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Asbach (Modautal)

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Asbach
Gemeinde Modautal
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(686)&title=Asbach 49° 47′ N, 8° 46′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(686) 49° 46′ 36″ N, 8° 46′ 9″ O
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Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 3,67 km²<ref name=Gindex />
Einwohner: 686 (30. Juni 2023) <ref>Zahlen und Fakten. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im November 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64397
Vorwahl: 06167

Asbach (im lokalen Dialekt: Aschbach)<ref>Darmstädter Echo, Donnerstag, 11. August 2016, S. 24</ref> ist ein Ortsteil der Gemeinde Modautal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Geographie

Der Ort liegt im vorderen Odenwald am gleichnamigen Asbach, ca. 13 km südöstlich von Darmstadt. Nordöstlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3106. Für Asbach besteht eine eigene Gemarkung<ref name=Gindex>Gemarkung Asbach. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref>. Ein Siedlungsplatz innerhalb der Gemarkung ist die Schnackenmühle.<ref>Schnackenmühle, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 28. Januar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>

Geschichte

Ortsgeschichte

In zwei Urkunden von 1219 und 1222 werden die Brüder Gerlach und Konrad von Asbach genannt. Da sie zusammen mit Zeugen aus dem Odenwald vorkommen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Asbach bei Lichtenberg handelt. Da die Urkunde in Lichtenberg ausgestellt ist, handelt es sich zweifelsohne um Asbach (Landkreis Darmstadt/Dieburg).<ref>Auszug des Schreibens vom Hessischen Staatsarchiv Darmstadt von Dr. Eckhardt am 17. Mai 1971 zur Ersternennung von Asbach anlässlich der 750 Jahrfeier im Jahre 1971.</ref>

Das Dorf wurde nach 1331 als Aspach, das lit undir Lichtenberg, erstmals urkundlich genannt.<ref name="lagis" /> Weitere Erwähnungen erfolgten unter den Ortsnamen (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Aßpach (1430), Aspach (1516) und Assbach (1850).

Nach dem Dreißigjährigen Krieg im Jahre 1650 lebten lediglich noch zwei Familien in Asbach. Es waren namentlich die des Johannes Rutz sowie die des Martin Rüde gen. Boßler.<ref name="HWD">Herbert Wilhelm Debor: Familiennamen aus dem hessischen Odenwald. Hrsg.: Kreisausschuß des Odenwaldkreises – Archiv für Heimatpflege. 1. Auflage. Michelstadt-Steinbach 1988, OCLC 722294376, S. 34.</ref><ref>Richard M. Cochran: The von der Au genealogy – German ancestors and American descendants of Johannes and Elisabeth von der Au of Ernsthofen, Hesse-Darmstadt, Cumberland County, Pennsylvania and Union County, Ohio – including the allied families of Ruhl, Weidman, and Kinnel. New Concord, Ohio 1984, OCLC 12009490, S. 258.</ref> Letzterer war noch im Jahre 1659 in Asbach niedergelassen und wird sechs Jahre später 1665 als Bewohner von Rodau genannt.<ref>Ulrich Kirschnick: Die Bevölkerung der Zent Ober Ramstadt-Lichtenberg von 1659 bis 1695. Hrsg.: Hessische familienkundliche Vereinigung. Band 75 Forschungen zur hessischen Familien- und Heimatkunde. Darmstadt 1991, OCLC 31205965, S. 12, 68.</ref>

1722 verkaufen die Brüder Johann Moritz Friedrich von Wallbrunn dem Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen Schloss und Gut zu Ernsthofen mit den dazugehörigen Dörfern, nämlich Ernsthofen, Asbach, Hoxhohl, Klein-Bieberau und Neutsch, nebst Gefällen in zwölf weiteren Orten, darunter Ober-Modau, Rodau, Waldhausen, Billings und Meßbach.<ref name="lagis2" />

Asbach gehörten zum Gerichtsbezirk der Zent Oberramstadt. Die Zent war in sogenannte „Reiswagen“<ref>Reiswagen = Bereitstellung von Frachtwagen einschließlich Zugtieren und Knechten für Feldzüge.</ref> eingeteilt, denen jeweils ein Oberschultheiß vorstand, die dem Zentgrafen unterstellt waren. Asbach gehörte zum „Oberramstädter Reiswagen“, dem auch noch die Orte Ober-Ramstadt mit seinen Mühlen und den deutschen Einwohnern in Hahn und Wembach, Rohrbach, Dilshofen, Ober-Modau, Nieder-Modau und Frankenhausen angehörten. Die gesamte Zent Oberramstadt war dem Amt Lichtenberg zugeteilt. Diese Einteilung bestand noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.<ref>Ferdinand Dieffenbach: Das Großherzogthum Hessen in Vergangenheit und Gegenwart. Literarische Anstalt, Darmstadt 1877, S. 254 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="Adr-LG-HD" />

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Asbach:

„Aßbach (L. Bez. Reinheim) luth. Filialdorf; liegt 2 St. von Reinheim und hat 27 Häuser und 223 Einw., die bis auf 2 Kath. alle lutherisch sind. Unter diesen sind 12 Bauern und 18 Gewerbsleute. – Von diesem Dorfe besassen die Herrn von Wallbrunn die Hälfte, 14 Rodenstein und 14 Kottwitz, die beiden letzteren Theile kamen endlich auch an Wallbrunn und das Ganze 1722 an Hessen.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Im Jahr 1977 wurde Asbach erster Landessieger im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde am 1. Januar 1977 mit Modautal und weiteren Gemeinden kraft Landesgesetz zur neuen Gemeinde Modautal zusammengeschlossen.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, § 9 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,5 MB]).</ref> Für Asbach wurde ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 36 kB) §; 6. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im Februar 2019.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Asbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte

Asbach gehörte zum Zentgericht Oberramstadt. In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Starkenburg wurde das „Hofgericht Darmstadt“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen. Damit war für Asbach das Amt Lichtenberg zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Zentgerichte hatten damit ihre Funktion verloren.

Mit Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1821 das Landgericht Lichtenberg das Gericht erster Instanz, zweite Instanz war das Hofgericht Darmstadt. Es folgten:<ref name="lagis" />

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 in Asbach 663 Einwohner. Darunter waren 42 (6,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 54 Einwohner unter 18 Jahren, 267 zwischen 18 und 49, 174 zwischen 50 und 64 und 168 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 207 Haushalten. Davon waren 63 Singlehaushalte, 78 Paare ohne Kinder und 48 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 135 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1629: 008 Hausgesesse<ref name="lagis" />
• 1806: 153 Einwohner, 21 Häuser<ref name="EW1806">Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.</ref>
• 1829: 223 Einwohner, 27 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 280 Einwohner, 42 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Asbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
124
1796
  
137
1800
  
146
1806
  
153
1829
  
223
1834
  
212
1840
  
242
1846
  
300
1852
  
241
1858
  
250
1864
  
271
1871
  
290
1875
  
304
1885
  
296
1895
  
254
1905
  
288
1910
  
312
1925
  
300
1939
  
295
1946
  
475
1950
  
434
1956
  
405
1961
  
415
1967
  
519
1970
  
572
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2007
  
698
2010
  
656
2011
  
663
2015
  
691
2020
  
694
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1791<ref name="Adr-LG-HD" />; 1796<ref>Fritz Gevert: Die Asbacher „Selen Tawell“ (Einwohnerverzeichnis) von 1796. In: Odenwälder Nachrichten. vom 14. März 1931.</ref>; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />; Gemeinde Modautal:<ref name="HP" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 221 lutheranische (= 99,10 %) und 2 katholische (= 0,90 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 344 evangelische (= 82,89 %), 69 katholische (= 16,63 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Asbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Asbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Asbach 46,89 %. Alle Kandidaten gehörten der Liste „Interessengemeinschaft Asbach“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Asbach. In: Votemanager. Gemeinde Modautal, abgerufen im Dezember 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte André Ruppel zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im Dezember 2024.</ref>

Regelmäßige Veranstaltungen

  • März: Grenzgang
  • Juni: Sonnwendfeier
  • August: Kerb<ref>Darmstädter Echo, Donnerstag, 11. August 2016, S. 24</ref>
  • September: Sommerfest<ref>Darmstädter Echo, Samstag, 2. September 2017, S. 18.</ref>
  • Dezember: Glühweinfest

Literatur

Weblinks

Commons: Asbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> {{Internetquelle | hrsg= Hessisches Institut für Landesgeschichte | url= {{LAGIS/WeblinksZ|OL|13546}} | titel= Asbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg | titelerg= {{LAGIS/Datenbanknamen|OL }} (Stand: {{FormatDate|2018-06-08 }}) | werk= Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS) | kommentar= |abruf-verborgen=0 | abruf= 2018-06-12 }} </ref> <ref name="lagis2"> {{Internetquelle | hrsg= Hessisches Institut für Landesgeschichte | url= {{LAGIS/WeblinksZ|OL|13608}} | titel= Ernsthofen, Landkreis Darmstadt-Dieburg | titelerg= {{LAGIS/Datenbanknamen|OL }} (Stand: {{FormatDate|2012-07-23 }}) | werk= Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS) | kommentar= |abruf-verborgen=0 | abruf= 2012-10-01 }} </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 123 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 125 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 14 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> <ref name="HP"> Haushaltsplan 2024 (Vorbericht: Einwohner – Statistik). (PDF 12 MB) In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, S. 30 ff, abgerufen im Dezember 2024. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

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