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Bindungswinkel

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Als Bindungswinkel bezeichnet man in der Chemie und Molekülphysik den Winkel zwischen kovalenten Bindungen eines Atoms zu zwei Nachbaratomen.<ref name="Theodore L. Brown, Bruce Edward Bursten, Harold Eugene LeMay">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Er hängt im Wesentlichen von den an den Bindungen beteiligten Atomorbitalen ab, kann aber zu einem gewissen Grad durch sterische Wechselwirkungen beeinflusst werden. Die Bindungswinkel und damit die geometrischen Strukturen eines Moleküls kann man mit Hilfe des VSEPR-Modells erklären.<ref name="Richard E. Dickerson">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Bei Verbindungen, die Elemente aus den Nebengruppen enthalten, versagt das VSEPR-Modell jedoch meist.<ref name="Erwin Riedel, Christoph Janiak">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Für die Bindungswinkel zwischen Atomen in Molekülen, dessen Orbitale hybridisiert sind, ergeben sich spezifische theoretische Winkel (Pseudostruktur):

  • sp3-Hybridorbitale in Molekülen richten sich im Tetraederwinkel von 109,5° zueinander aus.<ref name="Theodore L. Brown, Bruce Edward Bursten, Harold Eugene LeMay" />
  • sp2-Hybridorbitale stehen planar-trigonal zueinander und bilden einen Winkel von 120°.<ref name="Theodore L. Brown, Bruce Edward Bursten, Harold Eugene LeMay" />
  • sp-Hybridorbitale richten sich linear aus, woraus ein Bindungswinkel von 180° entsteht.<ref name="Theodore L. Brown, Bruce Edward Bursten, Harold Eugene LeMay" />
Datei:Watermolecule.svg
Der Bindungswinkel zwischen den Wasserstoffatomen im Wasser beträgt 104,45° (Realstruktur)

Die tatsächlichen Bindungswinkel (Realstruktur) in vielen Molekülen, die eine tetraedrische, trigonale oder lineare Struktur aufweisen, weichen jedoch unterschiedlich stark von den oben genannten Winkeln (Pseudostruktur) ab. So beträgt der tatsächliche Bindungswinkel im Wassermolekül nicht 109,5°, sondern 104,45°, da die nichtbindenden Elektronenpaare die bindenden geringfügig abstoßen. So liegt auch im Ammoniakmolekül ein abweichender Winkel von 107° vor. Die Abweichung ist geringer als im Wassermolekül, da Ammoniak nur ein freies Elektronenpaar besitzt.<ref name="Thomas Hill">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name="Arthur Beiser">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Eine Methode zur Messung von Bindungswinkeln ist die NMR-Spektroskopie. Die in der NMR auftretende Abhängigkeit von Kopplungskonstante und Bindungswinkel zwischen zwei C-H-Bindungen wird nach ihrem Entdecker Martin Karplus als Karplus-Beziehung bezeichnet. Molekülschwingungen beinhalten meist eine periodische Deformation von Bindungswinkeln.<ref name="Paula Yurkanis Bruice">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />