Kryptondifluorid
| Strukturformel | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Strukturformel von Kryptondifluorid | ||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||
| Name | Kryptondifluorid | |||||||||
| Andere Namen |
Krypton(II)-fluorid | |||||||||
| Summenformel | KrF2 | |||||||||
| Kurzbeschreibung |
instabiler farbloser Feststoff<ref name="lehmann" /> | |||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||
| ||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||
| Molare Masse | 121,79 g·mol−1 | |||||||||
| Aggregatzustand |
fest (nur bei tiefen Temperaturen stabil)<ref name="lehmann" /> | |||||||||
| Dichte |
3,24 g·cm−3<ref name="CRC">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-69.</ref> | |||||||||
| Sublimationspunkt |
77 °C<ref name="lehmann">John F. Lehmann, Hélène P. A. Mercier, Gary J. Schrobilgen: The chemistry of krypton. In: Coordination Chemistry Reviews. 2002, 233/234, S. 1–39, doi:10.1016/S0010-8545(02)00202-3.</ref> | |||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||
| ||||||||||
| Thermodynamische Eigenschaften | ||||||||||
| ΔHf0 |
15 kJ/mol (Gas)<ref name="RIEDEL">Erwin Riedel, Christoph Janiak: Anorganische Chemie. 9. Auflage. Walter de Gruyter GmbH, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-035526-0, S. 416.</ref> | |||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||
Kryptondifluorid ist eine metastabile chemische Verbindung aus Krypton und Fluor. Es ist eine der wenigen bekannten Kryptonverbindungen und die erste synthetisierte Verbindung dieses Edelgases.
Gewinnung und Darstellung
Hergestellt wird Kryptondifluorid bei −196 °C mithilfe elektrischer Entladungen aus elementarem Krypton und Fluor in einer mit 60 kJ/mol endothermen Reaktion. Weitere Gewinnungsmöglichkeiten sind die UV-Photolyse und das Beschießen von Krypton/Fluor-Mischungen mit Protonen. Dabei entstehen jeweils Fluor-Radikale, die in der Lage sind, mit Krypton zu reagieren.<ref name="lehmann" />
- <chem>Kr + F2 -> KrF2</chem>
Eigenschaften
Chemische Eigenschaften
Kryptondifluorid ist instabil und zersetzt sich bei Raumtemperatur innerhalb weniger Tage. Bei 77 °C sublimiert die Verbindung unter schneller Zersetzung. Bei −78 °C kann die Verbindung unbegrenzt gelagert werden. Mit Wasser und organischen Verbindungen reagiert Kryptondifluorid explosiv.<ref name="lehmann" />
- <chem>2KrF2 + 2H2O -> 2Kr + 2HF +O2</chem>
Kryptondifluorid ist ein starkes Oxidationsmittel, es kann Xenon in Xenonhexafluorid oder Iod in Iodpentafluorid überführen. Darüber hinaus ist es auch ein Fluoridionen-Donator.<ref name="HOWI" /> Das Kation KrF+ ist das bisher stärkste bekannte Oxidationsmittel, stärker noch als Sauerstoffdifluorid und elementares Fluor. Es vermag als einzig bekannte Substanz Gold in die Oxidationsstufe +5 zu bringen:<ref>James Huheey, Ellen Keiter, Richard Keiter: Anorganische Chemie: Prinzipien von Struktur und Reaktivität, 2003, Walter de Gruyter, ISBN 3-11-017903-2.</ref><ref name="HOWI" />
- <chem>8KrF2 + 2Au -> 2KrF+AuF6- + 6Kr + F2</chem>
- <chem>KrF+AuF6^{-} ->[60-66\,^{\circ}\text{C}] AuF5 {}+ Kr {}+ F2</chem>
Molekülgeometrie
Gemäß dem VSEPR-Modell besitzt das Kryptondifluorid-Molekül eine lineare Struktur mit einem Bindungswinkel (F–Kr–F) von etwa 180°. Im gasförmigen Zustand beträgt die Bindungslänge 188,9 pm.<ref name="HOWI">A. F. Holleman, N. Wiberg: Anorganische Chemie. 103. Auflage. 1. Band: Grundlagen und Hauptgruppenelemente. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2016, ISBN 978-3-11-049585-0, S. 469 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). (abgerufen über De Gruyter Online)</ref>
Bindungswinkel und -länge des Kryptondifluorid-Moleküls
Kryptondifluorid besitzt als Molekülsymmetrie die Punktgruppe D∞h<ref name="Modern Riedel">Hans-Jürgen Meyer, Christoph Janiak, Dietrich Gudat, Ralf Alsfasser, Erwin Riedel: Moderne Anorganische Chemie. 4. Auflage. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-024900-2, S. 119 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> und die Symmetrienummer σ = 2.<ref name="Shimanouchi1977">T. Shimanouchi: Tables of molecular vibrational frequencies. Consolidated volume II. In: Journal of Physical and Chemical Reference Data. Band 6, 1977, S. 993–1102, doi:10.1063/1.555560.</ref>
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />