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Guttaring

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Marktgemeinde
Guttaring
Wappen Österreichkarte
[[Datei:{{#property:p94}}|100px|Wappen von Guttaring]]
Basisdaten
Staat: OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich
Land: Vorlage:AT-K
Politischer Bezirk: St. Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Hauptort: Guttaring
Fläche: 54,94 km²
Koordinaten: 46° 53′ N, 14° 31′ OKoordinaten: 46° 53′ 22″ N, 14° 30′ 42″ O
 {{#coordinates:46,889444444444|14,511666666667|primary
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  }}
Höhe: 624 m ü. A.
Einwohner: 1.498 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 27 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9334
Vorwahl: 04262
Gemeindekennziffer: 2 05 09
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Unterer Markt 3
9334 Guttaring
Website: guttaring.at
Politik
Bürgermeister: Günter Kernle (GfG)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(15 Mitglieder)
7
5
3
Insgesamt 15 Sitze
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata

Guttaring ist eine Marktgemeinde mit 1498 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Norden von Kärnten in Österreich.

Geographie

Das Gemeindegebiet liegt in einer nach Süden hin offenen, kesselartigen Landschaft (Guttaringer Becken) zwischen Krappfeld und Görtschitztal und wird vom Silberbach durchflossen.

Gemeindegliederung

Guttaring besteht aus sieben Katastralgemeinden:

Die Gemeinde umfasst 24 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand <ref name="Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft QUELLE">Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft</ref>):

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Für statistische Zwecke ist das Gemeindegebiet in zwei Zählsprengel unterteilt:

  • Der Zählsprengel 000 Guttaring-Markt umfasst die Katastralgemeinde Guttaring und somit große Teile der Ortschaft Guttaring, einen Teil der Ortschaft Deinsberg sowie die Ortschaft Urtl.
  • Der Zählsprengel 001 Guttaring-Umgebung umfasst das übrige Gemeindegebiet.

Nachbargemeinden

Friesach Hüttenberg
Micheldorf Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Althofen Kappel am Krappfeld Klein St. Paul

Geschichte

Antike

Historisch bedeutsam ist die Gegend um Deinsberg mit der ehemaligen Pfarrkirche. Die in der westlichen Vorhalle eingemauerten römischen Inschriftensteine zeugen von einer frühen Besiedlung dieses Gebietes oberhalb des heutigen Gemeindezentrums, das früher noch Sumpfgebiet war.

Mittelalter

Datei:Pfarrkirche Guttaring.jpg
Pfarrkirche Guttaring

Die Gemeinde wurzelt im ehemaligen Bergbau und die Gegend wurde erstmals 977<ref>Siegfried Hartwagner: Kärnten, Der Bezirk St. Veit an der Glan, Seine Kunstwerke und historischen Lebens- und Siedlungsformen. Verlag St. Peter, Salzburg 1977, ISBN 3-900173-22-2.</ref> erwähnt. Das heutige Gemeindegebiet kam im 10. Jahrhundert zusammen mit Althofen und dem Hüttenberger Erzberg in den Besitz des Erzbistums Salzburg, das hier die Mutterpfarre für das ganze obere Görtschitztal einrichtete und Guttaring zum Sitz eines erzbischöflichen Amtes machte. Im August 1201 wurde unter dem Salzburger Erzbischof Eberhard II. und unter der Anwesenheit des späteren Herzogs Bernhard von Spanheim eine Synode abgehalten. Das nahe Friesach war damals die wichtigste Stadt Kärntens. Im Jahre 1346 erhielt der Ort einen Bergfried, der als Ruine noch heute besteht. Guttaring litt unter einer Reihe von Katastrophen, darunter das Erdbeben vom 25. Jänner 1348, das wie in fast ganz Kärnten eine vollständige Zerstörung anrichtete. 1469 und 1476 kam es zu verheerenden Türkeneinfällen, im Jahr 1483 zu einer Heuschreckenplage und 1348 wütete die Pest. Gegen Ende des Mittelalters (zwischen 1438 und 1505) wurde die Pfarre von Rom aus besetzt, was auf ihre damalige Bedeutung hinweist.

Neuzeit

1562 hatte die Pfarre sieben Filialkirchen und fünf Friedhöfe.<ref>Jakob Obersteiner: Beiträge zur Kirchengeschichte von Kärnten. in: Carinthia I, 178. Jg., Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt 1988, S. 105.</ref> Im 16. Jahrhundert werden hochgoldige Silbererze gefunden und von einem Goldfieber wird berichtet.<ref>Riegler Johann, Dober Irmgard: Der Bezirk St. Veit an der Glan. Ein Bezirk in alten Ansichten. Verlag Ueberreuter, Wien, 2006. ISBN 978-3-8000-7215-6.</ref> 1542 erfolgte die Erhebung zum Markt durch den Erzbischof Ernst von Salzburg.<ref>Marktgemeinde Guttaring – Kultur, -Geschichte. Abgerufen am 3. September 2022.</ref> Die Pest suchte Guttaring nochmals 1715 mit 399 Toten heim.

Die historische Eisengewinnung in der norischen Region, vor allem am nahen Hüttenberger Erzberg und in der Lölling, machte Guttaring zu einem Durchzugsort und Rastplatz auf dem Weg nach Althofen. In Guttaring selbst wurde aber auch bis ins Jahr 1834 im Urtlgraben in einem Floßofen, einem ältesten seines Typs in Europa, Eisen erschmolzen. Am Sonnberg wurde ein Braunkohlevorkommen abgebaut. Diese Kohle wurde bis 1839 zur Alaun- und Eisen(II)-sulfaterzeugung verwendet.

Seit Gründung der Gemeinde

Bei ihrer Gründung 1850 hatte die Gemeinde Guttaring eine Fläche von etwa 40 km² und etwas über 1100 Einwohner. 1865 wurde die Gemeinde Waitschach aufgelöst und an die Gemeinde Guttaring angeschlossen, die dadurch auf etwa 77 km² anwuchs und damals etwa 2500 Einwohner zählte.

Der Bergbau am Sonnberg kam nach einem mehrfachen Wechsel der Eigentümer – darunter war auch die Treibacher Industrie AG – 1939 wegen des Erschöpfens der Lagerstätten zum Erliegen.

Bei der Kärntner Gemeindestrukturreform 1973 wurden Gebiete, die bis dahin zur Gemeinde Guttaring gehört hatten, sich aber seit jeher schulisch und wirtschaftlich nach Hüttenberg orientierten, an die Gemeinde Hüttenberg angeschlossen: ein kleiner Teil des Ortes Hüttenberg sowie der Ort Unterwald, insgesamt etwa 22 km² mit 221 Einwohnern. Gleichzeitig wurde im Bereich des Ortes Maria Hilf ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Wieting (0,03 km² mit 6 Einwohnern) an die Gemeinde Guttaring angeschlossen.

Bevölkerung

Vorlage:Einwohner B Diagramm Laut Statistik Austria hat die Gemeinde Guttaring 1.485 Einwohner (1. Januar 2020), davon waren 95,2 % österreichische Staatsbürger und 3,9 % Staatsangehörige aus der sonstigen EU.<ref>Bevölkerungsstand der Gemeinde Guttaring. (PDF) Statistik Austria, 1. Januar 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.</ref>

Der Bevölkerungsrückgang der letzten Jahrzehnte beruht vor allem auf einer negativen Wanderungsbilanz. Seit 2001 ist auch die Geburtenbilanz negativ.<ref>Ein Blick auf die Gemeinde Guttaring, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 26. November 2020.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Romanische-kirche-in-deinsberg.jpg
Romanische Kirche in Deinsberg
  • Pfarrkirche Guttaring: Kulturgeschichtlich ist die romanisch-gotische Pfarrkirche St. Rupert mit barockem Hochaltar, die urkundlich bereits 1160 erstmals erwähnt wurde, von Bedeutung.
  • Pfarrkirche Dobritsch: am Guttaringberg an der Grenze zur Stadtgemeinde Friesach
  • Filialkirche Deinsberg: In der ehemaligen Pfarr- und heutige Filialkirche wurden im Zuge einer Restaurierung in den Jahren 1968 und 1969 wertvolle Wandfresken aus der Mitte des 14. Jahrhunderts entdeckt und freigelegt.
  • Karner: Nördlich der Kirche befindet sich ein sehenswerter Karner, ein romanischer Rundbau mit erkerförmiger östlicher Apsis.
  • Maria Hilf ob Guttaring: Über dem Ort gut sichtbar liegt die spätbarocke Wallfahrtskirche Maria Hilf.
  • Maria Waitschach: Die weiter entfernte hochgelegene spätgotische Wallfahrtskirche ist eine ehemalige Filialkirche von Guttaring und ebenso ein beliebtes Wanderziel.
  • Die Ruine eines aus dem 16. Jahrhundert stammenden Floßofens mit benachbarter Raststation – dem ehemaligen sogenannten Verweserhaus – in der Urtl zeugt von historischer Eisengewinnung.
  • Eine Besonderheit des Ortes ist das „Feld der Steinernen Linsen“ zwischen Guttaring und St. Gertraud, in dem man leicht in Form und Größe an Linsen erinnernde Fossilien, sogenannte Nummuliten findet.
  • Guttaring verfügt über eine Reihe gepflegter und durch GPS-Daten genau dokumentierter Wanderwege, durch die man zu den verschiedenen Kirchen gelangen kann.
  • Im Jahre 1872 gegründet, zählt der Männergesangsverein Guttaring zu den ältesten Gesangsvereinen in Kärnten.
  • Willi‘s Biermuseum

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftlich sind die Landwirtschaft, die Holzverarbeitung sowie der Fremdenverkehr von gewisser Bedeutung. Eine überregionale Bekanntheit besitzt der Gasthof von Ferdinand Kassl. Der bedeutendste Betrieb ist die Maschinenfabrik Stingl, die Maschinen und Steuerungsanlagen für die Holz- und Sägewerksindustrie erzeugt.

Von den rund 700 Erwerbstätigen, die in Guttaring wohnen, pendeln 500 zur Arbeit aus, zum überwiegenden Teil in Nachbargemeinden. Etwa 150 Personen kommen aus der Umgebung zur Arbeit nach Guttaring.<ref>Ein Blick auf die Gemeinde Guttaring, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 26. November 2020.</ref>

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2021 wie folgt zusammen:Vorlage:Gemeinderatswahl Kärnten Ref

  • 7 Guttaring für Guttaring (GfG)
  • 5 SPÖ
  • 3 ÖVP

Direkt gewählter Bürgermeister ist nach der Bürgermeisterwahl 2021 Günter Kernle.<ref>Bürgermeisterwahl 2021. Land Kärnten, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. November 2021; abgerufen am 7. November 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ktn.gv.at</ref>

Wappen

Dem Markt Guttaring wurde am 8. September 1618 durch König Ferdinand II. ein Wappen verliehen, das den Pfarrpatron Rupert, den ersten Salzburger Bischof, im bischöflichen Ornat zeigt.

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Im blauen Schild [wachsend], dem Beschauer zugekehrt, St. Rupert in bischöflichen Ornat mit weißer [silberner] Albe, rotem [golden gesäumtem] Pluviale und goldener Inful, in der Rechten einen goldenen Kelch vor der Brust und in der linken einen goldenen Bischofsstab haltend.“<ref>zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 132.</ref>

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Egon Kaiser: 120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Guttaring. Festschrift zum Markt Guttaring und seiner Feuerwehr, 1999.
  • Evelin Pirker, Dietmar Wanko: Die Norische Region. Styria, 1995, ISBN 3-222-12349-7, S. 44–59.
  • Valentin Ramschak: Gemeinde Guttaring. Chronik. Guttaring 1992.
  • Mitteilungen der Marktgemeinde Guttaring: amtliche Mitteilung. Periodische Druckschrift seit 2010.
  • Guttaringer Pfarrbrief. Periodische Druckschrift seit 1990.

Weblinks

Commons: Guttaring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Vorlage:Navigationsleiste Gemeindegliederung von GuttaringVorlage:Klappleiste/Anfang

Althofen | Brückl | Deutsch-Griffen | Eberstein | Frauenstein | Friesach | Glödnitz | Gurk | Guttaring | Hüttenberg | Kappel am Krappfeld | Klein St. Paul | Liebenfels | Metnitz | Micheldorf | Mölbling | St. Georgen am Längsee | St. Veit an der Glan | Straßburg | Weitensfeld im Gurktal

Ehemalige Gemeinden im Bezirk:
Glantschach (1850–1875) | Grades (1850–1973) | Hardegg (1850–1958) | Hochfeistritz (1850–1871; 1850/51 als Feistritz) | Hörzendorf (1850–1972; 1850–1854 als Karlsberg) | Kraig (1899–1973) | Krasta (so 1850–1958 der Name der Gde. Kappel am Krappfeld) | Liemberg (1850–1958) | Lölling (1850–1973) | Meiselding (1899–1973) | Obermühlbach (1850–1973) | Pfannhof (1850–1899) | Pisweg (1850–1973) | Pulst (1850–1958; davon 1850–1875 als Feistritz) | Rabing (1850–1973; davon 1956–1973 als Mölbling) | St. Donat (1895–1958) | St. Filippen (1850–1865) | St. Johann am Pressen (1850–1973) | St. Martin am Silberberg (1850–1865 und 1922–1973) | St. Salvator (1850–1973) | Schaumboden (1850–1973) | Silberegg (1850–1870) | Sörg (1875–1973) | Treibach (1850–1871) | Waitschach (1850–1865) | Weitensfeld-Flattnitz (1973–1991) | Wieting (1850–1973) | Zeltschach (1890–1973)

Gemeinde, die früher zum Bezirk St. Veit gehörte:
Albeck (1850–1854)

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