Zum Inhalt springen

Ober-Kainsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. Mai 2025 um 15:55 Uhr durch imported>TaxonKatBot (Bot: Kategorie:Dorf in Hessen entfernt: laut Diskussion).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Ober-Kainsbach
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(560)&title=Ober-Kainsbach 49° 44′ N, 8° 53′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(560) 49° 43′ 53″ N, 8° 53′ 28″ O
 {{#coordinates:49,731388888889|8,8911111111111|primary
dim=10000 globe= name=Ober-Kainsbach region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 227 m ü. NHN
Fläche: 8,43 km²<ref name="DF">Zahlen, Daten, Fakten. In: Webauftritt. Gemeinde Reichelsheim, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Januar 2016.</ref>
Einwohner: 560 (2016)<ref>Ortsteil Ober-Kainsbach. In: Webauftritt der Gemeinde Reichelsheim, abgerufen im Juli 2018.</ref>
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahlen: 64385, 64753 (Wünschbach)
Vorwahlen: 06164, 06063 (Spreng und Wünschbach)
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!
Datei:Ober-Kainsbach, unterer Ortsteil 2022.JPG
Ober-Kainsbach, unterer Ortsteil Richtung Norden (2022)
Datei:Wünschbach (Ober-Kainsbach).JPG
Der Weiler Wünschbach im Wünschbachtal (2024)
Datei:Friedhofskapelle in Ober-Kainsbach.jpg
Friedhofskapelle zwischen Ober-Kainsbach und Gersprenz am Kitzestein über der Nibelungenstraße
Datei:Wünschbachtal bei Ober-Kainsbach 2022.JPG
Wünschbachtal bei Ober-Kainsbach (2022)

Ober-Kainsbach (odenwälderisch Owwer-Koischboch) ist der östlichste Ortsteil der Gemeinde Reichelsheim im südhessischen Odenwaldkreis.

Geographie

Ober-Kainsbach liegt in dem zum Vorderen Odenwald zählenden oberen Tal des Kainsbachs nordöstlich des Hauptortes Reichelsheim. Das Tal führt nach Nordwesten hinab zum Nachbarort Nieder-Kainsbach in die Gersprenzniederung.

Die Ortslage erstreckt sich auf der ganzen Länge des Talgrundes über mehr als 3 Kilometer von kurz vor Stierbach bis zum Quellgebiet des Kainsbachs. Diese Siedlungsform weist Ober-Kainsbach als Waldhufendorf aus. Zu beiden Seiten der Talstraße – die tatsächlich so heißt! – und des Kainsbachs ziehen sich die breiten Streifen der Hofparzellen die Hänge hoch.

Außerdem gehören zu Ober-Kainsberg noch im Nordosten im Quellgebiet des Wünschbachs die 2 Gehöfte des hochgelegenen Weilers Wünschbach, der Weiler Spreng auf dem Übergang ins Mümlingtal und das Wirtshaus Vierstöck.

Der Böllsteiner Odenwald mit dem Böllsteiner Granit sowie Gneis und anderen Kristallingesteinen im Untergrund<ref>Geologie Viewer Hessen. Abgerufen am 17. September 2023.</ref> prägt den Hauptteil der Gemarkung Ober-Kainsbach. Diese füllt den Talzug des Kainsbachs und des Wünschbachs aus zwischen dem Kitzestein (366 m) im Westen, dem Südhang des Schnellerts (350 m) im Norden und dem Heidelberg (443 m) im Osten. Der Ortskern wird im Norden von der bewaldeten Höhe des Hohen Stein (389 m) überragt. Der Friedhof mit der Kapelle liegt knapp jenseits der Gemarkungsgrenze zum Nachbarort Gersprenz oberhalb der Hutzwiese am Kitzestein. Einen pfannenstielartigen schmalen Fortsatz findet die Gemarkung talabwärts des Wirtshauses Vierstöck am Nordhang des Bachs von dem Vierstöck bis zu den ersten Häusern von Kirch-Beerfurth und bis zur Gersprenz. Abgerundet wird die Gemarkung im Süden durch den Morswald am Osthang des Morsbergs und endet im Quellgebiet des Mossaubachs. Mit diesem Gemarkungsteil hat Ober-Kainsbach schon Anteil am Buntsandstein-Odenwald. Zwischen den Kristallinsockel und die Buntsandsteinflächen sind schmale Lagen von Zechstein eingeschlossen, die Dolomit führen sowie Mangan- und Eisenerze und Schwerspat<ref>Ober-Kainsbach: „Baustein, Erz und schwerer Spat“. Abgerufen am 25. Februar 2024.</ref>.

Der höchste Punkt der Gemarkung liegt mit einer Höhe von knapp 510 Meter in der Nähe des Morsberg-Gipfels. Der niedrigste Punkt mit rund 190 Meter liegt am Gersprenzufer gegenüber von Pfaffen-Beerfurth. Der Ortskern liegt auf 280 Meter Höhe.

Die nächstgelegenen Ortschaften sind im Norden Stierbach, Affhöllerbach und Böllstein, im Osten Hembach, im Südosten Langenbrombach und Rehbach, im Süden Ober-Mossau und Rohrbach, im Südwesten Kirch-Beerfurth und im Westen Gersprenz.

Geschichte

Ortsgeschichte

Der Gewässername Cunigesbach ist seit 1012 bekannt. Der früheste erhalten gebliebene urkundliche Nachweis belegt das Bestehen des Ortes Cuynesbach für 1333. Historisch wurde Ober-Kainsbach danach unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung)<ref name="lagis" />: Konspach (1376), Konspach (1408), Künspach (1413), Kingispach (1420), Königspach (1420), Oberkünspach (1425), Kunspach (1427), Kunßpach (1454), Oberkonspach (1482), Konspach (1532) und Obern-Kainsbach (1541).

1333 verkaufte die Johanniterkommende in Ober-Mossau das Dorf an die Schenken zu Erbach. Ober-Kainsbach gehörte zum Amt Reichenberg der Grafschaft Erbach, die mit der Mediatisierung 1806 Teil des Großherzogtums Hessen wurde. 1625 wurde am Ort ein Galgen errichtet. Um diese Zeit wurde auch die weithin sichtbare Friedhofskapelle gebaut. Ab 1822 gehörte Ober-Kainsbach zum Landratsbezirk Erbach, ab 1852 zum Kreis Erbach (ab 1939: „Landkreis Erbach“), der – mit leichten Grenzberichtigungen – seit 1972 Odenwaldkreis heißt.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ober-Kainsbach zum 1. August 1972 zugleich mit Beerfurth kraft Landesgesetz in die Gemeinde Reichelsheim eingegliedert.<ref>Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Erbach (GVBl. II 330–16) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 224, § 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für Ober-Kainsbach sowie für die meisten im Zuge der Gebietsreform nach Reichelsheim eingegliederten Gemeinden wurde ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung § 6. (PDF; 281 kB) Gemeinde Reichelsheim, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2022; abgerufen im Oktober 2020.</ref>

Gerichte

Nach Auflösung des Amtes Erbach 1822 nahm die erstinstanzliche Rechtsprechung für Ober-Kainsbach das Landgericht Michelstadt wahr, ab 1879 das Amtsgericht Michelstadt.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Ober-Kainsbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ober-Kainsbach 591 Einwohner. Darunter waren 15 (2,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 90 Einwohner unter 18 Jahren, 234 zwischen 18 und 49, 153 zwischen 50 und 64 und 117 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 261 Haushalten. Davon waren 84 Singlehaushalte, 78 Paare ohne Kinder und 48 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 165 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Ober-Kainsbach: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2011
Jahr  Einwohner
1829
  
359
1834
  
380
1840
  
389
1846
  
421
1852
  
459
1858
  
433
1864
  
434
1871
  
404
1875
  
433
1885
  
472
1895
  
489
1905
  
445
1910
  
444
1925
  
426
1939
  
377
1946
  
481
1950
  
453
1956
  
430
1961
  
407
1967
  
428
1970
  
427
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
591
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Religion

Ober-Kainsbach sowie Ober-Gersprenz und Unter-Gersprenz waren von 1555 an Filialen der Kirche von Reichelsheim. Seit 1962 gehört Ober-Kainsbach zur Evangelischen Johannesgemeinde Beerfurth im Dekanat Vorderer Odenwald.<ref>Evangelische Johannesgemeinde Beerfurth im Internet</ref> Im Jahr 1961 waren 388 Einwohner evangelische (= 95,33 %) und 14 katholisch (= 3,44 %).<ref name="lagis" />

Politik

Ortsbeirat

Für Ober-Kainsbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Ober-Kainsbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Ober-Kainsbach 54,83 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD und drei Mitglieder der Gemeinschaftsliste „CDU und Reichenbacher Wählergemeinschaft“ (CDU-RWG).<ref>Ortsbeiratswahl Ortsbezirk Ober-Kainsbach. In: Votemanager. Gemeinde Reichelsheim, abgerufen im Januar 2025.</ref> Der Ortsbeirat wählte Jürgen Hofferberth (CDU-RWG) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeiräte der Gemeinde Reichelsheim. In: Webauftritt. Gemeinde Reichelsheim, abgerufen im Januar 2025.</ref>

Wappen und Flagge

Datei:Banner Ober-Kainsbach.svg
Wappen
Wappen von Ober-Kainsbach
Wappen von Ober-Kainsbach
Blasonierung: „In blauem Schild ein silbernes, schrägrechts liegendes Wellenband, links oben und rechts unten je eine Krone.“<ref name="Wappen">Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Ober-Kainsbach im Landkreis Erbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 18. Dezember 1957. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1958 Nr. 1, S. 3, Punkt 8 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,5 MB]).</ref>

Das Wappen wurde der Gemeinde Ober-Kainsbach am 18. Dezember 1957 durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Heraldiker Georg Massoth.

Der Wellenbalken soll den Kainsbach darstellen, der dem Ort seinen Namen gibt. Die Kronen weisen auf die Namensherkunft des Baches hin, Cunigesbach (Königsbach).

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde am 30. November 1964 durch das Hessische Innenministerium genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf das in Rot und Weiß geständerte Flaggentuch im Kreuzpunkt aufgelegt das Gemeindewappen.“<ref>Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Ober-Kainsbach, Landkreis Erbach i. Odw., Regierungsbezirk Darmstadt vom 30. November 1964. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1964 Nr. 50, S. 1482, Punkt 1378 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,1 MB]).</ref>

Verkehr

Datei:Ober-Kainsbach und Bergsattel Spreng 2022.JPG
Ober-Kainsbach und Bergsattel Spreng (2022)

Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3260. Diese führt durch das Kainsbachtal und verbindet auf diesem Weg die Bundesstraße 38 bei Nieder-Kainsbach mit der Bundesstraße 47 an der Spreng.

Ober-Kainsbach wird verhältnismäßig gut durch den Busverkehr erschlossen. Montags bis freitags verkehrt zwischen Reichelsheim und Erbach die Linie 10, am Wochenende wird die Verbindung als Linie 665E bis zum Bahnhof Bensheim verlängert. Die Linie 13 dient zusätzlich zur Abwicklung des Schülerverkehrs nach Reichelsheim. In Nieder-Kainsbach besteht Anschluss an eine Expressbuslinie des RMV nach Darmstadt.<ref>Fahrpläne - Odenwaldmobil | OREG. Abgerufen am 12. September 2022.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Ober-Kainsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Ober-Kainsbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 38 und 92, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein