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Anton Hofreiter

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Datei:2024-05-28-Anton Hofreiter-Hart aber fair-5335.jpg
Anton Hofreiter, 2024

Anton Gerhard „Toni“ Hofreiter<ref>Landeslisten der Parteien in Bayern – Der Bundeswahlleiter. In: bundeswahlleiter.de. Abgerufen am 17. September 2021.</ref> (* 2. Februar 1970 in München) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und Biologe. Er ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2013 bis 2021 war er neben Katrin Göring-Eckardt Vorsitzender der grünen Bundestagsfraktion. Seit Oktober 2021 ist er Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union im Bundestag.<ref name=":0">Deutscher Bundestag – Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. In: bundestag.de. Abgerufen am 15. Dezember 2021.</ref>

Leben

Hofreiter wurde in München geboren und wuchs in Sauerlach auf. Sein Vater war Ingenieur und arbeitete unter anderem bei der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung.<ref>Anton Hofreiter im Munzinger-Archiv, abgerufen am 27. September 2021 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Hofreiter wurde laut eigenen Angaben 1990 bei der Bundeswehr ausgemustert.<ref name="ABG" /> Er ist Vater eines 2021 geborenen Sohnes<ref name=":1">Olaf Deininger, Patrick Pehl: „Für große ukrainische Betriebe kann es keine Flächenprämie geben“. In: agrarzeitung. Nr. 11. Deutscher Fachverlag, 14. März 2025, ISSN 1869-9707, S. 4–5.</ref><ref name=":2">Olaf Deininger & Patrick Pehl: Anton Hofreiter im az-Gespräch: „Für große ukrainische Betriebe kann es keine Flächenprämie geben“. In: agrarzeitung.de. dfv Mediengruppe, Berlin / Frankfurt 14. März 2025 (agrarzeitung.de [abgerufen am 14. März 2025]).</ref> und eines 2025 geborenen zweiten Kindes.<ref>Anton Hofreiter ist wieder Vater geworden – und nimmt eine Auszeit vom Bundestag - WELT. Abgerufen am 8. Dezember 2025.</ref>

Wissenschaftliche Karriere

Ein Jahr nach dem Abitur im Jahr 1990 am Asam-Gymnasium München begann Hofreiter ein Studium der Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).<ref>Dissertation Zur Erlangung des Doktorgrades der Fakultät für Biologie. Abgerufen am 22. Januar 2020.</ref> Nach zwei Semestern begann er 1991 ebendort ein Studium der Biologie, das er im Jahre 1997 als Diplom-Biologe abschloss. Im September 2003 wurde er am Institut für Systematische Botanik der LMU mit einer Arbeit über die südamerikanische Pflanzengattung Bomarea zum Dr. rer. nat.<ref>Die infragenerische Gliederung der Gattung Bomarea Mirb. und die Revision der Untergattungen Sphaerine (Herb.) Baker und Wichuraea (M. Roemer) Baker (Alstroemeriaceae). Dissertation, LMU München: Faculty of Biology. In: uni-muenchen.de. Ludwig-Maximilians-Universität München, 2003, abgerufen am 14. März 2017.</ref> bei Hans-Jürgen Tillich promoviert. Anschließend war er bis 2006 an diesem Institut als Postdoktorand tätig. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „<templatestyles src="Person/styles.css" />Hofreiter“.

Partei

Hofreiter wurde als Schüler im Jahr 1986 Mitglied der Grünen. Von 1988 bis 1995 war er Sprecher des Ortsverbandes Sauerlach und von 1996 bis 2006 Sprecher des Grünen-Kreisverbandes München-Land. Zwischen 2001 und 2006 war er auch Sprecher des Landesarbeitskreises Ökologie. Neben seiner Tätigkeit an der LMU arbeitete er von 1998 bis 2003 für die bayerische Landtagsabgeordnete der Grünen Susanna Tausendfreund und von 2003 bis 2005 für den Abgeordneten Christian Magerl.

Hofreiter war neben Cem Özdemir und Robert Habeck einer der Bewerber zur Urwahl für die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl 2017, bei der er mit 26,19 Prozent den dritten Platz belegte.<ref>Cordula Eubel: Die Grünen nach der Urwahl. In: Tagesspiegel. 17. Januar 2017, abgerufen am 21. Juni 2021.</ref>

Abgeordneter

Datei:Anton Toni Hofreiter 3673.jpg
Hofreiter auf dem Ersten klei­nen Parteitag von Bündnis 90 / Die Grünen in München, 2016

Von 2002 bis 2005 gehörte Hofreiter dem Gemeinderat seines Wohnortes Sauerlach an. Von 2002 bis 2014 war er Mitglied des Kreistags des Landkreises München.

Seit 2005 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages, in den er stets – zuletzt 2021 – über die Landesliste Bayern gewählt wurde. Sein Wahlkreis ist München-Land. Im 16. Bundestag von 2005 bis 2009 war er Obmann seiner Fraktion im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Er ist Gründungsmitglied der parlamentarischen Gruppe Frei fließende Flüsse.

Am 8. Juni 2011 wurde er als Nachfolger von Winfried Hermann einstimmig zum Vorsitzenden des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Deutschen Bundestag gewählt.<ref>Anton Hofreiter leitet den Verkehrsausschuss. Deutscher Bundestag, 17. Mai 2010, abgerufen am 14. März 2017.</ref> Bis zu seiner Wahl zum Ausschussvorsitzenden war er verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Nach der Bundestagswahl 2013 bewarb er sich um den Vorsitz der Bundestagsfraktion seiner Partei. Am 8. Oktober 2013 wurde er von 49 der 61 Grünen-Bundestagsabgeordneten in dieses Amt gewählt, das er mit der Co-Vorsitzenden Katrin Göring-Eckardt teilte.<ref>Göring-Eckardt gewinnt Kampfabstimmung bei Grünen. Spiegel Online, 8. Oktober 2013, abgerufen am 14. März 2017.</ref>

Im Mai 2014 wurde durch einen Bericht der Bild-Zeitung bekannt, dass Hofreiter von 2005 bis 2014 seine Berliner Zweitwohnung nicht angemeldet und dafür keine Zweitwohnungsteuer gezahlt hatte. Hofreiter gab dazu an, dass er die Anmeldung aus den Augen verloren gehabt habe und zahlte Steuern in Höhe von 2475 Euro nach.<ref>Hofreiter gesteht Steuerversäumnis ein. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Mai 2014, abgerufen am 14. März 2017.</ref><ref>Grünen-Fraktionschef Hofreiter räumt Steuerhinterziehung ein. Spiegel Online, 10. Mai 2014, abgerufen am 14. März 2017.</ref>

Bei der Neuwahl zum Fraktionsvorstand im Herbst 2019 setzte sich Hofreiter zusammen mit seiner Co-Fraktionschefin Göring-Eckardt in einer Kampfabstimmung gegen die beiden Herausforderer Cem Özdemir und Kirsten Kappert-Gonther erneut als Fraktionsvorsitzender durch. Er erhielt bei der fraktionsinternen Wahl 58,21 Prozent der Stimmen.<ref>Fraktionsvorsitz bei den Grünen – Özdemir scheitert, bisheriges Team bleibt. In: tagesschau.de. Abgerufen am 24. September 2019.</ref>

Datei:2021-12-07 Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 20. Wahlperiode des Bundestages by Sandro Halank–094.jpg
Hofreiter bei der Unter­zeichnung des Koalitions­vertrages der Ampelparteien im Dezember 2021

Bei der Bundestagswahl 2021 zog er erneut über die Landesliste in den Bundestag ein. Im Zuge der Koalitionsverhandlungen für ein mögliches künftiges Kabinett Scholz war Hofreiter im Gespräch für das Amt des Bundeslandwirtschaftsministers. Der Bundesvorstand nominierte für dieses Amt jedoch Cem Özdemir.<ref>Habeck verteidigt Entscheidung für Özdemir als Grünen-Agrarminister. In: Der Tagesspiegel Online. 27. November 2021, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 29. November 2021]).</ref><ref>Sabine am Orde: Grüne und Ministerämter: Die Linken sind sauer. In: Die Tageszeitung: taz. 26. November 2021, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 29. November 2021]).</ref> Im Dezember 2021 legte Hofreiter den Fraktionsvorsitz nieder.<ref>Grüne im Bundestag: Hofreiter gibt Fraktionsvorsitz ab. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 3. Dezember 2021.</ref> Seit 2021 ist er Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union.<ref name=":0" />

In dieser Funktion reiste er am 12. April 2022, zu einem frühen Zeitpunkt nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, gemeinsam mit Michael Roth (SPD), dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), der Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, als erste hochrangige Vertreter des Bundestages nach Lwiw (Lemberg) in die Westukraine. Sie führten dort Gespräche mit mehreren hochrangigen Vertretern des ukrainischen Parlaments, besuchten ein Krankenhaus mit Verwundeten des Krieges und eine von Russland zerstörte Raffinerie.<ref>Russland-Ukraine-Krieg: Anton Hofreiter, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Michael Roth in Lwiw – So lief es. In: Der Spiegel. 12. April 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 17. März 2023]).</ref>

Bei der Bundestagswahl 2025 kandidierte Anton Hofreiter im Bundestagswahlkreis München-Land und unterlag mit 19,6 Prozent Florian Hahn. Er zog dann über die Landesliste der Bayerischen Grünen in den 21. Deutschen Bundestag ein.<ref>62 Grüne für Team Habeck – die bayerische Liste für die Bundestagswahl | GRÜNE BAYERN. Abgerufen am 3. April 2025.</ref><ref>Ergebnisse München-Land - Die Bundeswahlleiterin. Abgerufen am 3. April 2025.</ref>

Hofreiter ist seit 2021 Vorsitzender im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Nach der Bundestagswahl 2025 wurde er als Ausschuss-Vorsitzender wiedergewählt.<ref>Deutscher Bundestag - Dr. Anton Hofreiter. Abgerufen am 22. Mai 2025.</ref>

Politische Positionen

Parteiintern sowie seitens der Medien und der Öffentlichkeit wird Hofreiter dem linken Flügel der Grünen zugeordnet.<ref>Göring-Eckardt und Hofreiter führen Grünen-Fraktion. In: zeit.de. 8. Oktober 2013, abgerufen am 14. März 2017.</ref> Auf einer Veranstaltung zur Landtagswahl in Bayern 2023 nannte er in Marktheidenfeld im September 2023 die AfD „eine Partei, die überwiegend aus Landesverrätern besteht“ und wahrscheinlich aus Russland bezahlt werde.<ref>Klimaschutz als Schutz der Lebensgrundlage für die Menschheit. In: Lohrer Echo. 18. September 2023, abgerufen am 18. September 2023.</ref>

Umwelt-, Klima- und Agrarpolitik

Hofreiter setzt sich für ein Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen ein.<ref>Europäische Grüne drohen Kommission mit Misstrauensantrag. In: zeit.de. 14. Februar 2014, abgerufen am 14. März 2017.</ref> Er fordert zudem eine Einschränkung von Antibiotika in der Tiermast sowie eine Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden in der Landwirtschaft.<ref>Hofreiter fordert radikalen Umbau der Agrarindustrie. Spiegel Online, 22. November 2014, abgerufen am 14. März 2017.</ref> Den im Bundestagswahlkampf 2013 geforderten Veggie-Day lehnte er ab; vielmehr müssten die Strukturen der Agrarindustrie verändert werden.<ref>„Als Holzklotz ist man in der Politik falsch“. TheEuropean, 21. Januar 2010, abgerufen am 14. März 2017.</ref>

Hofreiter setzt sich stark für eine Agrarwende ein.<ref>Die Blutspur des Sojas: Anton Hofreiter erklärt, warum wir an der Flüchtlingskrise Mitschuld tragen. In: vice.com. Abgerufen am 14. September 2017.</ref> Da in Deutschland für die Fleischherstellung nicht genügend Futtermittel angebaut werden, muss vor allem das Futtermittel in Form von Gen-Soja importiert werden. Diese Sojabohnen stammen zumeist aus Südamerika.<ref>Tom Deutschle: Soja – der Fleisch gewordene Wahnsinn. In: faszination-regenwald.de. Faszination Regenwald, abgerufen am 14. September 2017.</ref> Hofreiter kritisiert scharf, dass die dort vorherrschenden kleinbäuerlichen Strukturen durch die europäische Agrar- und Handelspolitik zerstört werden, da diese mit den ausländischen Großunternehmen nicht mehr mithalten können. Hofreiter äußerte sich in einem Interview über „Die Blutspur des Sojas“: „Wir bräuchten eine Agrarwende weg von Quantität, stärker hin zu Qualität.“<ref>Philipp Sommer: Die Blutspur des Sojas: Anton Hofreiter erklärt, warum wir an der Flüchtlingskrise Mitschuld tragen. In: vice.com. Munchies, abgerufen am 14. September 2017.</ref>

Sein wichtigstes politisches Ziel ist dabei der Schutz der Umwelt vor Zerstörung unter dem Motto „Packen wir’s an!“. Umweltschutz ist für Anton Hofreiter Politik der Gerechtigkeit zum Schutz der Menschen mit niedrigen Einkommen.<ref>Die Erde ist unsere Heimat. Wir müssen sie schützen. – TONI HOFREITER. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. September 2017; abgerufen am 23. März 2024.</ref>

Im Juni 2016 hat Anton Hofreiter sein Buch „Fleischfabrik Deutschland: Wie die Massentierhaltung unsere Lebensgrundlagen zerstört und was wir dagegen tun können“ veröffentlicht.<ref>"Fleischfabrik Deutschland". Deutsche Welle, 15. Juni 2016, abgerufen am 14. März 2017.</ref> Er fordert eine Reduzierung von Plastikmüll, ist für verbindliche Regelungen für die Industrie und schlug eine Zwangsabgabe von 20 Cent für Plastiktüten vor.<ref>Grüne fordern Zwangsabgabe für Plastiktüten. Berliner Zeitung, 6. Januar 2015, abgerufen am 14. März 2017.</ref> Er warnt zudem vor den Folgen des Klimawandels und fordert weitreichende nationale und internationale Maßnahmen, um die Klimaziele zu erreichen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Klimakonferenz zu Lima (Memento vom 15. März 2017 im Internet Archive)</ref><ref name=":1" /><ref name=":2" />

Agrarpolitische Positionen

In einem Interview mit der agrarzeitung vom 13. März 2025 äußerte sich Hofreiter als Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union zu seinen Vorstellungen einer künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Er sprach sich für eine grundlegende Reform aus, die stärker auf Klimaresilienz und Bodenqualität ausgerichtet sein sollte.<ref name=":2" /><ref name=":1" />

Hofreiter befürwortete ein Punktesystem, das die Förderungen an den Humusgehalt der Böden koppelt. "Wir sollten die Grundprämie runterfahren und den Anteil, wie viel Humus im Boden ist oder wie gut man mit dem Humus umgeht, höher bewerten", erklärte er. Dieses System soll Landwirte belohnen, die ihre Böden nachhaltig bewirtschaften und somit besser gegen Klimaschwankungen gewappnet sind.<ref name=":2" />

Zur Integration der Ukraine in den europäischen Agrarmarkt vertrat Hofreiter eine klare Position: „Für die großen ukrainischen Betriebe kann es keine Flächenprämie geben.“ Er begründete dies mit den strukturellen Vorteilen der ukrainischen Landwirtschaft, die über hervorragende Böden und große Flächen verfügt.<ref name=":1" />

Hofreiter sprach sich für größere, genossenschaftliche Strukturen aus: „Größere Betriebe mit einem Geschäftsführer, wo jeder auch mal in den Urlaub gehen kann. Gerne drei, vier. Auch ein anderes Modell. [...] Gerne auch ein Modell, wo sich vier oder fünf Familien zusammentun, dass jeder mal in den Urlaub fahren kann.“<ref name=":2" />

Beim Thema Bürokratieabbau fordert Hofreiter einen systematischen Ansatz mit einer genauen Analyse jedes einzelnen Gesetzes unter Einbeziehung aller Betroffenen. Als Beispiel nannte er die erfolgreiche Deregulierung bei Photovoltaik- und Windkraftanlagen.<ref name=":2" />

Zur Marktmacht im Lebensmittelhandel schlug Hofreiter vor, Landwirten in gewissem Umfang Preisabsprachen zu gestatten, um ihre Position gegenüber den dominierenden vier Einzelhandelsketten (Lidl, Aldi, Edeka und Rewe) zu stärken. Er verglich die Situation der Landwirte mit der von Arbeitnehmern gegenüber Arbeitgebern.<ref name=":2" /><ref name=":1" />

Hofreiter kritisierte zudem einen mangelnden Innovationsmut in Europa, besonders im Vergleich zur technologisch weiter fortgeschrittenen Landwirtschaft in Südamerika.<ref name=":1" /> Er plädierte für mehr Offenheit gegenüber modernen Technologien und wandte sich gegen „nostalgische“ Haltungen in der Agrarpolitik und äußerte die Sorge, dass Deutschland zu einem Technikmuseum werde.<ref name=":2" />

Verkehrspolitik

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Anton Hofreiter, 2019

Hofreiter lehnt die vom seinerzeitigen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgeschlagene Pkw-Maut für Ausländer ab. Er hält die geplante Maut für nicht mit dem EU-Recht konform, für ungerecht und unökologisch.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aktuelle Stunde „CSU-Pläne zur PKW-Maut“ (Memento vom 15. März 2017 im Internet Archive)</ref> Er setzt sich für eine Stärkung des Schienenverkehrs und gegen eine vollständige Privatisierung des Schienennetzes ein.<ref>Anton Hofreiter, Sven-Christian Kindler: Die Bahn braucht nicht nur Geld, sondern auch neue Strukturen im Handelsblatt vom 26. Januar 2020.</ref> Für Bundesautobahnen fordert er ein generelles Tempolimit.<ref>Die Hassliebe der Deutschen zum Tempolimit. In: Welt. 10. Mai 2013, abgerufen am 14. März 2017.</ref>

Wirtschaftspolitik

Die transatlantischen Handelsabkommen TTIP und CETA lehnt er in ihrer jetzigen Form ab.<ref>Anton Hofreiter, Ska Keller: Nur fairer Handel ist guter Handel auf Zeit Online, 10. November 2016.</ref> Er befürchtet eine Absenkung von Verbraucherstandards und die Aushöhlung der Rechtsstaatlichkeit durch internationale Schiedsgerichte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TTIP und CETA. (Memento vom 25. März 2017 im Internet Archive) In: Bündnis 90/Die Grünen (Website der Bundestagsfraktion), 25. September 2014.</ref> Er ist ein Gegner von öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP) und kritisiert diese als intransparent und zu teuer.<ref>Anton Hofreiter, Sven-Christian Kindler: Öffentlich-Private-Partnerschaften: Autobahn-Privatisierung durch die Hintertür . In: Frankfurter Rundschau, 29. Mai 2017.</ref>

Steuerpolitik

Hofreiter tritt für eine Vermögenssteuer ein.<ref>Ulrich Schulte: Grüne wollen Vermögensteuer: Vermögen nach links steuern. In: die tageszeitung. 20. April 2016, abgerufen am 14. September 2017.</ref> Diese sieht er als richtiges Instrument, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken. Ein gerechtes Steuersystem sei nach Hofreiter ein kleiner Baustein, um damit dem Eindruck, das „reichste eine Prozent der Gesellschaft“ entzöge sich ihrer Verantwortung, entgegenzuwirken.<ref>Vermögenssteuer – "Entscheidend ist, dass die Gesellschaft nicht auseinanderfliegt". In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 14. September 2017.</ref>

Innenpolitik

In der Diskussion um das Verhältnis von Sicherheit und Freiheit lehnt er eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung ab. Diese schränke grundlegende Freiheitsrechte ein.<ref>"Die Polizei braucht ausreichend Personal". In: Deutschlandfunk. 17. Januar 2015, abgerufen am 24. März 2017.</ref> Er setzt sich für die Liberalisierung des Cannabis-Konsums ein.<ref>"Schnaps ist gefährlicher als Marihuana". In: Stern. 26. März 2014, abgerufen am 24. März 2017.</ref><ref>„Als Holzklotz ist man in der Politik falsch“. In: The European. 21. Januar 2015, abgerufen am 24. März 2017.</ref>

Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik

Zur Lösung internationaler Konflikte setzt er sich für einen stärkeren Fokus auf Krisenprävention, Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit ein. Waffenlieferungen an die ukrainische Armee lehnte er im Jahr 2015 noch ab.<ref>„Mehr Verantwortung? Das war nur ein Trick“. Rheinische Post, 6. Februar 2015, abgerufen am 24. März 2017.</ref> In Bezug auf die andauernde Krise in Griechenland fordert er sozial gerechte Änderungen des Rettungsprogramms, eine Besteuerung von Vermögenden und die Eindämmung der Korruption.<ref>Grünen-Fraktionschef für sozial gerechte Änderung des Rettungsprogramms. Rheinische Post, 25. Januar 2015, abgerufen am 24. März 2017.</ref><ref>Statement von Anton Hofreiter zu den Themen <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Griechenland, Ukraine sowie zum Ausbau der Stromtrassen (Memento vom 6. Februar 2015 im Internet Archive), 5. Februar 2015.</ref> Ein Plädoyer Hofreiters für mehr Europa veröffentlichte zeit.de am 26. Juli 2015.<ref>Nicht weniger, sondern mehr Europa! In: Zeit Online. 26. Juli 2015, abgerufen am 24. März 2017.</ref>

Hofreiter sagte Ende 2022, es sei geopolitisch geboten, „mit dem Colt auf dem Tisch zu verhandeln“. Wenn etwa ein Land sich weigere, seltene Erden an Deutschland zu liefern, so könne man diesem Land mit dem Stopp von Nahrungsmittelexporten drohen. Ohne seltene Erden komme man einige Wochen aus, aber nicht ohne Nahrung.<ref>Moritz Eichhorn: Anton Hofreiter: Entweder Nato-Mitgliedschaft für Ukraine oder 3200 Leopard-Panzer. 15. Dezember 2022, abgerufen am 12. Januar 2023.</ref> Hofreiter sieht die Ukraine zwar in der EU, plädiert aber für Ausschlüsse bei der Teilhabe am EU-Budget.<ref name=":2" />

Russischer Überfall auf die Ukraine

Hofreiter, in der 20. Legislaturperiode (seit der Bundestagswahl 2021) Vorsitzender des Europa-Ausschusses im Bundestag, bekräftigte am 10. April 2022, er teile die Kritik, dass Deutschland nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine bislang zu wenige Waffen an die Ukraine geliefert und das Land zu spät unterstützt habe. Hofreiter, der im April 2022 gemeinsam mit anderen Parlamentariern selbst in die Ukraine reiste<ref>Nach Ukraine-Besuch: Bundestagstrio setzt Scholz weiter unter Druck – Parteifreund wettert: „nicht hilfreich“. In: Münchner Merkur. Abgerufen am 18. Mai 2022.</ref>, fordert dringend, der Ukraine Schützenpanzer vom Typ Marder zu liefern. Er schlug vor, 20 bis 30 funktionsfähige Marder-Schützenpanzer aus Bundeswehr-Beständen zu liefern und von bei der Rheinmetall AG stehenden 70 ausgemusterten Panzern diese Anzahl innerhalb weniger Wochen ertüchtigen und aufarbeiten zu lassen.<ref>Berlin direkt 10. April 2022: zdf.de</ref> Um die Ukraine „so zu unterstützen, dass sie den Krieg gewinnen wird“ befürwortet Hofreiter, „Taurus“-Marschflugkörper an die Ukraine zu liefern.<ref>Verzicht auf "Taurus"-Lieferung – Scharfe Kritik an Scholz' Entscheidung. In: Tagesschau. 5. Oktober 2023, abgerufen am 23. März 2024.</ref>

Hofreiter plädierte am 24. Mai 2024 dafür, die Ukraine nicht länger davon abzuhalten, mit westlichen Waffen auch russisches Territorium anzugreifen. „Es geht hier um den Schutz der ukrainischen Bevölkerung. Daher sollten wir die Ukraine nicht daran hindern, mit den gelieferten Waffen russische Kampfjets auch im russischen Luftraum abzuwehren“, sagte der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das Völkerrecht erlaubt es einem angegriffenen Staat, militärische Ziele im Land des Aggressors zu attackieren.“ Die russische Armee beschießt Tag und Nacht vom eigenen Staatsgebiet aus die ukrainische Millionenstadt Charkiw, auch mit Gleitbomben, die nur 40 Sekunden bis zum Einschlag brauchen. Die New York Times hatte zuvor berichtet, dass US-Außenminister Antony Blinken dafür werben will, der Ukraine Angriffe gegen russisches Gebiet mit US-Waffen zu ermöglichen. Blinken wolle US-Präsident Biden zu einer Aufhebung der Einschränkungen bewegen.<ref>dpa/AFP: Hofreiter für Einsatz westlicher Waffen auch auf russischem Territorium</ref>

Mitgliedschaften

Hofreiter ist Mitglied beim ökologischen Verkehrsclub VCD, der Gewerkschaft Ver.di, bei den Naturfreunden, beim BUND, beim Landesbund für Vogel- und Naturschutz und im Verein zum Schutz der Bergwelt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Angaben auf der persönlichen Homepage (Memento vom 2. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>

Im 19. Deutschen Bundestag war Hofreiter stellvertretendes Mitglied im Vermittlungsausschuss.<ref>Deutscher Bundestag – Biografien. In: bundestag.de. Abgerufen am 7. Juli 2020.</ref>

Privates

Hofreiter ist verheiratet,<ref>Anton Hofreiter – Biographie beim Deutschen Bundestag. Abgerufen am 26. November 2021.</ref> seine Frau und er wurden 2021 Eltern eines Sohnes und 2025 eines weiteren Kindes.<ref>Grünen-Fraktionschef Hofreiter nimmt kurze Auszeit nach Geburt. RND, abgerufen am 13. August 2021.</ref><ref name=":1" /> Der Biologe Michael Hofreiter ist ein Bruder Anton Hofreiters.<ref>Thorsten Knuf: Anton Hofreiter: Grün, bayerisch, Fleischesser. In: Berliner Zeitung. 23. Juni 2015, abgerufen am 23. Juli 2021.</ref> Hofreiter malt in seiner Freizeit. Er veröffentlichte 2019 im Magazin der Süddeutschen Zeitung Tuschebilder gefährdeter Alpenblumen.<ref>Anton Hofreiter: Anton Hofreiter zeichnet gefährdete Alpenblumen. In: Süddeutsche Zeitung. 2. Juni 2019, abgerufen am 9. August 2021.</ref> Im Jahre 2021 waren seine Bilder in einer Ausstellung in Berlin zu sehen.<ref>Anja Maier: Anton Hofreiter: Die Blumen des Guten. In: Die Zeit. 8. August 2021, abgerufen am 9. August 2021.</ref> Hofreiter ist aus der katholischen Kirche ausgetreten.<ref>Anton Hofreiter: Was der heimliche Verkehrsminister der Grünen vorhat in www.handelsblatt.de vom 1. Juli 2021</ref>

Auszeichnungen

Weblinks

Commons: Anton Hofreiter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Interviews

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="ABG">Haben Sie bei der Bundeswehr Wehrdienst geleistet? Abgeordnetenwatch, 1. Juni 2022, abgerufen am 6. Februar 2023.</ref> </references>

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Fraktionssprecher Die Grünen (1983–1990): Marieluise Beck-Oberdorf | Petra Kelly | Otto Schily | Annemarie Borgmann (2×) | Waltraud Schoppe (3×) | Antje Vollmer (3×) | Sabine Bard | Hannegret Hönes (2×) | Christian Schmidt | Ludger Volmer | Willi Hoss (2×) | Thomas Ebermann | Bärbel Rust | Helmut Lippelt (2×) | Regula Schmidt-Bott | Christa Vennegerts | Jutta Oesterle-Schwerin | Marianne Birthler

Gruppensprecher Bündnis 90/Die Grünen (1990–1994): Werner Schulz

Fraktionsvorstände Bündnis 90/Die Grünen (seit 1994): Joschka Fischer | Kerstin Müller | Rezzo Schlauch | Krista Sager | Katrin Göring-Eckardt | Fritz Kuhn | Renate Künast | Jürgen Trittin | Katrin Göring-Eckardt | Anton Hofreiter | Britta Haßelmann | Katharina Dröge Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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