Fridolininsel
| Fridolininsel
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gewässer | Hochrhein | |||||
| Geographische Lage, (CH) | 47° 32′ 57,3″ N, 7° 57′ 3,1″ O (638561 / 266629)
{{#coordinates:47,54925|7,95087|primary
|
dim=125 | globe= | name=Fridolininsel | region=DE-BW/CH-AG | type=isle
}} |
|
| ||||||
| Länge | 125 m | |||||
| Breite | 40 m | |||||
| Fläche | 0,4 ha | |||||
| Einwohner | unbewohnt | |||||
Die Fridolininsel oder Fridolinsinsel, ehemals Hungerinsel, ist eine kleine Rheininsel zwischen der badischen Stadt Bad Säckingen und der aargauischen Gemeinde Stein, 190 Meter unterhalb der Holzbrücke Bad Säckingen und 285 Meter oberhalb der Fridolinsbrücke. Die Insel ist 125 Meter lang und bis zu 40 Meter breit und erstreckt sich über eine Fläche von rund 0,4 Hektar. Sie bildet ein Naturdenkmal von Bad Säckingen.
Geschichte
Die Fridolininsel ist aus einer kahlen Schotterbank im Rhein entstanden, die bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Matthäus Merians Topographia Alsatiae dargestellt und als „S. Fridelins Acker“ bezeichnet wurde.<ref name="nfz-20220801">Susanne Hörth: Eine Insel wechselt die Nationalität. In: Neue Fricktaler Zeitung. Fricktaler Medien, 1. August 2022, abgerufen am 2. November 2023.</ref>
Nach einer mündlichen Überlieferung, nach der es eine große Hungersnot gebe, sobald die Insel überschwemmt werde, wurde sie auch Hungerinsel genannt.<ref>Andreas Gerber: Wussten Sie eigentlich, dass die Fridolinsinsel früher ein kahler Schotterhaufen war? Südkurier, 26. August 2019, abgerufen am 3. November 2023.</ref>
Das Großherzogtum Baden und der Kanton Aargau vereinbarten im Staatsvertrag vom 17. September 1808 den Talweg des Rheins als Grenze<ref>G. A. Frey: Aus der Geschichte der Aargauer Nordwestecke. In: Vom Jura zum Schwarzwald: Blätter für Heimatkunde und Heimatschutz. Band 28, Nr. 1, 1953, S. 68, doi:10.5169/seals-747599.</ref><ref name="az-20230605">Richard Kaiser: Bad Säckingen/Stein: Die Schweiz muss im Fricktal Staatsgebiet an Deutschland abgeben. In: Aargauer Zeitung. 5. Juni 2023, abgerufen am 2. November 2023.</ref> und ordneten die Fridolininsel dem Aargauer Hoheitsgebiet zu.<ref name="baz-20130801">Zuwachs: Die Fridolininsel bei Bad Säckingen wird deutsch. In: Badische Zeitung. 1. August 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. August 2013; abgerufen am 1. November 2023.</ref>
-
Die Insel links in einem Stich aus der Topographia Alsatiae, 17. Jahrhundert
-
Die Fridolininsel um das Jahr 1900
Beim Bau des Rheinkraftwerks Säckingen wurde 1961,<ref name="az-20120102">Bad Säckingen: Ein Stück Niemandsland zwischen Schweiz und Deutschland. In: Aargauer Zeitung. 2. Januar 2012, abgerufen am 1. November 2023.</ref> um einen Abtrag der damals 125 Meter langen und etwas mehr als 40 Meter breiten Insel durch die sich ändernden Strömungsverhältnisse zu vermeiden, die Insel um rund 40 Meter in Richtung deutscher Seite verschoben, indem Material auf der einen Seite weggebaggert und an der anderen Seite wieder angefüllt wurde.<ref name="baz-20120623">Fridolinsinsel ist nicht Fridolins Insel. In: Badische Zeitung. 23. Juni 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. August 2013; abgerufen am 1. November 2023.</ref> Aufgrund des Kraftwerksbaus sank der Wasserspiegel an der Insel und sie wurde befestigt und bepflanzt.<ref name="az-20120102" /> Daraufhin herrschte Unklarheit über die staatliche Zugehörigkeit der Insel.<ref name="nfz-20220801" /> Die Topografische Karte von Baden-Württemberg zeigte später die Insel zwischen Deutschland und der Schweiz geteilt, die Topographische Karte der Schweiz<ref>Landeskarte der Schweiz 1:25’000. 2006</ref> vollständig auf deutschem Gebiet.<ref name="baz-20120623" />
2009 filmten Kameraleute für den Schweizer Kinofilm Der böse Onkel von der Insel aus die Holzbrücke Bad Säckingen.<ref name="az-20120102" />
Um die Veränderungen der Landesgrenze durch die Änderungen der Rheintiefpunkte wegen der Strömungen zu beenden, begannen 2007 Verhandlungen zwischen Deutschland und der Schweiz zur Festlegung einer Grenze mit unveränderlichen Koordinaten in der Flussmitte.<ref name="baz-20130801" /> 2023 wurde die Grenze neu vermessen und die Fridolininsel im Entwurf des im August 2023 noch nicht abgeschlossenen Staatsvertrages komplett der Bundesrepublik Deutschland – und als Teil des Gewässergrundstücks des Rheins dem Eigentum des Landes Baden-Württemberg<ref name="baz-20130801" /> – zugeschlagen.<ref name="az-20230605" />
Flora und Fauna
Die Insel ist von Laubbäumen dicht überwachsen und hat eine reichhaltige Avifauna.<ref name="nfz-20220801" /> Sie wird unter anderem von Kormoranen, Enten an den Ufern sowie von Bibern bevölkert.<ref name="az-20120102" />
Zum Schutz der Brut der Vögel wurde auf Initiative der Schweiz ein Betretungsverbot erlassen sowie das Landratsamt Waldshut stellte die Fridolininsel in einer am 19. August 1987 erlassenen Verordnung als flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz.<ref name="nfz-20220801" /><ref>Steckbrief des flächenhaften Naturdenkmals im Schutzgebietsverzeichnis der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg</ref> Zur Beobachtung der Flora und Fauna der Insel wurde am 11. Juni 2022 am Rheinuferweg in Stein eine Aussichtsplattform eingeweiht.<ref>Rheinuferwanderung als Großprojekt: Von Bad Bellingen über Basel bis Bad Säckingen und Stein. Südkurier, 12. Juni 2022, abgerufen am 2. November 2023.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references responsive />