Zum Inhalt springen

Natriumselenid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. Januar 2026 um 11:49 Uhr durch imported>ChemoBot (Entferne Parameter „Suchfunktion“ aus {{Infobox Chemikalie}} und bereinige Leerzeilen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Struktur von Natriumselenid
Vorlage:Farbe Se2− 0 Vorlage:Farbe Na+
Allgemeines
Name Natriumselenid
Andere Namen
  • Natrium(I)-selenid
  • Natriummonoselenid
  • Selennatrium
Summenformel Na2Se
Kurzbeschreibung

graues bis pinkes Pulver mit unangenehmem Geruch<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 215-212-0
ECHA-InfoCard 100.013.830
PubChem 73973
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 124,94 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

2,625 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

875 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
  • zersetzt sich in lufthaltigem Wasser<ref name="GESTIS" />
  • nahezu unlöslich in Ammoniak<ref name="Jean D'Ans, Ellen Lax" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.771">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​331​‐​373​‐​410
P: 264​‐​301+310​‐​304+340​‐​311​‐​403+233​‐​260<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

13,19 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Natriumselenid ist eine anorganische chemische Verbindung des Natriums aus der Gruppe der Selenide.

Gewinnung und Darstellung

Natriumselenid kann durch Reaktion von Natrium mit Selen in Ammoniak gewonnen werden.<ref>Georg Brauer (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie 3. Ausgabe, Band 1, Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 1975, S. 415.</ref>

<math>\mathrm{2 \ Na + Se \longrightarrow Na_2Se}</math>

Bei einem Überschuss an Selen entstehen auch Natriumdiselenid Na2Se2, Natriumtriselenid Na2Se3, Natriumtetraselenid Na2Se4 und Natriumhexaselenid Na2Se6, welche graue und an feuchter Luft instabile Feststoffe darstellen.<ref name="J. Newton Friend"></ref><ref name="Christos D. Malliakas">Christos D. Malliakas: Charge Density Waves and Structural Modulations in Polytelluride Compounds. ProQuest, 2008, ISBN 978-0-549-61737-2, S. 5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Bei der Reaktion von Selen mit Hydrazin und Natriumhydroxid entsteht Natriumdiselenid, welches mit Natriumdithionit zu Natriumselenid reduziert werden kann.<ref name="Thomas Wirth">Thomas Wirth: Organoselenium Chemistry: Modern Developments in Organic Synthesis. Springer, 2000, ISBN 3-540-66516-1, S. 60 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

<math>\mathrm{4 \ Se + N_2H_4 + 4 \ NaOH \longrightarrow 2 \ Na_2Se_2 + 4 \ H_2O + N_2}</math>
<math>\mathrm{Na_2Se_2 + Na_2S_2O_4 + 4 \ NaOH \longrightarrow 2 \ Na_2Se + 2 \ NaSO_3 + 2 \ H_2O}</math>

Eigenschaften

Natriumselenid ist ein hygroskopisches graues bis pinkes Pulver mit unangenehmem Geruch, das sich in Wasser zersetzt.<ref name="GESTIS" />

<math>\mathrm{Na_2Se + H_2O \longrightarrow NaHSe + NaOH}</math>

In Reinform ist es weiß und löslich in Wasser, zerfließt aber an Luft unter Rotfärbung durch Selenabscheidung und Bildung von Polyseleniden. Es hat eine kubische Kristallstruktur (vom anti-Calciumfluorid-Typ<ref name="Will Kleber, Joachim Bohm">Will Kleber, Joachim Bohm: Einführung in die Kristallographie. Oldenbourg Verlag, 1998, ISBN 3-486-27319-1, S. 142 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>) mit der Raumgruppe Fm3m (Raumgruppen-Nr. 225)Vorlage:Raumgruppe/225.<ref name="Jean D'Ans, Ellen Lax">Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1997, ISBN 3-540-60035-3, S. 626 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Von der Verbindung sind auch vier Hydrate bekannt.<ref name="J. Newton Friend" />

Mit Chlorwasserstoff reagiert es zu Selenwasserstoff.<ref name="G. Singh">G. Singh: Chemistry Of Lanthanides And Actinides. Discovery Publishing House, 2007, ISBN 978-81-8356-241-6, S. 250 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

<math>\mathrm{Na_2Se + 2 \ HCl \longrightarrow 2 \ NaCl + H_2Se}</math>

Verwendung

Natriumselenid kann für organische Synthesen verwendet werden.<ref name="Thomas G. Back">Thomas G. Back: Organoselenium Chemistry: A Practical Approach. Oxford University Press, 1999, ISBN 0-19-850141-2, S. 116 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Einzelnachweise

<references />