Zum Inhalt springen

Ortwin Runde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. September 2025 um 23:52 Uhr durch imported>CamelBot (Bot: linkfix: taz.de; siehe user:CamelBot.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Ortwin Runde (retuschiert).jpg
Ortwin Runde (2002)
Datei:Ortwin Runde Stavenhagenhaus.jpg
Ortwin Runde (um 1971)

Ortwin Runde (* 12. Februar 1944 in Elbing/Danzig-Westpreußen) ist ein deutscher Politiker (SPD).

Er war von 1988 bis 1993 Senator für Arbeit, Gesundheit und Soziales, von 1993 bis 1997 Finanzsenator und von 1997 bis 2001 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Von 2002 bis 2009 war Runde Abgeordneter des Deutschen Bundestages.

Leben und Beruf

Geboren als achtes von neun Kindern – sein Vater war Verwaltungsangestellter – besuchte er von 1951 bis 1955 die Volksschule in Ludwigsdorf (Görlitz).<ref>Runde, Ortwin. Abgerufen am 11. Februar 2024.</ref> 1955 siedelte die Familie nach Aurich über, wo Runde das Gymnasium besuchte.<ref name="ndr.de">NDR: 80. Geburtstag von Ortwin Runde: Hamburgs Ex-Bürgermeister ist immer Mensch geblieben. Abgerufen am 10. Februar 2024.</ref> Nach dem Abitur 1964 studierte Runde Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Münster, London und Hamburg und schloss das Studium 1969 in Hamburg als Diplom-Soziologe ab. 1970 trat er in den öffentlichen Dienst der Stadt Hamburg ein; seit 1978 war er Leiter des Amtes für Heime und ab 1981 Leiter des Amtes für Soziales und Rehabilitation.

Partei

Runde ist seit 1968 Mitglied der SPD. Von 1969 bis 1971 war er Mitglied im Landesvorstand der Jusos in Hamburg und deren Vertreter im Landesvorstand der SPD Hamburg.

Von 1976 bis 1988 gehörte er dem SPD-Landesvorstand in Hamburg an. Dort war er von 1978 bis 1983 stellvertretender Landesvorsitzender und von 1983 bis 1988 Landesvorsitzender der SPD Hamburg.

Abgeordneter

Von 1974 bis zur Mandatsniederlegung am 31. Dezember 1980 und von 1991 bis 2001 war Runde Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Dabei ruhte sein Mandat von 1991 bis 2001 wegen der Zugehörigkeit zum Senat. Im Juni 1977 gehörte er gemeinsam mit Wulf Damkowski, Jan Ehlers, Bodo Fischer, Harro Frank, Hans-Jürgen Grambow, Helga von Hoffmann, Frauke Martin, Lothar Reinhard und Bodo Schümann zu einer Gruppe von zehn SPD-Bürgerschaftsabgeordneten, die im Zusammenhang mit dem Parteiausschluss des Juso-Vorsitzenden Klaus Uwe Benneter in einem Brief an den Parteivorsitzenden Willy Brandt verlangten, dass dieser Parteiordnungsverfahren gegen 56 Hamburger SPD-Mitglieder, die sich Benneter solidarisiert hatten, verhindere.<ref>„Der Konflikt in der SPD um den Juso-Chef“, in: Hamburger Abendblatt vom 9. Juli 1977, abgerufen am 23. März 2020.</ref>

Von 2002 bis 2009 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier gehörte er dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion an. Von 2002 bis 2005 war er Sprecher der Landesgruppe Hamburg und ab Januar 2006 stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe „Kommunalpolitik“ der SPD-Bundestagsfraktion.

Ortwin Runde ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hamburg-Wandsbek in den Bundestag eingezogen. Zuletzt bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er 49,6 % der Erststimmen. Zur Bundestagswahl 2009 trat er nicht erneut an, und für Wandsbek zog Aydan Özoğuz (SPD) in den Bundestag.

Öffentliche Ämter

Am 8. Juni 1988 wurde er im Senat von Henning Voscherau Senator für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Nach der Bürgerschaftswahl 1993 wurde er am 15. Dezember 1993 zum Finanzsenator gewählt.

Nach dem Rücktritt von Henning Voscherau aufgrund des schlechten Abschneidens der SPD bei der Bürgerschaftswahl 1997 wurde Runde am 12. November 1997 zum Ersten Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg gewählt.

Runde wurde am 4. Mai 2001 zum Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl aufgestellt. Bei der Bürgerschaftswahl 2001 wurde die SPD zwar mit 36,5 % der Stimmen klar stärkste Fraktion vor der CDU mit 26,2 % der Stimmen, doch erlitt die GAL deutliche Verluste (minus 5,3 Prozentpunkte), womit die Koalition eine erneute Mehrheit verfehlte. Stattdessen bildete Ole von Beust (CDU) eine Koalition aus CDU, Partei Rechtsstaatlicher Offensive und FDP. Runde schied daher am 31. Oktober 2001 aus dem Amt und verzichtete auch auf die Ausübung seines Bürgerschaftsmandats.<ref>Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Oktober 2001</ref>

Sonstiges

Anfang Mai 1991 drang eine mit einer Gaspistole sowie einem Messer bewaffnete Altenpflegerin in Rundes Büro ein und hielt den damaligen Hamburger Sozialsenator rund drei Stunden lang als Geisel, ehe sie sich durch ein Telefonat mit der taz-Journalistin Kaija Kutter dazu bewegen ließ, die Waffen „wegzulegen“ und vom MEK unbewaffnet „überwältigt“ wurde.<ref>florian marten: Geiselnahme mit Strauß und Pistole. In: Die Tageszeitung: taz. 6. Mai 1991, ISSN 0931-9085, S. 6 (taz.de [abgerufen am 11. Februar 2024]).</ref><ref>Frau nahm Senator Runde als Geisel. In: Hamburger Abendblatt. 4. Mai 1991, abgerufen am 19. September 2022.</ref>

Privates

Runde ist verheiratet und hat zwei Söhne.<ref>Die starke Frau an der Seite des Bürgermeisters - WELT. 17. November 2011, abgerufen am 10. Februar 2024.</ref> 2015 erlitt er einen Schlaganfall, erhielt Bewegungs- und Sprachtraining und nutzt seither einen Gehstock.<ref name="ndr.de"/><ref>Peter Ulrich Meyer: Ortwin Runde – der unterschätzte Erste Bürgermeister. 10. Februar 2024, abgerufen am 10. Februar 2024.</ref>

Weblinks

Senate

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Werner von Melle (1919) | Friedrich Sthamer (1919–1920) | Arnold Diestel (1920–1924) | Carl Wilhelm Petersen (1924–1929/1932–1933) | Rudolf Roß (1930–1931) | Carl Vincent Krogmann (1933–1945) | Rudolf Petersen (1945–1946) | Max Brauer (1946–1953/1957–1960) | Kurt Sieveking (1953–1957) | Paul Nevermann (1961–1965) | Herbert Weichmann (1965–1971) | Peter Schulz (1971–1974) | Hans-Ulrich Klose (1974–1981) | Klaus von Dohnanyi (1981–1988) | Henning Voscherau (1988–1997) | Ortwin Runde (1997–2001) | Ole von Beust (2001–2010) | Christoph Ahlhaus (2010–2011) | Olaf Scholz (2011–2018) | Peter Tschentscher (seit 2018)

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Heinrich Stubbe (1906–1919) | Max Leuteritz (1919–1928) | Karl Meitmann (1928–1933 und 1946–1952) | Karl Vittinghoff (1952–1966) | Paul Nevermann (1966–1970) | Oswald Paulig (1970–1980) | Werner Staak (1980–1981) | Jörg König (1981–1983) | Ortwin Runde (1983–1988) | Traute Müller (1988–1991) | Helmuth Frahm (1991–1994) | Jörg Kuhbier (1994–2000) | Olaf Scholz (2000–2004) | Mathias Petersen (2004–2007) | Ingo Egloff (2007–2009) | Olaf Scholz (2009–2018) | Melanie Leonhard (seit 2018) | Nils Weiland (seit 2021)

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein