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Martti Ahtisaari

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Martti Ahtisaari (2012) Unterschrift von Martti Ahtisaari

Martti Oiva Kalevi Ahtisaari <templatestyles src="IPA/styles.css" />[ˈmɑrtːi ˈɑhtisɑːri] <phonos file="Fi-Martti Ahtisaari.ogg"></phonos> (* 23. Juni 1937 in Viipuri, Finnland, heute Wyborg, Russland; † 16. Oktober 2023 in Helsinki) war ein finnischer sozialdemokratischer Politiker und Diplomat. Er amtierte von 1994 bis 2000 als 10. Präsident der Republik Finnland und wurde 2008 für seine langjährigen Bemühungen zur Lösung internationaler Konflikte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Leben

Mit seinen Eltern floh Ahtisaari während des Zweiten Weltkriegs aus dem sowjetisch besetzten Viipuri nach Kuopio. 1952 zog die Familie weiter nordwestlich nach Oulu, wo Ahtisaari seinen Schulabschluss machte. Nach dem Pädagogik-Studium wurde er Volksschullehrer und ging 1960 nach Pakistan, wo er in den frühen 1960er Jahren als Junglehrer für die schwedische Entwicklungshilfeorganisation Sida arbeitete. Es folgte ein Studium an der Handelshochschule Helsinki, danach trat Ahtisaari 1965 in den diplomatischen Dienst ein. Von 1973 bis 1979 war er Botschafter in Tansania, Sambia, Mosambik und Somalia. Auf Vorschlag der SWAPO war Ahtisaari von 1977 bis 1981 Namibia-Beauftragter der UNO. Ahtisaari sagte in einem Interview im Oktober 2008 dazu: „Die Arbeit in Namibia bedeutete für mich am meisten in meinem politischen Leben“.<ref>Reinhard Wolff: Der vermeintliche Verlierer. In: taz, 11. Oktober 2008.</ref>

1987 wurde er von UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar für vier Jahre zum Unter-Generalsekretär der UNO ernannt. Dort war er für die Verwaltung der Vereinten Nationen zuständig.

Nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Südafrika und der SWAPO am 1. April 1989 wurde er als Leiter der United Nations Transition Assistance Group (UNTAG) Namibia-Beauftragter der UNO. Durch die UNTAG wurde im Anschluss an die 105-jährige Fremdherrschaft Namibias der Unabhängigkeitsprozess überwacht.

1992 und 1993 war Ahtisaari eine Schlüsselfigur bei den Friedensgesprächen in Bosnien-Herzegowina.

1994 wählten die Finnen Ahtisaari in der ersten Direktwahl für dieses Amt zum Präsidenten der Republik Finnland. Ahtisaari trat als Kandidat der Sozialdemokratischen Partei an und wurde Nachfolger von Mauno Koivisto. Zum Wahlsieg verhalf ihm seine Vision von Finnland als aktivem Teilnehmer in internationalen Angelegenheiten. Ein Jahr später erreichte er mit dem EU-Beitritt seines Landes eines seiner wichtigsten Ziele.

1999 leitete er zusammen mit dem russischen Chefunterhändler Viktor Tschernomyrdin die Friedensgespräche während des Kosovo-Krieges mit Slobodan Milošević.<ref>Frank Herold: Nato-Chance für Diplomatie. Javier Solana reagiert zurückhaltend auf Friedensplan. In: Berliner Zeitung, 3. Juni 1999.</ref> Als seine Amtszeit 2000 endete, stellte er sich nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung und wurde von Tarja Halonen abgelöst.

Nach dem Scheiden aus dem Präsidentenamt gründete Ahtisaari die Organisation Crisis Management Initiative (CMI). Er wurde weiterhin mit einer Reihe von diplomatischen Aufgaben betraut. 2000 war er Mitglied im sogenannten „Rat der drei Weisen“, der im Auftrag der EU die Regierung Schüssel ÖVP-FPÖ zu untersuchen hatte.<ref>Rückblick 2000 ab 8'43""</ref> Außerdem wirkte er als Waffeninspektor in Nordirland mit und leitete im Auftrag von UN-Generalsekretär Kofi Annan eine Delegation, die Vorgänge um das Massaker im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin aufklären sollte.

Ahtisaari bemühte sich maßgeblich um das Ende des Bürgerkriegs in der indonesischen Provinz Aceh 2005.<ref>c-r.org</ref> Ab Februar 2006 leitete er die Verhandlungen über den künftigen Status der unter UNO-Verwaltung stehenden serbischen Provinz Kosovo und entwickelte im Rahmen dieser den sogenannten Ahtisaari-Plan. Im Oktober 2007 gehörte Ahtisaari zu den Mitbegründern der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR).

Im September 2007 vermittelte Ahtisaari im Irakkonflikt bei den Verhandlungen zwischen Sunniten und Schiiten. Im Jahr 2021 zog sich Ahtisaari infolge einer Alzheimer-Erkrankung aus der Öffentlichkeit zurück.<ref>Alexander Sarovic: Finnischer Ex-Präsident: Friedensnobelpreisträger Ahtisaari an Alzheimer erkrankt. In: Spiegel Online. 2. September 2021, abgerufen am 6. Oktober 2023.</ref> Am 16. Oktober 2023 verstarb er im Alter von 86 Jahren in Helsinki.<ref>Presidentti Martti Ahtisaari on kuollut. In: yle.fi. Yleisradio, 16. Oktober 2023, abgerufen am 16. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Martti Ahtisaari war von 2009 bis 2018 Mitglied des Zusammenschlusses von herausragenden ehemaligen Staatsmännern und -frauen, Friedensaktivisten, Menschenrechtlern sowie prominenten Intellektuellen The Elders,<ref name="The Elders-Martti Ahtisaari">Martti Ahtisaari - 1937-2023. Former President of Finland; Nobel Peace Laureate; and expert in conflict mediation, diplomacy and post-conflict state-building. The Elders, 2024, abgerufen am 27. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> der 2007 von Nelson Mandela<ref name="Elderly04">Nelson Mandela and Desmond Tutu announce The Elders. On his 89th birthday in Johannesburg, Nelson Mandela announces the formation of The Elders, a group of independent global leaders brought together to work on peace-building and human rights. The Elders, 18. Juli 2007, abgerufen am 27. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> auf Initiative von Peter Gabriel und Richard Branson gegründet wurde.<ref name="The Elders-Peter Gabriel">Peter Gabriel Ltd.: The Elders. petergabriel.com, 2025, abgerufen am 27. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ziel der Gruppe ist es, die Erfahrung, die Beziehungen und den öffentlichen Einfluss der Mitglieder zur Lösung globaler Probleme einzusetzen.

Ahtisaari war mit Eeva Ahtisaari (* 1936) verheiratet. Sie haben einen Sohn, Marko Ahtisaari (* 1969).

Auszeichnungen (Auswahl)

Datei:Nobel Peace Prize 2008 Ole Danbolt Mjøs & Martti Ahtisaari 1.jpg
Friedensnobelpreis-Verleihung (2008)

Werke

  • Tehtävä Belgradissa. (finn.: Mission in Belgrad) WSOY, Helsinki 2000, ISBN 951-0-25072-4.

Weblinks

Commons: Martti Ahtisaari – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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