Nacer Bouhanni
| Nacer Bouhanni (2015) | |
| Nacer Bouhanni (2015) | |
| Zur Person | |
|---|---|
| Geburtsdatum | 25. Juli 1990 (35 Jahre) |
| Nation | Datei:Flag of France.svg Frankreich |
| Disziplin | Straße |
| Fahrertyp | Sprinter |
| Internationale Team(s) | |
| 2011–2014 2015–2019 2020–2023 |
FDJ Cofidis Team Arkéa-Samsic |
| Wichtigste Erfolge | |
|
Grand Tours
Eintagesrennen | |
| Letzte Aktualisierung: 4. Oktober 2023 | |
Nacer Bouhanni (* 25. Juli 1990 in Épinal) ist ein ehemaliger französischer Radrennfahrer.
Karriere
Nachdem Bouhanni in der Saison 2010 die zweite Etappe der Tour de Gironde gewann und bei der U23-Europameisterschaft Vierter im Straßenrennen wurde, fuhr er zum Saisonende für das französische ProTeam FDJ als Stagiaire, bei dem er 2011 einen Profivertrag erhielt.
In den folgenden Jahren gewann er zahlreiche Rennen im Sprint, darunter die französische Straßenmeisterschaft 2012 vor seinem Teamkollegen Arnaud Démare und den Halbklassiker Grand Prix de Fourmies 2013 vor André Greipel. Nachdem Bouhanni 2012 bei der Vuelta a España sowie 2013 beim Giro d’Italia und der Tour de France jeweils ohne Etappensiege geblieben war und die Rennen nicht beendet hatte, gelang sein Durchbruch bei den Grand Tours durch drei Etappensiege und den Gewinn der Punktewertung beim Giro d’Italia 2014. Trotzdem wurde er von seinem Team nicht für die anschließende Tour de France aufgestellt, was mit seinem bevorstehenden Wechsel zur Cofidis-Mannschaft in Verbindung gebracht wurde.<ref>radsport-news.com vom 23. Juni 2014: Bouhanni nicht zur Tour - vor Abschied bei FDJ.fr?</ref> Bei der darauffolgenden Vuelta a España gewann er zwei Etappen.
2015 gewann Bouhanni die Gesamtwertung in der Einzelwertung der UCI Europe Tour durch Siege unter anderem beim Circuit Cycliste Sarthe, beim Grand Prix de Denain, beim Circuito de Getxo und bei Halle–Ingooigem. Zudem ließ er zwei Etappensiege beim Critérium du Dauphiné, einem Rennen der UCI WorldTour, folgen.
2016 gewann er u. a. Etappen bei der Katalonien-Rundfahrt und dem Critérium du Dauphiné. Zudem sicherte er sich den Gesamtsieg bei der Tour de Picardie und dazu die Punktewertung und zwei Etappen. Bei Paris–Nizza konnte er die vierte Etappe für sich entscheiden und fuhr auch bei der zweiten Etappe als Erster über die Ziellinie. Im Nachhinein wurde er aber auf den dritten Platz zurückgestuft, da er den späteren offiziellen Sieger Michael Matthews im Zielsprint abdrängte.<ref>Paris-Nice: Bouhanni relegated, Matthews wins. In: velonews.com. Abgerufen am 1. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Juni des Jahres verletzte sich Bouhanni im Zuge einer Schlägerei mit einem anderen – mutmaßlich betrunkenen – Hotelgast an der Hand.<ref name="sportnews_99299">Bouhanni verletzt sich bei Schlägerei mit Hotelgast. In: radsport-news.com. 27. Juni 2016, abgerufen am 1. Dezember 2021.</ref> Die Wunde entzündete sich, sodass er bei der Tour de France 2016 nicht starten konnte.<ref>Keine Tour-Teilnahme nach Rauferei. Neue Zürcher Zeitung, 29. Juni 2016, abgerufen am 29. Juni 2016.</ref> Bei den EuroEyes Cyclassics 2016 in Hamburg überquerte er zwar als Erster die Ziellinie, wurde aber wegen einer Behinderung im Sprint gegen Caleb Ewan distanziert an das Ende der Gruppe, mit der er in das Ziel kam.<ref name="radsport-100476">Nacer Bouhanni bezahlt für seinen schlechten Ruf. In: radsport-news.com. 22. August 2016, abgerufen am 11. Februar 2021.</ref>
Bei der Tour de France 2017 war Nacer Bouhanni wieder in eine Auseinandersetzung verwickelt. Auf der Sprintankunft der 10. Etappe schlug er aufgrund des Körperkontakts, zu dem es im Gedränge des Pelotons kam, nach dem Quick-Step Fahrer Jack Bauer. Dadurch musste er CHF 200 zahlen und wurde mit einer Zeitstrafe von einer Minute in der Gesamtwertung belegt.<ref>Tour de France: Bouhanni penalized for hitting Quick-Step Floors rider. In: cycling-news.com. 11. Juli 2017, abgerufen am 1. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Tour de France: Tough guy Jack Bauer takes punch on chin, delivers another stage win. In: nzherald.co.nz. 11. Juli 2017, abgerufen am 1. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im selben Jahr kam es dann zu zwei weiteren Vorfällen, in die Bouhanni verwickelt war. Bei der Tour de l’Ain wurden Vorwürfe laut, dass im Sprint sein ausgestreckter Ellbogen zum Sturz von Anthony Maldonado geführt haben soll, was aber von offiziellen Stellen nicht geahndet wurde, und kurz nach der Ziellinie von Paris–Bourges musste Bouhanni bei einer hitzigen verbalen Auseinandersetzung vom Sieger Rudy Barbier getrennt werden.<ref>Henry Robertshaw: Rival sprinter requires surgery after clashing with Nacer Bouhanni in bunch sprint. In: cyclingweekly.com. 11. August 2017, abgerufen am 1. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Bouhanni apologises for behaviour after Paris-Bourges. In: cycling-news.com. 7. Oktober 2017, abgerufen am 1. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Frühjahr 2018 kam es aufgrund seiner sportlichen Leistung immer wieder zu Konflikten zwischen der Rennleitung von Cofidis und Bouhanni, die in einer handgreiflichen Auseinandersetzung im Teambus zwischen ihm und dem Sportlichen Leiter Roberto Damiani gipfelte.<ref>Henry Robertshaw: 'We wouldn't enter him in a sportive': Nacer Bouhanni's training, form, and attitude slammed by Cofidis boss. In: cyclingweekly.com. 18. April 2018, abgerufen am 1. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Henry Robertshaw: Nacer Bouhanni reportedly involved in 'violent altercation' with Cofidis DS on team bus after race. In: cyclingweekly.com. 9. Mai 2018, abgerufen am 1. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bouhanni konnte die restliche Saison aber mit mehreren Siegen u. a. eine Etappe bei der Vuelta a España noch erfolgreich abschließen.
Im Anschluss zum sieglosen Jahr 2019 und dem Teamwechsel zu Arkéa-Samsic konnte Nacer Bouhanni im Jahr 2020 einige Rennen für sich entscheiden. Auch 2021 konnte er keinen Wettkampf gewinnen, war aber beim GP Cholet-Pays de la Loir Ausgangspunkt von einigen Debatten. Aufgrund der Fahrweise und den Remplern von Bouhanni kam Jake Stewart in Kontakt mit dem Absperrgitter und brach sich dadurch die Hand. Bouhanni gestand seinen Fehler ein, bestritt aber boshafte Absichten und entschuldigte sich bei Stewart. Er wurde von der UCI trotzdem für zwei Monate gesperrt.<ref name="sportnews_124234">Bouhanni entschuldigt sich bei Stewart: “Keine Absicht“. In: radsport-news.com. 29. März 2021, abgerufen am 1. Dezember 2021.</ref><ref name="sportnews_124895">Felix Mattis: Bouhanni rückwirkend für zwei Monate gesperrt. In: radsport-news.com. 12. Mai 2021, abgerufen am 1. Dezember 2021.</ref>
Nachdem er mit sieben Top-10-Platzierungen gut in die Saison 2022 starten konnte, kam Bouhanni bei der Türkei-Rundfahrt durch einen Passanten zum Sturz und brach sich dabei einen Halswirbel.<ref name="sportnews_129329">Bouhanni-Unfall von Fußgänger auf der Strecke verursacht. In: radsport-news.com. 13. April 2022, abgerufen am 11. Oktober 2022.</ref> Daraufhin nahm er 2022 bei keinem weiteren Rennen mehr teil.
Zum Saisonende 2023 kündigte Bouhanni seinen Rücktritt vom Radsport an, da er nach seinem Sturz von 2022 nicht mehr an sein bisheriges Leistungsvermögen habe anknüpfen können.<ref>“Ein Schatten meiner selbst“: Bouhanni tritt zurück. In: radsport-news.com. 3. Oktober 2023, abgerufen am 4. Oktober 2023.</ref>
Rassistische Anfeindungen
Durch die Rempelei mit dem britischen Rennfahrer Jake Stewart kam es im April 2021 in sozialen Medien zu zahlreichen rassistischen Anfeindungen in Richtung Bouhanni. Er erklärte dazu, dass er seit Jahren mit rassistischen Äußerungen konfrontiert werde. Nun seien diese so massiv geworden, dass er Anzeige gegen die Verfasser erstatten werde. Stewart wiederum verurteilte diese rassistischen Äußerungen als „verächtlich“.<ref name="rad-net-51619">Bouhanni über Rassismus im Internet: «Ich habe genug davon». In: classic.rad-net.de. 7. April 2021, abgerufen am 7. April 2021.</ref>
Diverses
Bouhanni gilt seit seiner Jugend als guter Boxer und widmete sich zuerst dem Kampfsport, bevor er mit dem Radfahren begann. In den Wintermonaten nutzt er das Boxtraining noch immer um seine Rumpf- und Oberkörpermuskulatur für Sprintankünfte zu stärken sowie als Mentales Training für Wettkämpfe. 2014 sagte Bouhanni, dass er mit 32 Jahren dem Radsport den Rücken kehren will, um noch eine Karriere als Boxer beginnen zu können.<ref>Barry Ryan: Bouhanni to turn to boxing after his cycling career. In: cycling-news.com. 2. Dezember 2014, abgerufen am 1. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Erfolge
- 2010
- eine Etappe Tour de Gironde
- 2011
- eine Etappe La Tropicale Amissa Bongo
- 2012
- eine Etappe Étoile de Bessèges
- Gesamtwertung und eine Etappe Circuit de Lorraine
- Halle–Ingooigem
- Datei:MaillotFra.PNG Französischer Meister – Straßenrennen
- eine Etappe Tour de Wallonie
- eine Etappe Circuit Franco-Belge
- 2013
- eine Etappe Tour of Oman
- eine Etappe Paris–Nizza
- Val d’Ille Classic
- eine Etappe Circuit Cycliste Sarthe
- drei Etappen Tour du Poitou Charentes
- Grand Prix de Fourmies
- Tour de Vendée
- zwei Etappen und Punktewertung Tour of Beijing
- 2014
- eine Etappe Étoile de Bessèges
- eine Etappe Paris–Nizza
- eine Etappe Critérium International
- eine Etappe Circuit Cycliste Sarthe
- GP de Denain
- drei Etappen und Rotes Trikot Punktewertung Giro d’Italia
- eine Etappe Eneco Tour
- zwei Etappen Vuelta a España
- 2015
- zwei Etappen Circuit Cycliste Sarthe
- GP de Denain
- zwei Etappen Critérium du Dauphiné
- Halle–Ingooigem
- Circuito de Getxo
- zwei Etappen Tour de l’Ain
- GP d'Isbergues
- Nationale Sluitingsprijs
- Datei:Union-Cycliste-Internationale-Logo.svg Einzelwertung UCI Europe Tour
- 2016
- eine Etappe Ruta del Sol
- eine Etappe Paris–Nizza
- zwei Etappen Katalonien-Rundfahrt
- Gesamtwertung, zwei Etappen und Punktewertung Tour de Picardie
- eine Etappe Critérium du Dauphiné
- zwei Etappen Tour du Poitou Charentes
- Tour de Vendée
- 2017
- Nokere Koerse
- eine Etappe Katalonien-Rundfahrt
- Paris–Camembert
- eine Etappe Tour de Yorkshire
- eine Etappe Tour de l’Ain
- eine Etappe Tour du Poitou Charentes
- Grand Prix de Fourmies
- Datei:Union-Cycliste-Internationale-Logo.svg Einzelwertung UCI Europe Tour
- 2018
- eine Etappe Vier Tage von Dünkirchen
- Grote Prijs Marcel Kint
- zwei Etappen und Punktewertung Boucles de la Mayenne
- eine Etappe Route d'Occitanie
- eine Etappe Vuelta a España
- 2020
- eine Etappe und Punktewertung Saudi Tour
- eine Etappe Tour de La Provence
- GP d'Isbergues
- Paris–Chauny
- 2022
Grand-Tour-Platzierungen
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Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- [[[:Vorlage:ProCyclingStats/URL]]/rider/Nacer-Bouhanni Nacer Bouhanni] in der Datenbank von ProCyclingStats.com (englisch)
- Nacer Bouhanni in der Datenbank von Radsportseiten.com
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Vorlage:Navigationsleiste Gewinner der Punktewertung beim Giro d’ItaliaVorlage:Klappleiste/Anfang
1907, 1908 Gustave Garrigou | 1909, 1920 Jean Alavoine | 1910 Émile Georget | 1911, 1912, 1913 Octave Lapize | 1914 Charles Crupelandt | 1919 Henri Pélissier | 1921, 1923, 1924 Francis Pélissier | 1922 Jean Brunier | 1925, 1926 Achille Souchard | 1927, 1928 Ferdinand Le Drogo | 1929 Marcel Bidot | 1930 Roger Bisseron | 1931 Armand Blanchonnet | 1932 André Godinat | 1933 Roger Lapébie | 1934 Raymond Louviot | 1935, 1937, 1939 Georges Speicher | 1936 René Le Grevès | 1938, 1943 Paul Maye | 1941 Albert Goutal (BZ) | 1941 René Vietto (NBZ) | 1942, 1947 Émile Idée | 1944 Urbain Caffi | 1945 Éloi Tassin | 1946 Louis Caput | 1948 César Marcelak | 1949 Jean Rey | 1950, 1951 Louison Bobet | 1952 Adolphe Deledda | 1953 Raphaël Géminiani | 1954 Jacques Dupont | 1955 André Darrigade | 1956 Bernard Gauthier | 1957, 1958 Valentin Huot | 1959, 1965 Henry Anglade | 1960, 1962–1964 Jean Stablinski | 1961 Raymond Poulidor | 1966 Jean-Claude Theillère | 1967, 1968 Lucien Aimar | 1969 Raymond Delisle | 1970, 1971 Cyrille Guimard | 1972, 1979 Roland Berland | 1973 Bernard Thévenet | 1974 Georges Talbourdet | 1975 Régis Ovion | 1976 Guy Sibille | 1977 Marcel Tinazzi | 1978 Bernard Hinault | 1980 Pierre-Raymond Villemiane | 1981 Serge Beucherie | 1982 Régis Clère | 1983 Marc Gomez | 1984 Laurent Fignon | 1985 Jean-Claude Leclercq | 1986 Yvon Madiot | 1987 Marc Madiot | 1988, 1989 Éric Caritoux | 1990 Philippe Louviot | 1991 Armand de Las Cuevas | 1992 Luc Leblanc | 1993, 1994 Jacky Durand | 1995 Eddy Seigneur | 1996 Stéphane Heulot | 1997 Stéphane Barthe | 1998 Laurent Jalabert | 1999 François Simon | 2000 Christophe Capelle | 2001, 2003 Didier Rous | 2002, 2008 Nicolas Vogondy | 2004, 2010 Thomas Voeckler | 2005 Pierrick Fédrigo | 2006 Florent Brard | 2007 Christophe Moreau | 2009 Dimitri Champion | 2011 Sylvain Chavanel | 2012 Nacer Bouhanni | 2013, 2016 Arthur Vichot | 2014, 2017, 2020 Arnaud Démare | 2015 Steven Tronet | 2018 Anthony Roux | 2019 Warren Barguil | 2021 Rémi Cavagna | 2022 Florian Sénéchal | 2023 Valentin Madouas | 2024 Paul Lapeira| 2025 Dorian Godon
Anmerkung: 1941 gab es zwei Austragungen, eine in der Besetzten Zone (BZ) und eine in der Nicht besetzten Zone (NBZ).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bouhanni, Nacer |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Radrennfahrer |
| GEBURTSDATUM | 25. Juli 1990 |
| GEBURTSORT | Épinal |