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Deutsche Aidshilfe

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Deutsche Aidshilfe
(DAH)
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Gründung 1983
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Gründer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Sitz Berlin
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Nachfolger Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Zweck Interessensvertretung von Menschen mit HIV/Aids
Vorsitz Björn Beck, Ulf-Arne Kristal, Winfried Holz, Sven Warminsky, Sylvia Urban
Geschäftsführung Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Eigentümer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Umsatz Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Stiftungskapital Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
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Freiwillige Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Mitglieder Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Website www.aidshilfe.de

Die Deutsche Aidshilfe e. V. (DAH) ist ein als Verein organisierter Dachverband von etwa 120 regionalen Mitgliedsorganisationen in Deutschland, der sich für Menschen mit HIV und AIDS einsetzt.

Geschichte

Gründung und Entstehungskontext (1981–1985)

Nach dem Auftreten der ersten Aids-Krankheitsfälle Anfang der 1980er Jahre war die öffentliche Wahrnehmung von HIV/Aids in der Bundesrepublik Deutschland von Unsicherheit, Angst und Stigmatisierung geprägt, insbesondere gegenüber homosexuellen Männern.<ref name=":0" details="S. 25–26">Deutsche AIDS-Hilfe e. V. (Hrsg.): 10 Jahre Deutsche AIDS-Hilfe. Geschichten & Geschichte. Berlin 1993.</ref> Staatliche Reaktionen waren zunächst von Vorsicht, Unwissenheit und teilweise repressiven Debatten begleitet.<ref name=":0" details="S. 25–26" />

Vor diesem Hintergrund wurde am 23. September 1983 die Deutsche A.I.D.S.-Hilfe e. V. in Berlin gegründet<ref name=":0" details="S. 25–27" />, zunächst unter dieser Schreibweise und mit D.A.H. abgekürzt.<ref name=":1" details="S. 67">Hella von Unger, Dimitra Kostimpas: Wandel in der Deutschen Aidshilfe. In: Organisationswandel in der HIV/AIDS-Prävention. Springer VS, Wiesbaden 2021.</ref> Ausgangspunkt war das Engagement einer kleinen Gruppe, überwiegend schwuler Männer, die sich zum Ziel gesetzt hatte, zur neuen Krankheit Aids zu forschen, aufzuklären, zu beraten und Erkrankte zu unterstützen.<ref name=":1" details="S. 67" /> Zentral war dabei anfangs die Aufgabe, die moralische Aufladung und Überfrachtung der pandemischen Infektionskrankheit zu überwinden und zu verhindern, dass die Opfer der Krankheit als Tätern stigmatisiert wurden.<ref name=":2">Teipelke, S. 13.</ref>

Die Gründung erfolgte als ehrenamtlicher Verein durch eine Frau und zehn Männer.<ref name=":1" details="S. 69" /> Zu den Initiatoren zählten unter anderem die Krankenschwester Sabine Lange und der Verleger Bruno Gmünder.<ref group="Anm.">Der Partner von Bruno Gmünder, Christian von Maltzahn, verstarb 1997 an AIDS.</ref><ref name=":0" details="S. 25–27" /> Dem ersten Vorstand gehörten neben Lange der Schwulenaktivist Stefan Reiß sowie Siegfried (bekannt als Thomas) Zobel, der Wirt der Berliner Schwulenbar „Knolle“, an.<ref>Deutsche AIDS-Hilfe e. V.: Jahresbericht 2007/2008. 2008, S. 5.</ref> Zentrale Ziele waren Aufklärung, Information und die Unterstützung von Erkrankten sowie der Einsatz gegen moralische Schuldzuschreibungen und gesellschaftliche Stigmatisierung.<ref name=":0" details="S. 25–27" /><ref name=":0" details="S. 4–5" /> Gleichzeitig wurde die Aidshilfe Teil einer Bewegung, die schließlich die Abschaffung des § 175 StGB, zur Anerkennung und rechtlichen Gleichstellung homosexuellen Lebens in Deutschland führte.

Ausbreitung und Selbsthilfecharakter (1985–1989)

Ab Mitte der 1980er Jahre kam es zu einer raschen Ausbreitung lokaler Aidshilfen. Bereits 1985 setzte ein erster Gründungsboom ein, ein weiterer folgte in den Jahren 1988 und 1989.<ref name=":0" details="S. 25–27" /> Die Gründungen konzentrierten sich zunächst auf Großstädte mit ausgeprägter schwuler Subkultur.<ref name=":0" details="S. 25–27" /> Träger dieser Initiativen waren überwiegend schwule Aktivisten, HIV-positive Menschen sowie deren Freunde und Angehörige.<ref name=":0" details="S. 25–27" /><ref name=":1" details="S. 70–71" />

Die Aidshilfe verstand sich in dieser Phase als Selbsthilfeorganisation und Teil einer sozialen Bewegung.<ref name=":0" details="S. 4–5" /><ref name=":0" details="S. 25–27" /> Persönliche Betroffenheit, politisches Engagement und praktische Hilfe waren eng miteinander verbunden.<ref name=":0" details="S. 4–5" /> Der anfängliche Fokus lag auf Aufklärung und Infektionsverhütung (Primärprävention), wurde jedoch bald um Beratung, Betreuung, Pflege und psychosoziale Unterstützung erweitert (Sekundär- und Tertiärprävention).<ref name=":0" details="S. 4–5" />

Strukturelle Prävention und politische Positionierung (späte 1980er Jahre)

In den späten 1980er Jahren entwickelte sich innerhalb der Deutschen Aidshilfe das Konzept der sogenannten strukturellen Prävention.<ref name=":0" details="S. 4–5" /> Dieses zielte darauf ab, nicht nur individuelles Risikoverhalten zu verändern, sondern auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen in den Blick zu nehmen.<ref name=":0" details="S. 4–5" /> Antidiskriminierungs-, Emanzipations- und Menschenrechtsarbeit galten fortan als ebenso wichtig wie Informationsvermittlung, Selbstwertstärkung und Kompetenzförderung.<ref name=":1" details="S. 70–71" />

Die Deutsche Aidshilfe positionierte sich zunehmend parteilich an der Seite von Menschen mit HIV/Aids und trat gegenüber Politik, Institutionen und Öffentlichkeit für deren Rechte ein.<ref name=":0" details="S. 4–5" /> Damit wurde sie zu einem zentralen Akteur in der deutschen Aidspolitik und trug zur Etablierung eines vergleichsweise nicht-repressiven, lernorientierten Umgangs mit HIV/Aids bei.<ref name=":0" details="S. 4–5" /><ref name=":1" details="S. 70–71" />

Professionalisierung und Institutionalisierung (ab ca. 1986)

Parallel zum Wachstum der lokalen Initiativen setzte ab Mitte der 1980er Jahre ein Prozess der Professionalisierung ein.<ref name=":0" details="S. 25–27" /> Zunehmend wurden hauptamtliche Mitarbeitende, insbesondere aus der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, eingestellt.<ref name=":0" details="S. 137–138" /> Zudem entstanden erste Fachreferate, etwa 1987 das Referat für den Bereich Drogengebrauch.<ref name=":0" details="S. 29" />

Mit der Professionalisierung ging eine wachsende staatliche Förderung auf Landes- und Bundesebene einher.<ref name=":0" details="S. 137–138" /> Die deutsche Aidsbekämpfung war dabei von einer vergleichsweise stabilen Finanzierung durch das Bundesministerium für Gesundheit sowie einer engen Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen geprägt, die unter anderem von der damaligen Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth unterstützt wurde.<ref name=":1" details="S. 70–71" /><ref name=":1" details="S. 68–70" /> Innerhalb der Organisation kam es zugleich zu Spannungen zwischen ehrenamtlicher Selbsthilfe und hauptamtlicher Organisationsentwicklung.<ref name=":0" details="S. 137–138" />

Entwicklung zum Dachverband

Seit 1985 fungiert die Deutsche Aidshilfe als Dachverband regionaler Aidshilfen.<ref name=":0" details="S. 25–27" /> Anfang 1990 wurde mit der Aids-Hilfe in Leipzig der erste Verein in den neuen Bundesländern gegründet.<ref>Kristin Weber: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gegründet vor 20 Jahren: Erste ostdeutsche Aids-Hilfe in Leipzig (Memento vom 11. März 2011 im Internet Archive), 26. März 2010, LVZ online</ref> In Weimar gab es seit 1989 das AidsBeratungsCentrum, aus dem dann die AIDS-Hilfe Weimar & Ostthüringen e. V. hervorging. Bis Ende 1993, also zehn Jahre nach Entstehen der Deutschen Aidshilfe, entstanden rund 130 lokale oder regionale Mitgliedsorganisationen mit etwa 6.000 ehrenamtlichen und rund 500 hauptamtlichen Mitarbeitende.<ref name=":0" details="S. 25–27" /><ref name=":0" details="S. 28" /> Zu den Aufgaben des Dachverbands gehörten Koordination, Interessenvertretung, Öffentlichkeitsarbeit, konzeptionelle Arbeit sowie politische Einflussnahme.<ref name=":0" details="S. 25–27" /><ref name=":1" details="S. 70–71" />

Inhaltlich richtete sich die Arbeit der Deutschen Aidshilfe auf sogenannte Hauptbetroffenengruppen von HIV/Aids.<ref name=":1" details="S. 68–70" /> Während sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) primär an die Allgemeinbevölkerung wandte, übernahm die Deutsche Aidshilfe die Präventions- und Unterstützungsarbeit für besonders betroffene Gruppen<ref name=":1" details="S. 68–70" /> und leistete so einen nachhaltigen Beitrag zur Prävention, Betreuung und gesellschaftlichen Wahrnehmung von HIV/AIDS und wurde zu einem festen Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems.<ref name=":0" details="S. 4–5" /><ref name=":0" details="S. 28" />

Neue Vorstände, Kampagnen und Umbenennung (2008–2019)

Im Oktober 2008 wurde von der Mitgliederversammlung in Erfurt der Vorstand fast vollständig ausgewechselt, nachdem der alte Vorstand einstimmig nicht entlastet worden war.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Diskriminierung am Arbeitsplatz (Memento vom 3. Februar 2009 im Internet Archive) in: Nachricht von optikur.de vom 6. Oktober 2008</ref><ref>Deutsche Aids-Hilfe: neuer Vorstand gewählt (akt.) in: www.ondamaris.de, 5. Oktober 2008</ref>

Am 13. Oktober 2008 startete die Deutsche Aidshilfe mit „Ich weiß, was ich tu“ die erste bundesweite HIV-Präventionskampagne für Männer, die Sex mit Männern haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Empfang zum Start der Kampagne (Memento vom 16. Oktober 2008 im Internet Archive) in: News vom 15. Oktober 2008</ref>

Datei:CSD 2011 in Munich aidshilfe.JPG
Mitwirkende der Aidshilfe auf dem CSD 2011 in München

Im November 2014 verpflichteten sich die Mitgliedsorganisationen der DAH die Einbindung von Menschen mit HIV noch stärker zu fördern. Dazu wurde ein neues Verbandsorgan, PositHIVe Gesichter<ref>Homepage von PositHIVe Gesichter.</ref>, eingesetzt.<ref>PositHIVe Gesichter. In: aidshilfe.de. Deutsche Aidshilfe e. V., abgerufen am 22. August 2022.</ref> Dessen Aufgabe ist es, die Beteiligung und Vernetzung von HIV-Positiven im Verband sicherzustellen.<ref>Deutsche AIDS-Hilfe: Ende von Aids bis 2020 ist möglich. In: Deutsche AIDS-Hilfe. 2. November 2014 (aidshilfe.de [abgerufen am 29. Dezember 2016]).</ref>

Am 12. Mai 2017 startete die Deutsche Aidshilfe die Kampagne „Kein Aids für alle (bis 2020)“. Zum Zeitpunkt des Kampagnenstarts erkrankten noch ca. 1000 Menschen jährlich an Aids.<ref>Kein Aids für alle - Wissen hilft unnötiges Leid zu verhindern. In: Kein AIDS für alle. (kein-aids-fuer-alle.de [abgerufen am 25. Mai 2017]).</ref>

2019 benannte sich die Deutsche AIDS-Hilfe e. V. in Deutsche Aidshilfe e. V. um. Sie steht als Gesprächspartner mit allen wesentlichen Hilfsorganisationen im In- und Ausland in ständigem Austausch.

Mitgliedsorganisationen

Zur Deutschen Aidshilfe gehören zahlreiche örtliche Vereine, die HIV-positive oder an Aids erkrankte Menschen vor Ort begleiten.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig "Leute, schützt euch!" 25 Jahre Deutsche AIDS-Hilfe – Carsten Schatz im Gespräch mit Jochen Spengler.] Dradio.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die sechs metropolen AIDS-Hilfen bestehen in:

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Berlin

Die fast 300 Mitglieder des Berliner Aids-Hilfe e. V.<ref>Homepage des Berliner Aids-Hilfe e. V.</ref> unterstützen die Arbeit der 210 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter. Jährlich finden in der Berliner Aids-Hilfe 7000 bis 8000 Beratungskontakte statt, weitere 5000 bis 6000 am anonymen Beratungstelefon 19 4 11. Rund 6000 Gäste nutzen die BAH-Frühstücke im Jahr. 1000 Kontakte haben die 30 ehrenamtlichen „Freunde im Krankenhaus“ (FriKs) jährlich. Die Arbeit wird von rund 27 hauptamtlichen (auf 22,53 Vollzeitstellen) und 180 ehrenamtlichen Mitarbeiter geleistet. Im Verein arbeiten HIV-Positive und -Negative, Männer und Frauen, Schwule, Lesben und Heterosexuelle.

Im Kuratorium der Berliner Aids-Hilfe e. V. sind Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kultur aktiv: Keikawus Arasteh, Geschwister Pfister, Michael Flotho, Sylke Gandzior, Romy Haag, Monika Hansen, Irm Hermann, Thomas Hermanns, René Heymann, Klaus Hoffmann, Ricarda M. Hofmann, Susanne Juhnke, Katy Karrenbauer, Heidi Knake-Werner, René Koch, Jochen Kowalski, Renate Künast, Manfred L’age, Ulli Lohr, Frank Lukas, Annabelle Mandeng, Katharine Mehrling, Anne Momper, Michael Müller, Maren Otto, Georg Preuße, Rosenstolz, Barbara Schöne, Wieland Speck, Ingrid Stahmer, Katharina Thalbach, Paul van Dyk, Roswitha Völz, Udo Walz, WestBam, Judy Winter, Klaus Wowereit, Ades Zabel, Regina Ziegler. Sie alle engagieren sich, um gegen Stigmatisierung, Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV/Aids zu kämpfen sowie Mittel für die Arbeit des gemeinnützigen und wohltätigen Vereins einzuwerben.

Die Berliner Aids-Hilfe ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (dpw) und im Netz der europäischen Telefon-Hotlines ENAH (European Network of AIDS Helplines). Zudem ist sie Unterzeichnerin der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.<ref name="ITZ"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.transparency.de (Memento vom 5. September 2017 im Internet Archive), abgerufen am 4. März 2014</ref>

Frankfurt am Main

Frankfurt am Main war 1982 die Stadt in Deutschland, in der erstmals AIDS bei einem Patienten diagnostiziert wurde, und über Jahre war Frankfurt die Stadt mit der höchsten Zahl AIDS-Erkrankter in Deutschland pro Einwohner.<ref name=":2" /> In dieser Situation wurde die AIDS-Hilfe Frankfurt (AHF) 1985 gegründet; sie ist heute die größte AIDS-Hilfe in Deutschland.<ref name=":3">Vogt / Habeck, S. 20–21</ref> An der Gründung wesentlich beteiligt war Hans Peter Hauschild.<ref name=":2" />

Anfängliche Beratungsarbeit und Hilfe – auch auf der Infektionsstation der Universitätsklinik Frankfurt, dem „Haus 68“<ref>Gregor_Schorberger: Aidsstation. Wege humaner Begleitung. Kösel, München 1987, ISBN 978-3-466-36289-9, S. 23; ders.: Geschichte der ökumenischen Krankenhausseelsorge an der Universitätsklinik Frankfurt am Main. 2. Auflage: Suedwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, Saarbrücken 2010. ISBN 978-3-8381-2103-1, S. 322.</ref> – wurde durch die Funktion als Begegnungsort ergänzt, in dem Positiventreffen, das Forum Frankfurter Schwulengruppen und andere Treffen stattfanden und finden. Dazu wurde 1988 das Café Swichboard<ref>Homepage des Swichboard.</ref> geschaffen – inzwischen einer der am längsten bestehenden Begegnungsorte der schwulen Szene in Frankfurt. Ein weiterer Pfeiler waren niedrigschwellige Angebote an Drogenabhängige. Ein erster Schritt war 1987<ref>Sophie Hanack und Petra Schnatz: Das Drogenhilfe-Zentrum der AIDS-Hilfe Frankfurt. In: AIDS-Hilfe Frankfurt e. V. (Hg.): 40 Jahre AHF. Frankfurt [2026]. Ohne ISBN, S. 94–103.</ref>, sterile Spritzen zur Verfügung zu stellen – anfangs noch rechtswidrig –, um zu verhindern, dass Spritzen von unterschiedlichen Personen und mehrfach genutzt wurden, was den HIV-Virus ungehindert verbreitete. Im Laufe der Jahre wurde die Zentrierung auf HIV und AIDS geweitet. Es entstanden Initiativen und Beratungsangebote im Bereich Mann-männlicher Prostitution, Xenophobie und Medizin. Letzteres manifestiert sich heute im Maincheck.<ref>Homepage des Maincheck Frankfurt – Sexuelle Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben; Teipelke, S. 16f.</ref> Das Spektrum umfasst heute Angebote aus den Bereichen Prävention, Beratung, medizinische und psychosoziale Unterstützung, Selbsthilfegruppen, Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund, queere Jugendliche, Drogenabhängige.<ref name=":3" /> 1994 entstand das AIDS-Memorial in Frankfurt, 2008 auf dem dortigen Hauptfriedhof unter der Patenschaft der AHF in einer historischen Grabanlage ein Gemeinschaftsgrab für mit AIDS oder an HIV Verstorbene.<ref>Helen Hammerton: Ein würdevoller Ort lebendiger Erinnerung. In: AIDS-Hilfe Frankfurt e. V. (Hg.): 40 Jahre AHF. Frankfurt [2026]. Ohne ISBN, S. 138–141 (140).</ref> Das Archiv der AHF wurde 2023 an das Institut für Stadtgeschichte (Stadtarchiv) Frankfurt am Main abgegeben.<ref>Lou Deinhart und Nils Meyn: Die City hat AIDS: Das Archiv der AIDS-Hilfe Frankfurt im Institut für Stadtgeschichte. In: Archivnachrichten aus Hessen 25/2 (2025), S. 49–53.</ref>

München

Die Münchner Aids-Hilfe<ref>Homepage der Münchner Aids-Hilfe (MüAH).</ref> (MüAH) wurde 1984 nach der Berliner als zweite regionale Aidshilfe in Deutschland gegründet. Beteiligt daran waren Karl-Georg Cruse, Georg Baier und Guido Vael sowie Vertreter des Vereins für sexuelle Gleichberechtigung, der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche und des Münchner Löwen Clubs.<ref>Thomas Tetzner: Spielen am Rand. 60 Jahre leben in der schwulen Leder- und Fetisch-Szene. Querverlag, Berlin 2024. ISBN 978-3-89656-345-3, S. 46.</ref>

Die MüAH ist Teil des sozialen Hilfs- und Versorgungssystems in München, mit Haupt- und Ehrenamtlichen.<ref>Organigramm der MüAH.</ref> Sie begleitet LGBT*I*-Personen, Menschen mit HIV und/oder Aids, Menschen mit psychischen Belastungen, Migranten und Menschen, die Drogen gebrauchen. Das Angebot besteht aus den Bereichen „Beratung und Prävention“, „Wohnen und Betreuung“ sowie „Arbeit und Beschäftigung“. Die MüAH engagiert sich in lokalen und überregionalen Netzwerken, etwa im Paritätischen Wohlfahrtsverband und in LGBT*I*-Organisationen.<ref>Leitbild der MüAH.</ref>

Weitere

Weitere metropole Aidshilfen bestehen in Düsseldorf, Hamburg und Köln.

Literatur

  • Patrick Hamm: Auslöser – Schwule im Kampf gegen Aids seit 1983. Deutsche Aids-Hilfe, 1997.
  • Achim Teipelke: „Die beste Art es ihnen zu vergelten besteht darin, den Schlechten nicht zu ähneln“ – Marc Aurel. In: AIDS-Hilfe Frankfurt e. V. (Hg.): 40 Jahre AHF. Frankfurt [2026]. Ohne ISBN, S. 10–19.
  • Alexander Vogt und Jascha Habeck: Ein Vermächtnis das bleibt: 40 Jahre AIDS-Hilfe Frankfurt – 40 Jahre Achim Teipelke. In: AIDS-Hilfe Frankfurt e. V. (Hg.): 40 Jahre AHF. Frankfurt [2026]. Ohne ISBN, S. 20f.

Weblinks

Commons: Deutsche Aidshilfe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

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Einzelnachweise

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