Michelnau
Michelnau Stadt Nidda
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(243)&title=Michelnau 50° 25′ N, 9° 3′ O
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| Höhe: | 171 (170–199) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 5,29 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 243 (2022)<ref name="EW2022">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen im April 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 46 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Dezember 1970 | |||||
| Postleitzahl: | 63667 | |||||
| Vorwahl: | 06043 | |||||
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Michelnau ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis.
Geografie
Die Ortschaft liegt in der nördlichen Wetterau (175 m über NN), östlich von Nidda, inmitten des Vulkangebiets Vogelsberg. Rings um die Ortslage steigt die hügelige Landschaft sanft an und bildet in Richtung Klippe im Hohenstein einen schmalen felsigen Einschnitt durch dessen Öffnung der Hohensteiner Bach fließt. Überregional bekannt ist ein Basalt-Schlackenvulkan, dessen rotbraun gefärbtes Lavagestein (Eisenoxid) im Steinbruch Michelnau als Michelnauer Tuff über 150 Jahre bis in die 1990er Jahre abgebaut wurde.<ref>Steinbruch Michelnau, abgerufen am 18. Juni 2023</ref> Das anstehende Gestein ist relativ weich und wird wegen seiner guten Bearbeitbarkeit auch heute noch von Bildhauern geschätzt. Die leicht sauren, kalkfreien Böden rund um die Abbaustätte, beherbergen eine spezielle Pflanzengesellschaft. Im Steinbruchgelände selbst finden sich Zauneidechsen und Blindschleichen.
Geschichte
Ortsgeschichte
Als Michelenowa wird der Ort erstmals im Jahre 1187 erwähnt, und zwar in einer Schenkungsurkunde an den Johanniterorden.<ref>Karl Christian Eigenbrodt, Urkunden. in: AHG 2, Darmstadt 1841, S. 117–139, Nr. 32.</ref> Pest und Dreißigjähriger Krieg (1618–1648) verursachten Zerstörung und unzähliges Leid.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Michelnau:
„Michelnau (L. Bez. Nidda) evangel. Filialdorf; liegt 1⁄2 St. von Nidda, hat 33 Häuser und 185 Einwohner, die evangelisch sind. Unter den Einwohnern befinden sich 23 Bauern und 8 Handwerker.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Im Jahr 1905 wurde eine evangelische Volksschule erbaut.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda zur neuen Stadt Nidda.<ref>Zusammenschluß der Stadt Nidda und der Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen im Landkreis Büdingen zur neuen Stadt „Nidda“ vom 24. November 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 49, S. 2290, Punkt 2281 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref><ref></ref> Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 101 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Nidda, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im März 2021. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Michelnau angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- Vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain, Amt Nidda, Gericht Nidda
- 1450–1495: Erbstreit zwischen der Landgrafschaft Hessen und den Grafen von Hohenlohe
- ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda, Gericht Nidda<ref name="Nidda" />
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Nidda, Gericht Nidda<ref name="Amt Nidda" />
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg)
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Nidda, Gericht Nidda<ref name="Amt-2">Vorlage:BibOCLC</ref>
- 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda und Lißberg, Gericht Nidda<ref name="Adr-LG-HD" />
- ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Amt Nidda<ref name="PR" /><ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Nidda<ref name="NLVK" />
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Nidda<ref name="STH-Oberhessen" /><ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Nidda) und Verwaltung.</ref>
- ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Büdingen<ref name="RB1937" /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen, Stadt Nidda
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Nidda
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Michelnau 258 Einwohner. Darunter waren 3 (1,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 111 waren zwischen 18 und 49, 66 zwischen 50 und 64 und 42 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 102 Haushalten. Davon 21 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 42 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 69 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />
Im Jahr 1961 wurden 255 evangelische (92,73 %) und 19 katholische (6,91 %) Christen gezählt.<ref name="lagis" />
Einwohnerentwicklung
| • 1791: | 142 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" /> |
| • 1800: | 142 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" /> |
| • 1806: | 147 Einwohner, 32 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" /> |
| • 1829: | 185 Einwohner, 33 Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 209 Einwohner, 42 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| • 1875: | 187 Einwohner, 45 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Michelnau: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1791 | 142 | |||
| 1800 | 142 | |||
| 1806 | 147 | |||
| 1829 | 185 | |||
| 1834 | 168 | |||
| 1840 | 205 | |||
| 1846 | 225 | |||
| 1852 | 248 | |||
| 1858 | 216 | |||
| 1864 | 215 | |||
| 1871 | 205 | |||
| 1875 | 206 | |||
| 1885 | 212 | |||
| 1895 | 204 | |||
| 1905 | 211 | |||
| 1910 | 237 | |||
| 1925 | 240 | |||
| 1939 | 219 | |||
| 1946 | 374 | |||
| 1950 | 351 | |||
| 1956 | 312 | |||
| 1961 | 275 | |||
| 1967 | 280 | |||
| 1970 | 275 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 1996 | 289 | |||
| 2000 | 294 | |||
| 2006 | 295 | |||
| 2010 | 290 | |||
| 2011 | 258 | |||
| 2016 | 244 | |||
| 2019 | 242 | |||
| 2022 | 243 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Nidda<ref name="EW" /><ref name="EW2022" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Politik
Derzeitiger Ortsvorsteher ist Timo Franz (Stand: April 2024).<ref>Ortsbeirat Michelnau. Stadt Nidda, abgerufen im April 2024.</ref>
Kulturdenkmäler
Die kleine Ortslage Michelnau verfügt über mehrere Kultur- bzw. Baudenkmale, siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Michelnau
Infrastruktur
- Südlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3185.
- Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Regionalverkehr Kurhessen GmbH sicher.
- Im Ort gibt es einen stillgelegten Steinbruch, in dem von 1863 bis in die Mitte der 1990er Jahre ein Schlackenagglomerat (der „Michelnauer Tuff“) abgebaut wurde. Das rötliche Gestein wurde für Massivbauten als Mauerstein, für Brückenbauwerken, Kirchenbauten und Grabmale in der näheren Umgebung von Nidda verwendet. Der Steinbruch ist seit 2010 als bedeutendes Geotop ausgewiesen und im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich.
- Außerdem gibt es in Michelnau ein Bürgerhaus.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Michelnau, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 75, 115. </ref> <ref name="Amt Nidda"> Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 203 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 222 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 268 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="EW"> Nidda in Zahlen. In: Webauftritt (aus Webarchiv). Stadt Nidda, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Oktober 2011; abgerufen im April 2024. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 54 und 106, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 421 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>
Weblinks
- Stadtteil Michelnau In: Webauftritt der Stadt Nidda.
- Michelnau, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
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