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Eichelsdorf (Nidda)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Eichelsdorf
Stadt Nidda
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1225)&title=Eichelsdorf 50° 27′ N, 9° 3′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1225) 50° 27′ 24″ N, 9° 3′ 11″ O
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Höhe: 160 (159–234) m ü. NHN
Fläche: 11,95 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1225 (2022)<ref name="EW2022">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen am 11. September 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 63667
Vorwahl: 06043

Eichelsdorf ist der zweitgrößte Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis.

Geographische Lage

Der Ort liegt in der nördlichen Wetterau am südwestlichen Rand des Vogelsberges. Eichelsdorf liegt nördlich von Nidda am Zusammenfluss von Eichelbach und Nidda.

Geschichte

Datei:Evangelische Pfarrkirche (Eichelsdorf, Nidda) 14.JPG
Evangelische Pfarrkirche Eichelsdorf

Ortsgeschichte

Die urkundlich älteste Erwähnung von Eichelsdorf stammt aus dem Jahr 1187, als in Eigelesdorph eine Kirche erwähnt wurde.<ref>Karl Christian Eigenbrodt, Urkunden. in: AHG 2, Darmstadt 1841, S. 117–139, Nr. 32.</ref> In diesem Jahr vermachte Graf Berthold II. von Nidda der Niddaer Johanniterorden-Kommende mehrere Pfarreien, Ländereien und Einkünfte in insgesamt 26 Orten, darunter in Eichelsdorf. Aus diesen Schenkungen kann man auf den ungefähren Umfang der Grafschaft Nidda schließen. In der Schenkungsurkunde des Grafen an den Johanniterorden in Nidda<ref>S. grundlegend Dieter Wolf: Zur Entwicklungsgeschichte der ehemaligen Stadtpfarrkirche und Johanniterkomturei Nidda. In: Niddaer Geschichtsblätter 11 (2020). S. 63–217, besonders S. 79–87.</ref> werden u. a. die beiden Kirchen zu Eichelsdorf und der späteren Wüstung "Richolueshusen" als Filialen der Niddaer Mutterkirche genannt. Folgende Einkünfte wurden den Niddaer Johannitern überschrieben: In Eichelsdorf erhielten sie den Zins drei Hufen und zwei Gehöften, insgesamt acht Schilling. Außerdem zinste ein Hofgut zwanzig Denare.<ref>Dieter Wolf: Johanniterkomturei Nidda, S. 84 f.</ref> Nach dem Tode des Grafen Berthold II., der ohne männliche Erben verstarb, erbte sein Schwager Graf Rudolf II. von Ziegenhain die Grafschaft Nidda.<ref>K. E. Demandt: Die Herren von Büdingen und das Reich in staufischer Zeit, Bd. 5 (1955), S. 52.</ref>

1476 wurden für einen Feldzug des hessischen Landgrafen gegen die Stadt Volkmarsen Ausrüstung und Soldaten in Registern aufgestellt, darunter aus dem Gericht auf dem"Fogelsberg" 13 '"kuwe" (Kühe) und 14 "Hemel" (Hammel) aus den Orten Eichelsdorf, Eichelsachsen, Wingershausen und Eschenrod.<ref>Georg Landau: Zwei Rüstungsregister aus den Jahren 1474 und 1476. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 1 (1837), S. 326-352, hier S. 334-352.</ref>

Die Kirche wurde 1656 durch einen Brand stark beschädigt.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Eichelsdorf:

„Eichelsdorf (L. Bez. Nidda) evangel. Pfarrdorf; liegt an der Nidda 112 St. von der Stadt Nidda, hat 112 Häuser und 638 evangelische Einwohner, unter welchen 70 Bauern, 41 Handwerker und 10 Taglöhner sind; die Bauern treiben nebenbei größtentheils das Nagelschmiedhandwerk; auch finden sich unter den eigentlichen Handwerkern noch 6 Nagelschmiede, 4 Schuhmacher, 3 Leineweber etc.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde kraft Landesgesetz zum 1. August 1972 die die bis dahin selbständige Gemeinde Eichelsdorf in die Stadt Nidda eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg (GVBl. II 330-19) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 230, § 9 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 101 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Nidda, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im März 2021.@1@2Vorlage:Toter Link/www.nidda.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Eichelsdorf angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eichelsdorf 1251 Einwohner. Darunter waren 33 (2,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 186 Einwohner unter 18 Jahren, 480 waren zwischen 18 und 49, 318 zwischen 50 und 64 und 267 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 516 Haushalten. Davon waren 117 Singlehaushalte, 186 Paare ohne Kinder und 168 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 117 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 330 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 463 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 501 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 531 Einwohner, 112 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 638 Einwohner, 112 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 716 Einwohner, 127 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 570 Einwohner, 107 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Eichelsdorf: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022
Jahr  Einwohner
1791
  
463
1800
  
501
1806
  
531
1829
  
638
1834
  
632
1840
  
659
1846
  
688
1852
  
729
1858
  
708
1864
  
723
1871
  
694
1875
  
655
1885
  
667
1895
  
723
1905
  
796
1910
  
842
1925
  
903
1939
  
946
1946
  
1.311
1950
  
1.308
1956
  
1.213
1961
  
1.211
1967
  
1.320
1970
  
1.312
1980
  
?
1990
  
?
1996
  
1.446
2000
  
1.484
2006
  
1.468
2010
  
1.351
2011
  
1.251
2015
  
1.299
2022
  
1.225
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Nidda<ref name="EW" /><ref name="EW2022" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 638 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 1047 evangelische (= 86,46 %) und 147 katholische (= 12,14 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Ortsvorsteher

Ortsvorsteher ist Werner Rau (Stand Mai 2021)<ref>Ortsbeiräte und Ortsvorsteher/innen der Stadt Nidda. Abgerufen im April 2024.</ref>.

Ortswappen

Blasonierung: „In Rot ein silberner Wellenbalken, oben zwei silberne achtstrahlige Sterne, unten drei goldene Buchenblätter (2:1).“

Kulturdenkmäler

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Eichelsdorf

Wirtschaft und Infrastruktur

Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 455.

Persönlichkeiten

  • August Müller (1853–1913), Naturalienhändler, Entomologe und Ornithologe

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Eichelsdorf, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 75, 115. </ref> <ref name="Amt Nidda"> Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 203 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 222 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 268 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="EW"> Nidda in Zahlen. In: Webauftritt (aus Webarchiv). Stadt Nidda, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Oktober 2011; abgerufen im April 2024. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 54 und 106, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 421 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

Literatur

Weblinks

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