Florshain
Florshain Stadt Schwalmstadt
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(366)&title=Florshain 50° 55′ N, 9° 8′ O
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| Höhe: | 258 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,91 km²<ref name="DF">Daten-Zahlen-Fakten. In: Webauftritt. Stadt Schwalmstadt, abgerufen im August 2020.</ref> | |||||
| Einwohner: | 366 (31. Dez. 2024) HW<ref name="EZ">Einwohnerzahlen 31.12.2024. In: Webauftritt. Stadt Schwalmstadt, abgerufen im Mai 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 94 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1970 | |||||
| Postleitzahl: | 34613 | |||||
| Vorwahl: | 06691 | |||||
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Florshain ist ein Stadtteil von Schwalmstadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Geographische Lage
Der aus einer hochmittelalterlichen Rodungssiedlung entstandene Ort liegt in einer Talmulde und ist von Westen nach Südosten von einem umschwingenden Feldrücken umgeben. Florshain ist über die Kreisstraße 101 von Mengsberg nach Treysa zu erreichen.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Florshain erfolgte unter dem Namen Florshain im Jahr 1549,<ref name="lagis" /> als die Herren von Gilsa den Ort an einen Reinhard Rink verkauften. Vermutlich ist das Dorf wesentlich älter: zum einen wird es erst durch seinen Verkauf erwähnt, zum anderen stammt die Kirche bereits aus dem Jahr 1520 oder früher.
Ein ehemaliger Siedlungsplatz in der Gemarkung ist die Wüstung Biedenbach.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1970 die beiden Städte Treysa und Ziegenhain mit den umliegenden bis dahin selbständigen Gemeinden Ascherode, Florshain, Frankenhain, Niedergrenzebach, Rommershausen und Trutzhain auf freiwilliger Basis zur neuen Stadt Schwalmstadt.<ref>Zusammenschluss von Gemeinden zur Stadt „Schwalmstadt“ Landkreis Ziegenhein vom 7. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 139, Punkt 158 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref> Dadurch wurde Florshain ein Stadtteil von Schwalmstadt. Verwaltungssitz wurde Treysa. Für die ehemals eigenständigen Städte und Gemeinden von Schwalmstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (DOCX; 30 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadtverwaltung Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2022.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Florshain angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain
- ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Ziegenhain
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Ziegenhain<ref name="Amt"> Die Zugehörigkeit des Amtes Ziegenhain anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>
- 1623–1638: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Pfandschaft), Amt Ziegenhain
- ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Ziegenhain
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte löste sich das Heilige Römische Reich auf.</ref> Amt Ziegenhain
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra,<ref group="Anm.">Infolge der Napoleonischen Kriege.</ref> Distrikt Marburg, Kanton Treysa (Friedensgericht Treysa)
- ab 1814: Kurfürstentum Hessen,<ref group="Anm.">Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses.</ref> Grafschaft Ziegenhain, Amt Ziegenhain<ref name="KHK1818" />
- ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August.
(kurhess GS 1821) S. 74 f.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Justizamt Treysa) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
- ab 1867: Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge des Deutschen Krieges.</ref> Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Ziegenhain
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain, Stadt Schwalmstadt<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1970 als Ortsbezirk zur Stadt Schwalmstadt.</ref>
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Stadt Schwalmstadt
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Florshain 369 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 54 Einwohner unter 18 Jahren, 153 zwischen 18 und 49, 90 zwischen 50 und 64 und 69 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 153 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 57 Paare ohne Kinder und 51 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 30 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 99 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1585: | 16 Hausgesesse |
| • 1639: | 8 Hausgesesse |
| • 1681: | 10 Hausgesesse, 1 Ausschuss |
| • 1782: | 152 Einwohner |
| Florshain: Einwohnerzahlen von 1782 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1782 | 152 | |||
| 1800 | ? | |||
| 1834 | 229 | |||
| 1840 | 217 | |||
| 1846 | 222 | |||
| 1852 | 228 | |||
| 1858 | 221 | |||
| 1864 | 230 | |||
| 1871 | 222 | |||
| 1875 | 229 | |||
| 1885 | 216 | |||
| 1895 | 208 | |||
| 1905 | 193 | |||
| 1910 | 212 | |||
| 1925 | 246 | |||
| 1939 | 263 | |||
| 1946 | 407 | |||
| 1950 | 402 | |||
| 1956 | 338 | |||
| 1961 | 321 | |||
| 1967 | 334 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 369 | |||
| 2016 | 377 | |||
| 2021 | 378 | |||
| 2024 | 366 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Schwalmstadt<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Erwerbstätigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1782: | 1 Schmied, 5 Leineweber, 2 Lohnschäfer, 3 Tagelöhner |
| • 1838: | Familien: 20 Ackerbau, 3 Gewerbe, 5 Tagelöhner |
| • 1961: | Erwerbspersonen: 101 Land- und Forstwirtschaft, 44 produzierendes Gewerbe, 10 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und Sonstiges |
Historische Religionszugehörigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1861: | 225 evangelisch-reformierte Einwohner |
| • 1885: | 215 evangelische (= 99,54 %), ein katholischer (= 0,46 %) Einwohner |
| • 1961: | 312 evangelische (= 97,20 %), 8 katholische (= 4,49 %) Einwohner |
Politik
Für Florshain besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Florshain) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 70,85 %. Es erhielten die SPD mit 33,39 % der Stimmen zwei Sitze und die CDU mit 53,61 % drei Sitze.<ref>Ortsbeiratswahl Florshain. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Mario Schenk zum Ortsvorsteher.<ref>OrtsvorsteherInnen. In: Webauftritt. Stadt Schwalmstadt, abgerufen im März 2023.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kirche
Die Fachwerkkirche wurde 1520 erbaut; diese Jahreszahl lässt sich aus einem im Sockel eingemauerten Sandstein entnehmen. Im massiven Sandsteingeschoss der Kirche sind zwei gotische Fensterbögen eingemauert, die auf eine Entstehung im 13. oder 14. Jahrhundert schließen lassen. Im Kircheninneren befindet sich ein spätgotischer Taufstein mit den Jahreszahlen 1520 und 1740. Die Jahreszahl 1740 lässt sich jedoch nicht eindeutig zuordnen, vermutlich deutet sie auf einen Umbau hin. In den Jahren 1953/1954 wurde die Kirche erweitert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kirche in Florshain www.ekkw.de ( vom 1. Februar 2011 im Internet Archive)</ref>
Kulturdenkmäler
Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Florshain
Literatur
- HOL Ziegenhain, S. 39 f
- Höck, Florshain, S. 158 f.
- Reimer, Ortslexikon S. 141
- Vorlage:HessBib
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Stadtteil Florshain. Webauftritt der Stadt Schwalmstadt.
- Florshain, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Florshain, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 9. Juli 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 81 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 8,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 96, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="EW"> Einwohnerzahlen. Stadtverwaltung Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2022. </ref> </references>