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Phenoxyethanol

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Strukturformel
Strukturformel von Phenoxyethanol
Allgemeines
Name Phenoxyethanol
Andere Namen
  • 2-Phenoxy-1-ethanol
  • 2-Phenoxyethanol (IUPAC)
  • Phenylcellosolve
  • Phenylglycol
  • Monophenylglycol
  • Ethylenglycolmonophenylether
  • Vorlage:INCI
Summenformel C8H10O2
Kurzbeschreibung

ölige Flüssigkeit mit schwachem aromatischem Geruch und brennendem Geschmack<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 204-589-7
ECHA-InfoCard 100.004.173
PubChem 31236
ChemSpider 13848467
DrugBank DB11304
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 138,16 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name="GESTIS" />

Dichte

1,11 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

14 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

242 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

4 Pa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

wenig in Wasser (24 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Brechungsindex

1,534 (20 °C)<ref name="CRC90_3_422">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-422.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.004.173">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​318​‐​335
P: 261​‐​264​‐​271​‐​280​‐​301+312​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
MAK

DFG/Schweiz: 20 ml·m−3 bzw. 110 mg·m−3<ref name="GESTIS" /><ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 122-99-6 bzw. Phenoxyethanol)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Toxikologische Daten

1260 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

2-Phenoxyethanol (Phenylglycol) ist eine organische Verbindung. Es ist ein Ether des Phenols mit Ethylenglycol mit der Summenformel C8H10O2.

Eigenschaften

Phenoxyethanol ist bei Raumtemperatur eine farblose, viskose Flüssigkeit mit schwach aromatischem, rosenartigem<ref name="Römpp">Eintrag zu 2-Phenoxyethanol. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> Geruch, welche wenig löslich in Wasser ist.<ref name="GESTIS" /> Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in bar, T in K) mit A = 5,13710, B = 2379,346 und C = −54,424 im Temperaturbereich von 351 K bis 518 K.<ref> Stull, D.R.: Vapor Pressure of Pure Substances Organic Compounds in Ind. Eng. Chem. 39 (1947) 517–540, doi:10.1021/ie50448a022.</ref>

Gewinnung und Darstellung

Phenoxyethanol wird durch Reaktion von Phenol mit Ethylenoxid hergestellt.<ref name="Römpp" />

Verwendung

Phenoxyethanol wirkt bakterizid und wird in dermatologischen Produkten, wie z. B. Hautcreme, als Konservierungsstoff verwendet. Nach Anhang V der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 liegt die Höchstkonzentration in kosmetischen Mitteln bei 1 %.
Phenoxyethanol wird als Ersatz für Natriumazid in biologischen Pufferlösungen verwendet, da es weniger giftig ist und nicht mit Kupfer oder Blei reagiert. Es findet Verwendung als Narkotikum für Fische, das heißt, es kann je nach Dosierung zum Beruhigen, Betäuben oder Einschläfern von Fischen verwendet werden. Auch als Konservierungsstoff für Impfstoffe in der Pharmaindustrie wird es verwendet und ist in den meisten Feuchttüchern für Babys<ref>Babyfeuchttücher. Test J1301 bei Öko-Test vom 11. Januar 2013.</ref> sowie in Gleitmitteln enthalten. Phenoxyethanol wird darüber hinaus als Lösungsmittel in Tinten, Kugelschreiberpasten, Druckpasten und Stempelfarben, als Fixativ für Parfüms und Seifen sowie zur Herstellung von Weichmachern und Luftverbesserern verwendet.<ref name="GESTIS" /> Zusammen mit Octenidindihydrochlorid bildet Phenoxyethanol ein Schleimhaut- und Wundantiseptikum mit Handelsnamen wie Octenisept und anderen.

Verwendungsbeschränkungen

In dem Südseestaat Palau ist Phenoxyethanol in Sonnenschutzmitteln zum Schutz der Korallenriffe seit Januar 2020 verboten.<ref>The Republic of Palau Bans Sunscreen Chemicals to Protect its Coral Reefs and UNESCO World Heritage site – International Coral Reef Initiative. In: icriforum.org. 4. November 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. März 2020; abgerufen am 20. Februar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Verbot beruht auf den Ergebnissen einer 2017 veröffentlichten Studie<ref>Coral Reef Research Foundation: Final Report - Sunscreen Pollution Analysis in Jellyfisch Lake, Palau, Januar 2017 (PDF).</ref> zur Verschmutzung der Unterwasserwelt am Jellyfish Lake.

Sicherheitshinweise

Mischungen von Phenoxyethanol mit Methyldibromoglutaronitril kann Allergien vom Typ 4 (Allergisches Kontaktekzem) auslösen; dabei ist die als MDBGN/PE bezeichnete Mischung mit 4 % Anteil an allen Allergien ein häufiges Kontaktallergen.<ref>G. Parmentier GmbH: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wollwachsalkohole, ein häufiges Kontaktallergen? (Memento vom 22. Dezember 2009 im Internet Archive) (PDF; 21 kB)</ref><ref>Weißbuch Allergie in Deutschland. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage; Hrsg.: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI), Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA), Deutsche Akademie für Allergologie und Umweltmedizin.</ref> Phenoxyethanol hat einen Flammpunkt von 121 °C und bildet erst bei höheren Temperaturen entzündliche Dampf-Luft-Gemische.<ref>E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen - Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft GmbH, Bremerhaven 2003.</ref> Bei Reaktion mit Sauerstoff kann Phenoxyethanol Peroxide bilden.<ref name="Römpp"/>

Einzelnachweise

<references />