Bund Naturschutz in Bayern
| Bund Naturschutz in Bayern (BN) | |
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| colspan="2" style="text-align: center; padding:1em 0; background-color:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122;" class="notheme wikidata-content" | [[Datei:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|250x125px|rahmenlos|Logo]] | |
| Rechtsform | Eingetragener Verein |
| Gründung | 26. Juni 1913 |
| Auflösung | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Gründer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Sitz | München<ref name="Satzung">Satzung des BUND Naturschutz.</ref> |
| Geschäftsstelle | Regensburg |
| Vorläufer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Nachfolger | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Zweck | Natur- und Umweltschutz |
| Vorsitz | Martin Geilhufe |
| Geschäftsführung | Lucas Schäfer |
| Eigentümer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Umsatz | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Stiftungskapital | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Beschäftigte | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Freiwillige | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Mitglieder | 261.000 Mitglieder und Förderer (2021)<ref>https://www.bund-naturschutz.de/ueber-uns, abgerufen am 9. Mai 2022.</ref> |
| Website | www.bund-naturschutz.de |
Der Bund Naturschutz in Bayern e. V., offizielle Schreibweise BUND Naturschutz in Bayern e. V., oft nur kurz BN genannt, ist der größte Umweltschutzverband in Bayern und heute der bayerische Landesverband des BUND. Der Verband hat rund 260.000 Mitglieder und Förderer. Sie sind in einem Netz von 76 Kreisgruppen und 668 Ortsgruppen in Bayern organisiert. Dazu kommt eine Vielzahl von Kinder- und Jugendgruppen, die von einer eigenen Jugendorganisation, der BUNDjugend Bayern, betreut werden. Er ist eine gemäß § 3 Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz (UmwRG) i. V. m. § 63 Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) anerkannte, in Bayern landesweit tätige Naturschutzvereinigung, die in öffentlich-rechtlichen Zulassungsverfahren bei erheblichen Eingriffen in den Naturhaushalt, das Landschaftsbild oder die Erholungseignung zu hören ist.
Ziel des BN ist gemäß der Satzung, „die natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen und die Biodiversität im Ganzen vor weiterer Zerstörung zu bewahren und wiederherzustellen.“ Er versteht sich als „parteipolitisch und konfessionell unabhängig.“<ref name="Satzung" /> Finanziert wird der Bund Naturschutz durch Spenden sowie Beiträge von Mitgliedern und Förderern.
Der Bund Naturschutz wird ehrenamtlich geleitet. Seit 2025 ist Martin Geilhufe Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern e.V.<ref>Martin Geilhufe führt Bayerns größten Naturschutzverband. In: n-tv.de. 22. November 2025, abgerufen am 23. November 2025.</ref>
Geschichte
Auf Initiative des königlichen Regierungsrates Reubold trafen sich am 26. Juni 1913 Vertreter des Landesausschusses für Naturpflege, der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, der Bayerischen Ornithologischen Gesellschaft und des Vereins für Naturkunde. Sie gründeten den Bund Naturschutz in Bayern e. V., unter dem „Protektorat Seiner Königlichen Hoheit“, Kronprinz Rupprecht von Bayern. Erster Vorsitzender war Carl Freiherr von Tubeuf.
1916/17 verhinderte der BN, dass in die Falkensteiner Wand am Königssee ein riesiger Löwe als „Kriegerdenkmal“ eingemeißelt wurde. In den 1930er Jahren begann der Verein mit dem Ankauf von Schutzgebieten. Nach dem Krieg gründete der Verein eine „biologische Station“ in Seeon und eine Lehr- und Forschungsstätte für Naturschutz in Wartaweil. In der Zeit des Nationalsozialismus formulierte der Geschäftsführer Luitpold Rueß (1905–1968) (Sohn des BN-Mitbegründers Johann Rueß, 1869–1943) 1940 als eine Verbandsaufgabe, „die Heimat und die Natur sauber und schmuck zu erhalten und zu gestalten an dem Tag, wo das Heer der deutschen Soldaten aus Blut und Krieg heimkehrt in das gerettete Vaterland“.<ref>Ökologie von rechts. Braune Umweltschützer auf Stimmenfang. Politische Ökologie, Band 131, Oekom Verlag, München 2012, ISBN 978-3-86581-286-5, S. 19</ref>
Der BN arbeitete in der NS-Zeit mit der Hitlerjugend und der KdF-Organisation zusammen. Von 1934 bis 1938 wurde der Verband von Theodor Künkele, einem NSDAP-Mitglied, geführt. Der Münchner Verleger Hans Hohenester, von 1938 bis 1945 „Führer“ des BN und bis Anfang der 1960er Jahre Ausschussmitglied des BN, kann als Nationalsozialist erster Stunde gelten. Weitere Ausschussmitglieder des BN, die bis weit in die Nachkriegszeit aktiv waren, gehörten ebenfalls der NSDAP an, etwa Otto Kraus ab 1937, Hans Stadler (Unterfranken) und Max Dingler jeweils bereits ab 1922.<ref>Richard Hölzl: Naturschutz in Bayern zwischen Staat und Zivilgesellschaft. Vom liberalen Aufbruch bis zur Eingliederung in das NS-Regime, 1913 bis 1945. In: Bund Naturschutz Forschung. Band 11, 2013, S. 43–47 (academia.edu).</ref>
Von 1958 bis 1963 war Alwin Seifert BN-Vorsitzender. Seifert hatte sich im NS-Regime als Landschaftsarchitekt und Reichslandschaftsanwalt hervorgetan und stand für eine rechts- bis wertkonservative Ausrichtung des BN.
1966 startete der BN das Projekt Wiedereinbürgerung von Bibern in Bayern. Innerhalb des Vereins kam es aufgrund einer sehr staatsfreundlichen Verbandslinie des 1. Vorsitzenden Johann Mang, Regierungspräsident von Oberbayern, zu Spannungen und zur Gründung einer innerverbandlichen Opposition, der sogenannten Grünen Aktion. 1969 wurde Hubert Weinzierl zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der BN näherte sich unter Weinzierl zunehmend den neuentstehenden Umweltinitiativen in anderen Bundesländern an, er wurde politisch linker und zunehmend mit kontroversen Themen in der Öffentlichkeit wahrgenommen. So engagierte sich der BN in den 1960er und 70er Jahren massiv gegen den von der CSU-Staatsregierung propagierten Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals<ref>Altmühltal: zerstört durch den Rhein-Main-Donau-Kanal auf BN-Bayern</ref> und später gegen den Bau der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf<ref>Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA): Stoppt den WAAhnsinn! auf BN-Bayern
"Die Verhinderung der WAA war ein Beitrag zur Sicherung der Demokratie“ Interview mit Hubert Weiger auf BN-Bayern
"Wort und Schrift im Staatsarchiv Amberg: Die Proteste gegen die WAA Wackersdorf." Von: Oberpfalz TV (OTV) am 30. Oktober 2025, um 16:38 Uhr, Video: 00:12 Minuten. Begleittext: "Was bleibt von der Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf? Mit dieser Frage hat sich das Staatsarchiv Amberg beschäftigt und ein Zeitzeugengespräch organisiert."
"Wackersdorf. 40 Jahre nach Ostermontags-Demonstration: Hans Schuierer vom BUND Naturschutz ausgezeichnet." Von: Oberpfalz TV (OTV) am 31. März 2026, um 15:58 Uhr, Video: 02:38 Minuten. Begleittext: "Eine Auszeichnung für einen Mann, der die Geschichte der Oberpfalz entscheidend mitgeprägt hat: Hans Schuierer hat heute eine Ehrung des BUND Naturschutzes erhalten – als Symbolfigur des „friedlichen Widerstands“."</ref> (u. a. Anti-Atom-Partnerschaft mit BN-Salzburg<ref>Anti-Atom-Partnerschaft zwischen Naturschutzbund Salzburg und Bund Naturschutz in Bayern (PDF) in: Natur und Land 1/1987, ZOBODAT, S. 24f.
"Anti-Atom-Partnerschaft" im März 1987 (PDF; 19 MB) auf Kultur gegen die WAA, S. 26</ref>). Der BN und Weinzierl trugen aber auch maßgeblich zur 1970 erfolgten Ausweisung des ersten deutschen Nationalparks Bayerischer Wald bei. In Laufen wurde vom BN eine Bayerische Naturschutzakademie gegründet, deren Trägerschaft 1974 vom Land Bayern übernommen wurde. 2026 feiert die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) ihr 50-jähriges Jubiläum unter dem Motto: „Wissen, Wandel, Weitblick - Naturschutz gemeinsam gestalten“.<ref>Die ANL wird 50 Jahre! Wissen, Wandel, Weitblick - Naturschutz gemeinsam gestalten. Von: Bayerischer Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL). m Jahr 2026 feiert die ANL ihr 50-jähriges Bestehen.</ref>
Am 20. Juli 1975 wurde unter maßgeblicher Beteiligung des BN im unterfränkischen Marktheidenfeld der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland gegründet. Dieser wurde zu einem der führenden Naturschutzverbände der Bundesrepublik, der BN ist heute dessen bayerischer Landesverband.
Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze startete der BN zusammen mit dem BUND eine Initiative für ein Grünes Band, um die auf dem ehemaligen Grenzstreifen entstandenen Biotope vor der Zerstörung zu schützen und eine überregionale Biotopvernetzung zu erreichen. Seit den 1990er-Jahren ist ein Schwerpunkt des BN der Protest gegen den Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen. 2004 initiierte der BN erfolglos das Volksbegehren Aus Liebe zum Wald gegen die Forstreform in Bayern.
Umweltpreise
Der Bund Naturschutz Bayern verleiht seit 1970 die Bayerische Naturschutzmedaille für besonderes Engagement im BUND und für Umwelt und Naturschutz, bisher beispielsweise an Hans Bibelriether, Peter Schütt oder Hans-Jürgen Buchner. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt oder deren Vorgängerin, der Bayerischen Umweltmedaille, die durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit vergeben werden.
Mit der Karl-Gayer-Medaille ehrt der Bund Naturschutz Bayern – in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft – seit 1977 Personen, die sich um die naturgemäße Waldwirtschaft verdient gemacht haben. Die höchste Auszeichnung des Bund Naturschutz ist der Bayerische Naturschutzpreis, der seit Anfang der 1970er Jahre verliehen wird. Preisträger sind beispielsweise Horst Stern, das Ehepaar Louise und Percy Schmeiser oder Edmund Lengfelder.
Vorsitzende
- Carl Freiherr von Tubeuf, Forstwissenschaftler (1913–1922)
- Eduard von Reuter, Bauingenieur (1922–1934)
- Theodor Künkele, Forstwissenschaftler (1934–1938)
- Hans Hohenester, Druckereibesitzer (1938–1945)
- Hans Walther Frickhinger, Biologe und Fachschriftsteller (1946–1955)
- Eduard Brenner, ehm. Staatssekretär im bayerischen Kultusministerium (1955–1958)
- Alwin Seifert, Landschaftsarchitekt (1958–1963)
- Johann Mang, ehm. Regierungspräsident von Oberbayern (1963–1969)
- Hubert Weinzierl, Forstwissenschaftler (1969–2002)
- Hubert Weiger, Forstwissenschaftler (2002–2018)
- Richard Mergner, Geograph (2018–2025)
- Martin Geilhufe, Gymnasiallehrer (2025– )
Literatur
- Ernst Hoplitschek: Der Bund Naturschutz in Bayern. Traditioneller Naturschutzverband oder Teil der Neuen Sozialen Bewegungen? Berlin 1984 (Dissertation an Freier Universität Berlin).
- Richard Hölzl: Naturschutz in Bayern zwischen Staat und Zivilgesellschaft. Vom liberalen Aufbruch bis zur Eingliederung in das NS-Regime, 1913 bis 1945, in: Bund Naturschutz Forschung, Nummer 11, S. 21–60.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />