Bromchlorid
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Struktur von Bromchlorid | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Bromchlorid | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | BrCl | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
rotbraunes Gas<ref name="HoWi">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 466.</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 115,35 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
gasförmig | |||||||||||||||
| Dichte |
3,129 g·cm−3 (−140 °C)<ref name="Drews">T. Drews, K. Seppelt: Bromine Monofluoride. In: Z. Anorg. Allg. Chem. 638, 2012, S. 2106–2110, doi:10.1002/zaac.201200293.</ref> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
−54 °C<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref><ref name="Lux">H. Lux: Zur Kenntnis des Bromchlorids. In: Chem. Ber. 63, 1930, S. 1156–1158, doi:10.1002/cber.19300630525.</ref><ref name="Kolditz">L. Kolditz: Anorganische Chemie. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1983, S. 528.</ref> | |||||||||||||||
| Siedepunkt |
−5 °C (Zersetzung 10 °C)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Dampfdruck |
20 Torr (−50 °C)<ref name="Kolditz" /> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
in Wasser kommt es zur Hydrolyse<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Dipolmoment |
0,519(4) D<ref name="CRC90_9_51">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Dipole Moments, S. 9-51.</ref> (1,7 · 10−30 C · m) | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Bromchlorid ist eine gasförmige Interhalogenverbindung, die aus den Elementen Brom und Chlor besteht. Brom hat in dieser Verbindung formal die Oxidationsstufe +1. Es handelt sich um eine kovalente Verbindung.
Geschichte
Erste Untersuchungen der Schmelz- und Siedekurven von Mischungen aus Chlor und Brom wurden schon am Anfang des 20. Jahrhunderts publiziert, wobei keine Verbindungsbildung nachweisbar war.<ref>P Lebeau: In: Compt. rend. Acad. Sciences. 143, 1906, S. 589.</ref><ref>B. J. Karsten: Über das gegenseitige Verhalten der Halogene speziell der Systeme Chlor-Brom und Chlor-Jod. In: Z. anorg. Chem. 53, 1907, S. 365–392, doi:10.1002/zaac.19070530126.</ref> Später beschrieben einige Autoren Beobachtungen, die auf eine mögliche Existenz einer Brom-Chlor-Verbindung hinwiesen, wobei weder die Zusammensetzung geklärt noch eine Herstellung realisiert werden konnte.<ref name="Thomas">V. Thomas, P Dupuis: In: Comptes Rendus Hebdomadaires des Seances de l'Academie des Sciences. 143, 1906, S. 282. Volltext</ref><ref>M. Delepine, L Ville: In: Compt. rend. Acad. Science. 170, 1920, S. 1390.</ref><ref>G. S. Forbes, R. M. Fuoss: The Reaction Between Bromine and Chloride Ion in Hydrochloric Acid. Bromine Chloride. In: J. Am. Chem. Soc. 49, 1927, S. 142–156, doi:10.1021/ja01400a019.</ref><ref>S Barratt: In: Proc. Roy. Soc. London. 122, 1929, S. 582.</ref> Der erste Nachweis des Bromchlorids über den Vergleich von Dampfdruckkurven und die Isolierung der reinen Verbindung gelang Hermann Lux im Jahr 1930.<ref name="Lux" />
Herstellung
Die erste Herstellung von Bromchlorid erfolgte durch Hermann Lux mittels langsamer Destillation eines Chlor-Brom-Gemischs bei −70 °C.<ref name="Lux" /> Die Verbindung lässt sich durch UV-Bestrahlung eines Chlor-Brom-Gemisches in Halogenkohlenwasserstoff (CFnCl4−n) herstellen.<ref name="HoWi" />
Eigenschaften
Bromchlorid ist im festen Zustand eine ockergelbe Substanz, die bei −54 °C scharf schmilzt.<ref name="Lux" /> Im Vergleich dazu schmilzt ein 1:1-Gemisch aus Chlor und Brom im Bereich zwischen −66 °C und −52 °C.<ref name="Lux" /> Abweichende Schmelzpunktangaben für Bromchlorid anderer Autoren bei −66 °C<ref name="HoWi" /> oder −75 °C<ref name="Thomas" /> beruhen möglicherweise auf Messungen an Gemischen der Elemente. Die ockergelbe Schmelze siedet unter Normaldruck bei −5 °C, wobei schon ab 10 °C eine Zersetzung der Verbindung beobachtet wird.<ref name="GESTIS" /> Im Kristallgitter werden zickzackförmige BrCl-Ketten gebildet.<ref name="Drews" /> Die Verbindung kristallisiert in einem orthorhombischen Kristallgitter mit der Raumgruppe Cmc21 (Raumgruppen-Nr. 36).<ref name="Drews" />
In Wasser hydrolysiert die Verbindung zu hypobromiger Säure und Salzsäure.<ref name="Kolditz" />
- <math>\mathrm{BrCl + H_2O \rightarrow HOBr + HCl}</math>
In Gegenwart eines Überschusses an Chloridionen können Verbindungen mit dem Polyhalogenidion BrCl2− erhalten werden.<ref name="Kolditz" />
- <math>\mathrm{BrCl + Cl^{-} \rightleftharpoons {BrCl_2}^{-}}</math>
Verwendung
Bromchlorid wird bei der Herstellung von Lithium-Schwefeldioxid-Batterien<ref>tayloredge.com: Lithium Battery Chemistry (PDF, engl.; 355 kB)</ref> verwendet. Außerdem wird es als Wirkstoff in Desinfektionsmitteln, Fungiziden und Algiziden eingesetzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />cdpr.ca.gov (englisch) ( vom 1. Juni 2010 im Internet Archive).</ref>
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Chlorfluoride: Chlorfluorid | Chlortrifluorid | Chlorpentafluorid
Bromfluoride: Bromfluorid | Bromtrifluorid | Brompentafluorid
Iodfluoride: Iodfluorid | Iodtrifluorid | Iodpentafluorid | Iodheptafluorid
andere: Bromchlorid | Iodchlorid | Iodtrichlorid | Iodbromid | Iodtribromid Vorlage:Klappleiste/Ende
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