Zum Inhalt springen

Michelnau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 28. April 2026 um 20:43 Uhr durch imported>B.A.Enz (Infrastruktur: Typographisches).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Michelnau
Stadt Nidda
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(243)&title=Michelnau 50° 25′ N, 9° 3′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(243) 50° 25′ 10″ N, 9° 2′ 35″ O
 {{#coordinates:50,419502777778|9,0431861111111|primary
dim=10000 globe= name=Michelnau region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 171 (170–199) m ü. NHN
Fläche: 5,29 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 243 (2022)<ref name="EW2022">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen im April 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 63667
Vorwahl: 06043
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Michelnau ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis.

Geografie

Die Ortschaft liegt in der nördlichen Wetterau (175 m über NN), östlich von Nidda, inmitten des Vulkangebiets Vogelsberg. Rings um die Ortslage steigt die hügelige Landschaft sanft an und bildet in Richtung Klippe im Hohenstein einen schmalen felsigen Einschnitt durch dessen Öffnung der Hohensteiner Bach fließt. Überregional bekannt ist ein Basalt-Schlackenvulkan, dessen rotbraun gefärbtes Lavagestein (Eisenoxid) im Steinbruch Michelnau als Michelnauer Tuff über 150 Jahre bis in die 1990er Jahre abgebaut wurde.<ref>Steinbruch Michelnau, abgerufen am 18. Juni 2023</ref> Das anstehende Gestein ist relativ weich und wird wegen seiner guten Bearbeitbarkeit auch heute noch von Bildhauern geschätzt. Die leicht sauren, kalkfreien Böden rund um die Abbaustätte, beherbergen eine spezielle Pflanzengesellschaft. Im Steinbruchgelände selbst finden sich Zauneidechsen und Blindschleichen.

Geschichte

Ortsgeschichte

Als Michelenowa wird der Ort erstmals im Jahre 1187 erwähnt, und zwar in einer Schenkungsurkunde an den Johanniterorden.<ref>Karl Christian Eigenbrodt, Urkunden. in: AHG 2, Darmstadt 1841, S. 117–139, Nr. 32.</ref> Pest und Dreißigjähriger Krieg (1618–1648) verursachten Zerstörung und unzähliges Leid.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Michelnau:

„Michelnau (L. Bez. Nidda) evangel. Filialdorf; liegt 12 St. von Nidda, hat 33 Häuser und 185 Einwohner, die evangelisch sind. Unter den Einwohnern befinden sich 23 Bauern und 8 Handwerker.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Im Jahr 1905 wurde eine evangelische Volksschule erbaut.

Datei:Nidda Michelnau Schulhaus Volkssch 1905.JPG
Ehemaliges evangelisches Schulhaus Michelnau, erb. 1905
Datei:Nidda Michelnau Johannesstrasse 6.png
Kulturdenkmal Fachwerkhaus, Johannesstraße 6
Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda zur neuen Stadt Nidda.<ref>Zusammenschluß der Stadt Nidda und der Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen im Landkreis Büdingen zur neuen Stadt „Nidda“ vom 24. November 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 49, S. 2290, Punkt 2281 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref><ref></ref> Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 101 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Nidda, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im März 2021.@1@2Vorlage:Toter Link/www.nidda.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Michelnau angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Michelnau 258 Einwohner. Darunter waren 3 (1,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 111 waren zwischen 18 und 49, 66 zwischen 50 und 64 und 42 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 102 Haushalten. Davon 21 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 42 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 69 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />

Im Jahr 1961 wurden 255 evangelische (92,73 %) und 19 katholische (6,91 %) Christen gezählt.<ref name="lagis" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 142 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 142 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 147 Einwohner, 32 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 185 Einwohner, 33 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 209 Einwohner, 42 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 187 Einwohner, 45 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Michelnau: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022
Jahr  Einwohner
1791
  
142
1800
  
142
1806
  
147
1829
  
185
1834
  
168
1840
  
205
1846
  
225
1852
  
248
1858
  
216
1864
  
215
1871
  
205
1875
  
206
1885
  
212
1895
  
204
1905
  
211
1910
  
237
1925
  
240
1939
  
219
1946
  
374
1950
  
351
1956
  
312
1961
  
275
1967
  
280
1970
  
275
1980
  
?
1990
  
?
1996
  
289
2000
  
294
2006
  
295
2010
  
290
2011
  
258
2016
  
244
2019
  
242
2022
  
243
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Nidda<ref name="EW" /><ref name="EW2022" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Politik

Derzeitiger Ortsvorsteher ist Timo Franz (Stand: April 2024).<ref>Ortsbeirat Michelnau. Stadt Nidda, abgerufen im April 2024.</ref>

Kulturdenkmäler

Datei:Rote Basaltschlacke, Michelnau.jpg
Stillgelegter Steinbruch Michelnau, aufgeschlossene seltene Basaltschlacke (syn. Basalt-Rotlava).

Die kleine Ortslage Michelnau verfügt über mehrere Kultur- bzw. Baudenkmale, siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Michelnau

Infrastruktur

  • Südlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3185.
  • Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Regionalverkehr Kurhessen GmbH sicher.
  • Im Ort gibt es einen stillgelegten Steinbruch, in dem von 1863 bis in die Mitte der 1990er Jahre ein Schlackenagglomerat (der „Michelnauer Tuff“) abgebaut wurde. Das rötliche Gestein wurde für Massivbauten als Mauerstein, für Brückenbauwerken, Kirchenbauten und Grabmale in der näheren Umgebung von Nidda verwendet. Der Steinbruch ist seit 2010 als bedeutendes Geotop ausgewiesen und im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich.
  • Außerdem gibt es in Michelnau ein Bürgerhaus.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Michelnau, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 75, 115. </ref> <ref name="Amt Nidda"> Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 203 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 222 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 268 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="EW"> Nidda in Zahlen. In: Webauftritt (aus Webarchiv). Stadt Nidda, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Oktober 2011; abgerufen im April 2024. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 54 und 106, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 421 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

Weblinks

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende