Starbucks
| Starbucks Corporation
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Starbucks Logo ab 2011.svg | |
| Rechtsform | Corporation |
| ISIN | US8552441094 |
| Gründung | 30. März 1971 in Seattle<ref>https://www.starbucks.com/about-us/company-information</ref> |
| Sitz | Seattle, Washington, Datei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten |
| Leitung | Brian Niccol (CEO und Chairman)<ref>Starbucks names Brian Niccol as Chairman and Chief Executive Officer, auf www.stories.starbucks.com, abgerufen am 9. September 2024.</ref> |
| Mitarbeiterzahl | 381.000<ref>Anzahl der Mitarbeiter der Starbucks Corporation weltweit von 2005 bis 2023, Statista, 6. Mai 2025.</ref> |
| Umsatz | 36,2 Mrd. US-Dollar<ref>Starbucks Revenue 2010-2024. Abgerufen am 6. Mai 2025.</ref> |
| Branche | Quickservice-Systemgastronomie |
| Website | www.starbucks.de |
| Stand: 3. Oktober 2024 | |
Starbucks Corp. (Nasdaq: SBUX<ref>Starbucks Company Profile. Abgerufen am 18. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) ist ein auf Kaffeeprodukte spezialisiertes, international tätiges US-amerikanisches Einzelhandelsunternehmen und Franchisegeber. Das Unternehmen hat seinen Hauptgeschäftssitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Starbucks kauft, röstet und vertreibt Kaffeebohnen über die konzerneigenen und lizenzierten Cafés (insgesamt > 30.500) in 80 Staaten (Stand: November 2021) und ist somit die größte Kaffeehauskette der Welt.
Geschichte
Gründung
Im April 1971 eröffneten die Studienfreunde Gerald Baldwin, Gordon Bowker und Zev Siegl aus San Francisco im alten Hafen Seattle am Pike Place 1912 das Kaffee-, Tee- und Gewürzgeschäft „Starbucks Coffee, Tea and Spice“. Den Namen wählten sie in Anlehnung an den Steuermann Starbuck aus Herman Melvilles Roman Moby Dick.<ref>Erik Neu: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Concise and Correct Explanation of the Starbucks Naming Myth. ( vom 14. Mai 2009 im Internet Archive) 27. Februar 2006.</ref> Bis 1981 wurden weitere drei Filialen in Seattle eröffnet.
Einstieg von Schultz
1982 übernahm Howard Schultz bei Starbucks die Leitung des Einzelhandels und der Vermarktung. Zunächst weitete er das Geschäft auf die Belieferung gehobener Restaurants und Espresso-Bars mit Kaffeebohnen aus. Der Besuch einer Verkaufsmesse in Mailand brachte ihn 1983 auf die Idee, neben dem Bohnenverkauf auch zubereiteten Kaffee zum Vor-Ort-Verzehr anzubieten. 1984 gestanden ihm die Inhaber zu, kleine Espresso-Bars in den Läden einzurichten. Das Kaffeebarkonzept erwies sich als erfolgreich, wenngleich eine weitere Expansion abgelehnt wurde, da laut Baldwins, Bowkers und Siegls die Liebhaberei immer Vorrang vor dem Geschäftlichen haben sollte. Das führte schließlich zum Bruch der Geschäftsbeziehung. Schultz kündigte bei Starbucks und eröffnete 1985 seine eigene Kaffeebar namens Il Giornale, wobei ihn seine früheren Arbeitgeber unterstützten. Nachdem er Investoren gefunden hatte, war er in der Lage, seinen früheren Arbeitgebern und Kaffee-Connaisseuren ein überzeugendes Übernahmeangebot zu machen. 1987 kaufte er das Unternehmen Starbucks für 3,8 Millionen US-Dollar und begann – mit 11 Läden und 100 Angestellten – mit dessen Expansion. Im Zuge der Ministerkonferenz der Wirtschafts- und Handelsminister der WTO in Seattle 1999 kam es zu Ausschreitungen und es wurden Starbucks-Filialen beschädigt, was auf Unverständnis im Management stieß, da man sich unter Howard Schultz als sozial ausgerichtet verstand.<ref name=":2">arte TV (Hrsg.): Starbucks ungefiltert. 2018.</ref>
Expansion und weitere Entwicklung
1989 hatte Schultz die Anzahl seiner Filialen auf 55 verfünffacht, vor allem an der Westküste und in Portland, Oregon. 1992 wurde Starbucks in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Stammaktien werden seither am Nasdaq National Market unter dem Kürzel „SBUX“ gehandelt. Mit dem Geld des Börsengangs konnte das Filialnetz ausgebaut werden; Starbucks war bald an 272 Standorten vertreten.
1994/95 waren die Ostküste und der Golf von Mexiko erreicht, mit insgesamt 676 Standorten US-weit.
Ab 1996 folgten erste Standorte in Japan, Singapur und auf den Philippinen und bis zum Jahr 2000 Filialen im Vereinigten Königreich, der Republik China (Taiwan), Thailand, Neuseeland, Malaysia, der Volksrepublik China, Kuwait, Südkorea, dem Libanon, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien sowie die ersten Filialen in Australien.
Dabei kaufte Starbucks 1999 den Teehersteller Tazo auf. Zudem wurde mit Thermoplan ein Vertrag über die exklusive Lieferung der Kaffeemaschinen abgeschlossen. Im Jahr 2000, bei weltweit 3500 Standorten, zog sich Schultz aus dem operativen Geschäft zurück und wechselte in den Aufsichtsrat.
2001/2002 eröffneten Filialen in der Schweiz und in Österreich. In Deutschland ging Starbucks ein Joint Venture mit der KarstadtQuelle AG, die KarstadtCoffee GmbH ein. Die Expansion setzte sich fort mit Kaffeehäusern in der Türkei, Chile und Peru auf weltweit 7225 Standorte. 2003 waren 7000 Cafés im Besitz von Starbucks. 2004/2005 geriet Starbucks’ deutscher Partner Arcandor in finanzielle Schwierigkeiten, worauf die KarstadtCoffee GmbH vom amerikanischen Mutterkonzern übernommen wurde.
In einem öffentlich bekannt gewordenen Memo von Schultz an die oberste Führungsebene im Februar 2007 beklagte er, dass „die Romantik und das Schauspiel verschwunden sind“, die Läden hätten ihre Seele verloren.<ref>Verschwundene Romantik bei US-Kaffeehauskette. In: WirtschaftsWoche. 6. März 2007.</ref> Die Vollmechanisierung des Brühprozesses, lange Warteschlangen und Sandwiches anstelle von Muffins trieben laut seiner Aussage die Kunden von Starbucks zur Konkurrenz. Am 8. Januar 2008 kehrte Schultz als CEO zurück und leitete eine Sanierung und eine neue Markterschließungsstrategie ein.<ref>Starbucks streicht in USA 600 Jobs. In: Die Presse. 22. Februar 2008.</ref> In den USA wurden 600 Filialen geschlossen und bis zu 12.000 Teil- und Vollzeitarbeitsplätze abgebaut.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Starbucks schließt unrentable US-Filialen. ( vom 10. Februar 2009 im Internet Archive) In: Süddeutsche. 2. Juli 2008.</ref> Im Geschäftsjahr 2015 setzte die Coffee-Shop-Kette rund 19,2 Milliarden US-Dollar um.<ref name="annualreport15" />
Im Dezember 2016 kündigte das Unternehmen an, dass sich Schultz zum April 2017 erneut aus der Geschäftsführung zurückziehen und das Amt des CEO an den bisherigen COO Kevin R. Johnson abgeben werde. Schultz solle dem Unternehmen in anderer Funktion erhalten bleiben.<ref>Starbucks-Chef Schultz gibt Geschäftsführung ab. In: rp-online.de. Abgerufen am 2. Dezember 2016.</ref><ref>Starbucks-Chef tritt zurück. In: nzz.ch. Abgerufen am 2. Dezember 2016.</ref>
Im Februar 2017 kündigte Starbucks an, in Europa neben der seit 2003 bestehenden Rösterei in Amsterdam bis 2018 eine zweite Rösterei in Mailand zu bauen und mit mehreren Filialen in den italienischen Markt einzutreten.<ref>n-tv.de</ref><ref>Starbucks Company Timeline. Starbucks, abgerufen am 5. Juni 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im November 2017 verkaufte das Unternehmen die Teemarke Tazo für 384 Millionen US-Dollar an Unilever.<ref name=":0">Nestlé kauft Starbucks Handelsgeschäft - manager magazin. In: manager magazin. (manager-magazin.de [abgerufen am 9. Mai 2018]).</ref>
Im Mai 2018 übernahm der Schweizer Nestlé-Konzern für 7,15 Milliarden US-Dollar die weltweiten Vermarktungsrechte für Produkte wie Bohnen oder gemahlenen Kaffee des Produzenten Starbucks. Nicht davon betroffen sind fertige Getränke und der Verkauf sämtlicher Produkte in Starbucks-Cafés. Das entsprach in etwa dem 3,5-fachen des damaligen Jahresumsatzes.<ref name=":0" /><ref>Schweizer versilbern milliardenschweren Vermarktungsdeal: Nestlé will in Deutschland mit Starbucks-Kaffee noch mehr Geld verdienen, Manager-Magazin, 23. August 2019.</ref>
Im Juni 2018 teilte Starbucks das Ausscheiden von Howard Schultz aus der Firmenleitung mit.<ref>Winand von Petersdorff: Howard Schultz: Der Starbucks-Gründer zieht sich zurück. In: www.faz.net. 5. Juni 2018, abgerufen am 5. Juni 2018.</ref> Im selben Jahr war Starbucks mit 28.000 Cafés in 75 Ländern vertreten.<ref name=":2" />
Im April 2022 teilte das Unternehmen mit, dass der bisherige CEO Kevin R. Johnson von seinem Posten zurücktritt und übergangsweise Howard Schultz die Leitung des Unternehmens wieder übernimmt. Starbucks plant bis Herbst 2022 einen neuen CEO zu finden.<ref>Kaffeekette: Starbucks-Chef Kevin Johnson tritt zurück – Langzeit-CEO Howard Schultz springt temporär ein. Abgerufen am 9. April 2022.</ref><ref>Zum dritten Mal Starbucks-Chef: Die Odyssee von Howard Schultz. Abgerufen am 9. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> [veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}}
2022 hat sich Starbucks wegen des Ukraine-Kriegs komplett aus Russland zurückgezogen. Die Mietverträge für die zuletzt rund 130 Starbucks-Filialen in Russland will der Rapper Timati übernehmen.<ref>Starbucks gibt Geschäft und Marke in Russland auf. In: manager-magazin.de. 23. Mai 2022, abgerufen am 25. August 2022.</ref><ref>Rapper in Moskau betreibt Stars Coffee — fast wie Starbucks. In: de.euronews.com. 19. August 2022, abgerufen am 25. August 2022.</ref>
Am 1. Oktober 2022 trat Howard Schultz als CEO zurück. Laxman Narasimhan wurde zu seinem Nachfolger. 2024 wurde er jedoch bereits wieder durch Brian Niccol, den Geschäftsführer von Chipotle Mexican Grill ersetzt.<ref>Amelia Lucas,Rohan Goswami: Starbucks replaces CEO Laxman Narasimhan with Chipotle CEO Brian Niccol. 13. August 2024, abgerufen am 12. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Februar 2025 strich Starbucks 30 % seines Menüs, um seine Abläufe zu vereinfachen und Kosten zu senken. Bei den gestrichenen Angeboten handelte es sich vor allem um weniger beliebte oder aufwendigere Produkte. Gleichzeitig wurde der Abbau von 1000 Stellen verkündet.<ref>Nathaniel Meyersohn: Starbucks is laying off workers and paring back the menu as it tries to turn the business around | CNN Business. 24. Februar 2025, abgerufen am 12. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Januar 2026 gab Starbucks seine Sanierungsstrategie bekannt, die die Gründung eines Joint Ventures mit Boyu Capital zur Führung des Geschäfts in China, dem zweitgrößten Markt des Unternehmens, vorsah. Nach Abschluss der Transaktion im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung, wird Boyu einen Anteil von bis zu 60 % an dem Joint Venture halten.<ref>Amelia Lucas: Starbucks plots the next phase of its turnaround with new drinks, loyalty program tweaks. 29. Januar 2026, abgerufen am 12. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Filialen
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Dortmund
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Stuttgart, Königstraße
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Filiale, München Hauptbahnhof
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Seoul, Südkorea
Unternehmen
Firmenlogo
Das Logo wurde über die Jahre mehrfach geändert<ref>Die Entwicklung des ursprünglichen Starbucks-Logos. In: logowski.com. Abgerufen am 11. Januar 2024.</ref>. Am Anfang war die Sirene<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Starbucks Siren Takes It All Off ( vom 8. Januar 2007 im Internet Archive)</ref> noch barbusig. In der zweiten Version verdeckten Haare die Brüste, es war aber noch ein Bauchnabel zu sehen. In der Version ab 1992 ist auch dieser nicht mehr zu sehen.<ref>Heinz Insu Fenkl: The Mermaid. Endicott Studio, 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Januar 2014; abgerufen am 2. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit 2011 wird die umlaufende Firmenbezeichnung weggelassen, die Sirene alleine bildet das Logo.
- Logos
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1971–1987
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1987–1992
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1992–2011
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Aktuelles Logo seit 2011
Produkte
Zu dem weltweit einheitlichen Angebot der Kette zählen in erster Linie Kaffeeprodukte. Darüber hinaus wird ein Sortiment an Kaffeebohnen vertrieben. Generell werden die Produkte aus dunkel gerösteten Arabica-Kaffeebohnen hergestellt. Weiter vertreibt Starbucks mehrere Musik-CDs unter eigenem Label.<ref>Robert Levine: Would You Like an Extra Shot of Music With That Macchiato? In: The New York Times. 3. November 2004.</ref> Kuchen und Gebäck werden teilweise für die Zielmärkte direkt aus den USA bezogen. Gäste bei Starbucks können zudem aus verschiedenen Milchsorten oder Alternativen wählen, darunter sind fettreduzierte Milch, laktosefreie Milch und Sojamilch.
Starbucks bietet neben Eigenkreationen landläufig Bekanntes wie normalen Filterkaffee, Caffè Latte, Cappuccino oder Espresso an. Darüber hinaus gibt es noch Variationen dieser Kaffeegetränke, wie Caramel Macchiato, Caffé Mocha und White Caffé Mocha sowie eisvermischte Getränke (Frappuccino), bei denen eine Kaffee- („blended coffee“) oder Milchbasis („blended cream“) mit zerkleinertem Eis und verschiedenen Aromen zu einem Kaltgetränk verarbeitet wird. Fruchtsäfte wie Himbeer- und Mangosaft werden mit Tazo-Tee und zerkleinertem Eis zu „blended juice drinks“ kombiniert.
Seit September 2012 bietet Starbucks unter dem Namen „Verismo“ eine Ein-Tassen-Kaffeemaschine für Espresso, Caffè Latte und Filterkaffee an.
Nährwerte
Die Initiative „Action on Sugar“, in der Experten für Gesundheit und Ernährung Lebensmittel auf ihren Zuckergehalt prüfen, veröffentlichte Februar 2016 Ergebnisse einer Untersuchung, nach dem das Produkt „Hot Mulled Fruit – Grape with Chai, Orange and Cinnamon – Venti“ die Zuckermenge von etwa 25 Teelöffeln enthalte. Die servierte Menge Zucker pro Konsumeinheit beliefe sich auf 99 Gramm. Damit ist dies das zuckerhaltigste Getränk der 131 untersuchten Produkte. Im Ranking belegten Starbucks-Produkte auch Platz 3 und 4: „White Chocolate Mocha with Whipped Cream – Venti“ enthält 73,8 g Zucker, „Signature Hot Chocolate – Venti“ noch 60 Gramm (entspricht 18 bzw. 15 Teelöffeln). Action on Sugar sprach von einer „skandalösen Menge“.<ref name="sugar" />
“These results highlight the need for more transparency on sugar content and compulsory labelling of sugar content.”
„Diese Ergebnisse betonen die Notwendigkeit von mehr Transparenz und verpflichtende Etikettierungen bezüglich des Zuckergehaltes.“
Dem gegenüber berief sich Starbucks auf bereits veröffentlichte Nährwerttabellen in den Geschäften und betonte, dass das Sortiment auch Produkte mit geringerem Zuckeranteil beinhalte.
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Niederlassungen
Starbucks ist auf mehreren Kontinenten präsent und zählt zu den bekanntesten Marken der Welt, vergleichbar mit McDonald’s. 2018 gab es weltweit über 29.000 Starbucks-Coffeeshops, davon wurden 15.341 selbst und 13.983 im Franchisegeschäft betrieben.<ref name="annualreport18" /> Mit Stand Mai 2014 befinden sich weltweit die meisten Starbucks-Filialen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.<ref>Cities with the largest number of Starbucks stores worldwide as of May 2014. In: Statista. Abgerufen am 21. Oktober 2018.</ref><ref>David Yanofsky: A cartographic guide to Starbucks’ global domination. In: Quartz. 27. Mai 2014, abgerufen am 21. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Starbucks in Deutschland
Die ersten beiden Starbucks-Filialen in Deutschland wurden im Mai 2002 in Berlin eröffnet. 2016 zählte Starbucks 158 Filialen in Deutschland, davon 144 eigene Geschäfte und 14 Kaffeehäuser unter den Franchiseunternehmen New Vision, SSP Germany und Marché.<ref name="newsroom">Starbucks Extends Licensing Agreement with AmRest to Grow Stores in Germany In: Starbucks Newsroom. 20. April 2016, abgerufen am 20. April 2016.</ref>
Sie werden alle direkt von der AmRest Coffee Deutschland Sp. z o.o. & Co. KG mit Sitz in München betrieben, die bis April 2016 als Starbucks Coffee Deutschland GmbH firmierte und bis Mai 2012 ihren Sitz in Essen hatte.<ref>Starbucks zieht nach München. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. August 2011, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 15. März 2012]).</ref><ref>Starbucks Impressum. Abgerufen am 2. Januar 2017.</ref> Die deutschen Starbucks-Filialen gehörten früher zu 82 Prozent dem Kaufhaus-Konzern KarstadtQuelle, der seine Beteiligung im November 2004 krisenbedingt an Starbucks veräußerte.<ref>Starbucks übernimmt Karstadt Coffee GmbH. In: Handelsblatt. 3. Januar 2005, abgerufen am 23. Juli 2013.</ref> Im April 2016 wurde bekannt, dass Starbucks Deutschland 100 Prozent seiner Anteile an die polnische AmRest für rund 41 Millionen Euro verkaufte.<ref name="newsroom" />
Starbucks in Österreich
In Österreich ist die Kaffeehauskette mit 19 Filialen<ref>Starbucks: Mit Kaffee zum Erfolg, auf www.trend.at, abgerufen am 29. Mai 2025</ref> vertreten (Stand: 2023), diese umfassen 15 Filialen in Wien, 3 Filialen in Salzburg,<ref>Salzburg Stadt: Starbucks eröffnet am Hagenauerplatz. In: Salzburger Nachrichten. 3. September 2013.</ref> sowie eine in der Shopping City Süd (Stadt: Vösendorf). Die erste Niederlassung Österreichs wurde am 8. Dezember 2001 in der Wiener Kärntner Straße eröffnet. Eben jene Filiale wurde mit 12. Juni 2016 geschlossen. Nach Aussage des Unternehmens sei der Standort – mit einer kolportierten Monatsmiete von rund 25.000 Euro – unrentabel geworden und bedurfte zudem einer Renovierung.<ref>Ausgebrüht: Starbucks schließt Wiener Flagship-Store vom 9. Juni 2016.</ref> Damit reduzierte sich die Anzahl der Filialen im Juni 2016 von 19 auf 18. Angekündigt war 2001 binnen 5 Jahren 60 Cafés in Österreich zu eröffnen.<ref>Starbucks schließt Vorzeigefiliale. In: wien.orf.at. 9. Juni 2016, abgerufen am 11. Februar 2021.</ref>
Starbucks in der Schweiz
Seit 2001 ist Starbucks in der Schweiz mit 62 Filialen (Stand: April 2018) vertreten. Von diesen entfallen alleine 16 Filialen auf die Stadt Zürich, sowie 9 Filialen in Genf und jeweils 4 Filialen auf Basel und Bern bzw. 29 in der restlichen Schweiz. Die im März 2001 eröffnete Starbucks-Filiale am Zürcher Central war die erste Niederlassung des Konzerns in Kontinentaleuropa. Wegen ihrer kulturellen Diversität benutzte das Unternehmen die Schweiz als Testmarkt.<ref>John J. Wild, Kenneth L. Wild, Jerry C. Y. Han: International Business – The challenges of globalization. 5. Auflage. Prentice Hall (Pearson Education), Upper Saddle River (New Jersey) 2010, ISBN 978-0-13-715375-6, S. 325.</ref>
Im Rahmen einer neunmonatigen Testphase betrieb Starbucks in Kooperation mit Elvetino seit dem 21. November 2013 einen Doppelstock-Speisewagen der SBB auf der Strecke St. Gallen – Genf.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Weltpremiere: Starbucks auf Schienen. ( vom 22. November 2013 im Internet Archive)</ref> Im Gegensatz zu anderen Filialen wurden komplette Mahlzeiten angeboten. Softdrinks und alkoholische Getränke waren weggefallen. Im Obergeschoss fand Bedienung statt, im Untergeschoss Selbstbedienung und Stehtische, betrieben von bis zu 4 Mitarbeitern. Die Kosten für den Umbau des ersten Fahrzeugs bezifferten die SBB auf 1,6 Millionen Franken.<ref>Rollende Starbucks-Filiale auf dem SBB-Netz. In: Eisenbahn-Revue International. 1/2014, S. 14 f.</ref> Der Kaffee von Starbucks ist nun in allen regulären Speisewagen der SBB erhältlich. Das Grund-Konzept der Starbucks-Speisewagen wurde hingegen nicht weiter verfolgt und stattdessen in das neue Konzept der SBB integriert.<ref>SBB: Weniger Starbucks, mehr Bier In: handelszeitung.ch, 28. September 2016, abgerufen am 15. April 2018.</ref>
Im März 2020 hat Starbucks Schweiz infolge der COVID-19-Pandemie den Betrieb bis auf Weiteres eingestellt.
Starbucks in China
2018 hatte Starbucks in der Volksrepublik China 3000 Filialen, 600 und die weltweit größte in Shanghai mit 2.700 m². Alle 15 Stunden wurde 2018 eine neue chinesische Filiale eröffnet.<ref name=":2" />
Geschäftspraktiken
Zentral bei Neueröffnungen von Filialen ist die Wahl eines Standortes mit einem hohen Anteil an Laufkundschaft (Verkehrsstationen, Einkaufszentren oder Zentren großer Städte) sowie ein großflächiger Einstieg in nationale Märkte, häufig in Kooperation mit nationalen Unternehmen wie zum Beispiel KarstadtQuelle in Deutschland. Nach einer erfolgreichen Positionierung am Markt trennt sich Starbucks häufig von den Kooperationsunternehmen, oft werden diese auch übernommen, so zum Beispiel durch die Seattle Coffee Company in Großbritannien oder Sazabys in Japan. Die oft frei erfundenen Produktnamen sind zumeist Eigenkreationen in einer Mischung aus in erster Linie Englisch und Italienisch, teilweise fließen auch französische Begriffe mit ein. Einher damit geht die Bezeichnung der Angestellten als Baristas, eigentlich eine italienische Berufsbezeichnung für Bedienungspersonal, das Espresso zubereitet. Kunden werden nach ihrem Vornamen gefragt, um sie nicht mit der Nummer der Bestellung aufzurufen, falls ihr Getränk nicht sofort über die Theke gereicht werden kann. Bei Stammkunden ist dieser beim Personal im lokalen Cafe bekannt. Teilweise werden Mietverträge für Cafés von Mitbewerbern übernommen, indem vor deren Verlängerung mit dem Vermieter verhandelt wurde. Bibliotheken und die Innenstadt von New York, wo die Filialdichte am höchsten ist, sind gezielt ausgesuchte Filialstandorte. Der Zielkundschaft wird vermittelt, dass der Kaffee dieser Marke ein erschwingliches Prestige gehobener Gesellschaft ist, dass 99 % der eingekauften Kaffeebohnen aus fairem Handel stammen und der Konsum sich als intellektuell vereinbar mit der Konsumverweigerung der 68er-Bewegung darstellt. In der Ausstattung der Cafés werden eckige Tische vermieden, es wird angestrebt, dem Kunden ein Dritter Ort zu sein.<ref name=":2" />
Geschäftsdaten
2014 war Starbucks mit 20.519 eigenen und lizenzierten Kaffeehäusern in über 65 Ländern vertreten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />globalassets.starbucks.com ( vom 4. April 2023 im Internet Archive)</ref> 2013 erwirtschaftete Starbucks mit über 182.000 Mitarbeitern weltweit einen Jahresumsatz von 14,89 Milliarden US-Dollar.<ref>Starbucks Jahreszahlen investor.starbucks.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )</ref> Bis 2017 stieg die Mitarbeiterzahl auf 277.000 und der Umsatz auf 22,39 Milliarden US-Dollar. Im selben Zeitraum konnte der Gewinn von 8 Millionen auf 2,9 Milliarden US-Dollar gesteigert werden.<ref name=":1" />
Trotz steigender Anzahl von Läden musste Starbucks am 15. November 2007 erstmals einen Rückgang der Kundenzahlen in den USA bekanntgeben.
Die Starbucks-Aktie wurde erstmals im Juni 1992 mit 17 US-Dollar gehandelt und erreichte am 5. Mai 2006 mit 39,63 US-Dollar einen Höchststand und rutschte bis zum 2. Januar 2008 um 48 Prozent auf 19,31 US-Dollar ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Bloomberg, 2. Januar 2008.</ref> Danach stieg die Aktie mit kleineren Unterbrechungen an und überstieg 2012 erstmals den Wert von 80 US-Dollar. 2013 lag der Höchstwert der Aktie bei 82,50 US-Dollar.<ref>STARBUCKS AKTIE | Aktienkurs | Kurs | 973403 | SBUX. Abgerufen am 18. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Oktober 2018 lag der Börsenwert des Unternehmens bei ca. 78 Mrd. US-Dollar.<ref>Starbucks Market Cap 2006–2018 | SBUX. Abgerufen am 21. Oktober 2018.</ref>
6,34 % der Aktien sind im Besitz der Vanguard Group und 5,91 % gehören BlackRock, der Rest befindet sich im Streubesitz.<ref name=":1" />
| Jahr | Angestellte | Umsatz in Mio. US-$ |
Bilanzgewinn in Mio. US-$ |
|---|---|---|---|
| 2010 | 137.000 | 10.707 | 946 |
| 2011 | 149.000 | 11.700 | 1.246 |
| 2012 | 160.000 | 13.277 | 1.384 |
| 2013 | 182.000 | 14.892 | 8 |
| 2014 | 191.000 | 16.448 | 2.068 |
| 2015 | 238.000 | 19.163 | 2.757 |
| 2016 | 254.000 | 21.316 | 2.818 |
| 2017 | 277.000 | 22.387 | 2.885 |
| 2018 | 291.000 | 24.720 | 4.518 |
| 2019 | 346.000 | 26.509 | 3.599 |
| 2020 | 349.000 | 23.518 | 928 |
| 2021 | 383.000 | 29.061 | 4.199 |
| 2022 | 402.000 | 32.250 | 3.282 |
| 2023 | 381.000 | 35.976 | 4.125 |
Digitalisierung
In vielen Ländern wird via WLAN kostenfreier Internetzugang angeboten, den Starbucks zum Beispiel in Zusammenarbeit mit British Telecom realisiert.<ref name=":1">https://www.starbucks.de/coffeehouse/wireless-internet</ref> Zudem war das Unternehmen einer der ersten Dienstleister, der mobiles Bezahlen über das Smartphone ermöglicht hat. Insbesondere war Starbucks ein Vorreiter bei der Unterstützung von Apples Passbook.<ref>Moritz Stückler: Passbook: Starbucks-Kaffee bei Betreten eines Ladens bezahlen. In: t3n. 4. Oktober 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Oktober 2012; abgerufen am 4. Oktober 2012.</ref>
Partnerschaften
Nestlé
Durch die Vereinbarung von 2018, die 2021 erweitert wurde, erwarb Nestlé die Rechte, Starbucks-Kaffee und -Teeprodukte weltweit zu vertreiben. Dies umfasst nicht nur den Verkauf von Starbucks-Kaffee in Supermärkten und Einzelhandelsgeschäften, sondern auch die Einführung von Starbucks-Produkten in das Gastronomiegeschäft von Nestlé, einschließlich Restaurants, Cafés und Hotelketten.<ref>Nestle and Starbucks extend partnership to ready-to-drink coffee. In: reuters.com, 27. Juli 2021, abgerufen am 1. September 2024.</ref>
Aeroplan
In Kanada hat Starbucks eine Partnerschaft mit Aeroplan geschlossen, um Aeroplan-Punkte an Kunden zu vergeben, die ihre Aeroplan- und Starbucks-Konten verknüpfen. Aeroplan-Mitglieder erhalten Punkte, wenn sie Geld auf ihr Starbucks-Konto laden.<ref>Aeroplan - Starbucks Partnerschaft.</ref>
Spotify
Im Mai 2015 ging Starbucks eine Partnerschaft mit dem Musik-Streaming-Dienst Spotify ein. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde den in den USA ansässigen Mitarbeitern ein Spotify-Premium-Abonnement zur Verfügung gestellt, und es wurde Einfluss auf die im Geschäft gespielte Musik durch mit Spotify erstellte Playlists genommen. Außerdem erhielt Starbucks eine eigene kuratierte Spotify-Playlist, die in der mobilen App von Spotify angezeigt werden sollte.<ref>Nomi Prins: The Spotify-Starbucks Partnership Is Digital Co-Branding Genius. In: Forbes. 19. Mai 2015, abgerufen am 26. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
PepsiCo
Im Jahr 2015 unterzeichnete Starbucks einen Vertrag mit PepsiCo zur Vermarktung und zum Vertrieb von Starbucks-Produkten in mehreren lateinamerikanischen Ländern.<ref>Starbucks, PepsiCo sign agreement for Ready-To-Drink coffee, energy beverages in Latin America. In: Reuters. Abgerufen am 28. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Uber Eats
Im Dezember 2018 erweiterte Starbucks seine Partnerschaft mit Uber Eats, um seine Getränke bis vor die Haustür von US-Kunden zu bringen, so wie es bereits seit einiger Zeit in China praktiziert wurde.<ref>Sarah Whitten, Kate Rogers: Starbucks cuts long-term earnings per share forecast; shares fall. In: CNBC. Abgerufen am 3. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Kate Taylor: Starbucks is rolling out delivery across America with Uber Eats. In: Business Insider. Abgerufen am 3. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Arla Foods
Starbucks bietet in Geschäften und Supermärkten eine Reihe von trinkfertigen Eiskaffeeprodukten an, die unter Lizenz der dänisch-schwedischen Molkereigenossenschaft Arla Foods hergestellt werden.<ref>Starbucks extends strategic partnership with Arla Foods to grow ready-to-drink across EMEA. Abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>
Kritik
Handel mit Kaffeeerzeugern
Ein Rechtsstreit zwischen äthiopischen Kaffeebauern und Starbucks belastete 2007 den Ruf von Starbucks als fairer Handelspartner. Zwar bezahlt Starbucks den Bauern einen überdurchschnittlich hohen Preis, doch die äthiopischen Bauern wollten durch einen juristischen Namensschutz der Anbauregion als Warenzeichen Sidamo mehr Kontrolle über den Vertrieb und damit auch einen noch höheren Preis erhalten.<ref> Jens Borchers: Streit zwischen Starbucks und äthiopischen Bauern: Ein Kaffee-Konzern fürchtet um sein Image. In: tagesschau.de. ARD, 7. März 2007, abgerufen am 27. April 2025 (zitiert nach dem Diskussionsbeitrag auf Wallstreet-Online zu Starbucks übertrifft Schätzungen um 2 Cents, Nr. 80 vom 07.03.2007 13:41:10).</ref> Starbucks wollte jedoch kein Lizenzabkommen unterschreiben und veranlasste über den Kaffeeverband National Coffee Association (NCA) einen Widerspruch gegen den Namensschutz.<ref>Starbucks verhindert, dass es Äthiopiens Kaffeebauern besser geht: Oxfam fordert den Kaffeekonzern auf, eine Lizenzvereinbarung für Kaffee-Namen abzuschließen. In: Oxfam. 7. März 2007.</ref> Eine enge Verbindung zur NCA bestand durch Dub Hay, Vizepräsident von Starbucks und zuständig für den weltweiten Einkauf, der gleichzeitig als Lobbyist für die NCA tätig war. Die NCA hatte zunächst durch juristischen Einspruch erreicht, dass das Patentamt den äthiopischen Antrag ablehnte. Als Folge des drohenden Ansehensverlustes erkannte Starbucks jedoch im Juni 2007 die drei äthiopischen Kaffeesorten Sidamo, Harar und Yirgacheffe als Handelsmarken an und unterzeichnete einen Lizenz-, Vertriebs- und Marketingvertrag.<ref>Rohstoffe: Schwarz und stark. In: Spiegel online. 5. Juni 2007.</ref><ref>Oxfam begrüßt Einlenken von Starbucks bei äthiopischen Kaffeemarken. In: Entwicklungspolitik Online. 22. Juni 2007.</ref>
Starbucks gibt an, den Kaffee „fair“ einzukaufen und praktiziert durch das eigene Projekt „C.A.F.E. (Coffee and Farmer Equity) Practices“ die Bezahlung eines über dem Markt liegenden Preises mit Einbeziehung qualitativer, wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Kriterien, erarbeitet durch Kaffeebauern, Nachhaltigkeitsexperten und Mitarbeiter der „Conservation International“ (CI). C.A.F.E. wurde im Jahr 2000 unabhängig gegründet und stieg später aus dem direkten Verhandlungen mit Starbucks aus.<ref name=":2" /> CI vermittelt zu den Einkaufsabteilungen diverser Konzerne. Dadurch würden humanitäre Projekte unterstützt, etwa „CSR Projekte“ an Schulen der Fundraising Akademie gGmbH.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kooperation mit gemeinnützigen Organisationen aus Unternehmenssicht – Corporate Social Responsibility bei Starbucks ( vom 1. Februar 2012 im Internet Archive) norddeutscher-fundraisingtag.com abgerufen am 1. April 2008.</ref>
Umgang mit Beschäftigten
Am 2. Dezember 2025 berichtete die Tagesschau, dass Starbucks im Streit über Verstöße gegen das Arbeitsrecht von New York 38,9 Millionen Dollar zahlen muss. Allein 35,5 Millionen Dollar gehen direkt an die betroffenen Angestellten.<ref>Starbucks zahlt Angestellten 35,5 Millionen Dollar. Abgerufen am 2. Dezember 2025.</ref>
Gewerkschaftsfeindliche Unternehmenspolitik
Kritiker wie Naomi Klein, Autorin des Buches No Logo, werfen dem Unternehmen vor, einen Verdrängungswettbewerb zu Lasten lokaler Betriebe und der bei Starbucks beschäftigten Mitarbeiter auszufechten.<ref>N. Klein: No Logo. HarperCollins, London 2000, S. 136 ff.</ref> Die internationale Gewerkschaft IWW rief im August 2006 zum Boykott von Starbucks auf, nachdem vier ihrer Mitglieder, die der IWW Starbucks Workers Union angehörten, gekündigt worden waren.<ref>Kündigungen wegen gewerkschaftlicher Betätigung: Internationale Proteste gegen Starbucks. iww.org</ref> Bis zum Ende des Jahres 2006 erhöhte sich die Zahl der Gekündigten auf fünf IWW-Mitglieder.
Im April 2007 erhob die Nationale Behörde für Arbeitsbeziehungen der USA (National Labour Relations Board, NLRB) auf Betreiben der IWW Anklage gegen Starbucks in 30 Fällen. Es ging um angeblich gewerkschaftsfeindliche Praktiken, unfaire Maßnahmen gegen Angestellte und Kündigungen unter angeblich konstruierten Vorwänden. Der Prozess begann im August 2007 in New York und dauerte zu Beginn des Jahres 2008 an.<ref>Icy Day Finds Old Union Outside Modern City Shops. In: The New York Times. 22. Januar 2008.</ref>
Im März 2008 wurde der Konzern verurteilt, rund 100 Millionen Dollar einbehaltener Trinkgelder an Beschäftigte zurückzuzahlen. Eine Beschäftigte hatte seit 2004 eine Sammelklage gegen die Praxis geführt, Vorgesetzte in Starbucks-Shops an den Trinkgeldern ihrer Mitarbeiter zu beteiligen.<ref>Starbucks muss Trinkgeld an Mitarbeiter auszahlen. In: Spiegel Online. 21. März 2008.</ref>
Der Autor Günter Wallraff schrieb 2009, nach „Recherchen hinter der In-Fassade der Kaffeehauskette Starbucks“, dort würden „menschenunwürdige Verhältnisse“ herrschen.<ref>Günter Wallraff: Neues Wallraff-Buch ist Reise in soziale Wüste. Focus Online, S. 1, 8, abgerufen am 1. Dezember 2009.</ref><ref>BERICHT/002: Gerhard Zwerenz und Günter Wallraff lesen beim Literaturfestival in Leipzig (SB). In: Schattenblick. MA-Verlag, abgerufen am 1. Dezember 2009: „… – sowie Recherchen hinter der In-Fassade der Kaffeehauskette Starbucks, der er sektenähnliche Strukturen attestiert, die ihr Unternehmen „Familie“, Gehirnwäsche „Weiterbildung“ und die Angestellten und Arbeiter „Partner“ nenne und sie dabei „auspreßt bis zum geht nicht mehr“ …“</ref>
In deutschen Filialen wurden laut Berichten aus den Jahren 2010 und 2011 Betriebsräte gezielt nach Vorgaben und unter Druck der Geschäftsleitung gewählt. Diese angeblichen Arbeitnehmervertreter seien nach Auskunft der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten nicht ihren Kollegen, sondern der Geschäftsleitung gegenüber loyal. Tatsächlich unabhängige Betriebsräte würden mit falschen Anschuldigungen und Abmahnungen drangsaliert und zur Aufgabe der Arbeitsstelle genötigt.<ref name="frontal21">Video Frontal 21: Starbucks – „Miese Methoden im Kaffeehaus“ (14. Dezember 2010) in der ZDFmediathekVorlage:Abrufdatum (offline) YouTube</ref><ref>Video heute: „Wie Starbucks mit Mitarbeitern umgeht“ (14. November 2011) in der ZDFmediathekVorlage:Abrufdatum (offline)</ref><ref>Marianne Haas, Silvia Liebrich: Falsche Sockenfarbe? Abmahnung! 17. Dezember 2010, abgerufen am 21. Dezember 2019.</ref>
Im Dezember 2021 stimmten Starbucks-Beschäftigte in Buffalo im US-Bundesstaat New York erstmals für die Gründung einer lokalen Gewerkschaft.<ref>Katharina Kort: Kleine Revolution: Starbucks-Mitarbeiter stimmen erstmals für die Gründung einer Gewerkschaft, Handelsblatt, 10. Dezember 2021.</ref> BBC berichtete im Februar 2022, dass Starbucks eine Reihe von Beschäftigten entlassen habe, die sich in Tennessee um die Gründung einer Gewerkschaft bemühten. Dies sei eine von mehr als 50 gewerkschaftsfeindlichen Aktionen in den USA. Das Unternehmen erklärte, die Mitarbeiter hätten wissentlich gegen die Unternehmensregeln verstoßen, indem sie sich nach Geschäftsschluss in den Betriebsräumen aufgehalten hätten. Gewerkschaftsvertreter erklärten, das Unternehmen versuche mit seinen Vergeltungsmaßnahmen, die Organisierung der Mitarbeitenden zu behindern. In Dutzenden weiteren Filialen der Kette wurden Abstimmungen über den Beitritt zu einer Gewerkschaft beantragt, was den Beschäftigten die Möglichkeit gäbe, als Gruppe mit dem Unternehmen über Löhne und Arbeitsbedingungen zu verhandeln.<ref>Starbucks fires organisers as union threat grows. BBC News, 9. Februar 2022.</ref>
Steuervermeidung
Starbucks macht sich im Rahmen seiner internationalen Steuerplanung Strategien wie Double Irish With a Dutch Sandwich zunutze, um die Konzernsteuerlast zu verringern.<ref>Edward D. Kleinbard: Through a Latte, Darkly: Starbucks’s Stateless Income Planning USC Gould School of Law. 15. Juli 2013.</ref> Verschiedene Nichtregierungsorganisationen und Politiker kritisieren diese Praxis.<ref name="handelsblatt-steuer">Wie Starbucks sich um die Steuern drückt. In: Handelsblatt.de. Verlagsgruppe Handelsblatt, 2. November 2012, abgerufen am 16. Februar 2014.</ref><ref>Axel Troost: Unternehmen dürfen weiter steuertricksen. In: linksfraktion.de. Linksfraktion, 30. Dezember 2013, abgerufen am 2. Januar 2017.</ref> Als Konsequenz kündigte Starbucks im April 2014 an, seine Europa-Zentrale von Amsterdam nach London zu verlegen und damit mehr Steuern im Vereinigten Königreich zu zahlen, wo sich mit 800 Filialen mehr als die Hälfte aller europäischen Filialen befinden,<ref>David Jolly: Starbucks to Move European Offices to London. In: The New York Times. 16. April 2014, abgerufen am 16. April 2014 (englisch).</ref> was 2012 als Steuervermeidung in der Presse war. Starbucks hatte an „Starbucks EMEA“ in den Niederlanden, wo die Steuern günstiger waren, Lizenzgebühren an sich selbst bezahlt.<ref name=":2" /> Die Europäische Union verurteilte Starbucks im Oktober 2015 zu einer Zahlung von bis zu 30 Millionen Euro. Die Europäische Kommission kam zu dem Schluss, dass Steuervorbescheide (siehe auch Luxemburg Leaks), die die Steuerlast eines Unternehmens künstlich verringern, illegal sind. Es werden EU-Beihilfevorschriften verletzt, da Starbucks ein illegaler Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Kaffeehäusern gewährt wurde.<ref>Die Zeit, Steuervorteile für Starbucks und Fiat sind illegal, 21. Oktober.</ref> Sowohl Starbucks als auch Luxemburg wehren sich gegen das Urteil und beharren auf dem Standpunkt, keine Regeln der OSZE verletzt zu haben. Es ist nicht bekannt, ob Starbucks in Zukunft die für illegal erklärte Steuerpraxis ändern wird.<ref>Tageblatt Luxemburg, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Luxemburg prüft Einspruch ( vom 5. Juni 2016 im Internet Archive), 21. Oktober 2015.</ref> Am 24. September 2019 urteilte das Gericht der Europäischen Union (EuG), dass Starbucks in den Niederlanden keine illegalen Steuervorteile erhalten hatte.<ref>Zeit Online: Europäischer Gerichtshof: Starbucks erhielt keine illegalen Steuervorteile. In: Die Zeit. 24. September 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 5. November 2019]).</ref>
Abfallproblematik
Seit vielen Jahren wird das Müllaufkommen insbesondere durch die Wegwerfbecher kritisiert. Dem begegnet Starbucks damit, dass Kunden das Getränk in den eigenen, mitgebrachten Becher füllen lassen können.<ref>WELT: Starbucks: Warum der Kaffee im Pappbecher nun teurer wird. In: Die Welt. 6. November 2019 (welt.de [abgerufen am 18. November 2020]).</ref> Versuche zum Recycling sind bisher gescheitert.<ref>Peter Vollmer: Neues Konzept: Starbucks testet Recycling-Becher. Abgerufen am 18. November 2020.</ref>
„Superpendeln“ für designierten CEO
Mitte 2024 berichteten Medien über das Angebot des Unternehmens an Brian Niccol, dieser könne nach Antritt des Postens als Chief Executive Officer (CEO) die Hybridarbeit-Richtlinie des Unternehmens durch Pendeln zwischen dem Firmensitz in Seattle und seinem etwa 1600 Kilometer entfernten Wohnort in Newport Beach erfüllen. Die Vorstellung eines mehrmals in der Woche per Privatjet pendelnden CEO erregte aufgrund der absehbaren CO2-Bilanz Entrüstung bei Beschäftigten und Verbrauchern.<ref>Maya Yang: Starbucks’ new CEO faces backlash over 1,000-mile commute by private jet. In: The Guardian. 21. August 2024, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 27. August 2024]).</ref>
Literatur
- Howard Schultz, Dori Jones Yang: Die Erfolgsstory Starbucks. Signum, Hamburg / Wien 2003, ISBN 3-85436-314-1. (Übersetzung von Pour Your Heart Into It. How Starbucks Built a Company One Cup at a Time. Hyperion Books, New York, NY 1999, ISBN 0-7868-8356-1)
- Naomi Klein: No Logo! Der Kampf der Global Player um Marktmacht. Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern. Goldmann Verlag, München 2005, ISBN 3-442-15312-3, S. 152–156.
- Constanze Ullmann: Internationalisierung von Coffee-Shops. Markterschliessungsstrategien zwischen Fast Food und Feel Good. VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2006, ISBN 978-3-86550-244-5 (Diplomarbeit Fachhochschule Wiesbaden 2004, 136 Seiten, unter dem Titel: Internationale Markterschließung am Beispiel von Coffee-Shops).
- Joseph A. Michelli: Das Starbucks-Geheimnis. Wie aus Kaffee Gold wird. Redline Wirtschaftsverlag, München 2008, ISBN 978-3-636-01560-0.<ref>SZ-Besprechung.</ref>
- Howard Schultz, Joanne Gordon: Onward: Wie Starbucks erfolgreich ums Überleben kämpfte, ohne seine Seele zu verlieren. VCH-Wiley, Weinheim 2011, ISBN 978-3-527-50635-4.
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Website von Starbucks (englisch)
- Tobias Tscherrig: Am Anfang war die Gegenkultur : Starbucks: Die Kehrseite des Zaubertranks Untergrund-Blättle, Wädenswil, CH, 10. September 2018.
- Presse-Artikel
- Mehr Spirit, weniger Kunden – Die Finanzkrise in den USA schadet offenbar den Geschäften von Starbucks. Auch gewerkschaftliche Aktivitäten bereiten dem Konzern Probleme. In: jungle world. 24. Januar 2008
- Die Baristas und die Leiter – Die syndikalistische IWW organisiert prekäre Starbucks-ArbeiterInnen. In: analyse & kritik. 15. Dezember 2006, Nr. 512
- Deborah Steinborn: Der Kaffee-König. In: Die Zeit. 16. April 2003, Nr. 17
- Philipp Mueller: Starbucks – Kaffeekette zwischen Kult und Kritik: Von kreativen Anfängen zum umstrittenen Global Player, Roastmarket vom 30. Juli 2017
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name="sugar"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />actiononsugar.org ( vom 19. Februar 2016 im Internet Archive), Action on Sugar – Website, 17. Februar 2016. Abgerufen am 18. Februar 2016. </ref> <ref name="annualreport18"> Starbucks: Annual Report 2018. (PDF) Abgerufen am 26. März 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="annualreport15"> Starbucks: Annual Report 2015. (PDF) Abgerufen am 24. April 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
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