Kitschendorf
Kitschendorf Stadt Windsbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(95)&title=Kitschendorf 49° 18′ N, 10° 53′ O
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| Höhe: | 410 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 95 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987" /> | |||||
| Postleitzahl: | 91575 | |||||
| Vorwahl: | 09876 | |||||
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Kitschendorf (fränkisch: Kitscha-dorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 115. Dort folgendermaßen transkribiert: „kitschədorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Kitschendorf liegt in der Gemarkung Bertholdsdorf.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Das Dorf liegt am Lanzenbach, einem linken Zufluss der Aurach; der Bach entspringt etwa einen Kilometer nördlich im Weihergraben. 1,5 km nordöstlich liegt der Hohbuck (452 m ü. NHN). Nordwestlich liegen die Kohlgrubhölzer, nordöstlich der Bischofwald und südöstlich die Lehmäcker.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Triebendorf zur Kreisstraße AN 17 (2,3 km westlich) bzw. nach Lanzendorf (0,8 km südöstlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt über Winterhof nach Bertholdsdorf ebenfalls zur AN 17 (1,5 km südlich) bzw. nach Gaulnhofen (2,1 km nördlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde um 1200 als „Kuzschendorf“ erstmals urkundlich erwähnt.<ref>So K. Dunz: Windsbach, S. 242. Nach E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 115, Ersterwähnung 1367.</ref> Nach E. Fechter ist das Bestimmungswort des Ortsnamens der slawische Personenname „Chotesice“ in der eingedeutschten Form „Kütscho“.<ref name="Fechter">E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 115.</ref> K. Dunz vermutet eine Ableitung von Kiesel oder von Kitten (einem Quellengebiet).<ref>K. Dunz: Windsbach, S. 242.</ref> 1367 wurde es als „Kuzschendorff“ erwähnt, 1412 als „Kutschendorf“, 1531 als „Kutzschendorff“ und 1616 als „Kütschendorff“.<ref name="Fechter" />
Ursprünglich bestand der Ort aus zwei Höfen, aus denen die späteren Anwesen hervorgegangen sind. Um 1350 waren die Burggrafschaft Nürnberg und der Nürnberger Bürger Hermann Rosenhart Grundbesitzer im Ort. 1375 veräußerte Hermann Rosenhart seinen Besitz an das Schwabacher Spital.<ref>K. Dunz: Windsbach, S. 243f.</ref> Der Hauptmannschaft Hergersbach der Reichsstadt Nürnberg unterstand 1529 eine Untertansfamilie im Ort.<ref>Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6, S. 347. </ref>
Laut des 16-Punkte-Berichts des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 gab es in Kitschendorf 5 Mannschaften. 1 Hof und 3 Güter gehörten dem Spital Schwabach und 1 Hof der Reichsstadt Nürnberg. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 731.</ref>
In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort sechs Untertansfamilien angegeben, wovon eine dem Pflegamt unterstand und fünf anderen Grundherren.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 748.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kitschendorf 6 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte weiterhin das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Schwabach: 1 Haus; Spitalstiftung Schwabach: 1 Hof, 2 Güter, 1 Gütlein) und das St.-Klara-Klosteramt der Reichsstadt Nürnberg (1 Hof).<ref name="J876">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 876.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Kitschendorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 306 (Digitalisat). Hier wird der Ort dem Oberamt Schwabach zugeordnet. Zwei Anwesen gehörten zum Fraischbezirk des Oberamtes Windsbach.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.<ref name="J978">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 978.</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 117. Hiernach sollen fünf Anwesen zum Justiz- und Kammeramt Schwabach gehören und zwei zum Justiz- und Kammeramt Windsbach.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kitschendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bertholdsdorf und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bertholdsdorf zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.</ref>
Im Jahre 1967 errichteten die Dorfbewohner ein Feuerwehrhaus mit einer Glockenstube.<ref>K. Dunz: Windsbach, S. 244.</ref>
Am 1. Mai 1978 wurde Kitschendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Windsbach eingemeindet.<ref name="J978"/><ref>Windsbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Bodendenkmäler
- Ein Teil des Ortes steht auf einem frühmittelalterlichen Gräberfeld.
- 400 Meter westlich gibt es ein historisches Erdwerk, die genaue Zeitstellung ist nicht bekannt.
- 900 Meter südwestlich gab es eine Grabhügelgruppe vorgeschichtlicher Zeitstellung.
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Georg (Bertholdsdorf) gepfarrt.<ref name="J876"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Vitus (Veitsaurach) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Pfarrverband Wolframs-Eschenbach. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 13. März 2023.</ref>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Kitschendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 117 (Digitalisat).
- Erwin Dohms: Bertholdsdorf. Freimund-Druckerei, Neuendettelsau 1979.
- Karl Dunz: Windsbach – Heimat und Kulturgeschichte der Stadt mit allen Ortsteilen. Neuendettelsau 1985, OCLC 633891512, S. 242–245.
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 115.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
Weblinks
- Stadtteile > Kitschendorf. In: windsbach.de. Abgerufen am 15. Juni 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Kitschendorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Kitschendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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