Wolfsau (Windsbach)
Wolfsau Stadt Windsbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(16)&title=Wolfsau 49° 15′ N, 10° 52′ O
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dim=10000 | globe= | name=Wolfsau | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 409 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 16 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91575 | |||||
| Vorwahl: | 09871 | |||||
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Wolfsau (fränkisch: Wolfs-aach<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 206. Dort folgendermaßen transkribiert: „wolfsāch“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Wolfsau liegt in der Gemarkung Retzendorf.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
In der Nähe des Weilers entspringt das Rößigbächlein, der rechte Oberlauf des Goldbachs, einem linken Zufluss der Fränkischen Rezat. Unmittelbar südlich grenzt das Waldgebiet Steinmauern an. 0,75 km nordöstlich liegen die Flurgebiete Krähenloh und Breiten, 1 km nördlich die Schwalbleiten. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Leipersloh (2,2 km nordöstlich) bzw. die Staatsstraße 2220 kreuzend zur Hölzleinsmühle (1 km südöstlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Etwa 200 Meter nordöstlich von Wolfsau fand Karl Dunz einen gut erhaltenen Keltenhügel.<ref>K. Dunz: Windsbach, S. 271.</ref> An der Straße nach Hergersbach kommen in den Wolfsauer Äckern eigenartige Steine vor. Es ist unklar, ob sie von einem Meteoriten stammen oder Abfälle einer Schmiede der Keltenzeit sind.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 22f.</ref>
Der Ort selber wurde 1166/68 als „Wolfesouwe“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das Tier Wolf oder die Kurzform der Personennamen Wolfgang oder Wolfram. Es kann somit entweder ein Eigentumsbezug einer Person zu einer Auwiese bezeichnet worden sein, oder schlicht eine Aue, in der regelmäßig Wölfe zu sehen waren.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 206.</ref>
Im Salbuch des eichstättischen Kollegiatstifts St. Nikolaus zu Spalt von 1380 werden für Wolfsau drei abgabenpflichtige Untertansfamilien verzeichnet. Im Salbuch von 1517 wird nur noch eine Untertansfamilie angegeben, 1549 sind es wieder zwei.<ref>Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6, S. 113 f. </ref> Der Hauptmannschaft Hergersbach der Reichsstadt Nürnberg unterstanden 1529 zwei Untertansfamilien.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 347.</ref>
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Wolfsau 4 Mannschaften verzeichnet: 2 Güter unterstanden dem eichstättischen Kastenamt Abenberg, 2 Höfe der Reichsstadt Nürnberg. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 10. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 733.
Die 2 Güter, die laut 16-Punkte-Bericht den Kastenamt Abenberg unterstehen sollen, wurden im Salbuch des Spalter Kollegiatstiftes von 1619 für Wernsbach aufgelistet. F. Eigler: Schwabach, S. 114.</ref> Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zerstört und erst 1670 durch den österreichischen Exulanten Jakob Reingruber wieder instand gesetzt.<ref>K. Dunz: Windsbach, S. 272.</ref>
Laut den Vetter’schen Oberamtsbeschreibungen des Jahres 1732 gab es in Wolfsau wieder 4 Anwesen, die allesamt unterschiedliche Grundherren hatten: das Reiche Almosen der Reichsstadt Nürnberg, das St.-Klara-Klosteramt, das eichstättische Kastenamt Spalt und der Kollegiatstift Spalt.<ref>K. Dunz: Windsbach, S. 271.</ref> In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 werden für den Ort ebenfalls 4 Untertansfamilien angegeben, wovon zwei dem Pflegamt unterstanden und zwei Fremdherren.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 748.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Wolfsau mit der Hölzleinsmühle eine Realgemeinde. In Wolfsau gab es drei Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Grundherren waren das Kastenamt Spalt (1 Hof) und die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 1 Hof; St.-Klara-Klosteramt: 1 Hof).<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 932f.</ref> Es gab zu dieser Zeit 4 Untertansfamilien.<ref>Johann Bernhard Fischer: Wolfsau. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 409 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 284.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.<ref name="J1006">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1006f.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wolfsau dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Mitteleschenbach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Mitteleschenbach zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Wolfsau in die neu gebildete Ruralgemeinde Retzendorf umgemeindet. Es bestand wenig später der Plan, mit der Hölzleinsmühle eine eigene Gemeinde zu bilden, was jedoch nicht genehmigt wurde.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.</ref> Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Retzendorf mit ihren Gemeindeteilen im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Windsbach eingegliedert.<ref name="J1006"/><ref>Windsbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Bodendenkmal
- Westlich des Ortes befinden sich Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung.
Einwohnerentwicklung
Religion
Bis 1613 gehörte Wolfsau zu St. Georg in Bertholdsdorf, wurde dann aber auf Antrag nach St. Margareta in Windsbach gepfarrt, weil der Weg dorthin kürzer war.<ref>K. Dunz: Windsbach, S. 271f.</ref> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius (Windsbach) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Pfarrverband Wolframs-Eschenbach. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 13. März 2023.</ref>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Wolfsau. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 284 (Digitalisat).
- Karl Dunz: Windsbach – Heimat und Kulturgeschichte der Stadt mit allen Ortsteilen. Neuendettelsau 1985, OCLC 633891512, S. 271–272.
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 206.
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Wolfsau in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Wolfsau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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