Seenbach
Der Seenbach ist ein 18,3 km langer, linksseitiger Zufluss der Ohm im Hohen und Unteren Vogelsberg, Landkreis Gießen und Vogelsbergkreis, Hessen. Sein in Ost-West-Richtung verlaufender Oberlauf liegt unmittelbar an der Main-Lahn-Wasserscheide, sein Richtung Norden verlaufender Unterlauf bildet die Grenze zwischen dem westlich(=links) gelegenen Vorderen und dem rechtsseitigen Unteren Vogelsberg.
Name
Die schriftliche Erwähnung des Seenbachs setzt erst spät, nämlich im 14. Jahrhundert, ein. Dieses späte Einsetzen ist der Grund dafür, dass „... eine sichere Erklärung (des Gewässernamens) nicht möglich ist ...“<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 340 ff, S. 342.</ref> In den ersten schriftlichen Aufzeichnungen heißt das Gewässer 1336 „... uf der Sende ...“,<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 973, S. 645.</ref> 1513 in einem Kopiar „... uf der Sene ...“.<ref>Wolfgang Müller: Die althessischen Namen im Kreis Gießen. Marburg 1940. S. 194.</ref> Schließlich erscheint in einem Salbuch von 1591: „... die Sehn ...“<ref>StAD, Salbuch Oberhessen, Grünberg, 55 f, fol. 37 v.</ref>
Der möglicherweise ursprüngliche althochdeutsche Name *Sigand- könnte mit dem germanischen Verb *seig-a- „sinken“ erklärt werden.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref> Dagegen steht fest, dass sich das Grundwort „Seen“ in vier Ortsnamen am Verlauf des Seenbachs wiederfindet: Freienseen, Bäumenseen, Kreuzseen und Oberseen. Bäumenseen erscheint 1505 in einem Kopiar als Baumkirchen,<ref>Ausführliche Erörterung Des Dem Hochfürstlichen Hauß Hessen-Darmstadt über den Flecken Freyensen und dessen vor andern Gräflich-Solms-Laubachischen Unterthanen biß auf den heutigen Tag erweißlich habenden Vorrechten und Privilegien zustehenden Erb-Schutz-Rechts dem Mißbrauch der Gräflich-Solms-Laubachischen Landes-Obrigkeit entgegen gesezt, Beilage Nr. 30, S. 118.</ref> Oberseen besteht heute als Ober-Seener Hof weiter. Deshalb wird von anderen Linguisten die Herleitung von einem Gewässernamen als Erklärung angenommen.<ref>Lutz Reichardt: Siedlungsnamen. S. 342.</ref>
Geographie
Verlauf
Der Seenbach entspringt am Nordwestfuß der 640 m hohen Feldkrückener Höhe, gut 1 km südwestlich von Kölzenhain und gut 2 km westlich von Feldkrücken – beides Ortsteile von Ulrichstein. Von hier aus fließt er zunächst Richtung Westen über den Petershainer Hof, bildet für etwa 800 m die Stadtgrenze zwischen Ulrichstein im Norden und Schotten im Süden, um schließlich in Laubacher Terrain und damit auch in den Landkreis Gießen zu fließen. Nach dem Oberseener Hof wird der Kreuzseener Grund durchflossen, bis bei der Ortschaft Freienseen das Lumda-Plateau berührt wird und sich der Verlauf in Richtung Norden ändert.
Der nunmehr links(=westlich) der Bundesstraße 276 verlaufende Fluss umfließt das Plateau von Osten, erreicht u. a. den Grünberger Ortsteil Stockhausen und schließlich, wieder im Vogelsbergkreis, den Mücker Ortsteil Flensungen, wo von rechts der Ilsbach als wichtigster Nebenfluss zufließt. Unmittelbar nach dem Durchfließen des sich nördlich anschließenden Ortsteiles Merlau fließt der Seenbach schließlich von links der von Osten kommenden Ohm zu, die nunmehr die Nord-Richtung ihres Nebenflusses als Ostgrenze des Lumda-Plateaus annimmt.
Zuflüsse
Hierarchische Liste einer Auswahl der Zuflüsse, jeweils von der Quelle zur Mündung.
- Dörrnbach, von rechts am unteren Ortsende von Freienseen, ca. 5,4 km und 7,8 km²
- Lippe, von links kurz vor Freienseen, ca. 3,1 km
- Gerstbach, von rechts nach dem Sägewerk von Freienseen, ca. 1,9 km
- Lardenbach, von rechts kurz vor Stockhäuser Hof, ca. 4,7 km und 5,8 km²
- Ilsbach, von rechts gegenüber Flensungen, ca. 20,7 km mit Abschnittsnamensfolge Streitbach → Sausel → Ilsbach und 48,9 km²
Weblinks
Einzelnachweise
<references />