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Hypobromige Säure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Hypobromiger Säure
Allgemeines
Name Hypobromige Säure
Andere Namen
  • Unterbromige Säure (veraltet)
  • Brom(I)-säure
Summenformel HBrO
Kurzbeschreibung

nur in Lösung beständige, schwach dissoziierte Säure<ref name="HoWi"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer (Listennummer) 927-683-6
ECHA-InfoCard 100.119.006
PubChem 83547
ChemSpider 75379
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 96,91 g·mol−1
pKS-Wert

7,69<ref name="HoWi"/>

Löslichkeit

löslich in Wasser<ref name="HoWi"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Als Hypobromige Säure, veraltet auch Unterbromige Säure, wird die Sauerstoffsäure des Broms in der Oxidationsstufe +1 mit der Summenformel HBrO bezeichnet. Sie ist nur in Lösung beständig und kann nicht rein erhalten werden. Ihre Salze und Ester werden als Hypobromite bezeichnet.

Gewinnung und Darstellung

Hypobromige Säure wird durch Disproportionierung von molekularem Brom in Wasser erhalten.

<math>\mathrm{Br_2 + H_2O \longrightarrow HBrO + HBr}</math>

Um das Gleichgewicht, das auf der linken Seite liegt, in die gewünschte Richtung zu verschieben, wird der entstehende Bromwasserstoff mit einem Überschuss Quecksilber(II)-oxid abgefangen:<ref name="HoWi">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9.</ref>

<math>\mathrm{2 \ Br_2 + 3 \ HgO + H_2O \longrightarrow HgBr_2 + 2 \ HgO + 2 \ HBrO}</math>
HgBr2 und HgO bilden zusammen Quecksilberoxidbromid HgBr2·2 HgO.

Die hierbei entstehende Lösung der Hypobromigen Säure lässt sich nur bis zu einem Gehalt von 6 % anreichern.<ref>Eintrag zu Hypobromigsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Eigenschaften

Hypobromige Säure bildet, ebenso wir ihre Salze, gelb gefärbte Lösungen von aromatischem Geruch.<ref name="HoWi"/> Die Säure und ihre Salze sind unbeständig und neigen zur Disproportionierung in Bromwasserstoffsäure und Bromsäure beziehungsweise in Bromid und Bromat. Herstellung und Aufbewahrung müssen daher bei 0 °C erfolgen.<ref name="HoWi"/>

<math>\mathrm{3 \ HBrO \longrightarrow 2 \ HBr + HBrO_3}</math>

Sie ist eine schwache Säure und ein kräftiges Oxidationsmittel. In saurer Lösung beträgt das Normalpotential für das Paar HBrO/Br +1,34 V.<ref name="HoWi"/>

Verwendung

Aufgrund ihrer oxidierenden Eigenschaft finden Hypobromitlösungen Anwendung als Bleich- und Oxidations- (Alkalihypobromite) und Desinfektionsmittel.<ref name="Eckard Amelingmeier, Michael Berger, Uwe Bergsträßer, Henning Bockhorn, Peter Botschwina">Eckard Amelingmeier, Michael Berger, Uwe Bergsträßer, Henning Bockhorn, Peter Botschwina: RÖMPP Lexikon Chemie, 10. Auflage, 1996-1999. Thieme, 2014, ISBN 978-3-13-199991-7, S. 1864 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Die besten Ergebnisse werden hierbei erzielt, wenn sie in Kombination mit der homologen Hypochlorigen Säure verwendet wird.<ref>Edwin L. Thomas, Paula M. Bozeman, M.Margaret Jefferson, Charles C. King: Oxidation of Bromide by the Human Leukocyte Enzymes Myeloperoxidase and Eosinophil Peroxidase. In: Journal of Biological Chemistry. Band 270, Nr. 7, 1995, S. 2906–2913, doi:10.1074/jbc.270.7.2906.</ref>

Einzelnachweise

<references/>Vorlage:Klappleiste/Anfang Hypobromige Säure | Bromige Säure | Bromsäure | Perbromsäure Vorlage:Klappleiste/Ende