Zum Inhalt springen

Matthias Horx

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 28. April 2026 um 10:48 Uhr durch imported>PatrickBrauns (Vor 2000).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Matthias Horx 3.jpg
Matthias Horx (2013)

Matthias Horx (* 25. Januar 1955 in Düsseldorf) ist ein deutscher Publizist, Trend- und Zukunftsforscher.

Leben

Horx besuchte die Ziehenschule in Frankfurt am Main. Nach dem Abitur 1973 begann er ein Soziologiestudium an der Goethe-Universität, das er abbrach.<ref>»Ein gigantischer Ort des Aufbruchs« Trendforscher Matthias Horx über seine Zeit an der Goethe-Uni. Goethe-Universität Frankfurt am Main – UniReport, 8. Oktober 2015, abgerufen am 24. Januar 2026.</ref> In den 1980er-Jahren schlug er eine journalistische Laufbahn ein. Von 1980 bis 1992 arbeitete er als Autor und Redakteur bei Pflasterstrand, Tempo, Die Zeit und Merian.

1993 eröffnete er mit Peter Wippermann das Trendbüro in Hamburg. Nach seinem Ausstieg aus dem Unternehmen gründete er 1998 das Zukunftsinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main, das eine Zweigstelle in Wien unterhält. 2017 übergab Horx die Führung des operativen Geschäftes an Harry Gatterer.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Rückzug von Mr. Future. In: Handelsblatt. 14. März 2017, abgerufen am 1. November 2024.</ref> 2023 gründete er zusammen mit Christian Schuldt und anderen Zukunftsforschern den Thinktank The Future:Project mit Sitz in Frankfurt am Main.<ref>Annette Mattgey: Tristan und Matthias Horx: Trendforschung hat ausgedient. In: wuv.de. 18. Oktober 2023, abgerufen am 1. November 2024.</ref>

Von 2005 bis 2013 war Horx Gast-Dozent zur Trend- und Zukunftsforschung unter anderem an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen.<ref>Biografie/Timeline. In: Horx.com. Abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref>Audiobeitrag: BürgerUniversität mit Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. Zeppelin Universität, 2009, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

Horx lebt mit seiner Familie in Wien. Er ist mit der englischen Journalistin Oona Strathern verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Sein Sohn Tristan Horx (* 1993) ist ebenfalls Trend- und Zukunftsforscher.<ref>Cornelia Korinth: Tristan und Matthias Horx über Zukunfts- und Generationenfragen. In: wirmagazin.de. 11. März 2024, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref>Literatur von und über Tristan Horx im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek</ref><ref>Tristan Horx: Wir brauchen eine konstruktive Weltsicht. Deutschlandfunk Kultur, 13. Januar 2025, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref>Tristan Horx im Gespräch mit Kolja Unger: Gegentrends: Was ein Zukunftsforscher über Backlashs und Retro-Kulte sagt. Deutschlandfunk, 3. August 2025, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>

2025 stellt das Handelsblatt das Horx’sche „Geschäftsmodell Zukunft“ als Lebensgrundlage der Familie vor.<ref>Christian Wermke: Trendforschung: Diese Familie macht die Zukunft zum Geschäft. Handelsblatt, 30. Mai 2025, abgerufen am 6. Januar 2026.</ref>

Ideenentwicklung und Kritik

Horx’ Ansatz ist die Weiterentwicklung der „Futurologie“ der 1960er- und 1970er-Jahre zu einer kommerziellen Beratungsdisziplin für Unternehmen, Gesellschaft und Politik. Seine methodische Arbeit kreise „um die Entwicklung einer neuen Synthese-Prognostik – einer interdisziplinären Verbindung von System-, Sozial-, Kognitions- und Evolutionswissenschaften.“<ref>Kurzbiografie Matthias Horx. In: horx.com. Abgerufen am 1. November 2024.</ref>

Seine Veröffentlichungen entstammen im Wesentlichen drei thematisch und zeitlich getrennten Perioden:

  1. Die erste Phase umfasst Feuilleton-Artikel in verschiedenen Szene- und Lifestyle-Magazinen. Veröffentlichungen dieser Art entstanden in etwa bis Mitte/Ende der 1980er-Jahre.
  2. Die zweite Phase umfasst thematisch im Großen und Ganzen die Kritik an seinen bisherigen Weggenossen und beschreibt die von Horx festgestellten „linken Irrwege“. Veröffentlichungen dieser Art stammen zumeist aus der Zeit zwischen der Mitte der 1980er- und der Mitte der 1990er-Jahre.
  3. Die dritte und aktuelle Phase umfasst die Themen Trends und Transformation. Hier ist Horx als Unternehmensberater, Vortragsredner und Autor tätig. Im Rahmen dessen bewirbt er seine Arbeiten über frühzeitige Deutung zeitgenössischer Entwicklungen auch zur wirtschaftlichen Nutzung seiner Einsichten.

Horx beschreibt den von ihm diagnostizierten Wandel gesellschaftlicher Werte und Lebensformen unter den Bedingungen des globalisierten Kapitalismus. Neben Fragen zur Zukunft der Arbeitswelt beschäftigt er sich mit Auswirkungen des demografischen Wandels und beschreibt einen von ihm postulierten Wertewandel im Bildungs-, Konsum- und Freizeitverhalten. Gemeinsam mit seinem zeitweiligen Geschäftspartner Eike Wenzel promotet Horx die Idee, dass sich Märkte zunehmend in „Sinnmärkte“<ref>Die Märkte der Zukunft sind Sinnmärkte. Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA), abgerufen am 7. Januar 2025.</ref> verwandelten.

Der Soziologe Holger Rust kritisiert Horx und die kommerzielle Trend- und Zukunftsforschung wiederholt als feuilletonistisch und unwissenschaftlich.<ref>Holger Rust: Das Anti-Trendbuch – Klares Denken statt Trendgemunkel. Ueberreuter, 1997.</ref><ref>Holger Rust: Zukunftsillusionen. Kritik der Trendforschung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008.</ref><ref>Ralf Butscher: Trugbilder aus der Trendschmiede. In: Bild der Wissenschaft. Oktober 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Juli 2015; abgerufen am 1. November 2024.</ref> In seinem jüngsten, 2025 veröffentlichten Buch, stellt er Horx in den Kontext „Geschäftsfeld Simplifizierung“.<ref>Holger Rust: Gescheit oder gescheitert? Bildungsrepublik Deutschland – Zustand und Zukunft einer Utopie. Kapitel 6 Simplifizierung exemplifiziert: Horx. Springer Verlag, 2025, ISBN 978-3-658-46704-3, S. 111–131.</ref>

Auf seiner Webseite veröffentlicht Horx Gegendarstellungen zu Fehlprognosen.<ref>Matthias Horx: Fehlprognosen, Internet, Social-Media. In: horx.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. Januar 2018; abgerufen am 3. Juli 2017.</ref>

Mediale Präsenz

Chronologisch absteigend:

2020er Jahre

Anfang April 2026 spricht Horx in einem Interview über das Menschheitsrojekt Raumfahrt und KI.<ref>MONDMISSION „ARTEMIS 2“. „Man will den Chinesen zuvorkommen, aber was macht man dann in dieser Mondstation?“ In: welt.de. 2. April 2026, abgerufen am 3. April 2026.</ref>

Mitte März 2026 sieht Horx für Organisationen wie den Deutschen Olympischen Sportbund eine Chance, dass in Krisenzeiten der Sport eine metaphysische Bedeutung bekommt.<ref>Frank Hellmann: Nur jedes vierte Kind bewegt sich noch genug – der DOSB schlägt Alarm. Frankfurter Rundschau, 19. März 2026, abgerufen am 3. April 2026.</ref>

Anfang 2026 gaben Matthias und Tristan Horx bei einem Zukunftsforum der VR-Bank Westfalen-Mitte eine Anleitung zu einem "wütenden Optimismus". Die Gesellschaft brauche in Zeiten von Turbulenzen nicht Resignation, sondern eine neue Haltung.<ref>Trendforscher im Tango mit der Apokalypse. Der Patriot – Lippstädter Zeitung, 4. Januar 2026, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

Ende 2025 meint Horx, man müsse anerkennen, dass wir in einer rauen Zeit seien und Systeme zu Ende gingen. Blinder Optimismus helfe daher nicht weiter, man brauche stattdessen "erwachsenen Pessimismus".<ref>Zukunftsforscher über 2026 : "Brauchen erwachsenen Pessimismus". ZDFheute, 31. Dezember 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref>Top-Forscher warnt: „Weltuntergangsgeschrei, weil die Konjunktur nicht mehr brummt“. Focus online, 2. Januar 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

Ende 2024 ruft Horx zu mehr Gelassenheit und Grundvertrauen beim Blick in die Zukunft auf und verweist darauf, dass negative Entwicklungen auch Gegenbewegungen hervorrufen.<ref>Trendforscher: Schießen mit alten Kanonen auf neue Phänomene. Süddeutsche Zeitung, 30. Dezember 2024, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref>Marc Reichwein: Matthias Horx: "Menschen glauben, die Zukunft kontrollieren zu können, aber sie können es nicht. Die Welt, 30. Dezember 2024, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

In seinem 2024 veröffentlichten KI-Manifest kritisiert er unter anderem, dass generative KI in ihrem jetzigen Stadium eher zur Verblödung führe und als Parasit einen Angriff auf die Kreativität und die kreative Klasse darstelle.<ref>Michaela Knapp: Horx: „Im jetzigen Stadium ist die KI ein Parasit". In: trend.at. 10. Oktober 2024, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref>

Ende 2023 sieht Horx auf der Phil.Cologne in der gegenwärtigen "Omni-Krise" einen Epochenübergang der bis zu 20 Jahre dauern könne, letztlich aber zum Scheitern des Autoritarismus führen werde.<ref>Zukunftsforscher Horx: „Omnikrise“ kann 20 Jahre dauern. Süddeutsche Zeitung, 30. Dezember 2023, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

Das nach der Pandemie in 2021 veröffentlichte Buch Die Hoffnung nach der Krise wurde fast gleichzeitig mit dem Buch Unsere Fucking Zukunft des Sohnes Tristan Horx veröffentlicht. Beide Bücher thematisieren auch das Miteinander der Generationen nach der Pandemie.<ref>Michael Raschke: Matthias und Tristan Horx: Wie verschieden Vater und Sohn auf die Zukunft blicken. Handelsblatt, 4. September 2021, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref>Shelly Kupferberg: Matthias Horx: „Die Hoffnung nach der Krise“. Krise als Chance. Deutschlandfunk Kultur, 28. August 2021, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>

Anfang 2021 wird von Verwaltungsfachleuten die Frage gestellt, ob die an Konsumtrends orientierte privatwirtschaftliche Sichtweise der Horxschen Trend- und Zukunftsforschung auch zur Orientierung für die öffentliche Verwaltung in einer VUCA-Welt geeignet sein könnte.<ref>Wolf Steinbrecher: Die öffentliche Verwaltung in der VUCA-Welt: Sprechen wir über Megatrends! In: agile-verwaltung.org. 14. Januar 2021, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

Das Mitte 2020 veröffentliche Buch Die Zukunft nach Corona wurde breit rezipiert.<ref>Matthias Horx: Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist. In: newsroom.de. 19. März 2020, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref>Matthias Horx: "Wir entdecken, was für Unsinn gelaufen ist". NDR Fernsehen – After Corona Club. Zu Gast bei Anja Reschke, 14. April 2020, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref>David Baum: Zukunftsforscher Matthias Horx: "Die Coronakrise ist eine Chance!" In: stern.de. 24. März 2020, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref>Kristian Teetz: Zukunftsforscher Matthias Horx: Nach der Corona-Krise leben wir in einer besseren Gesellschaft. RedaktionsNetzwerkDeutschland, 26. März 2020, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref>Zukunft nach Corona. Es gibt kein Zurück. In: srf.ch. 29. Juni 2020, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref>Ralf Julke: Die Zukunft nach Corona: Matthias Horx wirft einen Blick in die Zukunft in unseren Köpfen. Leipziger Zeitung, 7. Juni 2020, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref>Nathalie Reichel: «Die Zukunft nach Corona» Wie wir beeinflussen, was aus uns wird. Basler Zeitung, 1. Juli 2020, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref>Hannah Steinharter: Wie Corona alles verändert – und warum das nicht unbedingt schlecht sein muss. Handelsblatt, 12. September 2020, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref> Horx' Botschaft: Die Zukunft machen; sie werde so, wie wir sie gestalten. Zuversicht habe etwas Zupackendes und gleichzeitig nach der Zukunft Fragendes.<ref>Covid 19: Interview mit Zukunftsforscher Matthias Horx. Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt – Rahmenprogramm Geistes- und Sozialwissenschaften, 2020, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

2010er Jahre

Im 2019 veröffentlichten Buch Fünfzehneinhalb Regeln für die Zukunft. Anleitung zum visionären Leben warnt Horx unter anderem vor „Future-Bullshit“ und plädiert dafür, die Zukunft als Möglichkeitsraum zu nutzen.<ref>Moderation: Christian Rabhansl: Zukunftsforscher Matthias Horx: „Die Welt wird nicht untergehen, dazu hat sie kein Talent“. Deutschlandfunk Kultur, 31. August 2019, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref>Winfried Kretschmer: Rezension: 15 ½ Regeln für die Zukunft Ausgabe: 2020 | 2. Pro Zukunft, 2020, abgerufen am 9. Januar 2026.</ref>

Bei den kommunalen Sommergesprächen 2019 in Bad Aussee prognostizierte Matthias Horx eine Urbanisierung des Dorfes. Er nennt dieses Konzept die progressive Provinz.<ref>Die „Progressive Provinz“. In: kommunal.at. 16. September 2019, abgerufen am 1. November 2024.</ref>

Ende 2018 meinte Horx, dass die Internetkultur 2019 tiefer in eine existentielle Krise geraten werde.<ref>Zukunftstrends 2019: Die Rückkehr des Analogen. Annette Riedel im Gespräch mit dem Zukunftsforscher Matthias Horx. Deutschlandfunk Kultur, 29. Dezember 2018, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref>

2017 wurde in der Jubiläumsbeilage des Buchmagazins Pro Zukunft der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen darauf hingewiesen, dass auch die Horx’sche Trendforschung im Magazin thematisiert und diskutiert wurde.<ref>Zukünfte. Die Wissenschaft von der Zukunft. In: jungk-bibliothek.org. Juni 2016, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref>

Anfang 2017 berichtet Horx über Leonard Cohen, die Grenzen der Zukunftsforschung und seine besten und schlechtesten Prognosen.<ref>Jonas Vogt: Zukunftsforscher Matthias Horx im Interview: »Prognostiker sind keine Päpste«. In: thegap.at. 20. Februar 2017, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

2016 rät Horx in einem Gastbeitrag im Handelsblatt, die bisherige, monopolisierte Digitalisierung zu vergessen und stattdessen den Segen digitaler Technik auf kreative Weise zu nutzen.<ref>Zukunftsforscher Matthias Horx: Menschen sind nicht digital. Handelsblatt, 12. August 2016, abgerufen am 10. Januar 2026.</ref>

2015 behauptet Horx, dass die digitale Revolution in ihrem Zenit angekommen sei und wie eine aufgepeitschte Welle wieder in sich zusammenfallen werde.<ref>Sebastian Leber: Spaß mit Trendforschern: Das Internet ist so gut wie erledigt. Wenn Alpha-Männer die Zukunft des Digitalen voraussagen, lohnt sich das Hinhören. Allein aus Unterhaltungsgründen. Tagesspiegel, 30. März 2015, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

2015 geht Horx davon aus, dass staatsfeindliche „Asylkritiker“ sich radikalisieren werden. Pegida und durch rechte Ansichten getriebene Aktivisten nennt er eine „gesellschafts- und staatsfeindliche Rebellion“. Diese werde sich ähnlich wie die linksradikale Bewegung der 1970er-Jahre „teilweise radikalisieren und dann scheitern“. Angesichts der neuen urbanen Mehrheiten, die sich mit Flüchtlingen solidarisieren, werde „diese Backlash-Welle nicht richtig durchkommen“.<ref>Ute Welty: „Asylkritiker werden langfristig gesehen scheitern“. In: Deutschlandfunk Kultur. 7. November 2015, abgerufen am 1. November 2024.</ref>

In einer Rezension des Buches Zukunft wagen – Über den klugen Umgang mit dem Unvorhersehbaren Ende 2013 wird hervorgehoben, dass Horx erstmals keine neuen Trends herausarbeite, sondern die Person und ihren Umgang mit dem Unvorhergesehenen in den Mittelpunkt stelle.<ref>Barbara Hofmann-Huber: Buchrezension: Matthias Horx, „Zukunft wagen – Über den klugen Umgang mit dem Unvorhersehbaren“. In: coachingbuero.de. 29. Dezember 2013, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

Im 2011 veröffentlichten Buch Das Megatrend-Prinzip – Wie die Welt von Morgen entsteht, gibt Horx den Ideen von „apokalyptischen Spießern“ wie Robert Malthus, Oswald Spengler, Arnold Toynbee und deren modernen Epigonen keinen Raum und bietet stattdessen einen Ausblick in die unspektakuläre Zukunft des Jahres 2045.<ref>Klaus-Jürgen Bremm: Alles wird ein bisschen besser. Matthias Horx gibt einen Ausblick in die unspektakuläre Zukunft des Jahres 2045. In: literaturkritik.de. 22. Februar 2012, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>

Deutschlandfunk porträtiert Horx in 2011 als prominente Figur in Trend-/Zukunftsdebatten und verweist auf seine Präsenz in Talkshows.<ref>Megatrends als Motor des Wandels. 14. November 2011, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref>

2010 prognostizierte er, „von Facebook wird in fünf bis sechs Jahren kein Mensch mehr reden.“<ref>"Von Facebook wird in fünf bis sechs Jahren kein Mensch mehr reden". In: Der Standard. 9. Juli 2010, abgerufen am 1. November 2024.</ref><ref>Moderation: Andre Zantow: Matthias Horx über Netzkommunikation „Die Erregungskultur, die wir erzeugt haben, ist toxisch“. Deutschlandfunk Kultur, 2. April 2016, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>

2000er Jahre

In einer Rezension des Trend-Report 2009 werden Horx' Ausfälle gegen „Linksspießer“ als politisch-agitatorisch kritisiert und relevante Auslassungen im Abschnitt Finanzkrisen bemängelt.<ref>Laslo Scholtze: Links ist da, wo der Spaß aufhört. Der "Trend-Report 2009" von Matthias Horx betritt unvermutet das Terrain politischer Agitation. In: literaturkritik.de. 5. März 2009, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>

In einer Rezension seines 2008 veröffentlichten Buches Technolution, eine zukunftsorientierte Technikgeschichte seit den 1960er Jahren, bleibe Horx ganz einem konventionellen Technikglauben verhaftet, einem „Weiter-so“ mit umweltfreundlicheren Gepräge, aber nicht wirklich anders.<ref>Dagmar Röhrling: Technolution. Deutschlandfunk, 22. März 2009, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>

Eine literaturkritische Besprechung aus dem Jahr 2008 referiert, dass Horx und seine Mitarbeiter ihre Arbeit als „Informationsverdichtung“ beschreiben, also in der Nähe journalistischer Praktiken ansiedeln, was sowohl als zugängliche Übersetzungsleistung als auch als Abgrenzung zur Wissenschaft gelesen werden kann.<ref>Laslo Scholtze: Zukunft wird aus Trends gemacht. Der Praxis-Guide "Zukunft machen" aus dem Kelkheimer Zukunftsinstitut soll helfen, das wirtschaftliche Potenzial der Mega-Trends zu bergen. In: literaturkritik.de. 6. August 2008, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref>

In einer Rezension seines 2006 erschienenen Buches Glückliches Österreich wird darauf verwiesen, dass, wenn der Name des Autors auf einem Buchcover größer ist als der Titel, dann sei dies meist ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Verlag auf die Strahlkraft des Schreibers setze, ganz unabhängig vom Inhalt des Buches.<ref>Längst ein halber Österreicher. Horizont, 12. Dezember 2006, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref> Das neue Menschenbild, so Horx, habe mit Neugier und Humor zu tun, aber auch mit den altmodischen Tugenden Dankbarkeit, Vertrauen und Gelassenheit.<ref>Matthias Horx: Glückliches Österreich. Austria-Forum, 6. Juni 2016, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>

In einem Interview mit dem Forum Bildung Anfang 2002 meint Horx zum Thema Bildungstrend, dass die Bildungspolitik in Deutschland nicht sexy genug sei und es an charismatischen Persönlichkeiten fehle, den erforderlichen Wandel voranzutreiben.<ref>Matthias Horx: "Das Thema Bildung ist immer noch nicht sexy genug". In: bildungsserver.de. 21. Februar 2002, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>

Im Jahr 2001 veröffentlichte er eine „Studie“ zum Thema Die Zukunft des Internets. Darin prognostizierte er, dass sich das Internet auf absehbare Zeit nicht zu einem Massenmedium wie Radio und Fernsehen entwickeln werde; auch bezweifelte er eine Breitennutzung. Horx sah in dieser Studie auch die Zukunft von E-Commerce skeptisch: Würde die Hälfte aller Waren online bestellt, hätte dies eine Verstopfung der Städte zur Folge.<ref>Matthias Horx: Der kurze Sommer der @narchie. Die Welt, 24. März 2001, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref>"Internet wird kein Massenmedium". In: Der Standard. 2. März 2001, abgerufen am 1. November 2024.</ref><ref>Heute vor 20 Jahren: Zukunftsforscher prophezeien Ende des Internetbooms. Trendforscher Matthias Horx hielt das Internet für zu kompliziert, um die breite Masse zu erreichen. Der Standard, 2. März 2021, abgerufen am 6. Januar 2026.</ref>

Vor 2000

Eine Rezension im Spiegel seines 1982 veröffentlichten Romans Es geht voran sieht in dieser parodistischen, im Freak-Slang entworfenen Apokalypse eine optimistische Humoreske.<ref>Heitere Apokalypse. Der Spiegel, 2. Mai 1982, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>

Siehe auch

Schriften (Auswahl)

Chronologisch absteigend:

  • Das KI-Manifest: 37 Parolen, Thesen und Gebote zur wahren Zukunft der Künstlichen Intelligenz und der menschlichen Kreativität, The Future:Project, Frankfurt 2024, ISBN 978-3-910992-15-3.
  • mit Tristan Horx, Lena Papasabbas und Nina Pfuderer, 15 Gegentrends. Wie die Zukunft ihre Richtung ändert. The Future: Project, Frankfurt 2024, ISBN 978-3-910992-05-4.
  • Die Hoffnung nach der Krise. Wohin die Welt jetzt geht oder Wie Zukunft sich immer neu erfindet. Econ Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-430-21066-9.
  • Die Zukunft nach Corona. Wie eine Krise die Gesellschaft, unser Denken und unser Handeln verändert. Econ Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-430-21042-3.
  • 15½ Regeln für die Zukunft. Anleitung zum visionären Leben. Econ Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-430-21013-3.
  • Future Love. Die Zukunft von Liebe, Sex und Familie, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2017, ISBN 978-3-421-04732-8.
  • Zukunft wagen: Über den klugen Umgang mit dem Unvorhersehbaren. Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, ISBN 978-3-421-04444-0.
  • Das Megatrend-Prinzip – Wie die Welt von Morgen entsteht. Deutsche Verlags-Anstalt, 2011, ISBN 978-3-421-04443-3.
  • Das Buch des Wandels: Wie Menschen Zukunft gestalten. Deutsche Verlags-Anstalt, 2009, ISBN 978-3-421-04433-4.
  • Technolution – Wie unsere Zukunft sich entwickelt. Campus-Verlag, 2008, ISBN 978-3-593-38555-6.
  • Anleitung zum Zukunfts-Optimismus – Warum die Welt nicht schlechter wird. Campus-Verlag, 2007, ISBN 978-3-593-38251-7.
  • Glückliches Österreich, Amalthea Signum 2006, ISBN 978-3-85002-578-2.
  • wie wir leben werden – unsere zukunft beginnt jetzt. 2005, ISBN 3-593-37777-2.
  • Future Fitness – wie Sie Ihre Zukunftskompetenz erhöhen. 2003, ISBN 3-8218-3979-1.
  • Smart Capitalism – Das Ende der Ausbeutung. 2001, ISBN 978-3-8218-1664-7.
  • Die Acht Sphären der Zukunft – Ein Wegweiser in die Kultur des 21. Jahrhunderts. 2000, ISBN 978-3-85436-299-9.
  • Aufstand im Schlaraffenland. Selbsterkenntnisse einer rebellischen Generation. 1991, ISBN 3-442-09567-0.
  • Die wilden Achtziger. Eine Zeitgeist-Reise durch die Bundesrepublik. 1990, ISBN 3-442-09469-0.
  • Das Ende der Alternativen oder Die verlorene Unschuld der Radikalität. Ein Rechenschaftsbericht. 1988, ISBN 3-446-14233-9.
  • Parody R. Hodan. Band 1986 – Die Galaktische Gurke. Eine Perry-Rhodan-Parodie, 1986.<ref>Parody R. Hodan. In: perrypedia.de. Abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>
  • mit Cora Stephan, Albert Christian Sellner (Hrsg.): Infrarot – Wider die Utopie des totalen Lebens. 1983, ISBN 3-88022-276-2.
  • Es geht voran. Ein Ernstfall-Roman. Rotbuch-Verlag, 1982, ISBN 978-3-88022-256-4.

Literatur

Weblinks

Commons: Matthias Horx – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein