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Pentetrazol

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Strukturformel
Datei:Pentylenetetrazol.svg
Allgemeines
Freiname Pentetrazol
Andere Namen
  • Leptazol
  • Pentylenetetrazol
  • Pentamethylentetrazol
  • Metrazol
  • 6,7,8,9-Tetrahydro-5H-tetrazoloazepin (IUPAC)
Summenformel C6H10N4
Kurzbeschreibung

weißer geruchloser Feststoff<ref name="Alfa">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-219-3
ECHA-InfoCard 100.000.200
PubChem 5917
DrugBank DB13415
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

R07AB03

Eigenschaften
Molare Masse 138,17 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="Sigma" />

Schmelzpunkt

59–61 °C<ref name="Sigma" />

Siedepunkt

194 °C (12 mmHg)<ref name="Sigma" />

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-skull.svg

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​315​‐​319​‐​335
P: 301+310+330​‐​302+352​‐​305+351+338<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
  • 88 mg·kg−1 (LD50Mausoral)<ref name="Kleemann">A. Kleemann, J. Engel, B. Kutscher, D. Reichert: Pharmaceutical Substances – Synthesis, Patents, Applications. 4. Auflage. 2 Bände. Thieme-Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-13-558404-6.</ref>
  • 31,4 mg·kg−1 (LD50Mausi.v.)<ref name="Kleemann" />
  • 140 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="Kleemann" />
  • 45 mg·kg−1 (LD50Rattei.v.)<ref name="Kleemann" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Pentetrazol, INN, (Handelsname Cardiazol) ist ein bicyclisches Tetrazol-Derivat. Es wird als Kreislaufstimulans verwendet und regt die im Gehirn gelegenen Zentren der Atmung und der Herztätigkeit an. In hohen Dosen löst es Krämpfe aus, weshalb es früher auch zur Schocktherapie (Cardiazolkrampfbehandlung der Schizophrenie) verwendet wurde.

Darstellung

6,7,8,9-Tetrahydro-5H-tetrazolo-azepin entsteht durch Einwirkung von zwei Molekülen Stickstoffwasserstoffsäure auf ein Molekül Cyclohexanon.<ref>Walter Beyer: Lehrbuch der organischen Chemie. 23. Auflage. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1998, S. 812 ff.</ref><ref>Hossein Eshghi, Asadollah Hassankhani: Preparation of 1,5-Fused Tetrazoles Under Solvent-Free Conditions. In: Synth. Comm., 2005, 35, S. 1115–1120; doi:10.1081/scc-200054219.</ref> Eine weitere dreistufige Synthese geht vom Caprolactam, welches im ersten Schritt mittels Dimethylsulfat methyliert und danach mit Hydrazin umgesetzt wird. Der Ringschluss zum Tetrazol erfolgt im letzten Schritt mit Natriumnitrit in Gegenwart von Essigsäure.<ref name="Kleemann" />

Datei:Pentetrazol synthesis01.svg

Eigenschaften

Pentetrazol bildet farblose Kristalle, die bei 57 °C–60 °C schmelzen.<ref name="Brandstätter-Kuhnert">M. Brandstätter-Kuhnert: Die Identifizierung nach Koffler im Österreichischen Arzneibuch. In: Sci. Pharm., 1959, 27, S. 160–171, Österreichische Nationalbibliothek.</ref><ref name="Roempp">Eintrag zu Pentetrazol. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> Das Eutektikum mit Benzil schmilzt bei 39 °C.<ref name="Brandstätter-Kuhnert" /> Die saure Hydrolyse in Gegenwart von Salzsäure ergibt 1,5-Pentandiamin, Stickstoff und Kohlendioxid.<ref name="Schmidt" />

Bedeutung

Das 1926 in die Therapie eingeführte Pentetrazol (Cardiazol) wurde 1923<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1960, S. 65.</ref> vom deutschen Chemiker Karl Friedrich Schmidt entdeckt.<ref name="Schmidt">K.F. Schmidt: Über den Imin-Rest. In Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft, 1924, 57, S. 704–706; doi:10.1002/cber.19240570423.</ref> Der ungarisch-amerikanische Neurologe und Psychiater Ladislas J. Meduna verwendete das analeptisch wirkende Pentetrazol erstmals 1934 und führte es 1935/1936 zur Cardiazolkrampfbehandlung der Schizophrenie<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1960, S. 67.</ref> ein. Die Anwendung löste hauptsächlich Krämpfe aus, und so wurde Pentetrazol vorwiegend in der Schocktherapie eingesetzt.<ref>Hans C. Bangen: Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie. VWB, Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4, S. 51–55 Cardiazol-Krampf-Therapie</ref> Die Zulassung zur Anwendung wurde 1982 durch die Food and Drug Administration entzogen. Im Jahr 2007 berichtete Untersuchungen zeigen eine potenzielle Wirksamkeit in einem Mausmodell des Down-Syndroms.<ref name="sciam">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, Scientific American, 25. Februar 2007. Abgerufen am 20. März 2007 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein