Zum Inhalt springen

Meßbach (Fischbachtal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Meßbach
Gemeinde Fischbachtal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(111)&title=Me%C3%9Fbach 49° 45′ N, 8° 49′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(111) 49° 44′ 55″ N, 8° 48′ 31″ O
 {{#coordinates:49,748611111111|8,8086111111111|primary
dim=10000 globe= name=Meßbach region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 298 m ü. NHN
Fläche: 2,22 km²<ref name=Gindex />
Einwohner: 111 (31. Dez. 2023) <ref name="DF">Zahlen & Fakten. Gemeinde Fischbachtal, abgerufen am 25. Oktober 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64405
Vorwahl: 06166
Datei:Karte Fischbachtal-Meßbach.png
Karte
Fischbachtal, Meßbach in Rot
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Meßbach ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Fischbachtal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Geographie

Das von Wald umgebene, offene Dorf Meßbach liegt in einseitiger Tallage im Granitgebiet des nördlichen Odenwalds, ca. 17 km südwestlich von Dieburg. Der Ortsteil Meßbach besteht aus der 222,4 Hektar großen Gemarkung Meßbach.<ref name=Gindex>Gemarkung Meßbach. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref> In der Gemarkung liegt der Siedlungsplatz „Siedlung Erholungsheim“.<ref>Erholungsheim, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 28. Januar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>

An den Ortsteil Meßbach grenzt, vom Norden beginnend, im Uhrzeigersinn an die Orte Niedernhausen, Nonrod, Fränkisch-Crumbach, Steinau und Billings. Der Ort ist nur über die Kreisstraße 72 erreichbar, die zwischen Niedernhausen und Billings in südöstlicher Richtung von der Landesstraße 3102 abzweigt.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste urkundliche Erwähnung des Dorfs datiert in das Jahre 1384.<ref name="lagis" /> In historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> „Mißbach“ (1392); „Messebach“ (1405 und 1424); „Messebach“ (1430); „Mespach“ (1557); „Meßbach; Messbach“ (1722).

Meßbach (früher Waldhausen) lag im Gerichtsbezirk der Zent Oberramstadt. Die Zent war in sogenannte Reiswagen eingeteilt, denen jeweils ein Oberschultheiß vorstand, die dem Zentgrafen unterstellt waren. Dieser Bezirk hatte einen Frachtwagen (Reiswagen) einschließlich Zugtieren und Knechten für Feldzüge bereitzustellen. Meßbach gehörte zum Großbieberauer Reiswagen, der von Waldhausen<ref name="Adr-LG-HD" /><ref name="WM" /> bestand aus den Orten Niedernhausen, Billings, Meßbach und Nonrod sowie den Dörfern Rodau, Wersau und Steinau. Die gesamte Zent Oberramstadt war dem Amt Lichtenberg zugeteilt. Diese Einteilung bestand noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.<ref>Ferdinand Dieffenbach: Das Großherzogthum Hessen in Vergangenheit und Gegenwart. Literarische Anstalt, Darmstadt 1877, S. 254 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Noch 1806 wurden die Orte Billings, Meßbach und Nonrod als Dörfer der Gemeinde Waldhausen genannt.<ref name="Adr-LG-HD-1806" />

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtete 1829 über Meßbach:

„Meßbach (L. Bez. Reinheim) luth Filialdorf; liegt 2 St von Reinheim, und hat 11 Häuser und 78 Einw., die bis auf 6 Kath. lutherisch sind. Nicht unintressant ist eine Felsenhöhle auf einem hohen Berge bei diesem Dörfchen. Im Jahr 1648 war der Ort ganz unbewohnt.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Die Alte Schule wurde 1905 erbaut und befindet sich heute in Privatbesitz.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Meßbach war bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit den Gemeinden Steinau, Lichtenberg, Nonrod, Billings und Niedernhausen zur Gemeinde Fischbachtal am 31. Dezember 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen eine selbstständige Gemeinde.<ref>Gemeindegebietsreform Hessen; Zusammenschlüsse und Eingliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 94, Abs. 71 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Für jede dieser ehemaligen Gemeinden wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 237 kB) §; 5. In: Webauftritt. Gemeinde Fischbachtal, abgerufen im Juli 2019.</ref> Die Gemeindeverwaltung erhielt ihren Sitz im Ortsteil Niedernhausen.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Meßbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte

Meßbach gehörte zum Zentgericht Oberramstadt. 1630 wurde ein Untergericht Waldhausen genannt. In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Starkenburg wurde das Hofgericht Darmstadt eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen. Damit war für Meßbach das Amt Lichtenberg zuständig. Die Zentgerichte hatten damit ihre Funktion verloren.

Mit Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1821 das Landgericht Lichtenberg das Gericht erster Instanz, zweite Instanz war das Hofgericht Darmstadt. Es folgten:<ref name="lagis" />

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Meßbach 111 Einwohner. Darunter waren 3 (2,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 9 Einwohner unter 18 Jahren, 48 zwischen 18 und 49, 30 zwischen 50 und 64 und 24 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 45 Haushalten. Davon waren 9 Singlehaushalte, 12 Paare ohne Kinder und 18 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 3 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 27 Haushaltungen keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1648: unbewohnt<ref name="lagis" />
• 1791: 329 (mit Niedernhausen, Billings und Nonrod) Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 71 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 80 Einwohner, 10 Häuser<ref name="EW1806">Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.</ref>
• 1829: 78 Einwohner, 11 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 71 Einwohner, 12 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Meßbach: Einwohnerzahlen von 1800 bis 2023
Jahr  Einwohner
1800
  
71
1806
  
80
1829
  
78
1834
  
89
1840
  
89
1846
  
94
1852
  
93
1858
  
81
1864
  
79
1871
  
72
1875
  
82
1885
  
96
1895
  
79
1905
  
82
1910
  
86
1925
  
75
1939
  
75
1946
  
131
1950
  
126
1956
  
97
1961
  
100
1967
  
121
1970
  
109
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
111
2015
  
96
2023
  
111
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 12 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;.</ref>; Gemeinde Fischbachtal: 2015; 2023<ref name="DF" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 72 lutheranische (= 92,31 %), und 6 katholische (= 7,70 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 82 evangelische (= 82,00 %), 17 katholische (= 17,00 %)<ref name="lagis" />

Politik

Für Meßbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Meßbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 wurden gewählt: Zwei Mitglieder der CDU und ein Mitglied der SPD.<ref>Ortsbeiratswahl Ortsbezirk Meßbach. In: Votemanager. Gemeinde Fischbachtal, abgerufen im Dezember 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Klaus Ptak (CDU) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeiräte. In: Webauftritt. Gemeinde Fischbachtal, abgerufen im Dezember 2024.</ref>

Weblinks

Commons: Meßbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> {{Internetquelle | hrsg= Hessisches Institut für Landesgeschichte | url= {{LAGIS/WeblinksZ|OL|432007030}} | titel= Meßbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg | titelerg= {{LAGIS/Datenbanknamen|OL }} (Stand: {{FormatDate|2014-07-06 }}) | werk= Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS) | kommentar= |abruf-verborgen=0 | abruf= 2016-03-26 }} </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 123 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 124 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 118 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="WM"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende