Zum Inhalt springen

Walter Matthaei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Walter Matthaei (* 22. Dezember 1874 in Hamburg; † 10. März 1953 ebenda) war ein deutscher Richter, Hamburger Politiker der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und Senator.<ref>Fuhrmann, Rainer: Ämterverteilung im Senat 1860-1945, Typoskript, Staatsarchiv Hamburg.</ref>

Kaiserzeit und Weimarer Republik

Walter Matthaei besuchte erfolgreich die Gelehrtenschule des Johanneums und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Halle (Saale), Tübingen und Berlin, wo er promovierte. Seit 1894 war er Mitglied der Studentenverbindung Saxonia Tübingen.<ref>{{#if:Vorlage:Str match|Bitte den Parameter 2 ohne führendes / einfügen|{{#if: Objekt||#default |Person=person/gnd|Institution=organization|Objekt=item}}/{{#if: 2CU7TFEFUJG2QIMIC6U3LFLU7VIDKD3X?|2CU7TFEFUJG2QIMIC6U3LFLU7VIDKD3X?|Pflichtangabe 2 Identifier fehlt}} {{#ifeq:Objekt|Person|{{#if:| |Werke von und über }}}}{{#invoke:WLink|getArticleBase}}|Pflichtangabe 1 Kategorie Person, Institution oder Objekt fehlt}} }}{{#if: |{{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|0}}| in der Deutschen Digitalen Bibliothek|}}| in der Deutschen Digitalen Bibliothek}}</ref><ref>Saxonia Tübingen: Saxonia Tubingensis 1874 - 1924, Greiner & Schramm, Leipzig 1924, S. 160.</ref> Er wurde 1906 Amtsrichter in Hamburg. Ab 1920 war Matthaei als Landesgerichtsdirektor tätig.

Von 1910 bis 1929 war Matthaei Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und von 23. März 1921 bis zum 18. Mai 1933 Senator (→Hamburger Senat 1919–1933). Als Anhänger der sozialpolitischen Reformideen Friedrich Naumanns setzte er sich von Anbeginn für die sozial schwächeren Bevölkerungsschichten ein. So brachte er bereits 1912 einen Antrag zur Einführung einer kommunalen Arbeitslosenversicherung ein, der allerdings an der konservativen Bürgerschaftsmehrheit scheiterte.<ref name="s95">Brauers: FDP, Seite 95</ref> Parteipolitisch gehörte er zunächst (bis 1919) der Fraktion der Vereinigten Liberalen an. In der Weimarer Republik war er Mitglied der DDP und später von deren Nachfolgepartei, der Deutschen Staatspartei.<ref>Lüth: Bürgermeister, S. 139.</ref>

1922 übernahm Matthaei das Amt des Senators für Arbeit, das er bis zum 28. Juni 1929 innehatte. Von 1925 bis 1928 war er als Senator zudem für die Berufsschulen zuständig. 1929 wurde er Finanzsenator, als Nachfolger von Carl Cohn. Als Senator für Arbeit folgte ihm Curt Platen.<ref>Übersicht über die Senatoren in Hamburg zur Weimarer Zeit</ref>

Nationalsozialismus und Nachkriegszeit

Bis zum 5. März 1933 lehnte die Deutsche Staatspartei die Koalitionsangebote der Nationalsozialisten ab.<ref name="Büttner/Jochmann">Büttner/Jochmann: Hamburg, S. 62/63</ref> Matthaei selbst hatte sich – wie auch Christian Koch und Heinrich Landahl – jedoch an den Sondierungsgesprächen mit NSDAP, DNVP und DVP zur Bildung einer Regierung im Januar 1933 beteiligt. Wie diese befürwortete er bereits damals einen Rechtssenat, während Bürgermeister Carl Wilhelm Petersen und Landesvorstandsmitglieder der Staatspartei wie Friedrich Ablass einen solchen Schritt ablehnten.<ref name="s95" /> An dem am 8. März 1933 gewählten Senat (→ Hamburger Senat im Nationalsozialismus) unter der Führung der NSDAP arbeitet er dann doch als Senator mit. Nach Angaben Lüths hoffte er scheinbar mit dieser Zusammenarbeit „schlimmeres zu verhüten“.<ref>Lüth: Viel Steine, S. 92.</ref>

Im Mai 1933 wurde er von Bürgermeister Carl Vincent Krogmann auf Anweisung der NSDAP-Reichsleitung aus dem Senat entlassen, obwohl er den neuen Machthabern seine Loyalität versichert hatte und auch deren Ziele nunmehr unterstützte. Er berief sich dabei darauf, dass die Nationalsozialisten in Wahrheit ähnliche Ideen verträten, wie früher Friedrich Naumann. So schreibt er in seinen Erinnerungen 1940: „Wir haben neben der politischen und wirtschaftlichen eine soziale Revolution großen Ausmaßes erlebt, durch die die soziale Zerrissenheit weitgehend aufgehoben worden ist. (…) In den nationalsozialistischen Gedanken liegt überhaupt Vieles, was Naumann mit seiner nationalsozialen Bewegung erstrebt hat. (…) Eine Ordnung in das soziale Chaos zu bringen, war wohl nur durch einen autoritären Staat und nur im Wege einer Revolution möglich. Auf parlamentarischem Wege war das in einer so bewegten Zeit ausgeschlossen.“<ref>Walter Matthaei, Erinnerungen, Hamburg 1940 (unveröffentlicht, im Privatarchiv Marlies Noetzel/Walter Matthaei vorhanden), Seite 37 – zitiert nach: Christof Brauers, FDP, Seite 96.</ref>

In seinem Beruf als Zivilrichter am Landgericht Hamburg konnte er weiter tätig bleiben, bis er 1941 in den Ruhestand ging.<ref>Brauers: FDP, Seite 96.</ref>

In der Nachkriegszeit betätigte sich Matthaei ehrenamtlich als Vorstand der Köster-Stiftung in Barmbek.<ref>Edmund Matthaei: Heinrich und Caroline Köster Testament-Stiftung. Die Stiftungsgeschichte von 1885 bis 2008.</ref> Er wurde 1946 vom FDP-Kreisverband Volksdorf als Mitglied aufgenommen, was – wegen seines Verhaltens in der Zeit des Nationalsozialismus – zu erheblichem Unmut in anderen Kreisverbänden der Hamburger FDP führte.

Vorbild

Ähnlich wie bei anderen DDP Politikern (z. B. Carl Cohn) war der ehemalige Bürgermeister Hamburgs Carl Wilhelm Petersen ein Vorbild für Matthaei. So schrieb er in einem Beileidsschreiben an die Frau Petersens am 7. November 1933: „(…) War er uns schon in jungen Jahren ein Führer, dem wir in Liebe anhingen und dem wir voll Vertrauen folgten, so war das noch weit mehr der Fall in den späteren Jahren, in denen er an der Spitze des Staates stand und es mir vergönnt war, unter ihm und mit ihm im Senat zu sitzen. (…)“.<ref>Lüth: Bürgermeister, S. 115/116.</ref>

Literatur

  • Christof Brauers: Die FDP in Hamburg 1945 bis 1953. Start als bürgerliche Linkspartei. M-Press Meidenbauer, München 2007.
  • Ursula Büttner, Werner Jochmann: Hamburg auf dem Weg ins Dritte Reich. Entwicklungsjahre 1931–1933. Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, Hamburg 1985.
  • Erich Lüth: Viel Steine lagen am Weg. Ein Querkopf berichtet. Hamburg 1966.
  • Erich Lüth: Bürgermeister Carl Petersen. 1868–1933. Hamburg 1971.

Weblinks

| {{#if: 
    | Vorlage:DNB-Portal – veraltete Parametrisierung 3=
  }}

}}

Einzelnachweise

<references />

{{safesubst:#ifeq:0|10| {{#switch: Walter Matthaei |Navigationsleiste|NaviBlock|0=|#default= Vorlage:Templatetransclusioncheck Vorlage:Dokumentation/ruler }}}}Vorlage:Klappleiste/Anfang {{#if: Wappen von Hamburg

|

 |

Arnold Diestel | Carl Cohn | Walter Matthaei | Hans Nieland | Bernhard Velthuysen | Hermann Willink | Walter Dudek | Wilhelm Ziegeler | Carl-Gisbert Schultze-Schlutius | Herbert Weichmann | Gerhard Brandes | Hans Rau | Hans-Joachim Seeler | Wilhelm Nölling | Jürgen Steinert | Jörg König | Horst Gobrecht | Elisabeth Kiausch | Hans-Jürgen Krupp | Wolfgang Curilla | Ortwin Runde | Ingrid Nümann-Seidewinkel | Wolfgang Peiner | Michael Freytag | Carsten Frigge | Herlind Gundelach | Peter Tschentscher | Andreas Dressel }} Vorlage:Klappleiste/Ende

{{#ifeq: p | p | | {{#if: 13360075050420571 | |

}} }}{{#ifeq:||{{#if: | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|{{{GNDCheck}}}|7}}]] }}{{#if: | {{#if: | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 133600750 | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 133600750 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 50420571 | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 50420571 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung

{{#if: Matthaei, Walter | {{#if: | {{#if: deutscher Richter, Hamburger Politiker der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und Senator | {{#if: 22. Dezember 1874 | {{#if: Hamburg | {{#if: 10. März 1953 | {{#if: Hamburg |

Vorlage:Wikidata-Registrierung