London Underground D78 Stock
| London Underground D78 Stock | |
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Ein Triebwagen der Reihe D78 am letzten Einsatztag auf der District Line
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| Nummerierung: | Triebwagen: 7000–7129 + 7500–7539 Beiwagen: 17000–17129 (durchgehend) + 17500–175538 (nur gerade Nummern) Triebwagen ohne Führerstand: 8000–8129 |
| Anzahl: | 75 Züge |
| Hersteller: | Metro-Cammell |
| Baujahr(e): | 1978–1981 |
| Ausmusterung: | 2015–2017 |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Kupplung: | 110.900 mm (ganzer Zug) |
| Breite: | 2840 mm |
| Höhe: | 3630 mm |
| Drehzapfenabstand: | 11.885 mm |
| Leermasse: | Triebwagen: 30,7 t Triebwagen ohne Führerstand: 29,8 t Beiwagen: 21,2 t ganzer Zug: 163,6 t |
| Stromsystem: | 630 V Gleichstrom |
| Stromübertragung: | zwei Stromschienen (positiv und negativ) |
| Sitzplätze: | 280 |
Der London Underground D78 Stock (oder auch kurz nur D Stock) war eine Baureihe elektrischer Triebwagen für die Großprofil-Strecken der London Underground, die auf der District Line eingesetzt wurde. Sie wurden in den Jahren 2015 bis 2017 durch den neuen S Stock ersetzt. Die Bezeichnung leitet sich aus dem Anfangsbuchstaben für den Einsatzbereich (District Line) und dem geplanten Jahr 1978 der Indienststellung ab.
Geschichte
Die Baureihe wurde im Jahre 1976 bestellt, um den Vorkriegs-CO/CP-Stock und den Nachkriegs-R-Stock zu ersetzen, die zu dieser Zeit noch auf der District Line eingesetzt wurden. Die 75 Züge wurden durch Metro-Cammell gebaut und ab 28. Januar 1980 im Fahrgastbetrieb eingesetzt, die letzten Fahrzeuge wurden im Jahre 1983 geliefert. Von Sommer 2005 bis ins Jahr 2008 wurden die Fahrzeuge grundlegend durch Bombardier Transportation in Derby modernisiert.
Zugbildung und Details
Die Züge der Reihe D verkehrten als Sechswagenzüge, die aus je zwei Halbzügen gebildet wurden. Jeder Halbzug bestand aus einem Triebwagen mit Führerstand (»Driving Motor Car«, DM), einem antriebslosen Beiwagen (»Trailer Car«, T) und einem Triebwagen ohne Führerstand (»Uncoupling Non-Driving Motor Car«, UNDM). Die in Zugmitte laufenden Triebwagen ohne Führerstand waren am Betriebskuppelende mit einem Hilfsführerstand für den Rangierdienst ausgerüstet. Bei 20 von 150 Halbzügen gab es zwei Triebwagen mit vollwertigen Führerständen. Diese konnten auch im Fahrgastbetrieb als Halbzug eingesetzt werden. Die übrigen Halbzüge waren nur mit einem weiteren Halbzug gekuppelt verwendbar. Im Fahrgastbetrieb auf der District Line wurden in den letzten Betriebsjahren ausschließlich Sechswagenzüge eingesetzt, jedoch verkehrten Halbzüge beispielsweise von 1985 bis 1987 auf der ehemaligen East London Line. Wie bei den meisten Baureihen der Londoner U-Bahn waren die Steuerstromkupplungen an den Betriebskuppelenden gespiegelt asymmetrisch. Damit waren nur A- mit D-Enden elektrisch kuppelbar.
Die Wagen wurden, wie damals üblich, mit unlackierten Aluminium-Wagenkästen ausgeliefert, lediglich die Front unterhalb des Führerstands war rot lackiert. Als Neuerungen erhielten die Fahrzeuge Drehgestelle mit verbesserter Federung und ergonomisch verbesserte Führerstände. Im Rahmen der Modernisierung erhielten die Fahrzeuge eine Lackierung in den heute üblichen Underground-Farben (Führerstand und Türen rot, Wagenkasten weiß mit einem blauen Streifen unten). Die Wagen dieser Bauart waren die letzten, die bei London Underground unlackiert verkehrten. Bei der Modernisierung erhielten die Fahrzeuge auch neu gestaltete Innenräume und ein Fahrgastinformationssystem mit automatischen Stationsansagen und LED-Anzeigen in den Fahrzeugen, auch die äußeren Zielanzeigen wurden durch LED-Anzeigen ersetzt. Als erste Baureihe erhielt der D Stock auch elektronische Zielanzeigen an den Seiten der Fahrzeuge.
Einsatz
Der D Stock wurde auf der District Line eingesetzt, eine Ausnahme waren die Fahrten zwischen Wimbledon und Edgware Road, da die Bahnsteige an den Stationen Notting Hill Gate, Bayswater, Paddington und Edgware Road zu kurz für Züge des Typs D78 sind. Hier wurden Züge der Baureihe C69 und C77 eingesetzt. Von 1985 bis 1987 kamen Einheiten der Reihe D auch auf der East London Line zum Einsatz. Damit wurden die Umbauarbeiten an den dort normalerweise eingesetzten Züge des A60/A62 Stock ermöglicht.
Am 21. April 2017 fand der letzte, planmäßige Einsatz eines D-Stock-Zugs auf der District Line statt, am 7. Mai 2017 fand die Abschiedsfahrt statt, welche eine Fahrt über die gesamte District Line beinhaltete, auch über Abschnitte, welche offiziell nicht mehr befahren werden. Dies soll die letzte offizielle Fahrgastfahrt dieser Baureihe im Netz der London Underground gewesen sein.
Weitere Verwendung
Im Jahr 2014 wurden 156 Triebwagen mit Führerstand sowie 70 Beiwagen an das Unternehmen Vivarail verkauft. Es rüstet die Fahrzeuge für den Betrieb auf Vollbahnstrecken um und vermarktet sie unter der Bezeichnung D-Train für den Nah- und Regionalverkehr. Die Umrüstung beinhaltet die Ausstattung mit Klimaanlagen, WLAN, Toiletten, Fahrradstellplätzen, Rollstuhlplätzen und Wagenübergängen sowie eine veränderte Front. beinhaltet. 2016 wurde ein Dieseltriebzug als Prototyp fertiggestellt und unter der Baureihenbezeichnung 230 getestet. Ein während der Test ausgebrochener Brand eines Motors verhinderte jedoch einen Versuchsbetrieb mit Fahrgästen auf der Strecke Coventry–Nuneaton.<ref>Fire scuppers D Train Trial. In: Modern Railways. 26. Januar 2017, abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2018 wurde ein weiterer Prototyp fertiggestellt, der als Akkutriebzug realisiert wurde. 2020 wurde schließlich mit der Baureihe 484 ein konventioneller Elektrotriebzug vorgestellt.<ref>David Shirres BSc CEng MIMechE DEM: What next for Vivarail? In: Rail Engineer. 16. Oktober 2020, abgerufen am 6. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Vivarail battery and battery hybrid trains. Abgerufen am 6. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Eisenbahnverkehrsunternehmen Arriva Trains Wales, London Midland, Go-op, South Western Railway und Great Western Railway (GWR) sowie die Stadt Coventry hatten Interesse an einer Beschaffung gezeigt. Darüber hinaus wurden den Bewerbern auf die Ausschreibung des Netzes Wales & Borders Angebote unterbreitet. Die Railroad Development Corporation (RDC) übernahm zu Präsentationszwecken zwei Züge und verbrachte sie in die USA.<ref name=":2">Ian: (British Rail), Class 230, “Pop-up Metro” Battery Electric Multiple Units (BEMU’s) 230011 & 230002, Rockhill Trolley Museum, Rockhill Furnace, Pennsylvania USA. Friday 20 June 2025. 20. Juni 2025, abgerufen am 30. Januar 2026.</ref>
Vivarail erhielt von West Midlands Trains (WMT) eine Bestellung über drei Dieseltriebzüge der Baureihe 230. Diese wurden ab 2019 auf der Marston Vale Line zwischen Bedford und Bletchley eingesetzt. KeolisAmey Wales bestellte fünf Hybridzüge, nachdem das Unternehmen den Zuschlag für die Ausschreibung des Netzes Wales and Borders erhalten hatte. Diese kamen allerdings erst nach der Übernahme der Konzession durch Transport for Wales (TfW) ab 2023 auf der Borderlands Line zwischen Bidston und Wrexham zum Einsatz. Ab 2020 wurden außerdem fünf Elektrotriebzüge der Baureihe 484 an die South Western Railway geliefert. Seit 2021 werden sie auf der Island Line eingesetzt und ersetzen die bisher dort eingesetzten Triebwagen der Baureihe 483.<ref>Class 484 | Our Trains. South Western Railway, abgerufen am 6. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Vivarail meldete am 1. Dezember 2022 Insolvenz unter Fremdverwaltung an. Dadurch verzögerte sich die Inbetriebnahme der Züge für TfW und die Fahrzeuge der West Midlands Railways wurden aus dem Plandienst genommen, da Vivarail auch für die Instandhaltung zuständig war.<ref>Train operators respond as Vivarail enters administration. In: RailwayGazette.com. 2. Dezember 2022, abgerufen am 6. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> GWR übernahm von Vivarail das geistige Eigentum, die Ladeinfrastruktur und den Prototyp 230001 sowie Mitarbeiter, um den Probebetrieb auf der Greenford Branch Line zu retten. Zudem wurde der noch vorhandene Bestand von 67 D78-Wagen übernommen. Die übrigen 113 Wagen hatte Vivarail zuvor verschrotten lassen, um die Insolvenz abzuwehren.<ref name=":5">GWR takes ownership of former Vivarail D78 stock. In: Railway Magazine. Juni 2023, abgerufen am 1. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Prototyp wurde von der GWR überarbeitet und mit neuen Batteriemodulen versehen. Im August 2025 konnte damit eine Weltrekordfahrt absolviert werden: Der Zug legte eine Distanz von 200 Meilen (rund 322 Kilometer) ohne Nachladen zurück.<ref>GWR breaks world record for battery train operation. In: Modern Railways. 20. August 2025, abgerufen am 30. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit Ende Januar 2026 setzt GWR den Zug versuchsweise an Samstagen auf der Greenford Branch Line kommerziell ein.<ref name=":4">GWR to launch battery train service. In: Railnews. 29. Januar 2026, abgerufen am 30. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Galerie
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Ein Zug der Reihe D im Bahnhof Blackfriars
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Modernisierter Innenraum
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Züge der Reihe D in Earl’s Court. Der rechte Zug ist modernisiert.
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Innenraum eines unmodernisierten Zuges
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Unmodernisierter Zug in Aldgate East
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Modernisierter Zug in Hammersmith
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Zug der Reihe D in Barking
Literatur
- Brian Hardy: London Underground Rolling Stock. 15. Auflage. Capital Transport, Harrow Weald 2002, ISBN 1-85414-263-1.
Weblinks
- Rolling Stock Data Sheet. (PDF; 3,0 MB) Transport for London, März 2002, S. 20f., archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Februar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- London Underground D Stock. Tubeprune (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Einzelnachweise
<references /> Vorlage:Navigationsleiste Baureihen der London Underground