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Zulg

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Zulg
Oberlauf: Fallbach
Datei:Mündung der Zulg in die Aare, Heimberg BE 20240526-jag9889.jpg
Mündung der Zulg in die Aare

Mündung der Zulg in die Aare

Daten
Gewässerkennzahl CH: 548
Lage Mittelland / Voralpen

SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Aare → Rhein → Nordsee
Quelle westlich des Grüenebergpasses
46° 45′ 43″ N, 7° 51′ 13″ O
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Quellhöhe 1485,5 m ü. M.<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref>
Mündung nordwestlich von Thun in die AareKoordinaten: 46° 46′ 27″ N, 7° 36′ 13″ O; CH1903: 612594 / 180351
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Mündungshöhe 548 m ü. M.<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref>
Höhenunterschied 937,5 m
Sohlgefälle ca. 40 ‰
Länge ca. 23,4 km<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref>
Einzugsgebiet 88,15 km²<ref name="bafu" />
Abfluss<ref name="bafu">Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 21. Januar 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/api3.geo.admin.ch (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
AEo: 88,15 km²
an der Mündung
MQ
Mq
2,4 m³/s
27,2 l/(s km²)
Gemeinden Horrenbach-Buchen, Unterlangenegg, Fahrni, Steffisburg, Oberlangenegg, Uetendorf, Homberg, Eriz, Teuffenthal, Heimberg
Zulg (Kanton Bern)
Zulg (Kanton Bern)
Quelle
Fallbach
Mündung
Zulg
Kanton Bern
Quelle des Fallbachs und Mündung der Zulg

Die Zulg, am Oberlauf Fallbach genannt, ist ein etwa 23½ km langer rechter Nebenfluss der Aare im Schweizer Kanton Bern. Sie entwässert einen Abschnitt der Voralpen östlich des Aaretals und gehört zum Einzugsbereich des Rheins.

Geographie

Verlauf

Die Zulg entspringt unter dem Namen Fallbach auf einer Höhe von 1485,5 m ü. M. im Talkessel Grüenenberg in der Karstlandschaft zwischen den Kalkstöcken der Sieben Hengste und des Hohgant. Der Quellbereich liegt im Landschaftsschutzgebiet «Hohgant» des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) sowie im Moorgebiet Habkern/Sörenberg, das im Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung verzeichnet ist.<ref>Objektblatt «Habkern/Sörenberg» im Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung.</ref> Am Bachlauf befinden sich Alpweiden und Feuchtgebiete. Dem Bach entlang verläuft der Weg auf den Grünenbergpass, der ein historischer Verkehrsweg von nationaler Bedeutung ist. Nach etwa 1,5 Kilometer verlässt der Bergbach das Hochtal und fliesst nun zwei Kilometer weit durch das Gebiet «Rotmoos/Eriz», das ebenfalls im Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung beschrieben ist.<ref>Objektblatt «Rotmoos/Eriz» im Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung.</ref> Neben dem Bachgraben sind zahlreiche Flachmoore vorhanden.

Ab Innereriz fliesst die Zulg westwärts durch ein relativ breites Tal mit flachem Talboden und einem mittleren Gefälle von 2 Prozent. Der Fluss befindet sich hier auf einer Strecke von 3 km im national bedeutenden Auengebiet Innereriz.<ref name="Innereriz">Objektblatt «Innereriz» im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung.</ref> Unterhalb des Weilers Linden senkt sie sich in ein unwegsames tiefes Kerbtal, den Zulggraben, ein und wird von steilen Felswänden flankiert. Das Gefälle erhöht sich im Mittellauf auf durchschnittlich 4 Prozent. Bei Aussereriz überquert die gedeckte Holzbrücke Koppisbrügg die Schlucht. Von Süden erhält die Zulg Zufluss durch die ebenfalls tief eingeschnittenen Bäche aus dem Hutgraben und dem Prässerental. Bei Schwarzenegg ist auf der rechten Seite des Zulggrabens am Hirschigrabe ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung ausgewiesen.<ref>Objektblatt «Hirschigraben» im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung.</ref>

Das teilweise bis 300 Meter tiefe Zulgtal öffnet sich kurz vor Steffisburg, wo die Zulg in das Aaretal nördlich von Thun eintritt, an dessen östlichem Rand sie im Lauf der Zeit eine grosse Menge Geschiebe abgelagert hat.

Nordwestlich von Thun mündet sie in Heimberg beim Zulgspitz auf 548 m ü. M. von rechts in die Aare.

Ihr etwa 23,4 Kilometer langer Lauf endet circa 937,5 Höhenmeter unterhalb der Quelle ihres Oberlaufs Fallbach, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von insgesamt ungefähr 40 Promille.

Einzugsgebiet

Das 88,15 Quadratkilometer grosse Einzugsgebiet der Zulg liegt im Grenzbereich von Voralpen und Schweizer Mittelland und wird über die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es grenzt

Das Einzugsgebiet besteht zu 41,8 % aus bestockter Fläche, zu 47,7 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 3,8 % aus Siedlungsfläche, zu 0,9 % aus Gewässerfläche und zu 5,8 % aus unproduktiven Flächen.

Die Flächenverteilung <timeline> ImageSize = width:500 height:110 PlotArea = width:90% height:66% bottom:20% left:5% DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:2 columnwidth:205 left:30 top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:10 start:0 ScaleMinor = unit:year increment:5 start:0

  1. The formatting blanks in the Colors-section are in fact figure spaces (U+2007)

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Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 1132 m ü. M., die minimale Höhe liegt bei 546 m ü. M. und die maximale Höhe bei 2060 m ü. M.<ref name="bafu" />

Zuflüsse

Direkte Zuflüsse und Abzweigungen grösser 2 km

(Von der Quelle zur Mündung)

Datei:Zusammenfluss von Fallbach und Chaltbach zur Zulg, Innereriz BE 20240408-jag9889.jpg
Zusammenfluss von Fallbach und Chaltbach zur Zulg bei Innereriz
  • Chaltbach (rechts) (Dräckergraben), 3,8 km
  • Sulzibach (links), 4,5 km
  • Bödelibach (rechts), 2,4 km
  • Bietengraben (rechts), 2,8 km
  • Huetgraben (links), 5,7 km
  • Wüeribach (Zulgbach) (links), 4,7 km
  • Schwendigraben (links), 4,5 km
  • Stägibach (links), 2,3 km
  • Fischbach (links), 2,4 km
  • Mülibach (linke Abzweigung), 2,9 km
  • Schluuchbach (rechts), 3,7 km
  • Bösbach (links), 2,6 km

Hydrologie

Abflussdaten

An der Mündung der Zulg in die Aare beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 2,4 m³/s. Ihr Abflussregimetyp ist nivo-pluvial préalpin<ref>Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig: «Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung. 50. Jg., Nr. 3, Juni 2006, S. 116–123, hier S. 119 (PDF; 3,2 MB).</ref>, und ihre Abflussvariabilität<ref>Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.</ref> beträgt 20.

Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) der Zulg in m³/s<ref name="bafu" />

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Hochwasserschutz

Hochwasserereignisse können bei der Schneeschmelze sowie bei ergiebigen Regenfällen während des Sommerhalbjahres auftreten. Bei Hochwasser führt die Zulg jeweils eine grosse Menge Geschiebe mit sich. Während der Mittellauf im Zulggraben in seinem natürlichen Zustand erhalten ist, wurden entlang des Oberlaufs Wildbachverbauungen erstellt, um die Talsohle zu fixieren und die Tiefenerosion sowie die Geröllführung einzudämmen. Kanalisiert und begradigt wurde die Zulg im Unterlauf im Bereich von Steffisburg. Als Massnahme für den Schutz der Wohngebiete vor Hochwassern wurden Dämme und Verbauungen errichtet. In Steffisburg soll von 2022 bis 2026 mit verschiedenen Massnahmen der Hochwasserschutz verbessert und gleichzeitig die Längsvernetzung (Längsvernetzung meint, insbesondere die Flussaufwärtswanderung der Fische zu ermöglichen) und damit die Biodiversität gefördert werden.<ref>Die Zulg – ein wertvoller Erholungsraum wird hochwassersicher und fischgängig. Ein Jahrhundertprojekt der Gemeinde Steffisburg. Gemeinde Steffisburg, abgerufen am 18. Mai 2024.</ref> Auch in Heimberg sollen entsprechende Massnahmen umgesetzt werden.<ref>Hochwasserschutz und Längsvernetzung Zulg Heimberg. Gemeinde Heimberg, 30. August 2021, abgerufen am 27. April 2025.</ref>

Brücken

Auf seinem Weg führen rund 30 Brücken und Stege über den Fluss. Drei gedeckte Holzbrücken gibt es am Flusslauf: die Geisseggbrücke über den Fallbach (erstellt 2002) bei Innereriz, die Koppisbrücke (erbaut 1987) bei Eriz und die Zulgbrücke (neu erstellt 2023) bei Steffisburg. Kurz vor der Mündung in die Aare wird die Zulg von der Bernstrassebrücke (Hauptstrasse 6), der Radwegbrücke, der zwei BLS-Brücken an der Bahnlinie Bern-Thun, dem Glättemühleviadukt des A6-Autobahnzubringers und einem Steg überquert.

Weblinks

Commons: Zulg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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