Freddy Kottulinsky
Winfried Philippe Adalbert Karl „Freddy“ Graf Kottulinsky Freiherr von Kottulin (* 20. Juli 1932 in München; † 4. Mai 2010 in Karlstad, Schweden) war ein Renn- und Rallyefahrer.
Familie
Kottulinsky entstammte einem österreichisch-schlesischen<ref>Camilla von Massenbach: Franz Carl Kottulinsky von Kottulin und Krizkowitz 1674–1748. In: links.org. 8. Dezember 2025, abgerufen am 21. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Adelsgeschlecht, dem auch Maria Anna von Kottulinsky angehörte. Freddys, eigentlich Winfried von Kottulinsky, Eltern waren der seit 1930 in München<ref>Personalabteilung RF-SS: SS-Dienstaltersliste vom Stand 1. Oktober 1934. Buchdruckerei Birkner, vorm. Hermes, München 1934, S. 22, Nr. 500. (Reprint).</ref> aktive SS-Führer<ref>Personalkanzlei RF-SS: Dienstalterslisten der SS. Stand 1. Dezember 1938. Reichsdruckerei, Berlin 1938, S. 56 f, Nr. 1063. (Reprint).</ref> Graf Adalbert von Kottulinsky und dessen erste Ehefrau Maria Schenk Gräfin von Stauffenberg, Tochter der Lilian Schönhofen und des Grafen Philipp von Staueffenberg. Nach der Scheidung der Eltern 1936 heiratete der Vater 1949 in Hamburg Ilse Blass, die aus Merseburg stammte. Die Kinder, Kottulinsky hatte mehrere Geschwister, lebten anfangs 1950er Jahren an verschiedenen Orten, die Mutter starb früh 1940. Freddy wiederum lebte beim Vater. Der wiederum übte nach dem Krieg unterschiedliche Berufe aus, war Landwirt und technischer Kaufmann.
Ab 1953 lebte er in Schweden, wo er sich mit einer Werkstatt selbständig machte, und später bis ins Jahr 2008 in Görkwitz bei Schleiz in Thüringen.<ref name="Vision">Freddy Kottulinsky: Ohne Vision kommen wir nicht weiter. In: pro-schleizer-dreieck.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. Januar 2009; abgerufen am 21. Januar 2026.</ref> Seine im Jahr 1960 geborene Tochter Susanne war ebenfalls Rallyefahrerin. Ihre Beifahrerin war zeitweise Tina Thörner, später langjährige Copilotin von Jutta Kleinschmidt. Die Rennfahrern Mikaela Åhlin-Kottulinsky ist seine Enkelin.
Karriere als Rennfahrer
Kottulinsky fuhr erfolgreich für Schweden in der Formel 3, Formel Super V und Formel 2. In der Formel 3 wurde er 1966 schwedischer Meister auf einem Lotus 35-Cosworth. Zusammen mit Ronnie Peterson und Torsten Palm gewann er 1970 für Schweden den F3 Europacup für Nationalteams. 1970 und 1971 siegte er auf der Autobahnspinne Dresden. In der Formel Super V gewann er 1974 den European-Gold-Cup auf einem Lola T320. Ab 1973 fuhr er auch im Rallyesport.
Er gewann 1980 mit seinem Copiloten Gerd Löffelmann die Rallye Dakar in einem allradgetriebenen, von Audi betreuten VW Iltis-Geländewagen. Die Plätze zwei, vier, und neun wurden ebenfalls von VW-Iltis belegt. Aus Trainings für Mechaniker, die die Rallye-Servicefahrzeuge fuhren, entwickelte sich das Audi-Fahrsicherheitstraining, für das er bis zur Pensionierung tätig war.
Auch mit mehr als 70 Jahren nahm Kottulinsky gelegentlich noch an Motorsportveranstaltungen teil. So startete er am 11. August 2006 mit einem Datsun 240Z beim AvD-Historic-Marathon-400 auf der Nordschleife des Nürburgrings.
Kottulinsky setzte sich für den Wiederaufbau der Rennstrecke „Schleizer Dreieck“ ein.<ref name="Vision" /> In Schleiz lebte er bis 2008/9 mit seiner Ehefrau, die er dort bei einem Formel-3-Rennen kennengelernt hatte. Nach deren Tod zog er zu seiner Tochter nach Karlstad (Schweden); darum fuhr er sein letztes Einsatzjahr, es war sein 50. in ununterbrochener Reihenfolge, mit schwedischer Rennlizenz.
Er starb am 4. Mai 2010 in Karlstad an Krebs und wurde am 28. Mai in Schleiz beerdigt.<ref>Frank Michael Orthey: Formel Super Vau-Star Freddy Kottulinsky verstorben. (pdf; 287 kB) In: formel-vau.eu. 23. Mai 2010, abgerufen am 21. Januar 2026.</ref>
Statistik
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft
Genealogie
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A. (Uradel). 1940. Justus Perthes, Gotha 1939.
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1955. Band II, Band 10 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1955, S. 216 f.
Weblinks
- 25 Jahre Audi quattro – ein Rückblick: Audi quattro im Motorsport. In: motorline.cc. 6. Juni 2005.
- Vorlage:EWRC
Einzelnachweise
<references/>
Vorlage:Navigationsleiste Sieger der Rallye Dakar (Auto)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kottulinsky, Freddy |
| ALTERNATIVNAMEN | Graf Kottulinsky Freiherr von Kottulin, Winfried Philippe Adalbert Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | schwedischer Renn- und Rallyefahrer |
| GEBURTSDATUM | 20. Juli 1932 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 4. Mai 2010 |
| STERBEORT | Karlstad |