Zum Inhalt springen

Austro-Daimler Panzerwagen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. Juni 2025 um 13:19 Uhr durch imported>Prüm (Einzelnachweise).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Austro-Daimler Panzerwagen
Datei:Austro-daimler-AFV.jpg

Vorlage:Infobox AFV/Wartung/Bild ohne Beschreibung

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4–5
Länge 4,86 m
Breite 1,76 m
Höhe 2,74 m
Masse 2,5 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 4 mm
Hauptbewaffnung 7,92 mm Maschinengewehr
Beweglichkeit
Antrieb Daimler 4-Zylinder-Motor
40 PS
Geschwindigkeit 45 km/h
Leistung/Gewicht
Reichweite 250 km

Der Austro-Daimler-Panzerwagen von Austro-Daimler gilt als typprägend für die Klasse der Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Panzerwagen. Die Bauart des allradgetriebenen gepanzerten Fahrzeuges, das mit einem um 360 Grad drehbaren Geschützturm ausgerüstet war, wurde später von mehreren Herstellern für Polizei- und Militäraufträge gefertigt.

Geschichte

Datei:Austro-daimler-AFV2.jpg
Prototyp (1906).
Datei:Austro-Daimer Panzerwagen Expo Paris 1906-12.png
Austro-Daimler-Panzerwagen, Salon de l'Automobile de Paris Dezember 1906.

Leopold Salvator, ein General der Österreichisch-Ungarische Landstreitkräfte, erkannte das militärische Potential der Kraftfahrzeuge. 1903 wurde deshalb Paul Daimler, ältester Sohn von Gottlieb Daimler und Leiter von Austro-Daimler, beauftragt, einen Prototyp zu entwerfen. Dieser wurde nach dreijähriger Arbeit bei Austro-Daimler in Wiener Neustadt fertiggestellt. Um Geländegängigkeit zu gewährleisten, hatte der Panzerwagen Allradantrieb.<ref>Martin Pfundner: Austro Daimler und Steyr: Rivalen bis zur Fusion ; die frühen Jahre des Ferdinand Porsche, Verlag Böhlau Verlag Wien, 2007, ISBN 3-205-77639-9, Seite 33 [1]</ref> Nach dem Rennwagen Spyker 60 HP war es das zweite allradgetriebene Automobil.<ref>Alexandr F. Andreev, Viachaslau Kabanau, Vladimir Vantsevich: Driveline Systems of Ground Vehicles: Theory and Design, Verlag CRC Press, 2010, ISBN 1-4398-5868-3, Seite 90 [2]</ref>

Für ein Automobil der damaligen Zeit wurde eine außerordentliche Geländebeweglichkeit erreicht. Der vorne eingebaute wassergekühlte 4,4 l Viertakt-Vierzylinder-Ottomotor mit 30 PS (22 kW) ermöglichte eine Marschgeschwindigkeit bis zu 24 km/h und das Überwinden von Böschungen bis zu 25 %. Steuerungselemente und Sitze waren versenkbar. Damit ragten die Köpfe des Fahrers und Beifahrers bei Normalfahrt aus der Kabine, um ungehinderte Sichte zu haben; bei Feindberührung wurden die Sitze abgesenkt und Fahrer und Beifahrer somit durch die Panzerung geschützt.<ref>Rudolf Hauptner, Peter Jung: Stahl und Eisen im Feuer: Panzerzüge und Panzerautos des K.u.K. Heeres, 1914–1918. Stöhr, 2003, Seite 69.</ref>

Das Fahrzeug hat sich bei den Kaisermanövern 1906 überraschend gut bewährt. Gesteuert wurde es von Reichsgraf Heinrich von Schönfeldt, dem späteren Rennfahrer, Kfz-Ingenieur und ab 1916 Leiter des Kaiserlichen Automobilwesens. Jedoch als der laute Motor gestartet wurde, scheute das Pferd des Chefs des Generalstabs des österreichisch-ungarischen Heeres, Friedrich von Beck-Rzikowsky. Kaiser Franz Joseph I. lehnte daraufhin den Panzerwagen als für militärische Zwecke unbrauchbar ab.<ref>Martin Pfundner: Austro Daimler und Steyr: Rivalen bis zur Fusion ; die frühen Jahre des Ferdinand Porsche, Verlag Böhlau Verlag Wien, 2007, ISBN 3-205-77639-9, Seite 34 [3]</ref>

Das Fahrzeug wurde vor internationalem Publikum im Dezember 1906 auf dem Pariser Autosalon (Salon de l'Automobile de Paris) präsentiert. Bei dem Ausstellungsstück in Paris wurde eine modifizierte, halboffene Version der Panzerkuppel gezeigt.

Im Folgejahr baute Paul Daimer den Dernburg-Wagen, welcher auf den Erfahrungen der Antriebstechnik vom Panzerwagen basierte und im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika eingesetzt wurde. Die Entwicklungen zum Allradantrieb sowie der Allradlenkung des Dernburg-Wagens wurden von Paul Daimler in weiteren Modellen genutzt. Auch bei anderen Herstellern von Militärfahrzeugen wurden entsprechende Entwicklungen voran getrieben.

Varianten von anderen Herstellern

Das Konzept des Panzerwagens von Austro-Daimler wurde im Ersten Weltkrieg für einige Militärfahrzeuge genutzt. Danach folgten Fahrzeuge für den Polizeigebrauch. Neben den Varianten aus Deutschland sind auch in etlichen weiteren Staaten ähnliche Modelle entstanden. Nachfolgend eine Übersicht der bekannten Fahrzeuge:

Varianten von deutschen Fahrzeugen:

Varianten von international bekannten Fahrzeugen:

Literatur

  • Christopher F. Foss (Hrsg.): The Illustrated Encyclopedia of the World's Tanks and Fighting Vehicles. A technical Directory of Major Combat Vehicles from World War 1 to the present Day. Salamander Books, London 1977, ISBN 0-86101-003-5.
  • Kenneth Macksey, John Batchelor: Die Geschichte der Panzerkampfwagen. Wilhelm Heyne Verlag, München 1978, ISBN 3-453-52081-5.
  • Walter J. Spielberger: Kraftfahrzeuge und Panzer des österreichischen Heeres 1896 bis heute. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1976, ISBN 3-87943-455-7.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:BoxenVerschmelzen <templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Übersichten

Alle Einträge in Liste der Panzermodelle des Ersten Weltkrieges und in Kategorie:Panzer (Erster Weltkrieg)

Vorlage:Klappleiste/Ende

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Britische Typen

Mark IMark IIMark IIIMark IVMark VMark IXMark XMedium Mark A (Whippet)Medium Mark BMedium Mark CMedium Mark D

Französische Typen

Char Schneider CA1Char d’assaut St. ChamondChar Renault FT

Deutsche Typen

Sturmpanzerwagen A7V

Italienische Typen

Fiat 2000

Vorlage:Klappleiste/Ende

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Britische Typen

Austin armoured carDelaunay-Belleville armoured carLanchester armoured carPeerless armoured carPierce-Arrow armoured lorryRolls-Royce Armoured CarSeabrook armoured lorryTalbot armoured car

Französische Typen

Charron PanzerwagenTBC PanzerwagenAutoblindé Peugeot 146, Varianten: Peugeot AC (autocannon), Peugeot AM (automitrailleuse)Peugeot Typ 153Renault AC (autocannon)Renault AM (automitrailleuse)Renault EDRenault EPAutocanon de 47 RenaultWhite AMWhite-Laffly AMD 50Laffly-Vincennes AMD 80

Deutsche Typen

Büssing A5PEhrhardt E-V/4 Straßenpanzerwagen

Italienische Typen

Lancia 1ZAutoblindo Bianchi

Russische Typen

Austin-Putilow Radpanzer

US-Amerikanische Typen

Davidson-Cadillac armored carJeffery armored carKing Armored CarWhite armored car

Weitere Typen

Austro-Daimler PanzerwagenJunovicz-PanzerwagenRomfell-Panzerwagen

Vorlage:Klappleiste/Ende

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Britische Typen

Motor War CarKillen-Strait TraktorFlying ElephantMark-I-Prototyp „Mother“Mark VIIMark VIII

Französische Typen

Char 2C

Deutsche Typen

A7V-UDaimler SturmwagenLeichter Kampfwagen I (LK I)Leichter Kampfwagen II (LK II)K-WagenOrion-WagenSturmpanzerwagen Oberschlesien

Russische Typen

Zar („Riesenrad Panzerkampfwagen“)

US-Amerikanische Typen

CLB 75 TankMark VIII amerikanische Variante „Liberty tank“Skeleton tankSteam TankSteam Wheel Tank

Weitere Typen

Burstyn-Motorgeschütz, (Österreich, 1911)

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:BoxenVerschmelzen/Ende