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Albi

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Albi
Datei:Blason ville fr Albi (Tarn).svg
Staat FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Tarn (Präfektur) (81)
Arrondissement Albi
Kanton Albi-1, Albi-2, Albi-3, Albi-4
Gemeindeverband Albigeois
Koordinaten 43° 56′ N, 2° 9′ OKoordinaten: 43° 56′ N, 2° 9′ O
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Höhe 130–308 m
Fläche
Einwohner 51.290 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 81000
INSEE-Code 81004
Website Stadt Albi
Datei:Albi2007b.jpg
Der Tarn und die Kathedrale Sainte-Cécile in der Altstadt von Albi

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Albi <templatestyles src="IPA/styles.css" />[alˈbi] <phonos file="LL-Q150 (fra)-Laszlo Cárdenas (Culex)-Albi.wav"></phonos> ist eine französische Gemeinde und die Hauptstadt des Départements Tarn in der Region Okzitanien mit 51.290 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023). Albi ist Sitz eines katholischen Erzbischofs. 2010 wurde das Ensemble des Bischofsviertels in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Die Einwohner werden Albigenser (französisch: Albigeois) genannt.

Geografie

Albi liegt rund 80 Kilometer nordöstlich von Toulouse in der Mitte Südfrankreichs. Durch Albi fließt der Fluss Tarn.

Geschichte

Datei:Albi Rathaus.JPG
Rathaus von Albi

Bereits die Römer haben eine Stadt namens Civitas Albiensium angelegt. Im Jahre 843 übernahm Karl der Kahle die Herrschaft über die Stadt.

Nach Albi wird die religiöse Gemeinschaft der Katharer, die im Mittelalter schweren Verfolgungen durch die Kirche ausgesetzt war, auch Albigenser genannt. In den Albigenserkriegen zwischen 1209 und 1229 wurde Albi beinahe vollständig zerstört.

Im Jahre 1678 wurde die Stadt Sitz eines Erzbischofs, seit 1790 ist sie Präfektur des Départements Tarn.

Aufgrund der nahegelegenen Ansiedlung des Stahlunternehmens Société des Haute-furaux, forge et aciéries du Saut-du-Tarn und der von Jean Jaurès unterstützen Streiks von Carmaux gründete sich 1896 die durch Arbeiter selbstverwaltete Glashütte von Albi, die unter anderem von Rudolf Diesel als sichtbares Beispiel für frühe Produktionsgenossenschaften referenziert wurde. Das Unternehmen besteht bis heute als Genossenschaft VOA Verrerie d'Albi zur Herstellung technischer Gläser fort.

Albi in der Zeit des Vichy-Regimes

In Saint-Antoine befand sich 1940 das unter dem Namen Camp de la Viscose bekannte Internierungslager, wo „neben Zivilinternierten sechs Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Prestatairekompagnien untergebracht“ waren.<ref name="C-Eggers">Christian Eggers: Unerwünschte Ausländer. Juden aus Deutschland und Mitteleuropa in französischen Internierungslagern 1940–1942, Metropol Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-932482-62-X, S. 73 f.</ref> Nach der Fondation pour la mémoire de la déportation (FMD)<ref>Fondation pour la mémoire de la déportation (Homepage)</ref> hielten sich in dem Lager im Juli – August 1940 886 Internierte auf, darunter 112 Deutsche, von denen wiederum 86 jüdischen Glaubens waren. Viele dieser Deutschen hatten zuvor in der Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft.<ref name="FMD-Viscose">Fondation pour la mémoire de la déportation: Camp d'internement „Camp de la Viscose“</ref>

Nach der Kapitulation Frankreichs am Ende des Westfeldzugs verlangten die deutschen Besatzer auch die Auslieferung der in Albi internierten Deutschen. Die französischen Behörden widersetzten sich zunächst diesem Verlangen mit der Begründung, die Prestataires seien Zivilinternierte, die den französischen Soldaten gleichgestellt seien; sie dürften nicht an Deutschland ausgeliefert werden.<ref name="C-Eggers" /> Im Laufe des Augusts beugten sich die Franzosen jedoch, und am 8. Oktober 1940 wurden 674 Deutsche aus dem Camp de la Viscose an die deutschen Behörden übergeben.<ref name="FMD-Viscose" /> Über deren Schicksal ist nichts bekannt.

Jean Joseph Aimé Moussaron, der Erzbischof von Albi, war 1942 Mitunterzeichner eines Protestbriefs gegen die unmenschliche Behandlung der Juden durch das Vichy-Regime. Er wies die Geistlichen des Departements an, beim Verstecken jüdischer Kinder zu helfen und taufte auch jüdische Familien, um sie vor Verfolgungen zu schützen.<ref name="YadVashem">Jean-Aimé Moussaron in Yad Vashems The Righteous Among the Nations Database</ref>

Moussaron organisierte auch die heimliche Aufnahme jüdischer Flüchtlinge in bestimmten katholischen Einrichtungen der Region. Am 12. Juni 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und für acht Tage im Gefängnis von Toulouse inhaftiert.<ref>Pierre-Jean Pyrda: Mgr Moussaron au paradis des Justes, LADEPECHE.fr, 5. Juli 2010</ref> Am 21. Juli 2009 wurde Jean-Aime Moussaron von der Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.<ref name="YadVashem" />

Von 1943 bis 1944 war Albi Sitz einer Garnison der Wehrmacht.

In einem Bericht von in Toulouse stationierten amerikanischen Quäkern vom 17. Oktober 1945 wird von einem sowjetischen Lager zwei Kilometer außerhalb von Albi berichtet. Dort sollen sich 1.200 Männer aufgehalten haben, alles russische Soldaten, die in Deutschland im Untergrund gekämpft hätten. Sie alle seien bereit gewesen, sofort in die UdSSR zurückzureisen.<ref>CAMP SOVIETIQUE D’ALBI: Rapports de visite du secours Quaker de Toulouse</ref> Dass es sich um russische Soldaten gehandelt habe, die in Deutschland im Untergrund gekämpft hätten, ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Vermutlich handelte es sich um von den Alliierten aus deutschen Lagern befreite Russen, für die mehrere Lager in Frankreich eingerichtet worden waren, darunter das Lager Camp de Creysse bei Creysse (Dordogne).<ref>Histoire pénientiaire et Justice militaire: Des Soviétiques en Périgord en 1945 : «le camp de Creysse» (janvier – août 1945)</ref>

Wappen

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen von Albi]] Blasonierung: „In Rot ein goldener hersehender laufender Löwe auf einer gemauerten silbernen Zinnenmauer mit zwei offenen Rundtoren und gezogenen silbernen Gittern. Das goldene Patriarchensteckkreuz mit Kleeblattarmenden hinter der Mauer wird rechts von einem silbernen nach außen gekehrten Halbmond mit Gesicht und links von einer goldenen gesichteten Mittagssonne begleitet.“

Sehenswürdigkeiten

Datei:Hotel de Saunal.JPG
Hôtel de Saunal, 16. Jahrhundert

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Albi

Bildungsstätten

Landwirtschaft

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Im Umkreis wird ein Großteil der Nahrungsversorgung der Stadt in Permakultur angebaut. Bis 2020 soll Albi sich durch Produkte aus einem Umkreis von 60 km komplett selbst versorgen. Damit soll die Stadt Vorbild für andere Städte in Europa sein.<ref name="tnn-onli-ALBI:_Di">Albi: Die Erste Stadt Frankreichs – Selbst: ALBI: Die erste Stadt Frankreichs – Selbstversorgung mit Lebensmitteln. In: magazine.tnn-online.net. 17. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Juli 2018; abgerufen am 28. Juli 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/magazine.tnn-online.net</ref><ref name="arte">Re: Ackern für die Zukunft – ARTE. In: arte.tv. 18. September 2015, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. Juli 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.arte.tv (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref><ref>Gerhard Buck: Ökologische Nahrungsproduktion, Selbstversorgung und Gemeinschaftsverpflegung in der Stadt. (PDF) 30. Oktober 2022, abgerufen am 6. August 2025.</ref><ref>Susanne Siebel: Albi: Eine Stadt der Selbstversorger – Werde Magazin. In: Werde. 22. Februar 2021, abgerufen am 6. August 2025.</ref>

Verkehr

Datei:Garealbiville2018.jpg
Bahnhof Albi-Ville

Im Jahr 1858 erhielt die Stadt einen ersten Bahnhof an der Bahnstrecke Castelnaudary–Rodez, den heutigen Bahnhof Albi-Madeleine. Er wurde bald darauf von der Compagnie des chemins de fer du Midi übernommen und liegt im gleichnamigen Stadtteil abseits der Altstadt am jenseitigen Ufer des Tarn.

Der Bahnhof Albi-Ville befindet sich am Rand der Innenstadt in der Fortsetzung dieser Strecke. Er wurde 1864 von der Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans (PO) eröffnet, im selben Jahr ging die Zweigstrecke nach Tessonnières in Betrieb. 1899 kam die Bahnstrecke Albi–Saint-Juéry hinzu, auf der 1934 der Personenverkehr wieder eingestellt und die 1941 stillgelegt wurde.

Aktuell wird Albi-Ville von Regionalzügen des TER Occitanie bedient.

Persönlichkeiten

Datei:Albi statue laperouse.jpg
Denkmal für Jean-François de Lapérouse

Söhne und Töchter:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

  • Pierre Amalric (1923–1999), französischer Augenarzt und Geschichtswissenschaftler
  • Jean-François de Lapérouse (1741–1788), Seefahrer, Weltumsegler und Geograph, im Château de Gô bei Albi geboren. In Albi ist ein Gymnasium nach ihm benannt
  • Georges Pompidou (1911–1974), Politiker und Staatspräsident; verbrachte seine Schulzeit in Albi

Städtepartnerschaften

Marskrater

Nach Albi ist der Marskrater Albi benannt.

Siehe auch

Literatur

  • Nicolas-Marie-Joseph Chapuy: Cathédrales françaises. Vues pittoresques de la cathédrale de Albi. Paris 1829 (Digitalisat)

Weblinks

Commons: Albi (Tarn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Albi – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Historische Stadtzentren:

Bischofstadt Albi (2010) | Bordeaux, Port de la Lune (2007) | Carcassonne (1997) | Le Havre (2005) | Lyon (1998) | Nizza (2021) | Seineufer von Paris (1991) | Provins (2001) | Straßburg: von der Grande-Île zur Neustadt (1988, 2017) | Abteikirche und Stadthügel von Vézelay (1979) | Bedeutende Kurstädte Europas: Vichy (2021)

Bauwerke:

Abtei von Fontenay (1981) | Abteikirche von Saint-Savin (1983) | Belfriede in Belgien und Frankreich (2005) | Canal du Midi (1996) | Das architektonische Werk von Le Corbusier (2016) | Festungsanlagen von Vauban (2008) | Grab- und Gedenkstätten des Ersten Weltkriegs (Westfront) (2023) | Große Saline von Salins-les-Bains und Königliche Salinen von Arc-et-Senans (1982) | Kathedrale von Amiens (1981) | Kathedrale von Bourges (1992) | Kathedrale von Chartres (1979) | Kathedrale Notre Dame, ehemalige Abtei Saint-Remi und Palais du Tau in Reims (1991) | Leuchtturm von Cordouan (2021) | Maison Carrée in Nîmes (2023) | Mont-Saint-Michel und seine Bucht (1979) | Papstpalast, Kathedrale und Brücke von Avignon (1995) | Plätze Stanislas, de la Carrière und d’Alliance in Nancy (1983) | Pont du Gard (1985) | Römische und romanische Denkmäler von Arles (1981) | Schloss Fontainebleau und sein Park (1981) | Schloss und Park von Versailles (1979) | Theater und Triumphbogen von Orange (1981)

Archäologische Stätten:

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Kultur- und Naturlandschaften:

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