Merlau
Merlau Gemeinde Mücke (Hessen)
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1125)&title=Merlau 50° 37′ N, 9° 2′ O
{{#coordinates:50,622777777778|9,0269444444444|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Merlau | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 267 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 7,48 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 1125 (30. Juni 2022)<ref name="DF">„Daten und Fakten“. In: Internetauftritt. Gemeinde Mücke, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Januar 2024. (Daten aus Web-Archiv)</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 150 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. September 1970 | |||||
| Postleitzahl: | 35325 | |||||
| Vorwahl: | 06400 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Merlau ist mit rund 1100 Einwohnern ein Ortsteil der Gemeinde Mücke im mittelhessischen Vogelsbergkreis und Sitz der Gemeindeverwaltung.
Geographische Lage
Merlau liegt am Nordrand des Vogelsbergs und auf der linken westlichen Talseite des Seenbachs. Die Bebauung ist mit der des südlich angrenzenden Ortsteils Flensungen zusammengewachsen.
Die Gemarkungsfläche beträgt 748 Hektar, davon sind 314 Hektar bewaldet (Stand: 1961).
Ortsgeschichte
Mittelalter
Die Ersterwähnung von Merlau erfolgte in einem Kopiar aus dem Jahr 1199: „... dominus Eberhardus de Merlouwe ...“.<ref>Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. Nr. 242, S. 355.</ref> Mit „dominus“ (Herr) wird ein Mitglied der in Merlau residierenden und regional bedeutenden Adelsfamilie von Merlau genannt. Ein weiteres Mitglied, nämlich „... Ekkehardus de Merlowe ...“ erscheint urkundlich 1261.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 1. Nr. 177, S. 135.</ref> Zudem ist 1284 „... Johannis frateris nostri de Merlawe ...“ (unseres Bruders Johannes von Merlau) urkundlich belegt.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Band 1, Nr. 246, S. 180.</ref> Ein Sohn des Hauses, Johann I. von Merlau, war von 1395 bis 1440 Fürstabt von Fulda. In einem weiteren Kopiar aus der Zeit um 1380 wird „... frater Rupertus de Merlau ...“<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 1292, S. 257.</ref> genannt.
Die Burg Merlau erscheint 1353: „... czu Mirlauwe in der burgk ...“<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden. Band 1. Nr. 877, S. 595.</ref> Der Ortsname verweist auf die Ortslage in einer Bachaue. Das ahd. Wort auwa, mhd. ouwe, owe, nhd. Aue bezeichnet „Land am Wasser“.<ref> Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage Berlin 1967. bearbeitet von Walther Mitzka. S. 36.</ref> Wahrscheinlich ist als Bestimmungsname ein sogenannter Teilstreckenname des Seenbahcs gemeint. Die Silbe „mer“ ist in Gewässernamen häufig belegt, aber nicht eindeutig zu klären.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 253 f. S253.</ref>
Heinrich von Eisenbach, Erbmarschall von Hessen, bekennt am 11. April 1344, dass er dem Landgrafen Heinrich zu Hessen das Haus Merlau und die zugehörigen Gerichte zu Felda und Bobenhausen, die dieser ihm verpfändet hat, wieder zum Einlösen geben wolle, nur sei der Petershagen ausgenommen, den ihm der Landgraf zu seinem Burglehn gegeben hatte.<ref>Helfrich Bernhard Wenck: Hessische Landesgeschichte. Band 2. S. 359, Note Extr.;
Heinrich Eduard Scriba: Regesten der bis jetzt gedruckten Urkunden der Landes- und Ortsgeschichte des Großherzogtums Hessen. Band 2: Die Regesten der Provinz Oberhessen enthaltend. 1849, Nr. 1371.</ref>
Neuzeit
In einem Salbuch wird 1573 der Ortsname „Mörlaw“ erwähnt.<ref> Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 151.</ref>
Im Merlauer Vertrag von 1582 einigten sich Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel und der Mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg über schon lange schwelende Grenzkonflikte zwischen Kurmainz und der Landgrafschaft, wobei fast alle noch verbliebenen Mainzer Besitzungen in Nordhessen endgültig an die Landgrafschaft fielen, dafür jedoch Hessen-Kassel seine Ansprüche im Eichsfeld aufgab.<ref>Friedrich P. Kahlenberg: Konsolidierung und Arrondierung des Territorialstaates in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Merlauer Vertrag von 1582 zwischen Hessen und Mainz. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 14, 1964, ISBN 3-921254-14-0.</ref>
In der Topographia Germaniae von Matthäus Merian von 1646/1655 wird Merlau wie folgt beschrieben:
„Nicht fern von dieser Statt ligt gedachtes Schloß Mörla / oder Merla / in einem Thal vnnd Wiesengrund / welches LandGraff Ludwig ältere auff das zierlichste erbawet hat: Vnnd sind in dieser Gegend viel schöne Wälde / vnd bequeme Jagten.“
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Merlau:
„Merlau (L. Bez. Grünberg) evangel. Pfarrdorf; liegt an dem Seebach, 1 1⁄2 St. von Grünberg, hat 78 Häuser und 421 Einwohner, die außer 1 Katholiken und 18 Juden evangelisch sind. Der Gottesdienst wird in einem vormals herrschaftlichen Gebäude gehalten; sodann hat Merlau 2 Mühlen, unter welchen sich 2 Oel- und 1 Schneidemühle befinden. – Der Ort hatte bereits im Jahr 1190 einen eignen Centgrafen, und 1327 seinen eignen Pfarrer. Im Jahr 1344 war das Haus Merlau, nebst den dazu gehörigen Gerichten Felda und Bobenhausen von dem Landgrafen an den Erbmarschall Heinrich von Eisenbach verpfändet. Die Herrn von Merlau, die bald Vögte, bald Herrn von Merlau hießen, die aber vom 14. bis zum 17. Jahrhundert bestimmt zum niedern Adel gehörten, hatten die Hälfte des Schlosses und Gerichts Merlau pfandweise ein, erhielten aber solches, nachdem Landgraf Philipp diese Pfandschaft abgelößt hatte, lehensweise.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.und über den Weiler Kirschgarten:
„Kirschgarten (L. Bez. Grünberg) Weiler; liegt an der Ohm, 1 3⁄4 St. von Grünberg, hat 9 Häuser und 48 Einwohner, so wie ein Schloß mit einer schönen Meierei.“<ref name="GW-KG">Vorlage:BibOCLC</ref>
In Merlau – ebenso wie in der 1939 nach dort eingemeindeten Gemeinde Kirschgarten – galt der Stadt- und Amtsbrauch von Grünberg als Partikularrecht. Das Gemeine Recht galt nur, soweit der Amtsbrauch keine Bestimmungen enthielt. Dieses Sonderrecht alten Herkommens behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen im 19. Jahrhundert, bis es zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst wurde.<ref>Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 67, Anm. 40 und S. 103.</ref>
Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Kirschgarten<ref>Kirschgarten, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 22. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> eingegliedert.<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die bis dahin selbständigen Gemeinden Flensungen und Merlau im Landkreis Alsfeld zum 1. September 1970 freiwillig zur neuen Gemeinde Mücke.<ref>Zusammenschluss der Gemeinden Flensungen und Merlau im Landkreis Alsfeld zur Gemeinde Mücke vom 17. August 1970. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 35, S. 1698, Punkt 1593 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,8 MB]).</ref> Nach Eingliederung einer Reihe weiterer Gemeinden in die Gemeinde Mücke wurde für Flensungen und Merlau der gemeinsame Ortsbezirk Mücke eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 147 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2022.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Merlau angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- Vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Landgericht Grünberg
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Grünberg, Landgericht Grünberg<ref name="Amt">Die Zugehörigkeit des Amtes Grünberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg)
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Grünberg,<ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Landgericht Grünberg<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
- 1787 und später: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Grünberg, Landgericht Grünberg<ref name="Adr-LG-HD" />
- ab 1806: Großherzogtum Hessen,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Oberhessen, Amt Grünberg<ref name="PR" /><ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen<ref group="Anm.">Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.</ref>, Provinz Oberhessen, Amt Grünberg<ref name="NLVK" />
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Grünberg<ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Landgericht Grünberg) und Verwaltung.</ref>
- ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- ab 1867: Norddeutscher Bund<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied.</ref>, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
- ab 1938: Deutsches Reich, Landkreis Alsfeld<ref name="RB1937" /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
- ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Gemeinde Mücke<ref group="Anm.">Am 1. September 1971 wurde Flensungen und Merlau zur neu gebildeten Gemeinde Mücke zusammengeschlossen.</ref>
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Gemeinde Mücke
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Gemeinde Mücke
Gerichte seit 1803
In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Merlau das „Amt Grünberg“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.
Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Grünberg“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht das für Merlau zuständig war.
Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Grünberg“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Grünberg, Merlau wurde dem Amtsgericht Alsfeld zugelegt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 a) und Artikel 2, Abs. 4 a) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
| • 1791: | 316 (Kirschgarten 38) Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" /> |
| • 1800: | 316 (Kirschgarten 43) Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" /> |
| • 1806: | 312 (Kirschgarten 27) Einwohner, 60 (Kirschgarten 7) Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" /> |
| • 1829: | 421 (Kirschgarten 48) Einwohner, 78 (Kirschgarten 9) Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 376 (Kirschgarten 65) Einwohner, 72 (Kirschgarten 10) bewohnte Gebäude<ref>Vorlage:BibOCLC</ref> |
| • 1875: | 378 (Kirschgarten 57) Einwohner, 72 (Kirschgarten 10) bewohnte Gebäude<ref>Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Merlau: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1791 | 316 | |||
| 1800 | 316 | |||
| 1806 | 312 | |||
| 1829 | 421 | |||
| 1834 | 497 | |||
| 1840 | 523 | |||
| 1846 | 547 | |||
| 1852 | 541 | |||
| 1858 | 493 | |||
| 1864 | 451 | |||
| 1871 | 475 | |||
| 1875 | 435 | |||
| 1885 | 423 | |||
| 1895 | 423 | |||
| 1905 | 542 | |||
| 1910 | 593 | |||
| 1925 | 674 | |||
| 1939 | 706 | |||
| 1946 | 999 | |||
| 1950 | 1.036 | |||
| 1956 | 995 | |||
| 1961 | 963 | |||
| 1967 | 973 | |||
| 1970 | 1.016 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 1.134 | |||
| 2015 | 1.084 | |||
| 2022 | 1.125 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Mücke<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Merlau 1134 Einwohner. Darunter waren 18 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 171 Einwohner unter 18 Jahren, 439 zwischen 18 und 49, 279 zwischen 50 und 64 und 237 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 483 Haushalten. Davon waren 123 Singlehaushalte, 174 Paare ohne Kinder und 135 Paare mit Kindern, sowie 42 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 108 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 318 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Religion
Bereits in vorreformatorischer Zeit diente die Vorgängerkirche als Pfarrkirche. Eingepfarrt waren Kirschgarten und Weickartshain. Daneben gab es noch die Schlosskirche der Burg Merlau. Merlau unterstand dem Sendbezirk in Nieder-Ohmen, bildete 1577 aber ein eigenes Gericht. Kirchlich war es im Archidiakonat St. Stephan der Erzdiözese Mainz zugeordnet.<ref>Wilhelm Classen: Die kirchliche Organisation Alt-Hessens im Mittelalter samt einem Umriß der neuzeitlichen Entwicklung. Elwert, Marburg 1929, S. 90–91.</ref> Nach der Reformation 1536 hatte Merlau als ersten lutherischen Pfarrer.
- Historische Religionszugehörigkeit
| • 1829: | 402 evangelische (= 95,49 %), 12 jüdische (= 2,85 %), ein katholischer Einwohner<ref name="GW" /> |
| • 1961: | 817 evangelische (= 83,11 %), 141 katholische (= 14,34 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Evangelisch
In Merlau gibt es eine Evangelische Kirchengemeinde,
Katholisch
die Katholische Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist, Mücke-Merlau, Flensunger Weg 57
und eine Neuapostolische Gemeinde.
Als das Schloss im 19. Jahrhundert aufgrund von Baufälligkeit abgerissen wurde, fanden Steine beim Bau der Merlauer Kirche (1853–1857) Wiederverwendung.
Politik
Ortsbeirat
Siehe Ortsbeirat Flensungen
Wappen
Blasonierung: „Schild geteilt, in der oberen Schildhälfte in Rot ein goldener Adler mit blaugekröntem Königskopf, in der untern Schildhälfte in Gold der Adlerrumpf in Rot mit blauer Bewehrung.“<ref>Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Merlau im Landkreis Alsfeld, Regierungsbezirk Darmstadt vom 23. Juli 1957. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1957 Nr. 31, S. 752, Punkt 779 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,6 MB]).</ref>
Das Wappen wurde der Gemeinde Merlau am 23. Juli 1957 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Es basiert auf dem Wappen des Ortsadels, den Herren von Mörlau. Zur Unterscidung beider Wappen zeigt das Ortswappen die untere Schildhälfte in verwechselten Farben. Nach der Gebietsreform wurde das Wappen von der neuen Gemeinde Mücke übernommen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Vereinsleben bilden folgende Vereine:
- Jugend-Freizeit-Club Merlau
- Obst und Gartenbauverein
- Merlauer Carnevals Verein
- TSG Merlau
- DRK OV Mücke
- Sängervereinigung
- Schützenverein
- Bayern München Fan-Club.
Verkehr und Infrastruktur
Der Ort liegt an der Landesstraße L 3325 zwischen Nieder-Ohmen und Flensungen und an der Bahnstrecke Gießen–Fulda.
Merlau ist Sitz der Gemeindeverwaltung, die direkt gegenüber dem Bahnhof Mücke (Hess) liegt. Mit drei zentral gelegenen Supermärkten ist Merlau Einkaufsziel auch vieler Kunden aus den Nachbarorten.
Die Ortschaft verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr, ein Dorfgemeinschaftshaus und das Heimatmuseum Hobstallstowwe.<ref>Dorfmuseum Merlau "Hobstallstowwe" im Internet</ref>
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Merlau, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 419 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 197 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 212 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 256 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 80, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
Literatur
- Vorlage:HessBib
- Suche nach Merlau. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
- Ortsteil Merlau. In: Webauftritt. Gemeinde Mücke
- Merlau, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Merlau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Atzenhain | Bernsfeld | Flensungen | Groß-Eichen | Höckersdorf | Ilsdorf | Merlau | Nieder-Ohmen mit Windhain | Ober-Ohmen | Ruppertenrod | Sellnrod mit Schmitten | Wettsaasen