Wolf Henzler
Wolfgang „Wolf“ Henzler (* 5. April 1975 in Nürtingen) ist ein ehemaliger deutscher Automobilrennfahrer.<ref name="driverdb">DriverDB – Internetseite: Wolf Henzler. In: www.driverdb.com. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref> Er ist der Neffe von Helmut Henzler.
Karriere
Kart- und Formelsport
Wolf Henzler stieg Anfang der 1990er Jahre in den professionellen Motorsport ein und fuhr zwei Jahre Kart. 1992 und 1993 fuhr er in der Formel BMW Junior und belegte zum Jahresende 1993 den vierten Platz. Ein Jahr später wechselte er zur Formel Opel und beendete die Saison mit Rang fünf.<ref name="driverdb" /><ref name="PP">Presse Porsche – Internetseite: Wolf Henzler. In: presse.porsche.de. 11. April 2017, abgerufen am 25. Juli 2021.</ref> Von 1994 bis 1998 startete er mit Dallara- und Martini-Rennwagen in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft. Ab 1996 fuhr er dort mit dem Team Josef Kaufmann Racing. In seiner letzten Formel-3-Saison wurde er Dritter in der Gesamtwertung.<ref name="driverdb" /> Beim Formel-3-Rennen 100 Meilen von Hockenheim ging er von 1996 bis 1998 an den Start und wurde 1997 und 1998 Zweiter. Beim Formel-3-Grand-Prix von Monaco fuhr er 1996 und 1997. Im letzten Jahr erreichte er den zweiten Platz.<ref name="driverdb" />
In der Saison 1999 fuhr er in der Internationalen Formel-3000-Meisterschaft.<ref name="driverdb" /> Danach wechselte er in der GT-Motorsport und trat in den Porsche-Markenpokalen Porsche Supercup und Porsche Carrera Cup Deutschland an.
GT-Motorsport
Im Supercup fuhr er von 2000 bis 2004 und im Carrera Cup von 2001 bis 2004. Seine beste Cup-Saison war 2004, in der er den Meistertitel im Supercup und den Vize-Meistertitel im Carrera Cup gewann. Ein Jahr zuvor wurde Henzler bereits Zweiter im Supercup.<ref name="driverdb" /> Nach seinen Einsätzen in den Porsche-Markenwettbewerben, startete er in unterschiedlichen internationalen Rennserien in Europa, in Nordamerika und in Asien – davon 2008 bis 2018 als Porsche-Werksfahrer.<ref name="PP" />
In der FIA-GT-Meisterschaft trat er zweimal an. 2001 zu einem Rennen mit einem Porsche 911 GT3 R (Typ 996) in der NGT-Wertung<ref name="racingsportscars">Racingsportscars – Internetseite: Complete Archive of Wolf Henzler. In: www.racingsportscars.com. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref> und 2008 noch einmal mit einem Porsche 911 GT3 RSR (Typ 997) in der GT2-Wertung.<ref name="racingsportscars3">Racingsportscars – Internetseite: Complete Archive of Wolf Henzler (page 3). In: www.racingsportscars.com. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref><ref name="driverdb" />
Von 2004 bis 2013 fuhr er für verschiedene Teams in der GT- und GT2-Klasse der American Le Mans Series.<ref name="racingsportscars" /><ref name="racingsportscars2">Racingsportscars – Internetseite: Complete Archive of Wolf Henzler (page 2). In: www.racingsportscars.com. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref><ref name="racingsportscars3" /><ref name="racingsportscars4">Racingsportscars – Internetseite: Complete Archive of Wolf Henzler (page 4). In: www.racingsportscars.com. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref><ref name="racingsportscars5">Racingsportscars – Internetseite: Complete Archive of Wolf Henzler (page 5). In: www.racingsportscars.com. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref> Dort platzierte er sich im GT-Klassement mehrmals unter den Top 10. Seine größten Erfolge waren 2008 der Gesamtsieg auf einem Porsche 911 GT3 RSR (Typ 997) zusammen mit Jörg Bergmeister für das Team Flying Lizard Motorsports und ein Jahr später der dritte Platz mit dem Team Farnbacher Loles Racing.<ref name="driverdb" /><ref name="PP" />
In der SPEED World Challenge bzw. der später Pirelli World Challenge genannten Serie trat er 2004 bis 2006, 2017 und 2018 an.<ref name="PP" /> In der Saison 2018 erzielte er für Pfaff Motorsports auf einem Porsche 911 GT3 R (Typ 991) mit dem dritten Rang seine beste GT-Gesamtplatzierung.<ref name="driverdb" /> Von 2005 bis 2012 fuhr er in der GT-Wertung der Grand-Am Rolex Sports Car Series.<ref name="racingsportscars" /><ref name="racingsportscars2" /><ref name="racingsportscars3" /><ref name="racingsportscars4" /> Sein bestes Gesamtergebnis erzielte er 2006 auf einem Porsche 911 GT3 Cup (Typ 997) mit dem dritten Platz.<ref name="driverdb" /> Für das Team Autorlando Sport trat er 2008 und 2010 zu einigen Läufen in der Italienischen GT-Meisterschaft an und wurde in beiden Jahren jeweils 22. in der Gesamtwertung.<ref name="driverdb" /><ref name="racingsportscars3" />
In der Asian Le Mans Series fuhr er nur eine Saison 2009 für das Team Felbermayr-Proton. Diese beendete er mit einem Porsche 911 GT3 RSR (Typ 997) auf dem vierten Rang in der LMGT2-Wertung.<ref name="driverdb" /> In Europa startete Henzler 2011, 2013 und 2016 in der Le Mans Series (LMS) bzw. in der ab 2013 umbenannten European Le Mans Series (ELMS). Dort erreichte er 2016 auf einem Porsche 911 RSR (Typ 991) für Proton Competition mit dem vierten Platz in der GTE-Wertung sein bestes Ergebnis.<ref name="driverdb" /><ref name="racingsportscars4" /><ref name="racingsportscars5" /><ref name="racingsportscars6">Racingsportscars – Internetseite: Complete Archive of Wolf Henzler (page 6). In: www.racingsportscars.com. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref>
In der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) trat er von 2012 bis 2017 für verschiedene Teams in der LMGTE-Wertung an. Zumeist fuhr er in der Saison nur einzelne Rennen – außer 2016, in der er bei allen Rennen zusammen mit Christian Ried antrat und den fünften LMGTE Am-Gesamtplatz erreichte.<ref name="driverdb" /><ref name="racingsportscars4" /><ref name="racingsportscars6" /> Von 2014 bis 2018 fuhr er in der Tudor United SportsCar Championship bzw. der nachfolgenden Rennserie IMSA WeatherTech SportsCar Championship. Sein bestes Gesamtresultat, einen siebten Platz in der GTLM-Klasse, erreichte er 2015 mit einem Porsche 911 RSR (Typ 991) von Team Falken Tire.<ref name="driverdb" /><ref name="racingsportscars5" /><ref name="racingsportscars6" /> In der Intercontinental GT Challenge startete er 2017 in einem Rennen mit einem Porsche 911 GT3 R und wurde 13. in der Jahresendwertung.<ref name="driverdb" /><ref name="racingsportscars6" />
2019 ging er für das Team Alegra Motorsports mit einem Porsche 911 GT3 R in der Pro-Wertung der Blancpain GT World Challenge America an den Start und belegte zum Saisonende den sechsten Rang.<ref name="driverdb" /><ref name="racingsportscars7">Racingsportscars – Internetseite: Complete Archive of Wolf Henzler (page 7). In: www.racingsportscars.com. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref> In der Saison 2021 startet er im Michelin Le Mans Cup für PZ Oberer Zürichsee by TFT.<ref name="driverdb" />
Langstreckenrennen
Wolf Henzler ging zwischen 2005 und 2018 regelmäßig in Langstreckenrennen an den Start. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans startete er insgesamt acht Mal und konnte dort 2010 mit dem LMGT2-Klassensieg auf einem Porsche 911 GT3 RSR (Typ 997) für Team Felbermayr Proton seinen größten Erfolg feiern.<ref name="driverdb" /><ref name="racingsportscars4" />
In den USA fuhr er zwischen 2005 und 2017 mehrfach beim 24-Stunden-Rennen von Daytona und beim 12-Stunden-Rennen von Sebring. In Daytona gewann er zweimal den Klassensieg in der GT- bzw. GT2-Klasse. Bereits 2005 wurde er mit Farnbacher Racing USA auf einem Porsche 911 GT3 R (Typ 996) Zehnter in der Gesamtwertung und GT-Klassensieger.<ref name="racingsportscars" /> 2011 konnte er mit dem GT2-Klassensieg auf einem Porsche 911 GT3 RSR (Typ 997) für das US-Rennteam TRG wiederholen.<ref name="racingsportscars4" /> In Sebring gewann er 2008 mit dem Team Flying Lizard Motorsports auf einem Porsche 911 RSR (Typ 997) in der GT2-Klassenwertung.<ref name="racingsportscars2" /> Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring trat er zwischen 2009 und 2018 regelmäßig an. 2009 wurde er mit Manthey Racing auf einem Porsche 911 GT3 Cup Zweiter in der SP9 GT3- und Dritter in der Gesamt-Wertung.<ref name="racingsportscars3" /> 2015 erreichte er mit einem Porsche 911 GT3 R (Typ 997) für das Team Falken Motorsports den dritten Platz in der SP9-Wertung.<ref name="driverdb" /><ref name="racingsportscars6" /> 2010 gewann er zusammen mit Romain Dumas, Jörg Bergmeister und Martin Ragginger das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps, das auch als FIA GT2 European Cup ausgeschrieben wurde, für das Team BMS Scuderia Italia.<ref name="driverdb" /><ref name="racingsportscars4" />
Statistik
Le-Mans-Ergebnisse
| Jahr | Team | Fahrzeug | Teamkollege | Teamkollege | Platzierung | Ausfallgrund |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2008 | Deutschland Team Felbermayr-Proton | Porsche 997 GT3-RSR | Österreich Horst Felbermayr senior | Australien Alex Davison | Rang 27 | |
| 2009 | Deutschland Team Felbermayr-Proton | Porsche 997 GT3 RSR | Deutschland Marc Lieb | Österreich Richard Lietz | Ausfall | Elektronik |
| 2010 | Deutschland Team Felbermayr-Proton | Porsche 997 GT3 RSR | Deutschland Marc Lieb | Österreich Richard Lietz | Rang 11 und Klassensieg | |
| 2011 | Deutschland Team Felbermayr-Proton | Porsche 997 GT3 RSR | Deutschland Marc Lieb | Österreich Richard Lietz | Rang 16 | |
| 2012 | Deutschland Team Felbermayr-Proton | Porsche 997 GT3 RSR | Deutschland Marc Lieb | Österreich Richard Lietz | Ausfall | Getriebeschaden |
| 2013 | Frankreich IMSA Performance Matmut | Porsche 997 GT3 RSR | Frankreich Pascal Gibon | Frankreich Patrice Miles | Rang 33 | |
| 2015 | Deutschland Porsche Team Manthey | Porsche 911 RSR | Frankreich Patrick Pilet | Frankreich Frédéric Makowiecki | Ausfall | Wagenbrand |
| 2016 | Datei:Flag of the People's Republic of China.svg KCMG | Porsche 911 RSR | Deutschland Christian Ried | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Joël Camathias | Rang 41 |
Sebring-Ergebnisse
Einzelergebnisse in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft
Weblinks
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Henzler, Wolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Henzler, Wolfgang |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Automobilrennfahrer |
| GEBURTSDATUM | 5. April 1975 |
| GEBURTSORT | Nürtingen |