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Arabische Welt

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Datei:Arab World Green.svg
Karte der arabischen Welt, basierend auf der üblichen Definition, die die 22 Länder der Arabischen Liga beinhaltet.

Der Begriff arabische Welt (arabisch العالم العربي, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) bezeichnet eine Region in Vorderasien und Nordafrika. Staaten und Regionen mit einer mehrheitlich arabischen Kultur gelten als Teil der arabischen Welt. Zentraler Bestandteil arabischer Kultur ist die arabische Sprache.

Der Begriff ist trotz seiner vielfachen Verwendung nicht exakt definiert (deshalb meistens Kleinschreibung des Attributs arabisch). Es lassen sich zwei Kriterien anwenden, um die Zugehörigkeit zur arabischen Welt zu definieren: einerseits die Verbreitung der arabischen Sprache (sprachliches Kriterium) und andererseits die Mitgliedschaft in der Arabischen Liga (politisches Kriterium).

Die ursprünglichen Araber sind die Einwohner der arabischen Halbinsel, des schon im Altertum (etwa in der Bibel) bezeugten historischen Arabiens, während die Araber in anderen Teilen der arabischen Welt, etwa in der Levante und Nordafrika, hauptsächlich Völker sind, die nach der islamischen Expansion (7./8. Jahrhundert) sprachlich-kulturell und teilweise genetisch arabisiert wurden – daher gelten auch sie seither als Araber.<ref>North Africa - From the Arab conquest to 1830 | Britannica. Abgerufen am 1. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Megha Srigyan, Héctor Bolívar, Irene Ureña, Jonathan Santana, Andrew Petersen, Eneko Iriarte, Emrah Kırdök, Nora Bergfeldt, Alice Mora, Mattias Jakobsson, Khaled Abdo, Frank Braemer, Colin Smith, Juan José Ibañez, Anders Götherström, Torsten Günther, Cristina Valdiosera: Bioarchaeological evidence of one of the earliest Islamic burials in the Levant. In: Communications Biology. Band 5, Nr. 1, 7. Juni 2022, ISSN 2399-3642, S. 1–13, doi:10.1038/s42003-022-03508-4 (nature.com [abgerufen am 1. Dezember 2022]).</ref>

Irrtümlich verallgemeinernd werden arabische Welt und Arabertum oft mit dem Islam gleichgesetzt. Tatsächlich bilden Muslime heute in der arabischen Welt die Bevölkerungsmehrheit und die Verbreitung der arabischen Sprache über die Arabische Halbinsel hinaus ging mit der Ausbreitung des Islams einher. Doch gibt es in zahlreichen Ländern der arabischen Welt bis heute bedeutende, insbesondere christliche Minderheiten, die auf vorislamische religiöse Traditionen zurückgehen, doch in sprachlich-kultureller Hinsicht weitgehend arabisiert sind, so in Ägypten, dem Libanon, Syrien und dem Irak.

Geografische Einteilung der arabischen Welt

Datei:Africa-countries-northern.svg
Staaten Nordafrikas
Datei:AMUMap.png
Die Arabische Maghreb Union (AMU)
Datei:Karte Arabische Halbinsel.png
Arabische Halbinsel

Die arabische Welt umfasst insbesondere Staaten in Vorderasien und Nordafrika.

Die Staaten der Arabischen Halbinsel, also des historischen Arabiens, der Ursprungsregion der arabischen Kultur und Sprache, sind (in alphabetischer Reihenfolge):

Die Staaten der Levante und Mesopotamiens (beide Regionen zusammen werden manchmal als Nordarabien bezeichnet), die nach der islamischen Eroberung der Levante und des Sassanidenreiches im 7. Jahrhundert arabisiert wurden:

Die Nil-Staaten, die nach der islamischen Eroberung Ägyptens und Nubiens im 7. Jahrhundert arabisiert wurden:

Die nordafrikanischen Staaten an der Atlantik- und der Mittelmeerküste, die nach der islamischen Eroberung des Maghreb im 7. und 8. Jahrhundert arabisiert wurden, teilweise jedoch noch Traditionen autochthoner Völker (Berber, Tuareg) aufweisen, sowie Länder in der zentralen bis westlichen Sahara:

Weitere Begriffe zur Einteilung der arabischen Welt sind – neben der Arabischen HalbinselMaghreb und Maschrek, wobei der Maghreb die Länder Nordwestafrikas und der Maschrek die Nilstaaten, die Levante und Mesopotamien umfasst.

Ein Sonderfall sind Somalia, die Komoren und Dschibuti. Da diese Staaten Mitglieder der Arabischen Liga sind und Arabisch eine ihrer Amtssprachen ist, könnten sie als arabische Länder gelten. Weil jedoch die Muttersprache der überwiegenden Mehrheit ihrer Einwohner weder Arabisch ist noch diese sich normalerweise als Araber betrachten, ist die Zugehörigkeit dieser Staaten zur arabischen Welt umstritten.<ref>Why is The Comoros in the Arab League? 17. August 2021, abgerufen am 1. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Einen weiteren Sonderfall stellt das in der Levante gelegene historische Palästina dar: Der dort 1948 errichtete Staat Israel definiert sich als jüdischer Staat, ist jedoch teilweise arabophon – rund 20 Prozent der Staatsbürger sind Araber, die sich – auch – der arabischen Welt und Kultur zugehörig fühlen. Zudem übt Israel die politische und/oder militärische Kontrolle über zahlreiche weitere arabischsprachige Gebiete Palästinas aus, in denen Araber die Bevölkerungsmehrheit bilden. Wegen der ungeklärten politischen Verhältnisse (Nahostkonflikt) ist die Abgrenzung der Begriffe Israel und Palästina uneindeutig.

Sprachliches Kriterium

Datei:Arabic speaking world.svg
Geografische Verbreitung der arabischen Sprache.
Blau: Arabisch ist nicht die alleinige offizielle Sprache

Nach dem sprachlichen Kriterium entspricht die arabische Welt einer Gruppe aus 18 Staaten von Mauretanien im Westen bis zum Sultanat von Oman im Osten und zwei nicht souveränen Gebieten. Die Ausbreitung des Arabischen ist weitgehend auf die Geschichte der Ausbreitung des Islam im 7. Jahrhundert zurückzuführen. Allerdings ist das sprachliche Kriterium nicht ausreichend, um die arabische Welt zu betrachten. Einige Länder, in denen Teile der Bevölkerung Arabisch sprechen oder Arabisch eine der offiziellen Sprachen ist, gelten weiterhin in der Regel nicht als Teil der „arabischen Welt“, darunter Israel, Eritrea und der Tschad, während andererseits nicht nur Dschibuti, wo eine Minderheit Arabisch spricht, sondern auch Somalia und sogar die Komoren, in denen Arabisch so gut wie gar nicht verwendet wird,<ref>Michel Lafon: Situation linguistique à la Grande-Comore et essai de définition du statut de l’arabe in: Matériaux arabes et sud-arabiques, 1988, pp.95-119</ref> aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Arabischen Liga oft dazugerechnet werden.

Malta andererseits wird so gut wie nie zur arabischen Welt gezählt, auch wenn sich Maltesisch aus dem Maghrebinischen Arabisch entwickelt hat. Da sie jedoch mit dem Lateinischen Alphabet geschrieben wird und jede Beziehung zur arabischen Schriftsprache abgebrochen ist, nimmt Malta nicht am kulturellen Geschehen (Presse, Literatur) der arabischen Welt teil.

In Staaten der arabischen Welt wird modernes Standardarabisch als Amtssprache verwendet. Daneben gibt es zahlreiche umgangssprachliche arabische Dialekte, beispielsweise die Varietäten des Maghrebinischen Arabisch zum Teil mit Einflüssen aus Berbersprachen, dem Französischen, Spanischen oder Italienischen, so dass sich eine Diglossie ergibt.

Die folgende Liste führt 26 souveräne Staaten und nicht souveräne Gebiete auf, in denen die arabische Sprache gesprochen wird, bzw. eine oder mehrere der vielen, oft sehr unterschiedlichen regionalen Varianten des Arabischen. Der angegebene Prozentsatz bezieht sich auf den Teil der Bevölkerung, der Arabisch als Muttersprache spricht. Die Spalte „Staatsbürger“ gibt die Einwohnerzahl des Landes an, außer bei den Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain und Katar, in denen die Ausländer die überwiegende Mehrheit der Gesamtbevölkerung darstellen, hier aber nicht mitgezählt werden. Länder, in denen die Mehrheit der Bevölkerung Arabisch spricht, sind farblich unterlegt.

Liste von Staaten und nicht souveränen Gebieten, in denen Arabisch gesprochen wird
Land Hauptstadt Staatsbürger
(in Mio.)
Staatsbürger deren Muttersprache Arabisch ist Sprache der Mehrheit Sprache der wichtigsten Minderheit
AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten Kairo 94,04 99,5 %<ref> Die US-amerikanische Library of Congress geht von knapp 600.000 Nicht-Arabisch-Sprechern in einer Bevölkerung von rund 100 Millionen aus</ref> Ägyptisches Arabisch Bedscha
AlgerienDatei:Flag of Algeria.svg Algerien Algier 31,84 72 %<ref> Jacques Leclerc: Algérie. Situation géographique et démolinguistique CEFAN, Université Laval, Quebec </ref> Algerisch-Arabisch Berberisch
BahrainDatei:Flag of Bahrain.svg Bahrain Manama 0,72 80 %<ref>Nach Salam DHR sind ca. 20 % der bahrainischen Bürger Ajam die zuhause meist persisch sprechen.</ref> Golf-Arabisch Persisch
DschibutiDatei:Flag of Djibouti.svg Dschibuti Dschibuti 0,51 10 %<ref>Said Djama Dirie: Languages Market in the Horn of Africa: A case study of Djibouti (PDF) Aston University, 2020</ref> – 15 %<ref> Jacques Leclerc: Djibouti. Données démolinguistiques CEFAN, Université Laval, Quebec </ref> Somali, Afar
EritreaDatei:Flag of Eritrea.svg Eritrea Asmara 5,02 2,4 %<ref>Tekle M. Woldemikael: Language, Education, and Public Policy in Eritrea. In: African Studies Review. Band 46, Nummer 1, April 2003, S. 117–136, doi:10.2307/1514983.</ref> (0,5 %<ref>Redie Bereketeab: The Politics of Language In Eritrea: Equality Of Languages Vs. Bilingual Official Language Policy (PDF) in: The Nordic Africa Institute Uppsala, Sweden</ref>— 2 %<ref>Encyclopedia Britannica: Eritrea</ref>) Tigrinya u. a.
IrakDatei:Flag of Iraq.svg Irak Bagdad 28,94 ca. 75 %<ref> Encyclopaedia Britannica: Arabs of Iraq</ref> / 80 %<ref>Juan Cole: Is Iraq an Arab Country? in: History News Network </ref> Irakisch-Arabisch Kurdisch
IsraelDatei:Flag of Israel.svg Israel Tel Aviv bzw. Jerusalem 8,00 ca. 20 %<ref>Dafna Yitzhaki: Attitudes to Arabic Language Policies in Israel: Evidence from a Survey Study in: Language Problems & Language Planning 35(2):95-116. Oktober 2011 </ref> Hebräisch Levantinisches Arabisch
JemenDatei:Flag of Yemen.svg Jemen Sana'a 33,7 99,6 %<ref>Marie-Claude Simeone-Senelle: Mehri and Hobyot spoken in Oman and in Yemen February 2010 (gibt 70.600 Mehri-Sprecher für Jemen an)</ref><ref>Bernard Comrie, Max-Planck-Institute gibt 70.000 Sprecher für Soqotri an</ref> Jemenitisch-Arabisch Südarabisch
JordanienDatei:Flag of Jordan.svg Jordanien Amman 6,34 fast 100 %<ref>

Helen Chapin Metz, ed. Jordan: A Country Study Washington: GPO for the Library of Congress (1989) Ethnicity and Language</ref><ref> Ibrahim Darwish, Saada Bader: Language and Religion in Jordan Research on Humanities and Social Sciences Vol.4, No.26, 2014</ref>

Levantinisches Arabisch
KatarDatei:Flag of Qatar.svg Katar Doha 0,33<ref>Sara Hillman, Emilio Ocampo Eibenschutz: English, super-diversity, and identity in the State of Qatar World Englishes 37, April 2018</ref> 100 %<ref>Sara Hillman, Emilio Ocampo Eibenschutz: English, super-diversity, and identity in the State of Qatar World Englishes 37, April 2018</ref> Golf-Arabisch
KomorenDatei:Flag of the Comoros.svg Komoren Moroni 0,75 0 %<ref>Michel Lafon: Situation linguistique à la Grande-Comore et essai de définition du statut de l’arabe in: Matériaux arabes et sud-arabiques, 1988, pp.95-119</ref> Komorisch
KuwaitDatei:Flag of Kuwait.svg Kuwait Kuwait 2,75 k. A. Golf-Arabisch Persisch
LibanonDatei:Flag of Lebanon.svg Libanon Beirut 4,52 96 %<ref>Lebanon Minorities Overview; World Directory of Minorities and Indigenous Peoples</ref> Levantinisches Arabisch Armenisch
LibyenDatei:Flag of Libya.svg Libyen Tripolis 6,31 96 %<ref>Jacques Leclerc: Libye CEFAN, Université Laval, Quebec </ref> 90 %<ref>Libyan Heritage House Languages of Libya</ref> Arabisch Berberisch
MarokkoDatei:Flag of Morocco.svg Marokko Rabat 32,60 60 %<ref>Moha Ennaji: Multilingualism, Cultural Identity, and Education in Morocco (2005) DOI:10.1007/b104063</ref> Maghrebinisches Arabisch Berberisch
MauretanienDatei:Flag of Mauritania.svg Mauretanien Nouakchott 3,44 70–80 %<ref>Catherine Taine-Cheikh. La Mauritanie: vers une nouvelle politique linguistique?. Revue d’aménagement linguistique, 2004, 107 (“Aménagement linguistique auMaghreb”), pp.205-226. halshs-00508627</ref>, 84 %<ref>Jacques Leclerc: Mauritanie CEFAN, Université Laval, Québec </ref> Hassania-Arabisch Pulaar, Soninke
OmanDatei:Flag of Oman.svg Oman Maskat 3,15 ca. 88 %<ref>J. E. Peterson, “Oman’s Diverse Society: Northern Oman.” Middle East Journal, vol. 58, no. 1, 2004, pp. 32–51. JSTOR, http://www.jstor.org/stable/4329973. Accessed 6 Mar. 2024</ref> Arabisch Belutschi
PalastinaDatei:Flag of Palestine.svg Palästina (Staat Palästina, nicht souveränes Gebiet) Gaza / Ramallah 4,33 k. A. Levantinisches Arabisch k. A.
Saudi-ArabienDatei:Flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien Riad 27,01 99,93 %<ref>Yousef al-Rojaie: Sociolinguistics in Saudi Arabia: Present situation and future directions. Journal of Arabic Sociolinguistics 2023 1:1, 76-97 https://doi.org/10.3366/arabic.2023.0006</ref><ref>Faisal Al-Maghtham: Mehri language spoken by 20 thousands people in Saudi Arabia. Asharq Al-Awsat 18 Dez. 2010</ref> Arabisch Mehri
SomaliaDatei:Flag of Somalia.svg Somalia Mogadischu 13,18 0,1 %<ref>Clear Global: Language Data for Somalia. Interactive Map</ref> Somali
SudanDatei:Flag of Sudan.svg Sudan Khartum 30,89 ca. 60–70 %<ref>Al-Amin Abu Manga: Linguistic Diversity and Language Endangerment in the Sudan (ungefähre Hochrechnung alter Daten)</ref> Sudanesisch-Arabisch Bedscha
Vorlage:SYR-2024 Damaskus 17,83 88 %<ref> The Issue of Minorities in Syria: From Proscription to Tyrannical Presence (PDF; 1,5 MB) In: Masarat. King Faisal Center for Research and Islamic Studies. Dec 2016</ref> ca. 90 %<ref> Kerem Yildiz: The Kurds in Syria: The Forgotten People Pluto Press, 2005</ref> Levantinisches Arabisch Kurdisch
TschadDatei:Flag of Chad.svg Tschad N’Djamena 10,32 ca. 12 %<ref>Chad: Language Situation J. Roberts, in

Encyclopedia of Language & Linguistics (Second Edition), 2006</ref>

Ngambay (Zentralsudanisch)<ref>John M. Keegan The Sara Bagirmi Languages Project</ref>
TunesienDatei:Flag of Tunisia.svg Tunesien Tunis 10,78 99,1 %<ref>Jacques Leclerc: Tunisie. Données démolinguistiques CEFAN, Université Laval, Quebec </ref> Maghrebinisches Arabisch Berberisch
Vereinigte Arabische EmirateDatei:Flag of the United Arab Emirates.svg Vereinigte Arabische Emirate Abu Dhabi 1,0 k. A. Golf-Arabisch k. A.
WestsaharaDatei:Flag of the Sahrawi Arab Democratic Republic.svg Westsahara (nicht souveränes Gebiet) El Aaiún 0,54 k. A. Hassania-Arabisch k. A.

Politisches Kriterium

Datei:Arabische Liga.png
Länder der Arabischen Liga
Datei:Baath Eagle Arabia.jpg
Die arabischen Länder als Saladin-Adler, irakisch-baathistische Darstellung

Der Begriff kann zum einen die Gesamtheit der Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga (und ihrer Bewohner), zum anderen das zusammenhängende Siedlungsgebiet der Araber beziehungsweise das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / الوطن العربي / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / ‚Arabisches Vaterland‘ bezeichnen.

Die Arabische Liga ist ein Verbund arabischer Staaten, wurde am 22. März 1945 in Kairo gegründet und besteht aus 22 Mitgliedstaaten. Andererseits gehören nach überwiegender Auffassung zum Watan sowohl arabische Minderheiten in Ländern, die nicht Mitglied der Arabischen Liga sind (wie die Türkei, der Iran oder Israel), als auch Mitgliedsstaaten, die keine eindeutige arabische Bevölkerungsmehrheit besitzen, so etwa Somalia, Dschibuti oder die Komoren. Dazu zählen Nationalisten aber meistens auch die iranische Provinz Chuzestan, den Sandschak Alexandrette (İskenderun), die Westsahara und Eritrea, obwohl diese Gebiete nicht zur Liga gehören.

Politisch gibt es in der arabischen Welt den gemeinsamen Traum einer in einem Staat vereinten arabischen Nation. Alle bisherigen Einigungsversuche des Panarabismus sind aber erfolglos geblieben. Bekannte panarabische Vordenker und Führer der Neuzeit sind Michel Aflaq, Gamal Abdel Nasser und Muammar al-Gaddafi, aber auch die PLO sieht sich als Speerspitze der arabischen Einigungsbewegung in dem Gedanken, dass die palästinensische Revolution der Auslöser der arabischen Revolution sein könnte. Der arabisch-israelische Konflikt ist nicht nur für Israel prägend, sondern bewegt regelmäßig die arabischen Massen.

Araber können jeder religiösen Weltanschauung angehören oder Atheisten sein. Im Libanon weisen ganze Regionen (etwa die drei Regierungsbezirke Kesrouan, Metn und Jabal Lubnan (Mont Liban)) eine geschlossene arabisch-christliche Bevölkerungsstruktur auf, bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts stellten sie dort sogar die Bevölkerungsmehrheit.

Der Panarabismus gilt als Rekrutierungsfeld des Islamismus, der aber ideologisch andere Ziele verfolgt als der nationalistische Panarabismus. Im Gegensatz zu religiös legitimierten arabischen Ideologien negiert der Islamismus das christliche Element in der arabischen Welt und dessen autochthonen Charakter. So waren in der panarabischen Bewegung überdurchschnittlich viele Araber aus christlichen Familien aktiv, neben Michel Aflaq (syrischer Gründer der Baath-Partei) und Elias Farah (syrisch-irakischer Baath-Ideologe) zum Beispiel der 1949 im Libanon hingerichtete SSNP-Gründer Antun Saada, der 2005 ermordete libanesische KP-Generalsekretär George Hawi und (marxistische) PLO-Führer wie George Habasch.

Wirtschaftliche und soziale Situation

Die meisten arabischen Staaten sind Schwellenländer oder Entwicklungsländer. Ausnahmen bilden Saudi-Arabien, Kuwait, Oman, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate, die sich als Industrieländer hauptsächlich auf den Erdölexport ausrichten. Die Erdölressourcen begründen auch die geopolitische Bedeutung der Region, in der sich früher das Vereinigte Königreich und seit der iranischen Revolution die Vereinigten Staaten immer mehr militärisch engagieren. Diese Abhängigkeit vom Erdöl verzögert auch die Entwicklung einer diversifizierten Branchenstruktur (sog. Ressourcenfluch). Es gibt zwar einen hohen Anteil von Klein- und Kleinstunternehmern, die jedoch zum großen Teil auf traditionellen Geschäftsfeldern tätig sind. Die Rate der Neugründungen liegt (außer in Katar und Marokko) unter dem weltweiten Durchschnitt.<ref>Zu den Ursachen siehe z. B. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />GEM-Länderbericht 2008 für Ägypten (Memento vom 25. Juli 2014 im Internet Archive), S. IX.</ref> Frauen sind weit unterdurchschnittlich am Gründungsgeschehen beteiligt, was sich (Stand 2010) nur langsam ändert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Women’s Empowerment (Memento vom 4. Juli 2010 im Internet Archive) Aktivitäten des UNDP, abgerufen am 4. Oktober 2012</ref> Eine überwiegend patriarchalische Gesellschaftsstruktur behindert die Beteiligung von Frauen am ökonomischen Leben.<ref>Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, abgerufen am 11. Januar 2016</ref> Große Staatsfonds wie ADIA in Abu Dhabi dominieren große Bereiche der Wirtschaft und behindern private Initiativen.

In den Ländern Vorderasiens ist die Wirtschaft laut Weltbank zwischen 2000 und 2006 um durchschnittliche 5,31 Prozent pro Jahr gewachsen. Das Bruttonationaleinkommen aller 22 Länder der Arabischen Liga lag 1999 bei 631,2 Milliarden Dollar. 2006 stieg das Bruttosozialprodukt auf 1.585.14 Milliarden Dollar. Saudi-Arabien hat das größte Bruttoinlandsprodukt der arabischen Welt.

Literatur

  • Andreas Kaplony (Hrsg.): Geschichte der arabischen Welt. C.H. Beck, München 2024.
  • Alexander Flores: Die Arabische Welt. Ein kleines Sachlexikon. Reclam-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-15-018270-3.
  • Ulrich Haarmann: Geschichte der arabischen Welt. C. H. Beck, München 2004, ISBN 978-3-406-47486-6.
  • Khalid Al-Maaly: Die arabische Welt. Zwischen Tradition und Moderne. Palmyra, Heidelberg 2004, ISBN 978-3-930378-56-2.
  • Alfred Schlicht: Geschichte der arabischen Welt. Reclam-Verlag, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-010916-8.
  • Udo Steinbach: Die arabische Welt im 20. Jahrhundert: Aufbruch – Umbruch – Perspektiven. Kohlhammer, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-17-032541-8.
  • Günter Barthel, Kristina Stock: Lexikon Arabische Welt. Kultur, Lebensweise, Wirtschaft, Politik und Natur im Nahen Osten und Nordafrika. Reichert, 1994, ISBN 978-3-88226-783-9.

Siehe auch

Portal: Arabische Welt – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Arabische Welt

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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