Pestalotiopsis microspora
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| Pestalotiopsis microspora | ||||||||||||
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| Datei:Pestalotiopsis microspora (Speg.) G.C. Zhao & N. Li (517923).jpg
Pestalotiopsis microspora | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pestalotiopsis microspora | ||||||||||||
| G.C. Zhao & N. Li |
Pestalotiopsis microspora ist eine endophytische Pilzart<ref name="Endophytes" /> mit der Fähigkeit, Polyurethane abzubauen und unter aeroben und anaeroben Bedingungen auf PUR als einziger Kohlenstoffquelle zu wachsen.<ref name="Russell" />
Merkmale
Kolonien auf PDA wachsen oberflächlich<ref name=":0">Pestalotiopsis microspora (Speg.) G.C.Zhao & N.Li. In: Global Biodiversity Information Facility. Abgerufen am 27. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und sind in jungen Stadien rund, fein flockig und rein weiß<ref name=":1">Shan Han, Yuling Wang, Ming Wang, Shujiang Li, Ruoyu Ruan: First Report of Pestalotiopsis microspora Causing Leaf Blight Disease of Machilus nanmu in China. In: Plant Disease. Band 103, Nr. 11, November 2019, ISSN 0191-2917, S. 2963, doi:10.1094/PDIS-05-19-0937-PDN.</ref>. Später sind die Kolonien ringförmig<ref name=":1" />, weiß bis gelblich-weiß und ihre Oberfläche ist seidig bis samtig<ref name=":0" />. Die Unterseite der Kolonien sind gelblich weiß bis gelb.<ref name=":0" /> Nach zwei Monaten beginnen die Kolonien zu sporulieren.<ref name=":0" /> Die hierfür gebildeten Konidiomata sind 120 bis 410 µm groß, kugelig, schwarz und halb in das Substrat eingesenkt.<ref name=":1" /> Die konidiogenen Zellen sind fusiform, farblos-hyalin, kurz und dünnwandig.<ref name=":1" /> Die Konidien sind 21–28 × 5,7–7,9 µm groß und bestehen aus fünf Zellen, wobei die drei mittleren Zellen hellbraun bis braun gefärbt sind und die beiden Endzellen farblos hyalin sind.<ref name=":1" /> An den in Aufsicht dreieckig erscheinenden Endzellen befinden sich jeweils zwei bis drei apikale Anhängsel, die eine Länge von 10–22,5 µm aufweisen.<ref name=":1" />
Die ITS (ribosomale DNA) ist kurz und weist folgende Sequenz auf: GAGGTCACCACAAAAAATTGGGGGTTTAGCGGCTGGGAGTTATAGCACCTAACAA AGCGAGAAAAAAAT-TACTACGCTCAGAGGATACTACAAATCCGCCGTTGTATTTCAGGAACTACAACTAATAAAAGAAGTAGATTCCCAACACTAAGCTAGGCTTAAGGGTTGAAATGACGCTCGAACAGGCATACCCACTAGAATACTAATGGGC-GCAATGTGCGTTCAAAGATTCGATGATTCACTGAATTCTGCAATTCACATTACTTATCGCATTTCGCTGCGTTCTTCATCGATGCCAGAACCAAGAGATCCGTTGTTGAAAGTTTTGACTTATTAAAATAAGACGCTCAGAT-TACATAAAATAACAAGAGTTTAATGGTCCACCGGCAGCAGCTATAAGAAGACCTATAACTTCTGCCGAGGCAACAAAAGGTAAGTTCACATGGGTTGGGAGTTTAGAAAACTCTATAATG.<ref name=":2">Riga Riga, Nizar Happyana, Euis Holisotan Hakim: Chemical constituents of Pestalotiopsis microspora HF 12440. In: Journal of Applied Pharmaceutical Science. Band 9, Nr. 1, Januar 2019, S. 108–124, doi:10.7324/JAPS.2019.90116.</ref>
Abbau von Kunststoffen
Pestalotiopsis microspora ist in der Lage, sowohl aerob als auch anaerob Polyurethane abzubauen und ist somit möglicherweise dafür einsetzbar, Kunststoffe biologisch abzubauen.<ref name="Russell" /> Dementsprechend ist diese Pilzart auch öffentlich bekannt geworden und wird als mögliche Lösung für das globale Müllproblem angesehen.<ref>Meghan Werft: Dieser Pilz verdaut Plastik und könnte so das weltweite Müllproblem lösen. In: Global Citizen. 24. Februar 2016, abgerufen am 28. November 2020.</ref> Für den Abbau von Polyurethanen sind Serin-Hydrolasen verantwortlich.<ref name="Russell" />
Ökologie, Befallsbilder in der Natur und wirtschaftliche Bedeutung als Pflanzenparasit
Pestalotiopsis microspora ist ein pflanzenpathogener Pilz in Bäumen, der auch an Kulturbäumen, so z. B. an Pekannüssen (z. B. an Carya cathayensis), wirtschaftlich relevante Schäden verursachen kann.<ref name=":3">C.Q. Zhang, Y.H. Liu, H.M. Wu, B.C. Xu, P.L. Sun: Baseline sensitivity of Pestalotiopsis microspora, which causes black spot disease on Chinese hickory (Carya cathayensis), to pyraclostrobin. In: Crop Protection. Band 42, Dezember 2012, S. 256–259, doi:10.1016/j.cropro.2012.07.018.</ref> Auch Im Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus) wurde der Pilz, der ein breites Wirtsspektrum aufweist, nachgewiesen.<ref name=":2" /> Die Schadbilder umfassen insbesondere den Befall von Blättern. So löst der Befall an Machilus nanmu das Ausbleichen von Blättern aus, wobei die Blätter von den Blatträndern ausgehend ihre Pigmentation verlieren. Schließlich bilden sich auf den weiß ausgebleichten Blättern braune Punkte aus.<ref name=":1" />
Die wirtschaftliche Bedeutung als Parasit von Pekannüssen ist so groß, dass untersucht wurde, mit Hilfe welcher Fungizide Pestalotiopsis microspora bekämpft werden kann.<ref name=":3" /> Hierbei hat sich insbesondere Pyraclostrobin als sehr effizient erwiesen, da es sowohl das Myzelwachstum als auch die Keimung der Konidiosporen hemmt.<ref name=":3" /> Ebenfalls deutlich wirksam sind Oxystrobin, Boscalid, Chlorthalonil, Difenoconazol, Dodin, Iprodion, Procymidon, Pyraclostrobin, Tebuconazol und Thiophanat-methyl.<ref name=":3" /> Azoxystrobin zeigte ebenfalls eine deutliche Keimungshemmung der Konidiosporen.<ref name=":3" /> Sowohl Pyraclostrobin als auch Azoxystrobin werden von den Naturstoffen Strobilurin A, Oudemansin A and Myxothiazol A abgeleitet. Sie hemmen die Zellatmung, indem sie an das mitochondriale Cytochrom B der Atmungskette anbinden.<ref name=":3" />
Inhaltsstoffe
Pestalotiopsis microspora bildet bioaktive Lactone, Phenylpropanoide, Alkaloide, Terpenoide, Chinones, Peptide und Xanthone. Als neu entdecktes Lacton wurde (+)-Acetylpestalotin zusammen mit den bereits bekannten Verbindungen (−)-Pestalotin, (6S,7S,8R)-Hydroxypestalotin und (+)-Pinoresinol aus Flüssigkulturen von Pestalotiopsis microspora (isoliert aus dem Jackfruchtbaum) extrahiert. Der Rohextrakt sowie die aufgereinigten Komponenten (6S,7S,8R)-Hydroxypestalotin und (+)-Pinoresinol zeigen hemmende Wirkung auf die murine Leukämie P388-Zelllinie.<ref name=":2" />
Aus der inneren Rinde der Himalaja-Eibe isoliert, können Pestalotiopsis microspora-Kulturen Taxol produzieren.<ref name="Endophytes" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="Endophytes">Anna Maria Pirttilä, A. Carolin Frank: Endophytes of Forest Trees. Springer Netherlands, 2011, ISBN 978-9400715981, S. 298–303.</ref> <ref name="Russell">Jonathan R. Russell et al.: Biodegradation of Polyester Polyurethane by Endophytic Fungi. (doi:10.1128/AEM.00521-11)</ref> </references>