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Salicylaldehyd

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Strukturformel
Strukturformel von Salicylaldehyd
Allgemeines
Name Salicylaldehyd
Andere Namen
  • 2-Hydroxybenzaldehyd
  • o-Hydroxybenzaldehyd
  • 2-Formylphenol
  • Vorlage:INCI
Summenformel C7H6O2
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche Flüssigkeit mit bittermandelartigem Geruch und brennendem Geschmack<ref name="roempp" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 201-961-0
ECHA-InfoCard 100.001.783
PubChem 6998
ChemSpider 13863618
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 122,13 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,17 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

−7 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

197 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

0,79 hPa (25 °C)<ref name="GESTIS" />

pKS-Wert

6,79<ref name="CRC">CRC Handbook of Tables for Organic Compound Identification, Third Edition, 1984, ISBN 0-8493-0303-6.</ref>

Löslichkeit
Brechungsindex

1,5734<ref name="roempp" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​411
P: 264​‐​270​‐​273​‐​301+312​‐​391​‐​501<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Salicylaldehyd ist eine natürlich in einigen Pflanzen und Insekten vorkommende chemische Verbindung, die heute vielfach als Duftstoff und in der pharmazeutischen und chemischen Industrie Verwendung findet. Es leitet sich sowohl vom Benzaldehyd als auch vom Phenol ab. Die Struktur besteht aus einem Benzolring mit angefügter Aldehyd- (–CHO) und Hydroxygruppe (–OH) als Substituenten. Salicylaldehyd gehört zur Gruppe der Hydroxybenzaldehyde.

Geschichte

Ungefähr um 1838 gelang es dem Schweizer Apotheker und Pharmazeuten Johann Pagenstecher, aus den Blüten von Mädesüß Salicylaldehyd zu gewinnen.

Vorkommen

Datei:Food-wood-tomatoes (24030673680).jpg
Tomaten enthalten natürlicherweise Salicylaldehyd

Salicylaldehyd kommt in Rooibos, Tee, Echtem Buchweizen, Echtem Mädesüß, Tomaten, Polei-Minzen, Virginischem Tabak und Tagetes minuta vor.<ref name="Dr. Dukes" /> Insekten (Blattkäfer) produzieren diese Verbindung in speziellen Drüsen gegen Fraßfeinde aus dem Salicin ihrer Wirtspflanzen.

Gewinnung und Darstellung

Früher wurde Salicylaldehyd durch die Reimer-Tiemann-Reaktion (1876, frühe Carbenchemie) gewonnen.<ref>P. Rademacher: Organische Chemie IV. (PDF; 203 kB)</ref> Dabei werden Chloroform, Kaliumhydroxid und Phenol als Ausgangsstoffe benutzt. Heute wird als Verbesserung eine Phasentransferkatalyse verwendet.

Darstellung von Salicylaldehyd durch die Reimer-Tiemann-Reaktion
Darstellung von Salicylaldehyd durch die Reimer-Tiemann-Reaktion

Eigenschaften

Salicylaldehyd besitzt gegenüber dem Phenol (9,99<ref name="CRC" />) einen deutlich niedrigeren pKs-Wert von 6,79; die elektronenziehende Aldehydgruppe (−M-Effekt) erhöht die Acidität; die phenolische OH-Bindung wird zunehmend polarisiert. Der Flammpunkt liegt bei 78 °C.<ref name="GESTIS" />

Verwendung

Salicylaldehyd dient als Zwischenprodukt in der Farbstoff- und Arzneimittelindustrie sowie in 10%iger alkoholischer Lösung zum Nachweis von Ketonen (z. B. Aceton im Harn) und von Fuselölen im Alkohol. Außerdem wird er zur Herstellung von Schiffschen Basen, z. B. dem Komplexbildner N,N′-Bis(salicyliden)ethylendiamin (Abkürzung: salen), dessen Cobalt(II)-komplex (Salcomin) reversibel Sauerstoff binden kann, benutzt. Weiterhin wird es als Duftstoff in Parfüms eingesetzt.

Oxidation mit Wasserstoffperoxid ergibt Brenzcatechin (Dakin-Reaktion).<ref>H. D. Dakin: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 3, 1923, S. 28, doi:10.15227/orgsyn.003.0028; Coll. Vol. 1, 1941, S. 159 (PDF).</ref>

Brenzcatechinsynthese
Brenzcatechinsynthese

Cumarin wird mit der Perkinschen Synthese aus Salicylaldehyd und Essigsäureanhydrid hergestellt.<ref>Erich Koepp, Fritz Vögtle: Perkin-Synthese mit Cäsiumacetat. In: Synthesis. Band 1987, Nr. 2, Januar 1987, doi:10.1055/s-1987-27880.</ref>

Cumarinsynthese
Cumarinsynthese

Literatur

  • Edwin A. Robinson: The reaction of dichloromethylene with water and with phenoxide ions (Reimer-Tiemann reaction). In: J. Chem. Soc., 1961, S. 1663–1671; doi:10.1039/JR9610001663.
  • Karl Winterfeld: Praktikum der organisch-präparativen Pharmazeutischen Chemie. 6. Auflage. Steinkopff.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Dr. Dukes"> Vorlage:DrDukesDB </ref> <ref name="GESTIS"> Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich) </ref> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein