Eritreas


poly 1435 1503 1514 1380 1583 1424 1614 1412 1617 1381 1676 1348 1760 1421 1746 1507 1455 1509 Dschibuti poly 1201 4 1254 103 1372 186 1382 228 1260 339 1357 508 1489 516 1638 480 1711 397 1703 285 1736 189 1839 248 1839 0 Saudi-Arabien poly 1838 251 1710 197 1699 387 1683 443 1586 504 1557 602 1438 606 1338 660 1407 763 1462 822 1627 828 1627 995 1570 1013 1570 1166 1694 1160 1702 1221 1739 1318 1737 1380 1841 1372 Jemen poly 3 0 523 3 633 78 587 116 560 157 544 194 471 215 416 226 398 245 358 253 349 278 331 322 229 312 219 401 211 420 213 504 195 570 130 752 90 762 125 974 122 989 94 1049 112 1103 65 1163 47 1220 33 1288 32 1354 3 1337 Sudan poly 5 1341 46 1354 62 1247 122 1075 136 964 242 985 270 933 325 946 373 1024 451 823 473 868 535 880 580 956 670 937 724 909 730 894 773 945 800 959 843 914 906 949 997 941 1062 979 1142 1009 1233 1147 1382 1253 1404 1334 1460 1348 1496 1384 1507 1419 1438 1509 0 1509 Äthiopien poly 219 503 199 420 239 303 339 306 361 242 455 192 477 394 532 437 540 478 584 499 580 574 683 616 685 670 648 673 642 664 576 670 509 651 476 613 379 582 351 582 310 541 248 503 Anseba poly 647 675 642 725 620 764 689 787 717 772 714 716 688 677 Maekel poly 531 890 566 875 566 847 545 828 585 802 557 756 663 756 703 782 728 742 889 847 866 928 770 941 733 880 694 913 635 937 566 941 Debub poly 219 501 122 746 100 767 115 981 231 976 252 987 260 978 274 942 323 940 375 1029 450 823 498 900 548 894 569 855 555 838 542 822 582 804 552 763 650 759 650 661 605 665 528 641 496 650 494 619 436 592 355 588 253 496 Gash-Barka poly 1024 965 1070 898 1074 892 1065 777 1263 917 1466 1065 1584 1199 1700 1300 1695 1343 1619 1367 1607 1396 1607 1403 1587 1429 1536 1390 1507 1405 1471 1372 1462 1335 1423 1314 1373 1254 1331 1195 1218 1129 1190 1074 1146 1009 Debubawi Kayih Bahri poly 461 210 560 186 592 102 669 70 758 321 780 531 872 426 979 399 1045 451 1100 542 1147 617 1177 710 1099 761 1057 789 1073 889 1032 957 981 926 946 945 890 937 836 910 857 841 723 732 665 600 578 562 591 500 564 477 543 461 531 457 531 431 530 428 469 408 473 359 461 328 478 294 484 221 Semienawi Kayih Bahri


</imagemap>

Bis 1996 war Eritrea in neun Regionen (awraja) gegliedert. Diese Regionen stammten noch aus der italienischen Kolonialzeit. Die Regionen und ihre Regionshauptstädte waren: Akkele Guzay (Adi Keyh), Barka (Agordat), Denkalia (Assab), Gash Setit (Barentu), Hamasien (Asmara), Sahel (Nakfa), Semhar (Massaua), Senhit (Keren) und Seraye (Mendefera).

Mit der Verwaltungsreform vom 15. Juli 1996 wurde die Zahl der Regionen (zoba) auf sechs reduziert:<ref>Establishment of Local Governments Proclamation 86/1996</ref>

Bevölkerung

Demografie

Die Anzahl der Einwohner wurde lange deutlich zu hoch angegeben. Noch für das Jahr 2017 wurde die Einwohnerzahl bei den Vereinten Nationen mit 5,1 Millionen<ref name="WorldPopulationProspects">World Population Prospects – Population Division – United Nations. In: esa.un.org. Abgerufen am 18. November 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und im CIA World Factbook mit 5,9 Millionen angegeben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CIA – The World Factbook (Memento vom 30. Mai 2015 im Internet Archive)</ref> Kurz darauf haben die Vereinten Nationen all ihre Zahlen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft deutlich nach unten korrigiert und schätzen seither für 2017 nur noch etwa 3,4 Millionen Einwohner, für 2022 etwa 3,7 Millionen.<ref name="statistaUN">Statista. In: de.statista.com. Abgerufen am 15. Januar 2024.</ref><ref>World Population Prospects – Population Division – United Nations. In: esa.un.org. Abgerufen am 15. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das CIA World Factbook ist der UN-Korrektur noch nicht gefolgt und schätzt 6,23 Mio. Einwohner für 2023.

Jahr Einwohnerzahl<ref name="statistaUN" />
1950 0,82 Mio.
1975 1,45 Mio.
2000 2,39 Mio.
2025 3,89 Mio.
2050 5,96 Mio.
Datei:Eritrea single age population pyramid 2020.png
Bevölkerungspyramide Eritrea 2020

Im internationalen Vergleich ist die Versorgungsquote mit Verhütungsmitteln in Eritrea schlecht. Es ist daher von einem starken Bevölkerungswachstum betroffen, welches zu einem großen Teil auf ungeplanten Schwangerschaften beruht. So hatten nach Angaben der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung im Jahr 2015 nur 7 % der verheirateten Frauen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln.<ref>Länderdatenbank der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Stichwort Eritrea, abgerufen am 4. August 2015</ref> Es wird daher Stand 2022 von den Vereinten Nationen geschätzt, dass sich die Bevölkerung von 4 Mio. im Jahr 2025 auf 8 Mio. im Jahr 2080 verdoppeln wird.

Volksgruppen

In Eritrea gibt es neun größere ethnische Gruppen, die zu drei Sprachfamilien gehören. Das größte Volk des Landes sind die Tigrinya (55 Prozent, nach anderen Angaben 50 Prozent<ref name="aa-eritrea">Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Eritrea</ref>). Sie leben auch in Äthiopien in der Region Tigray. Ihre Sprache Tigrinya ist neben dem Arabischen Amtssprache Eritreas. Die Volksgruppe, die in Eritrea Tigrinya genannt wird, entspricht sprachlich und kulturell den Tigray in Äthiopien. Die äthiopischen Tigray und eritreischen Tigrinya sind aber aufgrund einer über längere Zeit getrennt verlaufenden politischen Geschichte nicht mehr als eine einheitliche Gruppe zu betrachten. Historisch bezeichneten sie sich selbst als Habescha. Schon vor der Kolonialzeit waren die Tigrinya-Sprecher überaus vielgestaltig in Form verschiedener autonomer Provinzen und Abstammungsgruppen und politisch nur selten vereint.

Das zweitgrößte Volk sind die Tigre (30 Prozent). Zu den größeren Volksgruppen zählen noch die Saho (4 Prozent), die Bilen (2 Prozent) und die Rashaida (2 Prozent). Auch die Kunama machen zwei Prozent der Einwohner aus. Die kleinen ethnischen Gruppen Sokodas und Iliit an der sudanesischen Grenze betrachten sich als Kunama, sind aber geographisch und linguistisch getrennt (sie sprechen Dialekte des Ilit-Sokodas, auch West-Kunama genannt).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CIA World Fact Book Eritrea (Memento vom 15. Mai 2020 im Internet Archive)</ref>

Eine weitere Gruppe sind die Bedscha. Dieses über mehrere Staaten verteilte Volk wird in mehrere Untergruppen aufgeteilt,<ref name="LANG" /> die wichtigste der in Eritrea lebenden Untergruppen sind die Hedareb. Weitere Minderheiten sind die Nara und die Afar. Außerdem gibt es sehr kleine Gruppen westafrikanischen Ursprungs (meist Haussa-Sprecher), die in Eritrea Tokharir genannt werden.

Die Informationslage bezüglich der Volksgruppen Eritreas ist dürftig. Außerdem leben inzwischen 500.000 bis eine Million Eritreer, zumeist orthodoxe Tigrinya, im Ausland, was etwa einem Fünftel der Bevölkerung entspricht. Seit 2015 zählt Eritrea neben Nigeria und Somalia als Hauptherkunftsland afrikanischer Flüchtlinge in Europa (siehe auch Flüchtlingskrise in Europa 2015/2016#Subsahara-Afrika). Mit nur 0,3 % der Bevölkerung im Jahre 2017, zählt die Ausländerquote zu den niedrigsten weltweit.<ref>Migration Report 2017. (PDF) In: un.org. UN, abgerufen am 30. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Origins and Destinations of the World’s Migrants, 1990–2017. In: Pew Research Center’s Global Attitudes Project. 28. Februar 2018 (pewglobal.org [abgerufen am 30. September 2018]).</ref> Zahlreiche im Ausland lebende politische Flüchtlinge sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Eine verschwindend kleine Minderheit bilden europäischstämmige Eritreer, hauptsächlich im 19. Jahrhundert eingewanderte Italiener.

Religion

Datei:Eritrea Eritrean wedding.jpg
Eine Hochzeit in Eritrea

Die Bevölkerung Eritreas teilt sich offiziell zu fast gleichen Teilen<ref>Für 1936 gab der Kleine Weltatlas der Deutschen Buchgemeinschaft für die italienische Kolonie noch 57 Prozent Mohammedaner und nur 39 Prozent Christen an (Seite 161). Auch die Unabhängigkeitsbewegung war in den 1970ern von Muslimen getragen (Meyers Enzyklopädisches Lexikon, Band 8, S. 119. Mannheim 1973/79).</ref> in Muslime (Sunniten) und Christen (Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche, Eritreisch-Katholische Kirche, Protestanten). Der vom US State Department herausgegebene International Religious Freedom Report ging für das Jahr 2007 von 50 Prozent Muslimen und 48 Prozent Anhängern des Christentums in Eritrea aus,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eritrea. International Religious Freedom Report 2007. (Memento vom 11. Februar 2009 im Internet Archive) U.S. Department of State</ref> für das Jahr 2006 noch von 60 Prozent Muslimen und 37 Prozent Christen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eritrea. International Religious Freedom Report 2006. (Memento vom 15. Juli 2009 im Internet Archive) U.S. Department of State</ref> Die Association of Religion Data Archives beziffert 50,15 Prozent Muslime und 47,91 Prozent Christen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eritrea. (Memento vom 4. August 2018 im Internet Archive) Association of Religion Data Archives (abgerufen am 15. April 2014)</ref> Daneben bestehen einige kleine einheimische traditionelle Religionen. Trotz der sehr unterschiedlichen Anschauungen und des daraus resultierenden Konfliktpotenzials bildet die Bevölkerung eine nationale Einheit. Die Christen leben vorwiegend in der Hochebene um Asmara und die muslimischen Teile der Bevölkerung hauptsächlich im Tiefland und in Küstennähe.

In den letzten Jahren kam es zur systematischen Verfolgung nicht anerkannter christlicher Minderheiten durch die Regierung, weil diese nicht den ideologischen Paradigmen der Regierungsseite entsprechen.<ref>Abdulkader Saleh, Nicole Hirt, Wolbert G.C. Smidt, Rainer Tetzlaff (Hrsg.): Friedensräume in Eritrea und Tigray unter Druck. Identitätskonstruktion, soziale Kohäsion und politische Stabilität. Lit, Münster 2008, ISBN 3-8258-1858-6, S. 119.</ref> Evangelikale Nachrichtenagenturen aus den USA berichten inzwischen regelmäßig von Christenverfolgungen im Land.<ref>Magnus Treiber: Der Traum vom guten Leben. Die eritreische warsay-Generation im Asmara der zweiten Nachkriegszeit. Lit, Münster 2004, ISBN 3-8258-9054-6, S. 177.</ref> Amnesty International gab an, Angehörige staatlich verbotener Minderheitenkirchen seien bei extremer Hitze unter Erstickungsgefahr in Frachtcontainern gefangen gehalten worden.<ref>Amnesty Report 2013 Eritrea. Amnesty International</ref>

Sprachen

Die neun Sprachen der neun größten Ethnien gelten formell als gleichberechtigte Nationalsprachen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SUKE Schweizerisches Unterstützungskomitee für Eritrea (SUKE): Fakten zu Eritrea (Memento vom 12. Februar 2009 im Internet Archive)</ref> Diese sind Tigrinya (2,3 Millionen Sprecher), Tigre (800.000), Afar (300.000), Saho, Kunama, Bedscha, Blin, Nara (je rund 100.000) und Arabisch, das von den Rashaida als Muttersprache und von etlichen anderen Eritreern als Zweitsprache gesprochen wird. Der Staat fördert die Verwendung dieser Sprachen in den Schulen bei den jeweiligen Volksgruppen und in Sendungen des nationalen Radiosenders.<ref name="LANG" />

Es gibt keine offiziell festgelegte Amtssprache. De facto dienen aber vorwiegend Tigrinya und Arabisch – die auch als Verkehrssprachen weit verbreitet sind – sowie Englisch als Arbeitssprachen der Regierung.<ref name="LANG" /><ref name="AMENAG">Jacques Leclerc, Trésor de la langue française au Québec: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />L’aménagement linguistique dans le monde: Érythrée (Memento vom 23. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref> Italienisch, ein Erbe der Kolonialzeit, wird vor allem von der älteren Bevölkerung verstanden. Viele Schilder und Läden in Asmara sind auch auf Italienisch beschriftet. Tigrinya und Italienisch werden in der Wirtschaft, im Handel und im Gewerbe am häufigsten gebraucht.<ref name="autogenerated1" /> Es existiert zudem eine Schule in Asmara, in der Italienisch gelehrt wird – die Scuola Italiana di Asmara.<ref>Scuola Italiana di Asmara In: scuoleasmara.it. Scuola Italiana di Asmara (italienisch).</ref> Italienisch verliert allerdings an Bedeutung, während die Verbreitung des Englischen zunimmt.<ref name="AMENAG" />

Die Sprachen Eritreas gehören zu zwei der großen Sprachfamilien in Afrika: Tigrinya, Tigre und Arabisch sind semitische Sprachen, Saho, Bilen, Afar und Bedscha sind kuschitische Sprachen – beides Zweige der afroasiatischen Sprachfamilie. Nara (Baria) und Kunama/Baza gehören hingegen zur Familie der nilosaharanischen Sprachen.

Das Dahalik, das auf Inseln des Dahlak-Archipels von einigen Tausend Personen gesprochen wird, wurde früher als Dialekt des Tigre betrachtet, ist aber nach neueren linguistischen Erkenntnissen eine eigenständige semitische Sprache.<ref name="LANG" />

Soziales

Datei:Eritrean Highlands.jpg
Feld mit Teff im Hochland während der Regenzeit im Juli

Bildung

Datei:EritreaInstituteOfTechnology.jpg
Eritrea Institute of Technology

Bezüglich des Alphabetisierungsgrades gibt es unterschiedliche Angaben. Während teilweise ein Alphabetisierungsgrad von 93 % für Menschen zwischen 15 und 24 Jahren im Jahr 2015 (einer der höchsten in Subsahara-Afrika)<ref>Literacy rate, youth total (% of people ages 15-24) – Eritrea. In: data.worldbank.org. Abgerufen am 20. Juni 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> angegeben wird, gehen andere Quellen von 75 % im Jahr 2018 aus.<ref name="CIA Factbook">The World Factbook</ref> In ruralen Gemeinschaften und bei Nomaden ist die Alphabetisierung aufgrund schlechten Zugangs zu Schulen deutlich geringer als in dichter besiedelten Gebieten.<ref name="CIA Factbook" />

Während die Schüler in der Grundschule in ihrer jeweiligen Muttersprache unterrichtet werden, wechselt die Unterrichtssprache ab der 6. Klasse zu Englisch. Die Schüler sind jedoch in der Regel schlecht auf den Wechsel zum englischsprachigen Unterricht vorbereitet.<ref>Exploring the conditions of English language education through the experience of Eritrean Sophomore English language learners and teachers: An ecological perspective, abgerufen am 19. Oktober 2024</ref>

Das 12. Schuljahr findet für alle Schüler verpflichtend im Militärcamp Sawa statt. An den Militärdienst schließt sich für den Großteil der Absolventen der zivile Nationaldienst („Community Service“) an, der z. B. in der Verwaltung, im Bildungswesen oder in nationalen Entwicklungsprojekten abgeleistet und oft als Zwangsdienst bezeichnet wird. Die Schüler mit den besten Leistungen dürfen studieren und werden ihren Studienfächern zugeteilt. Nach der Schließung der Universität Asmara im Jahr 2004 wurden Bildungseinrichtungen in verschiedenen Teilen des Landes aufgebaut, unter anderem das Eritrea Institute of Technology in der Nähe von Asmara und das College of Marine Sciences & Technology in Massawa.<ref name="nuffic" />

Gesundheit

Das Gesundheitswesen wird maßgeblich vom Staat finanziert und ist für Personen mit Armutsausweis kostenlos.<ref name="EASO2017" />

Die Lebenserwartung wird für 2010–2015 auf 63,4 Jahre geschätzt.<ref>WHO: gamapserver.who.int Abgerufen am 17. Juni 2014.</ref> Die Fruchtbarkeitsrate lag 2012 bei 4,7 Kindern pro Frau.<ref>UNFPA: S. 94. Abgerufen am 17. Juni 2014</ref> Die Kindersterblichkeit liegt bei 74 auf 1000 Lebendgeburten, womit Eritrea auf dem 51. Platz weltweit liegt.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.unicef.orgKindersterblichkeit (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2024. Suche im Internet Archive )</ref> Die Müttersterblichkeit konnte zwischen 1990 und 2013 um 75 % gesenkt werden.<ref>un.org Abgerufen am 17. Juni 2014</ref>

2002 waren noch fast 89 % der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren von der weiblichen Genitalverstümmelung betroffen, nach 94,5 % im Jahr 1995. Deutlicher zeigte sich der Erfolg der Aufklärungsarbeit an der 2002 auch erhobenen Prävalenz unter den Töchtern, je nach Bildungsstand der Mütter 40 % bis 67,5 %, im Mittel 62,5 %.<ref name="Beschneidung">Unicef Innocenti Research Centre: Changing A Harmful Social Convention: Female Genital Mutilation/Cutting, 2005. Kap. 2, S. 3–9.</ref> Am 31. März 2007 trat ein gesetzliches Verbot der Frauenbeschneidung in Kraft.<ref>BBC News: Eritrea bans female circumcision</ref>

Entwicklung der Lebenserwartung
Zeitraum Lebenserwartung
(Jahre)
Zeitraum Lebenserwartung
(Jahre)
1950–1955 34,1 1985–1990 48,7
1955–1960 36,7 1990–1995 50,8
1960–1965 40,1 1995–2000 54,0
1965–1970 42,1 2000–2005 56,7
1970–1975 44,1 2005–2010 60,7
1975–1980 45,9 2010–2015 63,4
1980–1985 47,3

Quelle: UN<ref>World Population Prospects – Population Division – United Nations. In: esa.un.org. Abgerufen am 15. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Armut

Die meisten Eritreer sind auf Hilfe von ihren in der Diaspora lebenden Angehörigen angewiesen.<ref name=":1">Caroline Imlau: Nach Tumulten: Woran sich auf "Eritrea-Festivals" die Wut entzündet. In: tagesschau.de. Abgerufen am 26. September 2023.</ref>

Medien

Eritreas Medien sind staatlich. Es gibt die Zeitung Neues Eritrea ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) = ارتريا الحديثة {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) = {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)),<ref>Eritrea Ministry of Information: Newspapers</ref> die Hörfunksender Stimme der Massen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) = صوت الجماهير {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Zara FM und Radio Numa<ref>dendenmedia.com: Radio Archive; worldradiomap.com: Asmera</ref> sowie den Fernsehsender ERi-TV.<ref>dendenmedia.com: ERi-TV News; youtube.com: Denden Media (Verbreitung durch Denden LLC, Arlington County VA)</ref>

In Eritrea findet Zensur statt, eine Pressefreiheit in dem Land gibt es nicht. Sämtliche Medien werden vom Ministerium für Information kontrolliert. Der staatliche Rundfunk Eri-TV und die einzige Nachrichtenagentur sitzen im selben Gebäudekomplex wie das Informationsministerium. Zwar gibt es Internet, jedoch kommt laut Spiegel die amtlich verlangsamte Übertragungsgeschwindigkeit von 0,1 MBit pro Sekunde „einer Zensur gleich“.<ref name=":2" /> Auf der Rangliste der Pressefreiheit der NGO Reporter ohne Grenzen belegt das Land regelmäßig einen der letzten Plätze.<ref>Rangliste der Pressefreiheit 2021</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Geschichte

Zwischen 500 vor Christus und dem 19. Jahrhundert

Datei:Fiat tagliero, 00.JPG
Das Fiat-Tagliero-Gebäude in Asmara, ein typisches Beispiel für die futuristische italienische Kolonialarchitektur der 1930er Jahre

Seit der historisch erforschten Frühzeit um 500 v. Chr. herrschten verschiedene Mächte über das Land. Auf dem heutigen Staatsgebiet befand sich das Aksumitische Reich. Während des Mittelalters unterstand das christliche Hochland den äthiopischen Kaisern, in den Küstengegenden herrschten lokale Fürsten. Mit der Eroberung durch die Osmanen wurde Eritrea 1554 für mehr als 300 Jahre zur Provinz Habeş Eyaleti des Osmanischen Reiches. Während dieser Zeit wurden insbesondere die der äthiopisch-orthodoxen Kirche angehörenden Einwohner der Küstengegenden islamisiert. Die Hauptstadt auf dem Gebiet Eritreas war Massaua.

Seit 1870 bzw. 1882 war die Bucht von Assab italienisch, doch erst nach der Besetzung Massauas (1885) und Asmaras (1889) wurde daraus 1890 eine italienische Kolonie unter dem neu geschaffenen Namen Colonia Eritrea.

20. Jahrhundert

Nach dem Überfall Italiens auf Äthiopien wurde Eritrea 1936 in das neu gegründete Italienisch-Ostafrika eingegliedert. Es erhielt große Gebiete Nordäthiopiens dazu; so wurde der größte Teil Tigrays Teil von Eritrea. 1941 wurde Italienisch-Ostafrika durch alliierte Streitkräfte besetzt. Das Gebiet Eritreas wurde unter die britische Militärverwaltung gestellt und 1947 – nach der formellen Aufgabe Eritreas durch Italien – britisches Mandatsgebiet.

Föderation mit Äthiopien ab 1952

Datei:Flag of Eritrea (1952-1961).svg
Flagge Eritreas als autonome Region des Kaiserreichs Äthiopiens bis 1961

In einer Resolution 289 (IV) vom 21. November 1949 stimmte die UN-Generalversammlung mit 48 Stimmen bei einer Gegenstimme (Äthiopien) und neun Enthaltungen dafür, eine Kommission aus Vertretern Burmas, Guatemalas, Norwegens, Pakistans und der Südafrikanischen Union nach Eritrea zu entsenden, die einen Bericht erstellen sollte. Diese Kommission lieferte im Juni 1950 ihren Bericht ab, konnte sich allerdings nicht auf eine gemeinsame Empfehlung einigen (der Vertreter Norwegens sprach sich für die vollständige Integration Eritreas in Äthiopien aus, die Vertreter Südafrikas und Burmas befürworteten eine Föderation mit Äthiopien, die Vertreter Guatemalas und Pakistans waren für eine vorübergehende UN-Treuhänderschaft mit dem Ziel einer vollständigen Unabhängigkeit Eritreas). Am 2. Dezember 1950 nahm die UN-Generalversammlung die Resolution 390 (V) mit 46 Stimmen bei zehn Gegenstimmen und vier Enthaltungen an, die eine Föderation Eritreas mit Äthiopien vorsah. Am 25. und 26. März 1952 (sowie in zwei Wahlkreisen am 12. Mai 1952) fand unter der Aufsicht der UN die erste Wahl zur 68 Abgeordnete umfassenden gesetzgebenden Versammlung Eritreas statt. Bei der Wahl erreichte keine politische Partei die absolute Mehrheit. 66 der 68 Sitze wurden von drei politischen Gruppierungen eingenommen: 32 Unionisten und liberale Unionisten, 19 Abgeordnete der Demokratischen und Unabhängigkeitsfront (Muslimliga und andere), sowie 15 Abgeordnete der Muslimliga der Westprovinz. Der am 10. Juli 1952 von der Versammlung beschlossene Verfassungsentwurf wurde am 11. August 1952 von Kaiser Haile Selassie ratifiziert, womit die Föderation Eritreas mit Äthiopien am 11. September 1952 formell in Kraft trat.<ref name="UN"></ref>

Ende der Föderation und bewaffneter Kampf

In den folgenden Jahren kam es jedoch zu Entwicklungen, die zeigten, dass das Föderationsmodell nicht von Dauer war. 1956 führten die äthiopischen Behörden Amharisch als Amtssprache in Eritrea ein, obwohl die eritreische Verfassung hierfür Arabisch und Tigrinya vorgesehen hatte. Die eritreische Flagge wurde verboten und 1959 das äthiopische Rechtssystem in Eritrea eingeführt. Im November 1962 ließ Kaiser Haile Selassie die eritreische gesetzgebende Versammlung auflösen und erklärte offiziell den Föderationsstatus von Eritrea für nichtig, so dass Eritrea danach den Status einer gewöhnlichen Provinz Äthiopiens hatte. Der Widerstand gegen die äthiopische Herrschaft wurde in den Anfangsjahren vor allem von der Eritreischen Befreiungsfront (ELF, Eritrean Liberation Front) getragen, die ihre Hauptunterstützung von den muslimischen Bewohnern im westlichen Flachland erhielt. 1961 nahm die ELF den bewaffneten Kampf auf. Aufgrund von Streitigkeiten innerhalb der ELF kam es in den ersten Jahren der 1970er zur Bildung der Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF, Eritrean People’s Liberation Front), die danach zur dominierenden Widerstandsbewegung aufstieg.<ref name="UN" />

Sturz der Monarchie in Äthiopien und Mengistu-Regime

Am 12. September 1974 wurde Kaiser Haile Selassie durch einen Militärputsch gestürzt. Wenig später etablierte sich ein Militärregime unter Mengistu Haile Mariam, das den Krieg gegen die Rebellen in Eritrea verschärfte. Anfänglich erzielten die Äthiopier mit Unterstützung durch Waffenlieferungen aus der Sowjetunion Erfolge. Eine großangelegte Offensive zur vollständigen Eroberung Eritreas 1982 scheiterte jedoch. Die EPLF konnte dabei große Waffenarsenale der äthiopischen Armee erbeuten und in der Folgezeit effektive Gegenoffensiven starten. Die EPLF stand in der Zeit des Mengistu-Regimes im Bündnis mit zahlreichen anderen Widerstandsbewegungen, unter anderem mit der Tigray-Befreiungsfront (TPLF, Tigre People’s Liberation Front). Die Vereinten Nationen versuchten mehrfach erfolglos, in diesen Konflikten zu vermitteln.<ref name="UN" />

Ende des Mengistu-Regimes und Unabhängigkeit

Der Unabhängigkeitskrieg endete nach dreißig Jahren 1991 mit dem Sieg der Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF) und verschiedener weiterer äthiopischer Rebellengruppen (u. a. die EPRDF) und der Entmachtung des äthiopischen Derg-Regimes. Die EPRDF bildete eine neue Regierung und erlaubte die Unabhängigkeit Eritreas. Diese wurde nach einer durch die UN überwachten Volksabstimmung am 24. Mai 1993 erklärt, bei der 99,83 Prozent der Teilnehmer für die Unabhängigkeit stimmten.<ref name="UN" /> Dieser Tag ist seither Nationalfeiertag Eritreas.

Datei:UN Soldiers in Eritrea.jpeg
UNMEE-Soldaten auf Patrouille in Eritrea

In den darauffolgenden Jahren verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Äthiopien und Eritrea. 1998 brach ein Grenzkrieg der beiden Staaten aus, der in einer Pattsituation endete. Seitdem war die UN-Beobachtermission UNMEE in der Grenzregion stationiert, um den rechtmäßigen Grenzverlauf zu markieren.

21. Jahrhundert

Im Jahr 2002 empfahl eine unabhängige Grenzkommission die neuen Staatsgrenzen. Im Rahmen eines Schiedsspruches der Äthiopisch-Eritreischen Grenzkommission des Ständigen Schiedshofs in Den Haag<ref>pca-cpa.org: Eritrea-Ethiopia Boundary Commission</ref> unterzeichneten Äthiopien und Eritrea das Abkommen, in dem sich beide zur Anerkennung des Grenzverlaufs bereiterklärten. Tatsächlich bestehen jedoch weiterhin Differenzen, zumal keine der beiden Seiten alle Ansprüche erfüllt bekam. Das umstrittene Gebiet um Badme wurde der eritreischen Seite zugesprochen, Äthiopien protestierte daraufhin und verlangte eine sofortige Korrektur des Schiedsspruchs. Bis 2018 konnte daher die Umsetzung der Grenzdemarkierung nicht wie vereinbart vollzogen werden. Sämtliche UN-Truppen, die eigentlich zur Friedenssicherung abgestellt worden waren, wurden von eritreischer Seite aus Protest gegen die äthiopische Blockadehaltung massiv in ihren Arbeiten behindert.<ref>Sascha A. Kienzle: Ursachen für den eritreisch-äthiopischen Grenzkonflikt. Eine historisch-politische Analyse. Tönning 2010, ISBN 978-3-86247-081-5.</ref> 2008 entschied der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, das Mandat der UNMEE nicht weiter zu verlängern.

Am 5. Juni 2018 erklärte die äthiopische Regierung ihre Bereitschaft, die Regelungen des Grenzabkommens von 2002 zu akzeptieren. Dazu gehöre auch die Übergabe Badmes an Eritrea.<ref>Ethiopia 'accepts peace deal' to end Eritrea border war. BBC News, 5. Juni 2018, abgerufen am 5. Juni 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 8. Juli 2018 erklärte Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed, dass Äthiopien und Eritrea wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen.<ref>Nach langem Grenzkrieg: Äthiopien und Eritrea nehmen diplomatische Beziehungen auf. In: FAZ. 8. Juli 2018, abgerufen am 8. Juli 2018.</ref> Zugleich wurde ein Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern geschlossen.<ref>Äthiopien und Eritrea schließen Frieden. Zeit online vom 9. Juli 2018</ref>

Eritrea beteiligte sich am Bürgerkrieg in Nordäthiopien 2020 bis 2022 auf Seiten der äthiopischen Streitkräfte.

Politik

Politisches System

Datei:Asmara, amministrazione della regione di makeel 00.JPG
Gebäude der Regionalverwaltung in Asmara

Eritrea besitzt offiziell eine demokratische Verfassung, ist jedoch de facto seit der Unabhängigkeit von Äthiopien eine Diktatur von Staatspräsident Isayas Afewerki. Wahlen finden auf regionaler und nationaler Ebene statt (Baito), bei der jedoch die meisten Parteien nicht zugelassen werden. Der Präsident ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Das Staatsoberhaupt und der Regierungschef sind die höchsten Instanzen der eritreischen Übergangsregierung. Zusammen mit der 24-köpfigen Staatsvertretung, bestehend aus 16 Ministern und weiteren Staatsvertretern, bilden sie die Exekutive Eritreas.

Die Legislative wird von einer 150 Mitglieder umfassenden eritreischen Nationalversammlung gebildet. Von den 150 sind 75 Mitglieder des Zentralkomitees der Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit (PFDJ) und 75 Volksvertreter, die direkt vom Volk gewählt werden. Unter diesen 75 Vertretern des Volkes müssen elf Frauen und 15 Emigranten sein. Die Nationalversammlung wählt den Präsidenten, erlässt Gesetze und Verordnungen und kümmert sich um deren Einhaltung. Da Eritrea ab 1952 Teil von Äthiopien war, nahmen Eritreer an den äthiopischen Wahlen von 1957 auf der Basis eines ab dem 4. November 1955 in Äthiopien geltenden allgemeinen aktiven und passiven Wahlrechts teil.<ref name="Martin124">Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 124.</ref> Damit war das Frauenwahlrecht Gesetz. Nach der Unabhängigkeit von 1993 sah die Verfassung von 1997 ein allgemeines Wahlrecht für die Wahlen zur Nationalversammlung und für die Präsidentschaftswahlen vor.<ref>June Hannam, Mitzi Auchterlonie, Katherine Holden: International Encyclopedia of Women’s Suffrage. ABC-Clio, Santa Barbara, Denver, Oxford 2000, ISBN 1-57607-064-6, S. 8.</ref>

Die reguläre Gerichtsbarkeit Eritreas besteht aus einem Obergericht mit fünf Standorten, 36 Regionalgerichten und etwa 368 Gemeindegerichten; daneben gibt es eine Sonder- und eine Militärgerichtsbarkeit.<ref>Report of the detailed findings of the Commission of Inquiry on Human Rights in Eritrea (2015; A/HRC/29/CRP.1), S. 84 ff.</ref>

Parteien

Die Politik Eritreas wird von der Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit (PFDJ) dominiert. Die Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit, die aus der früheren bewaffneten Unabhängigkeitsbewegung der Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF) hervorgegangen ist, nimmt mit ihrem Parteivorsitzenden Isayas Afewerki auch gleichzeitig den Posten des Staatspräsidenten und Regierungschefs in Anspruch. Eritrea gilt daher als Einparteienstaat. Auch wenn von offizieller Seite bekräftigt wird, dass man sich für ein Parteiengesetz einsetze, sind diese Behauptungen eher kritisch zu sehen. Neben der PFDJ gibt es noch eine Reihe anderer politischer Parteien im Lande, die aber alle nicht zu Wahlen zugelassen sind.

Innerhalb des Landes gibt es noch einige oppositionelle Splittergruppen, die aber bisher keinen Einfluss auf die Politik des Landes nehmen konnten:

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 92,1 von 120 26 von 179 Stabilität des Landes: Alarm
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024<ref>Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2024, abgerufen am 9. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Demokratieindex 1,97 von 10 153 von 167 Autoritäres Regime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2024<ref>The Economist Intelligence Unit’s Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, 2024, abgerufen am 9. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Freedom in the World Index 3 von 100 Freiheitsstatus: unfrei
0 = unfrei / 100 = frei
2024<ref>Countries and Territories. Freedom House, 2024, abgerufen am 9. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rangliste der Pressefreiheit 16,6 von 100 180 von 180 Sehr ernste Lage für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2024<ref name="RangPres">2024 World Press Freedom Index. Reporter ohne Grenzen, 2024, abgerufen am 9. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 13 von 100 173 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2024<ref>CPI 2024: Tabellarische Rangliste. Transparency International Deutschland e. V., 2025, abgerufen am 9. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Menschenrechtslage

Aufgrund andauernder Menschenrechtsverletzungen wurde im Oktober 2012 Sheila Keetharuth zur Sonderberichterstatterin zur Situation der Menschenrechte für Eritrea der Vereinten Nationen ernannt. Ein erster Bericht<ref>Sheila B. Keetharuth: Report of the Special Rapporteur on the situation of human rights in Eritrea UN Human Rights Council, UN-Generalversammlung am 28. Mai 2013</ref> wurde dem UN-Menschenrechtsrat im Zuge der Resolution 20/20 am 28. Mai 2013 vorgestellt. Darin stellte sie schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen wie willkürliche Tötungen und Verhaftungen, erzwungenes Verschwindenlassen, Folter sowie fehlende Meinungs-, Religions- und Versammlungsfreiheit fest.

Amnesty International zufolge werden Regierungskritiker, Deserteure und Eritreer, die im Ausland um Asyl ersucht haben, inhaftiert.<ref>Amnesty International Report 2008: Eritrea</ref> Insgesamt betrachten viele internationale Beobachter das politische System Eritreas als repressiv oder gar als Diktatur.<ref>Bettina Rühl: Vom Freiheitskampf in die Diktatur. Eritreas Abstieg. Deutschlandfunk, 24. Mai 2011, abgerufen am 14. Februar 2015.</ref><ref>Auswärtiges Amt: Eritrea: Politisches Porträt. Abgerufen am 18. Juni 2025.</ref> Die Regierung hielt dem – vor Friedensgesprächen mit Äthiopien im Jahr 2018 – entgegen, dass sich Eritrea im Übergang zur Demokratie befinde, von Äthiopien bedrängt werde und deswegen praktisch Kriegszustand herrsche. Ein Sturz der jungen Regierung würde dadurch verhindert.<ref>Eritrea: Gute Nachrichten sind keine Nachrichten – Eritreas Entwicklung in der Diskussion, in: Afrika-Bulletin Nr. 114: April/Mai 2004</ref> In Eritrea saßen 2017 elf Journalisten in Haft.<ref>Journalisten in Haft. In: reporter-ohne-grenzen.de. Abgerufen am 23. Dezember 2017.</ref>

Staatlich anerkannt sind die orthodoxe, die katholische und die evangelisch-lutherische Kirche sowie der Islam. Nicht anerkannte religiöse Minderheiten wie evangelikale Christen und die Zeugen Jehovas sind besonders seit 2002 von staatlichen Repressionen und Inhaftierung betroffen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Amnesty International zu den religiösen Minderheiten (Memento vom 10. Februar 2009 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jehovah’s Witnesses – Eritrea Country Profile (Memento vom 5. August 2012 im Internet Archive)</ref> Zu den wegen ihres Glaubens Inhaftierten gehörte Anfang 2008 auch eine Gruppe von etwa 70 Muslimen, die sich weigerten, den von der Regierung eingesetzten Mufti als ihr Oberhaupt anzuerkennen.<ref>Tesfa-alem Tekle: Eritrea releases 35 evangelical Christians. Sudan Tribune, 27. Februar 2008</ref>

Ein UNHCR-Bericht vom Juni 2015 konstatiert „systematische, weit verbreitete und schwere Menschenrechtsverletzungen“ (systematic, widespread and gross human rights violations).<ref>Report of the detailed findings of the Commission of Inquiry on Human Rights in Eritrea (2015; A/HRC/29/CRP.1), S. 449</ref>

Die Haftbedingungen in den mindestens 37 teils geheimen, teils offiziellen Internierungslagern und Militärgefängnissen sind prekär. Es kommt zu Folter, sexuellem Missbrauch und Gewalt. Es wird von Todesfällen berichtet.<ref name="EASO2017">Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO): Länderfokus Eritrea – Staatssekretariat für Migration. (PDF) In: sem.admin.ch. Abgerufen am 7. Februar 2017.</ref> Unter anderem wird auf der Insel Nakura ein Gefängnis betrieben, dessen Anfänge auf die italienische Kolonialzeit zurückgehen. Das faschistische Italien baute das Gefängnis ab 1936 zum KZ Nocra aus, die Anlagen werden auch heute noch vom eritreischen Regime als Gefängnis genutzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Christian women held in colonial-era island prison (Memento vom 18. Juli 2017 im Internet Archive)</ref> Bereits seit der Kolonialzeit ist das Gefängnis bzw. zwischenzeitliche Konzentrationslager in der gesamten Region für seine Brutalität und Menschenfeindlichkeit bekannt, zudem herrschen extreme klimatische Bedingungen.

Im jährlich veröffentlichten Weltverfolgungsindex (WVI) von Open Doors, welcher die Länder mit der stärksten Christenverfolgung aufzeigt und analysiert, lag Eritrea 2022 an vierter Stelle.<ref>Rangfolge opendoors.de, abgerufen am 10. Juli 2023</ref> Demnach gehört das Land zu denjenigen Ländern auf der Welt, in denen Christen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit am stärksten unterdrückt werden.

Das repressive politische System, die schwierige Wirtschaftslage und die Einberufungen zu zeitlich nicht begrenzter Zwangsarbeit sorgen für viel Flucht aus dem Land.<ref name=":1" /><ref name=":2">Bartholomäus Grill: Flüchtlinge: Wie ist die Lage in Eritrea? In: Der Spiegel. 3. November 2017, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. September 2023]).</ref> Das hat zur Folge, dass Eritrea eines der Länder mit dem höchsten Anteil an außerhalb des Landes lebenden Staatsbürgern ist.<ref>Forschungsprojekt GIGA</ref> Etwa ein Fünftel der Bevölkerung lebt im Ausland.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />People and Languages | The People of Eritrea (Memento vom 4. September 2018 im Internet Archive)</ref>

Die US-amerikanische staatsnahe NGO Freedom House charakterisierte Eritrea in ihrem Länderbericht 2019 als „hermetischen Polizeistaat“.<ref>Democracy in Retreat – Freedom in the World 2019. Freedom House, abgerufen am 10. Dezember 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Häufig wird Eritrea als „das Nordkorea Afrikas“ bezeichnet.<ref>Eritrea – Der geheime Sklavenstaat. Dokumentation von Evan Williams, GB 2021, deutschsprachige Erstausstrahlung: Arte, 23. Dezember 2021 (53 Min.).</ref>

Außenpolitik

Die Beziehungen Eritreas zu seinen Nachbarstaaten sind angespannt. Eritrea wie Äthiopien werden beschuldigt, insbesondere seit 2006/2007 ihre Streitigkeiten nunmehr als „Stellvertreterkrieg“ in Somalia auszutragen. Äthiopien unterstützt die Übergangsregierung Somalias und intervenierte von Ende 2006 bis Anfang 2009 militärisch; Eritrea beherbergt Teile der somalischen Opposition im Exil. Vorwürfe, wonach es Islamisten und andere Gegner der Übergangsregierung illegal mit Waffen beliefert habe, hat es zurückgewiesen.<ref>Who supports who?, in: BBC News, 26. Dezember 2006. Abgerufen am 20. November 2008. (englisch)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eritrea govt rejects allegations of importing weapons to Somalia (Memento vom 3. August 2013 im Internet Archive), in: Garowe Online, 4. Mai 2009. Abgerufen am 5. Mai 2009. (englisch)</ref> Die separatistische Ogaden National Liberation Front in Äthiopien hat Unterstützung von Eritrea erhalten.<ref>Tobias Hagmann, Mohamud H. Khalif: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />State and Politics in Ethiopia’s Somali Region since 1991 (Memento vom 28. August 2008 im Internet Archive), in: Bildhaan. An International Journal of Somali Studies 6, 2006, S. 25–49 (PDF; 114 kB)</ref>

Mitte 2008 kam es zu mehreren Zusammenstößen eritreischer und dschibutischer Truppen im umstrittenen Grenzgebiet beider Staaten. Die USA und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschuldigten Eritrea daraufhin der militärischen Aggression.<ref>BBC News: France backing Djibouti in ‚war‘</ref>

Im Ausland lebende Eritreer müssen eine „Aufbausteuer“ in Höhe von zwei Prozent ihres Bruttoeinkommens an den eritreischen Staat zahlen. Früher wurde diese von den Botschaften Eritreas in den jeweiligen Ländern erhoben, da Botschaften aber keine Steuern mehr eintreiben dürfen, müssen im Ausland lebende Eritreer jetzt entweder selbst in die Heimat reisen oder einen dort lebenden Verwandten mit der Zahlung beauftragen.<ref>Morten Freidel: Von wegen Freiheit. Frankfurter Allgemeine, 12. Mai 2016, abgerufen am 12. Mai 2016.</ref> Bei Nichtbezahlung werden keine offiziellen Dokumente ausgestellt, es besteht keine Möglichkeit, Erbschaften anzutreten und Geschäftstätigkeiten aufzunehmen, zudem drohen Repressalien gegen im Land lebende Verwandte. Schüler, Studenten oder Arbeitslose sind von der Abgabe befreit. Diese Abgabe, die von hunderttausenden Auslandseritreern erhoben wird, auch wenn sie eine andere Staatsbürgerschaft besitzen, stellt eine der größten Geldquellen der eritreischen Regierung dar.<ref>Bastian Berbner: Der lange Arm der Diktatur. In: Der Spiegel. Nr. 51, 2011, S. 43 (online).</ref><ref>Eritrea und Somalia. Die stillen Helfer von al Shabaab. FAZ, 10. August 2011.</ref>

Anfang Juli 2018 teilte Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed nach einem Treffen mit dem eritreischen Präsidenten Isayas Afewerki in Asmara mit, dass nach jahrzehntelanger Feindseligkeit die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen vereinbart wurde. So ist geplant, Botschaften und Grenzen wieder zu öffnen sowie Flugverbindungen wiedereinzurichten und Häfen zugänglich zu machen. Der Anfang April 2018 neu gewählte Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte bereits zu Beginn seiner Amtszeit eine Friedenslösung mit dem Nachbarland angestrebt. Anfang Juni 2018 hatte er angekündigt, den Beschluss einer von den Vereinten Nationen unterstützten internationalen Schiedskommission über den Grenzverlauf beider Länder aus dem Jahr 2002 „vollständig“ umzusetzen und sich aus den umstrittenen Gebieten zurückzuziehen.<ref>Nach jahrzehntelanger Feindschaft: Äthiopien und Eritrea nehmen Beziehung auf. In: tagesschau.de, 8. Juli 2018 (abgerufen am 9. Juli 2018).</ref>

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Wirtschaft

Kennzahlen

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und anderer Kennzahlen<ref name="BIP IMF" />
Jahr 2010 2015 2016 2017 2018 2019
BIP in Mrd. USD
(Kaufkraftparität)
4,1 5,4 5,8 5,3 6,1 6,4
BIP pro Kopf in USD
(Kaufkraftparität)
1.306 1.603 1.721 1.559 1.765 1.821
BIP-Wachstum
(real)
10,9 % −20,6 % 7,4 % −10,0 % 13,0 % 3,8 %
Inflation
(in Prozent)
10,3 % 28,5 % −5,6 % −13,3 % −14,4 % 1,3 %
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
202 % 271 % 251 % 290 % 267 % 260 %

Tourismus

Der Tourismus im Land beruht weitestgehend auf wenigen Individualurlaubern, im Ausland lebenden eritreischen Bürgern auf Heimatbesuch und einer kleinen Anzahl ausländischer Reiseveranstalter, die mit in der Regel kleinen Gruppen das Land bereisen. Themengebiete sind unter anderem archäologische Studien, italienische Kolonialgeschichte, Reisen für professionelle Fotografen zu den ethnischen Gruppen des Landes und Reisen für Eisenbahnfans. Auch der Dahlak-Archipel ist mit organisierten Touren bereisbar. Klassischer Badeurlaub wird mangels einer geeigneten touristischen Infrastruktur aber kaum angeboten. Vereinzelte solcher Angebote für Touristen existieren zwar, zehn Kilometer nördlich von Massaua befindet sich mit dem Gurgussum Beach Resort beispielsweise eine in die Jahre gekommene Hotelanlage mit eigenem Strandabschnitt am Roten Meer. Aufgrund der außenpolitischen Situation, der Menschenrechtsbedingungen vor Ort und der allgemeinen wirtschaftlichen Isolation Eritreas liegt das Land jedoch fernab populärer Reiserouten, weshalb auch im beispielhaft genannten Hotelkomplex benötigte Investitionen seit längerem ausbleiben.

Landwirtschaft

Etwa 75 % der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Trotzdem müssen Nahrungsmittel importiert werden, auch weil während des Krieges und darüber hinaus mindestens 300.000 Personen zum Militärdienst eingezogen waren<ref>Abdulkader Saleh, Nicole Hirt, Wolbert G.C. Smidt, Rainer Tetzlaff (Hrsg.): Friedensräume in Eritrea und Tigray unter Druck. Identitätskonstruktion, soziale Kohäsion und politische Stabilität. Lit, Münster 2008, ISBN 3-8258-1858-6, S. 105.</ref> und daher Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und anderen Wirtschaftsbereichen fehlten. Durch Dürre und wirtschaftspolitische Inkompetenz der autoritären Regierung kam es zu schweren Hungersnöten.<ref>Die verschwiegene Hungersnot. Die Zeit, 25. August 2011.</ref>

Ackerbau

Durch die verschiedenen Klima- und Vegetationszonen Eritreas werden je nach Region unterschiedliche Produkte hergestellt. Typische Feldfrüchte sind:<ref name="Grade11">The State of Eritrea, Ministry of Education: Geography for Grade 11. 2. Auflage. Department of General Education, Asmara 1999.</ref>

Tierhaltung

Je nach Klimazone werden Rinder, Schafe, Ziegen, Kamele, Esel, Maultiere und Geflügel gehalten.<ref name="Grade11" />

Industrie

Eritrea verfügt über Bodenschätze wie Gold, Silber, Kupfer, Schwefel, Nickel, Pottasche, Marmor, Zink und Eisen. Salz wird in großem Umfang produziert. Diese Rohstoffe fördert Eritrea schon seit längerer Zeit für den weltweiten Export.

Es gibt Zement-, Textil- und Nahrungsmittelindustrie, darunter mehrere Brauereiunternehmen, Alkohol- und Weinproduktion. Eritrea verfügt über eine Vielzahl von Ersatzteil- und Möbelunternehmen. Seit einigen Jahren werden in der eritreischen Industriestadt Dekemhare Busse, Transport-, Reinigungs- und Müllwagen vom eritreischen Unternehmen Tesinma produziert.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 2,165 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,580 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 10,9 Prozent des BIP.<ref name="CIA" />

Die eritreische Regierung finanziert ihren Haushalt zum Teil aus der Diasporasteuer, die erhoben wird, wenn im Ausland lebende Eritreer Hilfsüberweisungen an ihre Verwandten in Eritrea tätigen. Die Steuer liegt bei zwei Prozent des Einkommens der Auslandseritreer.<ref name=":1" />

Im Jahr 2016 betrug die Staatsverschuldung 125,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) Eritreas.<ref>Report for Selected Countries and Subjects. In: imf.org. Abgerufen am 21. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,6 Prozent<ref name="Fischer">Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4.</ref>
  • Bildung: 2,4 Prozent<ref name="CIA" />
  • Militär: 6,3 Prozent<ref name="CIA" />

Militär

Die Streitkräfte Eritreas sind aus der Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF) hervorgegangen, die für die Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien kämpfte. Die Beziehungen Eritreas zum Ausland sind gespannt. Unter anderem bedingt durch den dreißigjährigen Unabhängigkeitskrieg gegen Äthiopien wird die Eigenständigkeit Eritreas stark betont, was zum Teil als Isolationismus bezeichnet wird. Es kam in der jungen Geschichte des Landes zu mehreren Grenzkonflikten, insbesondere zum erneuten Krieg gegen Äthiopien 1998–2000. Das Militär in Eritrea nimmt eine große Rolle ein: Sowohl Männer als auch Frauen müssen in Eritrea einen unbefristeten Wehrdienst leisten, der laut Amnesty International einer Zwangsarbeit gleichkommt.<ref name=":0">Tim van Olphen: Eritreische Flüchtlinge in Äthiopien: Warten auf eine ungewisse Zukunft – Der Spiegel – Politik. In: spiegel.de. Der Spiegel, abgerufen am 10. Mai 2020.</ref> Wehrdienstverweigerer werden strafrechtlich verfolgt, als Deserteure gebrandmarkt<ref name=":0" /> und setzen laut dem UN-Menschenrechtsrat sich und ihre Familie Repressalien aus.<ref name=":1" /> In Friedenszeiten droht ihnen eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. In Kriegszeiten kann die Haftstrafe zwischen fünf Jahren bis lebenslänglich betragen und in schweren Fällen droht die Todesstrafe.<ref name=":0" />

Die militärische Situation um den unbefristeten Wehrdienst gilt als hauptsächliche Fluchtursache für Flüchtlinge, die aus Eritrea versuchen, nach Europa zu gelangen.<ref>Eritrea: Endloser Militärdienst zwingt Menschen zur Flucht. In: amnesty.de. Abgerufen am 10. August 2022.</ref><ref name=":1" />

Nach der Normalisierung der Beziehungen zu Äthiopien 2018 griff Eritrea auf Seiten der äthiopischen Regierung in den 2020 ausgebrochenen Tigray-Krieg ein.<ref>Eritreas Armee kämpft in Tigray: Äthiopien gibt es zu. In: taz.de. Abgerufen am 15. Januar 2023.</ref> Dabei wurden von Seiten der eingesetzten eritreischen Streitkräfte Kriegsverbrechen begangen,<ref>International Commission of Human Rights Experts on Ethiopia United Nations Human Rights Council -51st Session. In: ohchr.org. Abgerufen am 15. Januar 2023.</ref> unter anderem das Massaker von Aksum, bei welchem je nach Quelle zwischen 345 und 800 Zivilisten ermordet wurden.<ref>Ethiopia: Eritrean Forces Massacre Tigray Civilians. In: hrw.org. Abgerufen am 16. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>‘Horrible’: Witnesses recall massacre in Ethiopian holy city. In: apnews.com. Abgerufen am 16. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Verkehr

Datei:Eritrean Railway - 2008-11-04-edit1.jpg
Eisenbahn in Eritrea

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Eritrea 2018 den 155. Platz unter 160 Ländern.<ref>Global Rankings 2018 | Logistics Performance Index. In: lpi.worldbank.org. Abgerufen am 14. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das Straßennetz in Eritrea ist relativ gut ausgebaut. Allerdings wurde die von den Italienern sehr gut ausgebaute Infrastruktur zunächst von den Briten und später von den Äthiopiern weitestgehend zerstört, so dass heute nur noch ein kleiner Teil davon übriggeblieben ist. Die meisten Straßen sind Schotterpisten.

Zwischen Massaua und Asmara gibt es eine Eisenbahnverbindung, auf der planmäßig aber nur ein Ausflugszug mit einer Dampflokomotive recht regelmäßig zwischen Asmara nach Nefasit verkehrt. Zudem kommen immer wieder Sonderzüge für Eisenbahnfans auf die Strecke. Es wird erwogen, die historische Strecke zwischen Asmara und Agordat (westliches Tiefland) wieder aufzubauen.

Große Tiefwasserhäfen sind Massaua und Assab, in T'í'o befindet sich ein kleinerer Hafen im Aufbau.

Flughäfen finden sich in Asmara, außerdem in Massaua, Sawa, Tesseney und Assab. In Nakfa und Barentu gibt es lange Schotterpisten, die jedoch kaum angeflogen werden. Flugverbindungen bestehen hauptsächlich nach Istanbul mit Turkish Airlines, nach Kairo mit Egypt Air und nach Dubai mit Flydubai.

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Sport

Die größten internationalen Erfolge erzielten eritreische Sportler im Langstreckenlauf. Der wichtigste und am weitesten verbreitete Sport in Eritrea ist aber der Radsport. Er kam mit den italienischen Kolonialherren ins Land und 1946 wurde erstmals der Giro d’Eritrea ausgetragen. An den Wochenenden werden heute in Eritrea anspruchsvolle Straßenrennen abgehalten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Radsportchampions der Zukunft kommen aus einem kleinen afrikanischen Land. (Memento vom 28. Januar 2017 im Internet Archive) Kulturaustausch online, IfA 2014 (abgerufen am 13. Juli 2014)</ref> International bekannte Straßenradsportler sind Daniel Teklehaimanot, Natnael Berhane und Merhawi Kudus, die (Stand 2015) bei dem südafrikanischen Radsportteam MTN-Qhubeka unter Vertrag stehen und Radrennen auf höchster sportlicher Ebene bestreiten. Im Jahr 2015 waren Teklehaimanot und Kudus die ersten Eritreer, die an der Tour de France teilnahmen. In deren Verlauf trug Teklehaimanot sogar für mehrere Tage das Gepunktete Trikot des Führenden in der Bergwertung, was auf den Straßen Asmaras mit einem Autokorso gefeiert wurde.<ref>radsport-News.com vom 10. Juli 2015: Eritrea steht Kopf!</ref> In jüngerer Zeit war neben Teklehaimanot auch Amanuel Ghebreigzabhier bei Profiteams in Europa unter Vertrag. Ebenso ist Biniam Girmay ein bekannter Straßenradsportler, der bei der Tour de France 2024 als erster schwarzer Afrikaner eine Etappe gewinnen konnte. Auch der wohl bekannteste eritreische Sportler, Zersenay Tadese, versuchte sich in seiner Jugend zunächst als Straßenradfahrer, bevor er zum Langstreckenlauf wechselte. Er ist mehrfacher Weltmeister und war bis Oktober 2018 Weltrekordhalter im Halbmarathonlauf.<ref>Zersenay Tadese – Focus on Athletes Biography. IAAF, abgerufen am 7. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der jüngste Marathonweltmeister der Geschichte ist Ghirmay Ghebreslassie aus Eritrea. Erst 19-jährig gewann er den Marathon der Weltmeisterschaften im August 2015 in Peking.<ref>Johannes Knuth, Peking: Der Erste und der Jüngste Süddeutsche Zeitung vom 22. August 2015</ref>

Filme

  • Eritrea – Der geheime Sklavenstaat. Dokumentation von Evan Williams, GB 2021, deutschsprachige Erstausstrahlung: Arte, 23. Dezember 2021 (53 Min.).

Literatur

  • Aklilu Ghirmai: Eritrea zwischen Einparteienstaat und Demokratie. Die Bedeutung der Opposition im Demokratisierungsprozess. Tectum, Marburg 2005, ISBN 978-3-8288-8922-4.
  • Dieter H. Kollmer, Andreas Mückusch (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte: Horn von Afrika. Herausgegeben im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Ferdinand Schöningh, Paderborn u. a. 2007, ISBN 978-3-506-76397-6.
  • Tanja R. Müller: Bare life and the developmental State: the Militarization of Higher Education in Eritrea. In: Journal of Modern African Studies. Band 46, Nummer 1, 2008, S. 1–21.
  • David O’Kane, Tricia Redeker Hepner (Hrsg.): Biopolitics, militarism, and development: Eritrea in the twenty-first century. Berghahn Books, Oxford/New York 2009, ISBN 978-1-84545-567-5.
  • Martin Plaut: Understanding Eritrea: Inside Africa's Most Repressive State. Oxford University Press, New York 2017, ISBN 978-0-19-066959-1.

Weblinks

Commons: Eritrea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Eritrea – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="nuffic"> Education System Eritrea </ref> </references>

Koordinaten: 15° N, 38° O

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Abhängige Gebiete:

Îles Éparses | Kanarische Inseln | Madeira | Mayotte | Plazas de soberanía (mit Ceuta und Melilla) | Réunion | St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha

Umstrittene Gebiete:

Demokratische Arabische Republik Sahara | Somaliland

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1 
Liegt zum Teil auch in Asien.
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2 
Liegt größtenteils in Asien.
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